Permethrin

Wirkstoff
Permethrin
Handelsname
InfectoScab®
ATC-Code
P03AC04
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

Zulassungsstatus bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren:

  • Pediculosis capitis (Läuse)
    • Kutan
      • Es ist kein geeignetes Arzneimittel in Österreich zugelassen.
  • Krätze
    • Kutan
      • <2 Monate: Off-label
      • ≥2 Monate: On-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Darreichungsformen

Creme 5% (50 mg/g)

Allgemein

Die Creme enthält Permethrin in der Reinform.

Präparate mit für Kinder potentiell problematischen Hilfsstoffen:

Präparate Arzneiform Stärke Problematische Hilfsstoffe
INFECTOSCAB® Creme 5% Cetylstearylalkohol, Sorbinsäure

Die Fachinformationen wurden 10/2020 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Pharmakodynamik

Permethrin ist ein Insektizid, das zur Behandlung der Pedikulose und der Scabies eingesetzt wird. Es ist ein synthetisch hergestelltes Pyrethroid, das zur Lähmung von Insekten durch das ungehinderte Einströmen von Na+ in Nervenzellen führt.

Pharmakokinetik

Keine Information

Dosierungen

Pediculosis capitis (Läuse)
  • Kutan
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [4]
      • Auf dem frischgewaschenen, noch feuchten Haar und der Kopfhaut auftragen. Nach 10 min auswaschen. Bei Bedarf nach 1 Woche wiederholen.

Krätze
  • Kutan
    • ≥ 2 Monate
      [5]
      • InfectoScab 5%: Creme einmalig auf sauberer, trockener und abgekühlter Haut auf dem ganzen Körper vom Kieferrand bis unter die Fußsohlen auftragen und 8-12 h einwirken lassen, danach mit lauwarmem Wasser und Seife abwaschen oder duschen (nicht baden).

        Die folgenden Mengen sind ungefähr erforderlich, um die gesamte Körperoberfläche zu bedecken:
        2 Monate bis 6 Jahre: 7,5 g
        6 bis 13 Jahre: 15 g
        ≥13 Jahre: 30 g

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥ 0,1 %):
Parästhesien, Hautbrennen, Pruritus, erythematöser Ausschlag, Hauttrockenheit

Folgende schwerwiegende UAW wurden zudem selten, sehr selten (< 0,1 %) oder mit unbekannter Häufigkeit beobachtet:
Dyspnoe (bei empfindlichen/allergischen Patienten)

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber anderen Wirkstoffen aus der Pyrethrin-Gruppe

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Infolge versehentlicher oraler Aufnahme bei (Klein)kindern oder exzessiver dermaler Überdosierung (Ganzkörperanwendung großer Mengen) von Permethrin Lösung/Creme kann es zu Übelkeit, Kopfschmerz, Schwindel und Müdigkeit kommen. In schweren Fällen wurde von Kribbeln, Taubheitsgefühl, Übererregbarkeit und Krämpfen berichtet (SmPC).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei Überempfindlichkeit gegen Chrysanthemen oder andere Kompositen (Korbblütler) ist eine sorgfältige Indikationsstellung vorzunehmen.
  • Bei Anwendung der Creme/Lösung ist darauf zu achten, dass die Creme/Lösung nicht in die Augen gerät oder mit den Schleimhäuten (z.B. Nasen-Rachen-Raum, Genitalbereich) oder offenen Wunden in Kontakt kommt.
  • Kopf- und Körperläuse werden leicht von Mensch zu Mensch übertragen, eine Kontrolle aller Kontaktpersonen in der Familie und in Kindergemeinschaften wird dringend empfohlen. Bei hartnäckigen Epidemien ist die gleichzeitige Behandlung aller Angehörigen einer Gemeinschaft (Schulklasse, Kindergartengruppe) sinnvoll, auch wenn nicht alle Mitglieder Symptome aufweisen.
  • Im Fall von Krätze sollten Kontaktpersonen, insbesondere Familienmitglieder und Partner, schnellstmöglich ärztlich untersucht und ggf. rechtzeitig antiskabiös behandelt werden. Bei engem Kontakt zu Erkrankten oder bei endemischen Häufungen kann eine Behandlung auch bisher erscheinungsfreier Kontaktpersonen sinnvoll sein, um Reinfestationen zu verhindern. Außerdem sollten die Patienten Fingernägel kurz halten und sorgfältig reinigen, über einen Zeitraum von 14 Tagen Bekleidung, Bettwäsche und Handtücher täglich wechseln und bei mindestens 60 °C waschen (nicht bei mindestens 60 °C waschbare Gegenstände einige Tage in einem geschlossenen Plastikbeutel aufbewahren), Teppiche und Polster intensiv saugen.
  • Eine konsequente Anwendung und Behandlung von Kontaktpersonen ist erforderlich zur Vermeidung von Resistenzbildung.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zu Wechselwirkungen durchgeführt.

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Referenzen

  1. Rademaker C.M.A. et al, Geneesmiddelen-Formularium voor Kinderen [Arzneimittel-Formularium für Kinder], 2007
  2. Omega Pharma, SPC Loxazol (RVG 13969) 20-08-2015, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  3. GlaxoSmithKline, SmPC Loxazol creme 50 mg/g (RVG14487) 06-11-2017, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  4. Infectopharm, SmPC InfectoPedicul®, Lösung 430 mg/100 ml (51162.00.00), 08/2019
  5. Infectopharm, SmPC InfectoScab 5% (1-26400), 11/2018

Änderungsverzeichnis

  • 30 Dezember 2020 13:55: Neue Monographie "Permethrin"

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung