Levothyroxin

Wirkstoff
Levothyroxin
Handelsname
Thyrex®, diverse Generika
ATC-Code
H03AA01
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

Zulassungsstatus bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren:

  • (Kongenitale) Hypothyreose
    • Oral
      • On-label
  • Begleittherapie bei thyreostatischer Behandlung einer Hyperthyreose
    • Oral
      • On-label
  • Juveniles Myxödem
    • Oral
      • On-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Darreichungsformen

Tabletten 25 microg., 50 microg., 75 microg., 88 microg., 100 microg., 112 microg., 125 microg., 137 microg., 150 microg., 160 microg., 175 microg., 200 microg.
Weichkapseln 13 microg., 25 microg., 50 microg., 75 microg., 88 microg., 100 microg., 112 microg., 125 microg., 137 microg., 150 microg., 175 microg., 200 microg.

Allgemein

Die im Handel erhältlichen Tabletten und Weichkapseln enthalten Levothyroxin-Natrium. Der Wirkstoffgehalt bezieht sich auf Levothyroxin-Natrium. Details bezüglich des Einnahmezeitpunktes finden Sie unter „Dosierungen“.

Pharmakodynamik

Das synthetische Levothyroxin ist in seiner Wirkung mit dem von der Schilddrüse vorwiegend gebildeten natürlich vorkommenden Schilddrüsenhormon identisch. Der Körper kann nicht zwischen endogen gebildetem und exogenem Levothyroxin unterscheiden. Nach partieller Umwandlung zu Liothyronin (T3), besonders in Leber und Niere, und Übertritt in die Körperzellen werden durch Aktivierung der T3-Rezeptoren die charakteristischen Schilddrüsenhormonwirkungen auf Entwicklung, Wachstum und Stoffwechsel beobachtet.

Pharmakokinetik

Die Resorption nach oraler Anwendung ist variabel und unvollständig: 50-80%, vor allem bei Einnahme gemeinsam mit Nahrung. Die intravenöse Dosis ist somit entsprechend niedriger zu wählen.

 

Dosierungen

Gehe zu:

Hypothyreose
  • Oral
    • 0 Monate bis 6 Monate
      • 6 - 10 microg./kg/Tag in 1 Dosis
      • Die Dosierung muss danach auf Basis der entsprechenden Laborwerte angepasst werden.
        Wenn die Hypothyreose bereits länger besteht, ist die Initialdosis um 50% niedriger zu wählen als die gewünschte Erhaltungsdosis, um Nebenwirkungen vorzubeugen.

    • 6 Monate bis 1 Jahr
      • 5 - 8 microg./kg/Tag in 1 Dosis
      • Die Dosierung muss danach auf Basis der entsprechenden Laborwerte angepasst werden.
        Wenn die Hypothyreose bereits länger besteht, ist die Initialdosis um 50% niedriger zu wählen als die gewünschte Erhaltungsdosis, um Nebenwirkungen vorzubeugen.

    • 1 Jahr bis 5 Jahre
      • 4 - 6 microg./kg/Tag in 1 Dosis
      • Die Dosierung muss danach auf Basis der entsprechenden Laborwerte angepasst werden.
        Wenn die Hypothyreose bereits länger besteht, ist die Initialdosis um 50% niedriger zu wählen als die gewünschte Erhaltungsdosis, um Nebenwirkungen vorzubeugen.

    • 5 Jahre bis 12 Jahre
      • 3 - 5 microg./kg/Tag in 1 Dosis
      • Die Dosierung muss danach auf Basis der entsprechenden Laborwerte angepasst werden.
        Wenn die Hypothyreose bereits länger besteht, ist die Initialdosis um 50% niedriger zu wählen als die gewünschte Erhaltungsdosis, um Nebenwirkungen vorzubeugen.

    • 12 Jahre bis 18 Jahre
      • 2 - 3 microg./kg/Tag in 1 Dosis
      • Die Dosierung muss danach auf Basis der entsprechenden Laborwerte angepasst werden.
        Wenn die Hypothyreose bereits länger besteht, ist die Initialdosis um 50% niedriger zu wählen als die gewünschte Erhaltungsdosis, um Nebenwirkungen vorzubeugen.

  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      • Nur wenn eine orale Anwendung nicht möglich ist. Die intravenöse Dosis wird nach Rücksprache mit einem pädiatrischen Endokrinologen auf Basis der oralen Dosis bestimmt.
        Die intravenöse Dosis ist niedriger als die orale, da die Resorption bei oraler Verabreichung variiert und nicht vollständig ist.

Kongenitale Hypothyreose
  • Oral
    • 0 Jahre bis 1 Jahr
      • Initialdosis: 10 microg./kg/Tag in 1 Dosis als Induktionsphase zur Erzielung der Normalisierung der FT4- und TSH-Werte. Bei schwerer Hypothyreose (FT4 <8 pmol/l) wird die Initialdosis einmalig nach 12 Stunden wiederholt.
      • Erhaltungsdosis: 5 - 8 microg./kg/Tag in 1 Dosis
      • Die Anpassung der Dosis erfolgt um ca. 1 microgr./kg/Tag, aufgerundet auf die nächste verfügbare Einheit von ± 6,25 microgr. (eine Vierteltablette von 25 microgr.).
        Die Dosierung muss danach auf Basis altersnormer TSH- und FT4-Werte angepasst werden.

    • 1 Jahr bis 5 Jahre
      • Initialdosis: 10 microg./kg/Tag in 1 Dosis als Induktionsphase zur Erzielung der Normalisierung der FT4- und TSH-Werte. Bei schwerer Hypothyreose (FT4 <8 pmol/l) wird die Initialdosis einmalig nach 12 Stunden wiederholt.
      • Erhaltungsdosis: 5 - 6 microg./kg/Tag in 1 Dosis
      • Die Anpassung der Dosis erfolgt um ca. 1 microgr./kg/Tag, aufgerundet auf die nächste verfügbare Einheit von ± 6,25 microgr. (eine Vierteltablette von 25 microgr.).
        Die Dosierung muss danach auf Basis altersnormer TSH- und FT4-Werte angepasst werden.

    • 5 Jahre bis 12 Jahre
      • Initialdosis: 10 microg./kg/Tag in 1 Dosis als Induktionsphase zur Erzielung der Normalisierung der FT4- und TSH-Werte. Bei schwerer Hypothyreose (FT4 <8 pmol/l) wird die Initialdosis einmalig nach 12 Stunden wiederholt.
      • Erhaltungsdosis: 3 - 5 microg./kg/Tag in 1 Dosis
      • Die Anpassung der Dosis erfolgt um ca. 1 microgr./kg/Tag, aufgerundet auf die nächste verfügbare Einheit von ± 6,25 microgr. (eine Vierteltablette von 25 microgr.).
        Die Dosierung muss danach auf Basis altersnormer TSH- und FT4-Werte angepasst werden.

    • 12 Jahre bis 18 Jahre
      • Initialdosis: 10 microg./kg/Tag in 1 Dosis als Induktionsphase zur Erzielung der Normalisierung der FT4- und TSH-Werte. Bei schwerer Hypothyreose (FT4 <8 pmol/l) wird die Initialdosis einmalig nach 12 Stunden wiederholt.
      • Erhaltungsdosis: 2 - 4 microg./kg/Tag in 1 Dosis
      • Die Anpassung der Dosis erfolgt um ca. 1 microgr./kg/Tag, aufgerundet auf die nächste verfügbare Einheit von ± 6,25 microgr. (eine Vierteltablette von 25 microgr.).
        Die Dosierung muss danach auf Basis altersnormer TSH- und FT4-Werte angepasst werden.

Begleittherapie bei thyreostatischer Behandlung einer Hyperthyreose
  • Oral
    • 1 Jahr bis 5 Jahre
      • 25 microg./Tag in 1 Dosis
      • Bei TSH >4 µU/ml Dosis erhöhen.

    • 5 Jahre bis 12 Jahre
      • 50 microg./Tag in 1 Dosis
      • Bei TSH >4 µU/ml Dosis erhöhen.

    • 12 Jahre bis 18 Jahre
      • 75 microg./Tag in 1 Dosis
      • Bei TSH >4 µU/ml Dosis erhöhen.

Juveniles Myxödem
  • Oral
    • ≥ 1 Jahr
      [3]
      • Initialdosis: 2,5 - 5 microg./kg/Tag in 1 Dosis Erhaltungsdosis: Initialdosis (Tagesdosis) alle 2–4 Wochen um 50 microgr. bis zur maximalen Dosis erhöhen, bei der keine Nebenwirkungen auftreten.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

  • Pseudotumor cerebri (0,01-0,1%)
  • Bei Kindern können zu hohe T4-Dosen über längere Zeiträume zu Störungen der Knochenreifung führen.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥0,1 %):

Schlaflosigkeit, Nervosität, Kopfschmerzen, Herzklopfen, Tachykardie

Folgende ausgewählte UAW wurden zudem selten, sehr selten (<0,1 %) oder mit unbekannter Häufigkeit beobachtet:

Bei vorbestehender Herzerkrankung kann eine plötzliche Substitution zu schwerer Angina pectoris, Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz oder plötzlichem Herztod führen. In solchen Fällen soll mit niedrigen Dosen begonnen werden und die Dosis langsam, entsprechend der individuellen Reaktion, erhöht werden.

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • unbehandelte Hyperthyreose
  • unbehandelte adrenale Insuffizienz
  • unbehandelte hypophysäre Insuffizienz (sofern diese eine therapiebedürftige adrenale Insuffizienz zur Folge hat)
  • akuter Myokardinfarkt
  • akute Myokarditis
  • akute Pankarditis
  • während einer Schwangerschaft ist die gleichzeitige Einnahme von Levothyroxin und einem Thyreostatikum kontraindiziert

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Anzeichen einer Überdosierung: Nervosität, Schlaflosigkeit, Tremor, Tachykardie, Schwitzen, Erbrechen, Fieber, Gewichtsverlust und Pseudotumor cerebri.

Johannisbrotkernmehl und Soja binden Schilddrüsenhormon; die gleichzeitige Einnahme sollte vermieden werden.

Bei Kindern ist auf eine eventuell auftretende Epiphysiolysis des Femurkopfes zu achten. Die hämodynamischen Parameter sind zu überwachen, wenn eine Behandlung mit Levothyroxin bei Frühgeborenen mit einem niedrigen Geburtsgewicht begonnen wird, da es aufgrund der nicht ausgereiften Nebennierenfunktion zu einem Kreislaufkollaps kommen kann.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

  • Vor Beginn einer Schilddrüsenhormontherapie oder Durchführung eines Schilddrüsensuppressionstests sind folgende Krankheiten oder medizinische Konstellationen auszuschließen bzw. zu behandeln:
    • koronare Insuffizienz
    • Bluthochdruck
    • Hypophyseninsuffizienz
    • Nebennierenrindeninsuffizienz
    • Eine Schilddrüsenautonomie sollte ebenfalls vor Behandlungsbeginn mit Schilddrüsenhormonen ausgeschlossen oder behandelt sein.
  • Bei Herzinsuffizienz, tachykarden Herzrhythmusstörungen, Myokarditis mit nicht akutem Verlauf, lange bestehender Hypothyreose oder bei Patienten, die bereits einen Myokardinfarkt erlitten haben, ist auch eine leichtere medikamentös induzierte hyperthyreote Funktionslage unbedingt zu vermeiden. Empfohlen wird eine häufigere Kontrolle der Schilddrüsenhormonparameter, eine niedrige Initialdosis und ein langsames Auftitrieren der Dosis.
  • Bei sekundärer Hypothyreose muss geklärt werden, ob gleichzeitig eine Nebennierenrindenfunktionsstörung vorliegt. Ist dies der Fall, so muss zunächst eine angemessene Ersatzbehandlung durchgeführt werden (Hydrocortison), um einer akuten Nebenniereninsuffizienz vorzubeugen (ansonsten Gefahr einer Addison-Krise).
  • Vorsicht bei Patienten mit Epilepsie in der Anamnese.
  • Bei der Einleitung einer Therapie mit Levothyroxin wird bei Patienten mit Risiko für psychotische Störungen empfohlen, mit einer niedrigen Dosis von Levothyroxin zu starten und diese Dosis bei Beginn der Therapie nur langsam zu erhöhen. Eine Überwachung des Patienten ist angezeigt. Sollten Anzeichen für psychotische Störungen auftreten, ist eine Anpassung der Dosis von Levothyroxin in Betracht zu ziehen.
  • Bei Verdacht auf eine Autonomie der Schilddrüse wird empfohlen, einen TRH-Test oder ein Suppressionsszintigramm durchzuführen.
  • Bei Umstellung auf ein anderes Levothyroxin-haltiges Präparat ist während der Übergangszeit eine engmaschige Überwachung einschließlich klinischer und biologischer Parameter erforderlich. Eine Dosisanpassung kann erforderlich sein.
  • Bei Diabetes mellitus ist der Blutzuckerspiegel in der Initialphase der Behandlung mit Schilddrüsenhormonpräparaten in kürzeren Abständen zu kontrollieren.
  • Bei mangelhafter Konversion von T4 in T3 (z. B. bei Lebererkrankungen) sollten T3-haltige Präparate angewendet werden.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

Interaktionspartner Grund Handlungsempfehlung
Calcium- und Natrium- Polystyrolsulfonat Bindung von Levothyroxin im Gastrointestinaltrakt und Verhinderung der Resorption. Kombination vermeiden. Wenn die gleichzeitige Anwendung unerlässlich ist, Schilddrüsenhormonwerte engmaschig überwachen und gegebenenfalls Dosisanpassung. Levothyroxin und die genannten polymeren Kationenaustauscher sollen mit möglichst großem zeitlichen Abstand von mehreren Stunden eingenommen werden (empfohlen: Polystyrolsulfonat mind. 2 Stunden, Patiromer mind. 3 Stunden).
Vitamin K Antagonisten Bei Patienten, die mit Vitamin-K-Antagonisten eingestellt sind, kann der Beginn einer Behandlung mit Schilddrüsenhormonen die blutgerinnungshemmende Wirkung im Verlauf von einigen Tagen verstärken. In Einzelfällen können Blutungskomplikationen auftreten. Bei Patienten dagegen, die mit Schilddrüsenhormonen euthyreot eingestellt sind, ist bei Beginn einer Behandlung mit Vitamin-K-Antagonisten keine Wechselwirkung zu erwarten. Bei Patienten die bei Beginn einer Behandlung mit Vitamin K Antagonisten euthyreot eingestellt sind: Keine Maßnahmen. Wenn unter laufender Therapie mit Vitamin K Antagonisten Änderungen des Schilddrüsenhormonstatus vorgenommen werden: engmaschiges Monitoring der INR und gegebenenfalls Dosisanpassung des Vitamin K Antagonisten.
Colestyramin Bindung von Levothyroxin im Gastrointestinaltrakt und Verhinderung der Resorption. Schilddrüsenhormonwerte engmaschig überwachen und gegebenenfalls Dosisanpassung. Falls eine gleichzeitige Anwendung notwendig ist, sollte Levothyroxin mindestens zwei Stunden vor der Einnahme von Colestyramin verabreicht werden.
Enzyminduktoren (Carbamazepin, Rifampicin, Phenytoin, Barbiturate) Beschleunigter Abbau von Levothyroxin, sodass hypothyreote Zustände resultieren können. Schilddrüsenhormonwerte engmaschig überwachen und gegebenenfalls Dosisanpassung.
Sevelamer Vermutlich bindet Sevelamer Levothyroxin im Gastrointestinaltrakt, beeinträchtigt so dessen Resorption und führt zur Wirkungsabschwächung. Schilddrüsenhormonwerte engmaschig überwachen und gegebenenfalls Dosisanpassung. Levothyroxin sollte mindestens eine Stunde vor oder drei Stunden nach Sevelamer verabreicht werden, um Wechselwirkungen zu vermeiden.
Polyvalente Kationen Die Einnahme zusammen mit Eisen-, Calcium-, Lanthan- oder Aluminiumsalzen kann die Wirksamkeit von Levothyroxin durch Bildung schwer absorbierbarer Komplexe vermindern. Calcium-, Eisen-, Lanthan- bzw. Aluminiumsalze sollen frühestens 2 Stunden nach Levothyroxin eingenommen werden; teilweise werden noch längere Einnahmeabstände empfohlen. Als Alternativen für Magnesium- und/oder Aluminium-haltige Antazida, auch in der Selbstmedikation, eignen sich H2-Blocker (Ranitidin, Famotidin) oder Protonenpumpenblocker (Omeprazol, Pantoprazol).
Ritonavir Ritonavir kann die Wirkung von Levothyroxin vermindern. Schilddrüsenhormonwerte engmaschig überwachen.
Estrogene (Estriol, Estradiol, Ethinylestradiol) Im Verlauf von einigen Wochen nach Beginn einer Behandlung mit Estrogenen (Hormonersatz oder hormonale Kontrazeptiva) kann bei Patientinnen mit Hypothyreose der Bedarf an Schilddrüsenhormonen steigen. Wird eine Behandlung mit Estrogenen begonnen, soll bei Patientinnen mit Hypothyreose vorsichtshalber die Schilddrüsenfunktion (TSH) monatlich bis zur Stabilisierung kontrolliert und die Levothyroxin-Dosis nach Bedarf erhöht werden. Wenn umgekehrt eine Therapie mit Schilddrüsenhormonen während der Behandlung mit Estrogenen begonnen wird, sind keine Maßnahmen erforderlich.
Imatinib Die Behandlung mit einigen Proteinkinase-Inhibitoren (Imatinib, Sorafenib, Sunitinib) kann die Wirksamkeit von Levothyroxin beeinträchtigen. Schilddrüsenhormonwerte engmaschig überwachen. Dosisanpassungen können nötig werden.
Sucralfat Nach gleichzeitiger Einnahme von Levothyroxin und Sucralfat wurde ein geringerer Levothyroxin-Spiegel beobachtet. Kombination vermeiden. Sofern eine länger dauernde Kombination geplant ist, Schilddrüsenhormonwerte engmaschig überwachen und gegebenenfalls Dosisanpassung.

 

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Referenzen

  1. Rademaker C.M.A. et al, Geneesmiddelen-Formularium voor Kinderen [Arzneimittel-Formularium für Kinder], 2007
  2. Noordam C et al, Werkboek Kinderendocrinologie [Arbeitsbuch Kinderendokrinologie], digitale Veröffentlichung auf www.nvk.nl (nur für Mitglieder), 2010
  3. Aspen Pharma Trading Limited, SmPC Eltroxin (RVG 08451) 24-03-2017, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  4. Mersebach, H., Intestinal adsorption of levothyroxine by antacids and laxatives: case stories and in vitro experiments, Pharmacol. Toxicol., 1999, 84, 107-109
  5. Leger et al, European Society for Paediatric Endocrinology Consensus Guidelines on Screening, Diagnosis, and Management of Congenital Hypothyroidism, J Clin Endocrinol Metab, 2014, 99(2), 363-84
  6. Sandoz, SmPC Thyrex 25 µg Tbl. (1-26746), 01/2020
  7. Merck, SmPC Euthyrox 25 µg Tbl. (1-24158), 07/2018
  8. Diagnosia, https://premium.diagnosia.com/check/interactions/search, aufgerufen am 26.03.2020
  9. ABDA, ABDA-Interaktionsdatenbank, aufgerufen am 26.03.2020
  10. wechselwirkungscheck.de, http://www.wechselwirkungscheck.de/index.php, aufgerufen am 26.03.2020

Änderungsverzeichnis

  • 04 Februar 2021 16:40: Neue Monographie "Levothyroxin"

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung