Doxycyclin

Wirkstoff
Doxycyclin
Handelsname
Oraycea®, Vibramycin®, Vibravenös®
ATC-Code
J01AA02
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

Zulassungsstatus bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren:

  • Infektionen
    • Oral, Intravenös
      • <8 Jahre: Off-label
      • ≥8 Jahre: On-label
  • Schwere und lebensbedrohliche Infektionen
    • Oral, Intravenös
      • On-label
  • Lokalisierte, disseminierte Lyme-Borreliose im frühen und späten Stadium
    • Stadium I: Oral, Intravenös
      • <8 Jahre: Off-label
      • ≥8 Jahre: On-label
    • Stadium II und III: Oral, Intravenös
      • Off-label
  • Prophylaxe der Malaria tropica
    • Oral
      • <8 Jahre: Off-label
      • ≥8 Jahre: On-label
  • Infektionen bei Cystischer Fibrose, Prophylaxe nach Zeckenstich
    • Oral
      • Off-label
  •  

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Darreichungsformen

Lösliche Tabletten 50 mg, 100 mg, 200 mg
Filmtabletten 200 mg
Kapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung 40 mg
Kapseln 100 mg
Ampullen 100 mg/5 ml

Allgemein

Doxycyclin liegt in den oralen Darreichungsformen als Hyclat oder Monohydrat und in den Ampullen als Hyclat vor. Der Wirkstoffgehalt bezieht sich auf die Reinform von Doxycyclin.

Die Einnahme während einer Mahlzeit kann das Auftreten von Magen-Darm Störungen verringern. Deshalb sollte die Einnahme bei Irritationen der Magenschleimhaut mit einer Mahlzeit erfolgen. Die Einnahme sollte aber nicht zeitgleich mit fettreichen Nahrungsmitteln oder Milch und Milchprodukten erfolgen, da die Bioverfügbarkeit und der Serumspitzenspiegel sinken können. Die Tabletten/Kapseln sollen mit ausreichend Flüssigkeit, in aufrechter Körperhaltung und nicht unmittelbar vor dem Zubettgehen eingenommen werden, um ösophagealen Irritationen und Ulzerationen vorzubeugen.

Magensaftresistente Formulierungen sollten morgens auf nüchternen Magen (vorzugsweise mindestens eine Stunde vor oder zwei Stunden nach der Mahlzeit) mit ausreichend Wasser eingenommen werden.

Präparate mit für Kinder potentiell problematischen Hilfsstoffen:

Präparate Darreichungsform Stärke Problematische Hilfsstoffe
DOXYCYCLIN GENERICON® Lösliche Tabletten 100/200 mg Lactose
DOTUR® Kapseln 100 mg Lactose
ORAYCEA® Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung 40 mg Propylenglykol, Saccharose

Die Fachinformationen wurden 06/2019 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Pharmakodynamik

Doxycyclin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline. Der Wirkungsmechanismus von Doxycyclin beruht auf einer Hemmung der Proteinbiosynthese durch reversible Blockade der Bindungsstelle der Aminoacyl-t-RNS an der 30S-Untereinheit des Ribosoms, wodurch die Elongation der Peptidkette unterbrochen wird. Hieraus resultiert eine vorwiegend bakteriostatische Wirkung.

In der Regel empfindliche Keime sind: Actinomyces israelii, Listeria monocytogenes, Staphylococcus aureus (inkl. Methicillin-resistenter Stämme), Tropheryma whipplei, Bartonella henselae, Borrelia burgdorferi, Burkholderia mallei, Burkholderia pseudomallei, Brucella spp, Francisella tularensis, Haemophilus ducreyi, Haemophilus influenzae, Moraxella catarrhalis, Pasteurella multocida, Vibrio cholerae, Vibrio parahaemolyticus, Yersinia enterocolitica, Yersinia pestis, Propionibacterium acnes, Chlamydia trachomatis, Chlamydophila pneumoniae, Chlamydophila psittaci, Ehrlichia spp., Leptospira spp., Mycoplasma hominis, Mycoplasma pneumoniae, Rickettsia spp., Treponema pallidum, Ureaplasma urealyticum

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können: Staphylococcus epidermidis, Staphylococcus haemolyticus, Staphylococcus hominis, Streptococcus agalactiae, Streptococcus pneumoniae, Campylobacter jejuni

Von Natur aus resistente Spezies: Morganella morganii, Proteus spp., Pseudomonas aeruginosa

 

Pharmakokinetik

Es sind keine speziellen Daten für Kinder verfügbar.

Dosierungen

Gehe zu:

Bakterielle Infektionen
  • Oral
    • ≥ 8 Jahre und < 45 kg
      [6]
      • Initialdosis: 4,4 mg/kg/Tag in 1 Dosis
      • Erhaltungsdosis: 2,2 mg/kg/Tag in 1 Dosis
    • ≥ 45 kg
      [6]
      • Initialdosis: 200 mg/Tag in 1 Dosis
      • Erhaltungsdosis: 100 mg/Tag in 1 Dosis
  • Intravenös
    • ≥ 8 Jahre und < 45 kg
      [7]
      • Initialdosis: 4,4 mg/kg/Tag in 1 Dosis
      • Erhaltungsdosis: 2,2 mg/kg/Tag in 1 Dosis
    • ≥ 45 kg
      [7]
      • Initialdosis: 200 mg/Tag in 1 Dosis
      • Erhaltungsdosis: 100 mg/Tag in 1 Dosis
Schwere bakterielle Infektionen
  • Oral
    • ≥ 8 Jahre und < 45 kg
      [6]
      • Initialdosis: 4,4 mg/kg/Tag in 1 Dosis
      • Erhaltungsdosis: 4,4 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
    • ≥ 45 kg
      [6]
      • Initialdosis: 200 mg/Tag in 1 Dosis
      • Erhaltungsdosis: 200 mg/Tag in 2 Dosen.
  • Intravenös
    • ≥ 8 Jahre und < 45 kg
      [7]
      • Initialdosis: 4,4 mg/kg/Tag in 1 Dosis
      • Erhaltungsdosis: 4,4 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
    • ≥ 45 kg
      [7]
      • Initialdosis: 200 mg/Tag in 1 Dosis
      • Erhaltungsdosis: 200 mg/Tag in 2 Dosen.
Infektionen bei cystischer Fibrose
  • Oral
    • 8 Jahre bis 18 Jahre
      • Initialdosis: 5 mg/kg/Tag, einmalig.
      • Erhaltungsdosis: 5 mg/kg/Tag in 1 - 2 Dosen, max: 200 mg/Tag.
Lokalisierte, disseminierte Lyme-Borreliose im frühen und späten Stadium
  • Oral
    • ≥ 8 Jahre und < 45 kg
      [6]
      • 4,4 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
      • Behandlungsdauer: Frühe lokalisierte Lyme-Borreliose: 10 Tage Lyme-Meningitis, Facialisparese ohne Zellreaktion im Liquor: 14 Tage Frühe disseminierte Lyme-Borreliose, außer Meningitis und Lyme-Arthritis: 21 Tage Späte Lyme-Borreliose und Lyme-Arthritis: 30 Tage
      • chronische Neuroborreliose ohne Pleiozytose im Liquor

    • ≥ 45 kg
      • 200 mg/Tag in 2 Dosen.
      • Behandlungsdauer: Behandlungsdauer: Frühe lokalisierte Lyme-Borreliose: 10 Tage Lyme-Meningitis, Facialisparese ohne Zellreaktion im Liquor: 14 Tage Frühe disseminierte Lyme-Borreliose, außer Meningitis und Lyme-Arthritis: 21 Tage Späte Lyme-Borreliose und Lyme-Arthritis: 30 Tage
      • chronische Neuroborreliose ohne Pleiozytose im Liquor
         

Behandlung Malaria tropica (P. falciparum)
  • Oral
    • ≥ 8 Jahre
      • 4,4 mg/kg/Tag in 2 Dosen, max: 200 mg/Tag.
      • Behandlungsdauer: Mindestens über 7 Tage
      • Stets in Kombination mit einem Schizontozid verabreichen.

Malariaprophylaxe
  • Oral
    • ≥ 8 Jahre
      • 2,2 mg/kg/Tag in 1 Dosis Maximale Einzeldosis: 100 mg/Dosis.
      • Behandlungsdauer: Am Tag der Ankunft im Malaria-Epidemiegebiet starten; während des Aufenthalts einnehmen und bis 4 Wochen nach der Abreise aus dem Epidemiegebiet fortsetzen.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Keine Informationen zur Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung vorhanden.

TETRACYCLINE

Tetracycline

Minocyclin

Udima®, diverse Generika
J01AA08

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

(irreversible) Zahnverfärbungen bei Kindern, Störungen der Zahnentwicklung.

Aktuelle Beobachtungsstudien weisen darauf hin, dass keine Zahnverfärbungen vor Abschluss des Zahnwechsels auftreten (Todd 2015, Biggs 2016, Poyhonen 2017, Volovitz 2007). Deshalb kommt Doxycyclin – das weniger stark an Calcium bindet als vergleichsweise Tetrazyklin - bei fehlender Alternative off-label zur Anwendung.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Überempfindlichkeit (einschließlich anaphylaktischer Schock, anaphylaktische Reaktion, anaphylaktoide Reaktion, Angioödem, Exazerbation eines systemischen Lupus erythematodes, Perikarditis, Serumkrankheit, Purpura Schönlein Henoch, Hypotonie, Dyspnoe, Tachykardie, periphere Ödeme und Urtikaria), Asthma, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Meteorismus, Steatorrhoe, Mundtrockenheit, Photosensitivitätsreaktionen mit Erythem, Hautödem und Blasenbildung, Ausschläge einschließlich makulopapulärer und erythematöser Ausschläge, Nasopharyngitis, Sinusitis, Pilzinfektion, Angstzustände, Sinuskopfschmerzen, Hypertonie, Rückenschmerzen, Erhöhung von LDH, AST und/oder Blutzucker

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen bei Kindern

Anwendung bei Kindern unter 8 Jahren, da das Risiko einer Schädigung des wachsenden Knochen- und Zahngewebes und einer irreversiblen Verfärbung (gelb / grau / braun) der Zähne besteht, es sei denn, der Zustand ist schwerwiegend und es besteht keine andere Behandlungsoption.

Rosazea im Gesicht <12 Jahre.

Kontraindikationen

  • Schwere Leberschädigung
  • Frauen während der Schwangerschaft, Neugeborene, Kleinkinder und Kinder unter 8 Jahren, außer bei schweren oder lebensbedrohlichen Erkrankungen, wenn zu erwarten ist, dass der mögliche Nutzen die potenziellen Risiken überwiegt, vor allem wenn keine anderen Therapien zur Verfügung stehen. Bestimmte Hersteller beschränken die Kontraindikation auf das letzte Trimester nach strengster Indikationsstellung, den Zeitpunkt der Dentition.
  • Stillzeit
  • Gleichzeitige Anwendung von Isotretinoin

Oraycea 40 mg Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung:

  • Zur Behandlung der Rosacea ist Doxycyclin bei Kindern <12 Jahren kontraindiziert.
  • Patienten mit einer bekannten Achlorhydrie oder solche mit Verdacht auf eine Achlorhydrie, oder Patienten, bei denen ein operativer Eingriff mit Anlage einer Passageumgehung des Duodenums vorgenommen wurde, dürfen Doxycyclin nicht erhalten, da in diesem Fall die verzögerte Wirkstofffreisetzung nicht mehr möglich ist.

Zusätzliche Kontraindikationen von Vibramycin 100 mg/5 ml Ampullen:

  • Myasthenia gravis aufgrund des Gehalts an Magnesiumchlorid
  • Bei Nierenfunktionsstörungen aufgrund des Gehalts an Polyvinylpyrrolidon

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Permanente Verfärbung der sich entwickelnden Zähne: Bei Anwendung von Tetracyclinen in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft oder bei Kindern bis einschließlich 8 Jahren wurden Schmelzhypoplasie und dauerhafte Verfärbung (gelbgrau-braun) der Zähne berichtet. Diese Nebenwirkung tritt häufiger bei Langzeitanwendung von Tetracyclinen auf, wurde jedoch auch nach wiederholter Kurzzeitanwendung berichtet. Die Anwendung von Doxycyclin bei Kindern unter 8 Jahren ist kontraindiziert, außer unter schweren oder lebensbedrohlichen Bedingungen (z. B. „Rocky Mountain-Fleckfieber“), insbesondere wenn keine andere Behandlungsmöglichkeit besteht. Ziehen Sie die Anwendung bei Kindern im Alter von 8 bis 12 Jahren nur in Betracht, wenn andere Medikamente unwirksam, kontraindiziert oder nicht verfügbar sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Infektionen mit Verdacht auf Beteiligung von Staphylokokken, Streptokokken und Pneumokokken sollten wegen der unterschiedlichen Resistenzsituation nicht mit Doxycyclin behandelt werden.
  • Kreuzallergie zwischen Tetrazyklin-Antibiotika ist möglich.
  • Benigne intrakranielle Drucksteigerung wurde mit Doxycyclin in Verbindung gebracht. Es sind sekundär Fälle von irreversiblem Sehverlust aufgetreten. Sollten Sehstörungen auftreten, ist umgehend eine ophthalmologische Behandlung sicherzustellen. Der erhöhte intrakranielle Druck kann über Wochen nach dem Absetzen bestehen bleiben.
  • Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhoe kann bis zu 2 Monate nach Verabreichung von Doxycyclin auftreten.
  • Schwere Hautreaktionen (u.a. exfoliative Dermatitis, Erythema multiforme, Stevens Johnson Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, DRESS) sind aufgetreten.
  • Doxycyclin wirkt photosensibilisierend. Ausgiebige Sonnenexposition soll vermieden und UV-schützende Maßnahmen angewendet werden.
  • Ösophagitis und ösophageale Ulzerationen sind unter Doxycyclin aufgetreten. Peroral applizierte Arzneiformen mit ausreichend Wasser, in aufrechter Körperhaltung und nicht unmittelbar vor dem Zubettgehen einnehmen.
  • Irritationen der Magenschleimhaut können reduziert werden, indem Doxycyclin zu einer Mahlzeit (frei von Milch und Milchprodukten) eingenommen wird.
  • Bei Langzeitanwendung ist auf einen Mangel an B Vitaminen zu achten.
  • Bei Langzeittherapie mit hohen Dosen: Leber-, Nieren- und Blutbildkontrolle.
  • Das Auftreten von Leberfunktionsstörungen, Hepatitis und Hypoglykämie, sowie das Auftreten von TTP (thrombotisch-thrombozytopenische Purpura) ist engmaschig zu überwachen.
  • BUN-Erhöhungen sind wegen der antianabolen Wirkung der Tetrazykline möglich.
  • Bei einigen Patienten mit Spirochäteninfektion kann kurz nach Beginn der Behandlung mit Doxycyclin eine Jarisch-Herxheimer-Reaktion auftreten. Dieser Effekt ist üblicherweise selbstlimitierend.
  • Eine Überwucherung mit resistenten Keimen, einschließlich Pilzen (u.a. Candida), ist möglich.
  • Verschlimmerung einer Myasthenia gravis ist möglich.
  • Bei digitalisierten Patienten und Patienten mit Herzrhythmusstörungen ist eine langsame parenterale Applikation unbedingt zu beachten.
  • Nach intravenöser Applikation sind selten akute anaphylaktische Reaktionen inklusive Kollaps, Hypotonie und Brustschmerz aufgetreten. In solchen Fällen ist Doxycyclin abzusetzen und eine Behandlung mit Katecholaminen, Antihistaminika oder Corticosteroiden sowie bei Bedarf Sauerstoff einzuleiten.
  • Parenteralia können Polyvinylpyrrolidon enthalten und sind bei Niereninsuffizienz kontraindiziert.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

  • Aluminium, Calcium, Eisen, Magnesium oder Wismut-haltige Arzneimittel vermindern die Resorption von Doxycyclin. Dies gilt auch für Anionenaustauscherharze wie Cholestyramin, Milch und Milchprodukte. Der Einnahmezeitpunkt sollte zumindest 2 Stunden vor Einnahme der genannten Interaktionspartner liegen.
  • Enzyminduktoren wie Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Primidon oder Rifampicin können den Doxycyclin-Abbau in der Leber beschleunigen und die Plasmakonzentrationen verringern, ebenso chronischer Alkoholismus.
  • Doxycyclin kann als bakteriostatisches Antibiotikum die Wirkung bakterizider Antibiotika hemmen.
  • Die Toxizität von Methotrexat kann verstärkt werden.
  • Kurz vor, während oder nach einer Akne-Behandlung mit Retinoid-Derivaten (u.a. Isotretinoin) darf kein Doxycyclin gegeben werden, da beide Arzneistoffe in seltenen Fällen einen reversiblen Pseudotumor cerebri verursachen können.
  • Die gleichzeitige Behandlung mit Protonenpumpeninhibitoren (u.a. Omeprazol) führt aufgrund des erhöhten pH-Werts im Magen zu einer reduzierten Resorption von Doxycyclin-Monohydrat.
  • Additive Nephrotoxizität mit anderen potentiell nephrotoxischen Substanzen (u.a. Methoxyfluran).

Antibiotika-Wechselwirkungen allgemein:

  • Antibiotika können die Immunantwort auf bakterielle Lebendimpfstoffe reduzieren (z.B. Vivotif®: 3 Tage vor und nach Antibiotikatherapie sollte Vivotif® nicht angewendet werden, bei Antibiotika mit Langzeitwirkung, z.B. Azithromycin, muss ein längerer Abstand eingehalten werden)
  • Die Wirkung von Vitamin-K-Antagonisten kann beeinflusst werden. Eine Kontrolle der Gerinnungsparameter (INR) wird empfohlen.

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Referenzen

  1. Hartwig NC, et al, Vademecum pediatrische antimicrobiële therapie [Vademecum pädiatrische antimikrobielle Therapie], 2005
  2. Pharmachemie BV, SPC Doxycycline (RVG 09519), www.cbg-meb.nl, Geraadpleegd 27 mei 2010, http://db.cbg-meb.nl/IB-teksten/h09519.pdf
  3. CBO, Richlijn Lymeziekte [Leitlinie Lyme-Borreliose], www.cbo.nl, 2013
  4. Aurobindo, SmPC Doxycycline (RVG12871) 27-05-2015, www.cbg-meb.nl
  5. Landelijk Coordinatiecentrum Reizigers Advisering [Nationales Koordinationszentrum für Reisehinweise], Malariaprofylaxe bulletin [Malariaprophylaxe Bulletin], 2015, Feb
  6. Pfizer, SmPC Vibramycin 100 mg lösbare Tabletten (1-17395), 11/2018
  7. Pfizer, SmPC Vibravenös 100 mg/5 ml (1-15051), 11/2018
  8. Galderma, SmPC Oraycea 40 mg Htkps. m. verändert. Wst.freisetz. (1-28434), 02/2019
  9. Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), Kutane Lyme Borreliose, S2k Leitlinie, 2016
  10. Wiedermann-Schmidt, U, Kollartisch, H, et al., Consensus Statement Malaria-Prophylaxe, 11/2011
  11. Teva, SmPC Doxybene 100 mg lösbare Tbl. (1-20851), 11/2018
  12. Genericon, SmPC Doxycyclin genericon 100 mg lösliche Tbl. (1-19706), 10/2017
  13. Todd SR, et al., No visible dental staining in children treated with doxycycline for suspected Rocky Mountain Spotted Fever, J Pediatr, 2015, 166(5), 1246-51
  14. Biggs HM, et al., Diagnosis and management of tickborne rickettsial diseases: Rocky mountain spotted fever and other spotted fever group rickettsioses, ehrlichioses, and anaplasmosis - United States, MMWR Recomm Rep, 2016, 65(2), 1-44
  15. Poyhonen H, et al., Dental staining after doxycycline use in children, J Antimicrob Chemoth, 2017, 72(10), 2887-90
  16. Volovitz B, et al., Absence of tooth staining with doxycycline treatment in young children, Clin Pediatr, 2007, 46(2), 121-6
  17. Grahnén A, et al., Doxycycline carrageenate--an improved formulation providing more reliable absorption and plasma concentrations at high gastric pH than doxycycline monohydrate, Eur J Clin Pharmacol., 1994, 46, 143-6
  18. Emergent Netherlands B.V., SmPC Vivotif 2x10^9 - 2x10^10 CFU magensaftresistente Hartkapsel (2-38557) [siehe Wechselwirkungen], 03/2019
  19. Wichers IM et al, NHG Behandelrichtlijn tekenbeet [NHG-Behandlungsleitlinie Zeckenstich], 2017

Änderungsverzeichnis

  • 15 Oktober 2019 14:22: Neue Monographie "Doxycyclin"

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung