Saccharomyces boulardii

Wirkstoff
Saccharomyces boulardii
Handelsname
Yomogi®
ATC-Code
A07FA02

Saccharomyces boulardii

Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

Zulassungsstatus bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren:

  • Diarrhoe
    • Oral
      • <2 Jahre: Off-label
      • ≥2 Jahre: On-label
  • Akne
    • Oral
      • <2 Jahre: Off-label
      • ≥2 Jahre: On-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Darreichungsformen

Kapseln 250 mg

Allgemein

Die Kapseln enthalten mind. 2,5 x 10^9 lebensfähige Zellen. Die Einnahme soll vor den Mahlzeiten erfolgen.

Präparate mit für Kinder potentiell problematischen Hilfsstoffen:

Präparate Darreichungsform Stärke Problematische Hilfsstoffe
YOMOGI® Kapseln 250 mg Lactose

Die Fachinformationen wurden 11/2019 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Pharmakodynamik

Der Stamm Saccharomyces boulardii vermag fimbrientragende pathogene Bakterien zu binden. In vitro ist bei Co-Kultivierung mit Proteus mirabilis, Proteus vulgaris, Salmonella typhi und Salmonella typhimurium, Pseudomonas aeruginosa, Staphylococcus aureus, Escherichia coli, bestimmten Shigellen und Candida albicans eine Wachstumshemmung dieser Keime nachgewiesen worden. Saccharomyces boulardii kann auch das Wachstum von Clostridium difficile hemmen bzw. die Toxin-Rezeptorbindung inhibieren sowie die durchfallerzeugende Wirkung enterotoxischer Escherichia-coli-Stämme hemmen. Am Modell der isolierten Darmschlinge wurde der durch Inkubation mit Choleratoxin induzierte Natrium- und Wassereinstrom ins Darmlumen durch Saccharomyces boulardii um 40% reduziert.

In Studien wurden der seromucosale Chloridtransport reduziert, das sekretorische IgA im Gastrointestinaltrakt erhöht und die Aktivität der darmmembranständigen Saccharase-, Lactase- und Maltase-Disaccharidasen erhöht.

Pharmakokinetik

Saccharomyces boulardii wird durch die Magensäure nicht zerstört und nicht resorbiert.

Dosierungen

Akute Diarrhoe
  • Oral
    • 6 Monate bis 18 Jahre
      [1] [2]
      • 250 mg/Dosis 1-2 x tgl.
      • Anwendungshinweis:
        • Die Kapseln können geöffnet und über Lebensmittel gestreut oder in Wasser aufgelöst werden.
        • Bei sondennahrungsbedingter Diarrhoe täglich den Inhalt von 2 Hartkapseln (= 500 mg) in 1 l oder 750 mg in 1,5 l Nährlösung geben.
      • Bei akuter Gastroenteritis bis zu 3x täglich 250 mg/Dosis.

Akne vulgaris
  • Oral
    • 2 Jahre bis 18 Jahre
      [1]
      • 750 mg/Dosis in 3 Dosen.
      • Anwendungshinweis:

        Die Kapseln können für Kinder, die diese nicht schlucken können, geöffnet werden.

Prophylaxe Diarrhoe
  • Oral
    • 2 Jahre bis 18 Jahre
      [3] [4]
      • 250 - 500 mg/Tag in 1 - 2 Dosen.
      • Reisediarrhoe: 5 Tage vor der Abreise beginnen

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Blähungen, Unverträglichkeitsreaktionen (Juckreiz, Urtikaria, lokales oder generalisiertes Exanthem sowie Quincke-Ödem)

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen

  • Hefeallergie, insbesondere gegen Saccharomyces boulardii
  • Patienten mit zentralem Venenkatheter
  • schwerkranke Patienten oder immunsupprimierte Patienten aufgrund des Fungämierisikos

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Bei Durchfallerkrankungen muss, besonders bei Kindern, auf Ersatz von Flüssigkeit und Salzen (Elektrolyten) als wichtigste Behandlungsmaßnahme geachtet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei Durchfällen, die länger als 2 Tage andauern oder mit Blutbeimengungen oder Temperaturerhöhung einhergehen, muss ein Arzt aufgesucht werden.
  • Werden während einer Behandlung mit Saccharomyces boulardii mikrobiologische Stuhluntersuchungen durchgeführt, muss diese Einnahme dem Untersuchungslabor mitgeteilt werden, da sonst falsch-positive Befunde erstellt werden können.
  • Es wurde sehr selten über Fälle von Fungämie (mit positivem Nachweis von Saccharomycesstämmen in der Blutkultur) berichtet, meist bei Patienten mit zentralem Venenkatheter, schwerkranken oder immunsupprimierten Patienten. Diese äußerte sich meist mit Fieber.
  • Vorsicht bei Handhabung des Produkts in Gegenwart von Patienten mit zentralem aber auch peripherem Venenkatheter. Jegliche Kontamination durch die Hände und/oder Verbreitung über die Raumluft muss vermieden werden.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

  • Antimykotika können die Wirkung von Saccharomyces boulardii beeinträchtigen. 

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Referenzen

  1. Ardeypharm, SmPC Yomogi Kps. (1-23695), 01/2018
  2. Szajewska H, et al, Use of Probiotics for the Management of Acute Gastroenteritis in Children: An Update. 2020 , J Pediatr Gastroenterol Nutr. , 2020, Aug;71(2), 261-9
  3. Szajewska H, et al. , Probiotics for the Prevention of Antibiotic-Associated Diarrhea in Children., J Pediatr Gastroenterol Nutr., 2016, MAr;62(3), 495-506
  4. Ardeypharm GmbH, SmPC Yomogi 250 mg (89086.00.00), 12/2017

Änderungsverzeichnis

  • 13 November 2019 16:33: Neue Monographie "Saccharomyces boulardii"

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung