Dupilumab

Wirkstoff
Dupilumab
Handelsname
Dupixent®
ATC-Code
D11AH05
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Mittelschwere bis schwere Atopische Dermatitis
    • Subkutan
      • <6 Jahre: Off-label
      • ≥6 Jahre: On-label
  • Eosinophiles Asthma mit Typ-2-Inflammation, als Adjuvans
    • Subkutan
      • <12 Jahre: Off-label
      • ≥12 Jahre: On-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Injektionslösung in einer Fertigspritze 200 mg, 300 mg
Injektionslösung in einem Fertigpen 200 mg, 300 mg

Dupilumab ist ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper und wird mittels rekombinanter DNA-Technologie in Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (CHO) produziert.

Präparate mit für Kinder potentiell problematischen Hilfsstoffen:

Präparate Arzneiform Stärke Problematische Hilfsstoffe
DUPIXENT® Injektionslösung in einer Fertigspritze 200/300 mg Polysorbat 80, Saccharose
DUPIXENT® Injektionslösung in einem Fertigpen 200/300 mg Polysorbat 80, Saccharose

Die Fachinformationen wurden 10/2020 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Pharmakodynamik

Dupilumab ist ein rekombinanter, humaner, monoklonaler IgG4-Antikörper, der die Signalwege von Interleukin-4 und Interleukin-13 hemmt. Den IL-4-Signalweg hemmt Dupilumab über den Typ-I-Rezeptor (IL-4Rα/γc) und sowohl den IL-4- als auch den IL-13-Signalweg über den Typ-II-Rezeptor (IL-4Rα/ IL-13Rα). IL-4 und IL-13 sind wichtige Treiber von humanen Erkrankungen, denen eine Typ-2-Inflammation zugrunde liegt, wie atopische Dermatitis und Asthma. Durch Hemmung des IL-4-/IL-13-Signalwegs mit Dupilumab bei diesen Patienten kommt es zu einer Verringerung vieler Mediatoren der Typ-2-Inflammation.

Pharmakokinetik

Korrigiert um das Körpergewicht wurden bei Jugendlichen keine altersbedingten pharmakokinetischen Unterschiede beobachtet.

Dosierungen

Mittelschwere bis schwere Atopische Dermatitis
  • Subkutan
    • 6 Jahre bis 12 Jahre und 15 bis 60 kg
      [1]
      • Initialdosis: 300 mg/Dosis an Tag 1 und Tag 15.
      • Erhaltungsdosis: 300 mg/Dosis alle 4 Wochen. (Erste Erhaltungsdosis 4 Wochen nach Tag 15).
      • Wenn nach 16 Wochen keine Besserung der Symptome eingetreten ist, sollte ein Abbruch der Behandlung in Betracht gezogen werden.

    • 6 Jahre bis 12 Jahre und ≥ 60 kg
      [1]
      • Initialdosis: 600 mg/Dosis, einmalig.
      • Erhaltungsdosis: 300 mg/Dosis alle 2 Wochen.
      • Wenn nach 16 Wochen keine Besserung der Symptome eingetreten ist, sollte ein Abbruch der Behandlung in Betracht gezogen werden.

    • ≥ 12 Jahre und < 60 kg
      [1]
      • Initialdosis: 400 mg/Dosis, einmalig.
      • Erhaltungsdosis: 200 mg/Dosis alle 2 Wochen.
      • Wenn nach 16 Wochen keine Besserung der Symptome eingetreten ist, sollte ein Abbruch der Behandlung in Betracht gezogen werden.

    • ≥ 12 Jahre und ≥ 60 kg
      [1]
      • Initialdosis: 600 mg/Dosis, einmalig.
      • Erhaltungsdosis: 300 mg/Dosis alle 2 Wochen.
      • Wenn nach 16 Wochen keine Besserung der Symptome eingetreten ist, sollte ein Abbruch der Behandlung in Betracht gezogen werden.

Eosinophiles Asthma mit Typ-2-Inflammation, als Add-On-Erhaltungstherapie
  • Subkutan
    • ≥ 12 Jahre
      [1]
      • Initialdosis: 400 mg/Dosis, einmalig.
      • Erhaltungsdosis: 200 mg/Dosis alle 2 Wochen.
      • Bei Kombination mit oralen Corticosteroiden oder bei komorbider mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis: Initialdosis: 600 mg initial, gefolgt von 300 mg alle 2 Wochen.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Keine Informationen zur Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung vorhanden.

ANDERE DERMATIKA

Mittel zur Behandlung der Dermatitis, exkl. Corticosteroide
D11AH02

Tacrolimus (kutan)

Protopic®, Generika
D11AH01

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Das beobachtete Sicherheitsprofil ist vergleichbar mit dem von Erwachsenen.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥ 0,1 %):
Reaktionen an der Injektionsstelle, allergische und nicht-allergische Konjunktivitis, oraler Herpes, Eosinophilie, Kopfschmerzen, Augenjucken, Blepharitis

Folgende schwerwiegende UAW wurden zudem selten, sehr selten (< 0,1 %) oder mit unbekannter Häufigkeit beobachtet:
Anaphylaktische Reaktion, Angioödem

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

  • Dupilumab darf nicht zur Behandlung von akuten Asthmasymptomen oder akuten Exazerbationen angewendet werden. Dupilumab darf nicht zur Behandlung von akutem Bronchospasmus oder Status asthmaticus angewendet werden. Systemische, topische oder inhalative Corticosteroide dürfen nach Einleitung der Therapie mit Dupilumab nicht abrupt abgesetzt werden. Eine Verringerung der Corticosteroiddosis, sofern angemessen, sollte schrittweise unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Eine solche Dosisreduktion kann mit systemischen Entzugssymptomen einhergehen und/oder Krankheiten demaskieren, die zuvor durch die systemische Corticosteroidtherapie unterdrückt wurden. Biomarker der Typ-2-Inflammation können durch systemische Corticosteroide unterdrückt werden. Dies sollte bei der Bestimmung des Typ-2-Status bei Patienten, die auf orale Corticosteroide eingestellt sind, berücksichtigt werden.
  • Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, sollten der Name und die Chargenbezeichnung des verabreichten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.
  • Falls eine systemische Überempfindlichkeitsreaktion (unmittelbar oder verzögert) auftritt, muss die Anwendung von Dupilumab sofort beendet und eine geeignete Therapie eingeleitet werden.
  • Im Entwicklungsprogramm zu atopischer Dermatitis wurde nach der Anwendung von Dupilumab in sehr seltenen Fällen von Serumkrankheit/Serumkrankheit-ähnlichen Reaktionen berichtet.
  • Patienten mit einer bekannten Helminthose wurden von den klinischen Studien ausgeschlossen. Dupilumab kann durch Hemmung der IL-4-/IL-13-Signalwege die Immunantwort auf eine Helminthose beeinflussen. Patienten mit einer bestehenden Helminthose sind zu behandeln, bevor die Dupilumab-Therapie eingeleitet wird. Wenn sich der Patient während der Dupilumab-Therapie infiziert und nicht auf eine Behandlung gegen Helminthose anspricht, muss die Behandlung mit Dupilumab ausgesetzt werden, bis die Infektion abgeklungen ist.
  • Patienten, die unter der Dupilumab-Behandlung eine Konjunktivitis entwickeln und diese nach der Standardbehandlung nicht abklingt, sollten sich einer ophthalmologischen Untersuchung unterziehen.
  • Patienten mit mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis, die mit Dupilumab behandelt werden und die gleichzeitig ein komorbides Asthma haben, dürfen ihre Asthmabehandlung ohne vorherige Absprache mit ihren Ärzten weder anpassen noch absetzen. Nach dem Absetzen von Dupilumab sind Patienten mit einem komorbiden Asthma sorgfältig zu überwachen.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

Interaktionspartner Grund Handlungsempfehlung
Lebendimpfstoffe Beeinträchtigung der Immunantwort; möglicherweise generalisierte Infektion durch den Impfkeim. Kombination vermeiden. Es wird empfohlen, vor der Behandlung mit Dupilumab den Impfstatus von Patienten hinsichtlich Impfungen mit Lebendimpfstoffen und attenuierten Lebendimpfstoffen entsprechend den aktuellen Impfempfehlungen auf den neuesten Stand zu bringen.

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Referenzen

  1. Sanofi Aventis, SmPC Dupixent (EU/1/17/1229/001-020) Rev 9, www.geneesmiddelinformatiebank.nl, 22-01-2021

Änderungsverzeichnis

  • 30 Dezember 2020 13:23: Neue Monographie "Dupilumab"

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung