Calciumlactogluconat

Wirkstoff
Calciumlactogluconat
Handelsname
diverse Generika
ATC-Code
A12AA20
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

Zulassungsstatus bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren:

  • Hypocalcämie
    • Oral
      • <1 Jahre: Off-label 
      • ≥1 Jahre: On-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Darreichungsformen

Brausetabletten 500 mg

Allgemein

Calcium liegt in den Brausetabletten in Form von Calciumlactogluconat und Calciumcarbonat vor. Die Wirkstärke bezieht sich auf elementares Calcium. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Präparate mit für Kinder potentiell problematischen Hilfsstoffen:

Präparate Darreichungsform Stärke Problematische Hilfsstoffe
CALCIUM Sandoz® Brausetabletten 500 mg Sorbitol, Aspartam, Glucose

 

Die Fachinformationen wurden 11/2019 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Pharmakodynamik

Calcium ist sowohl für Skelett- und Zahnwachstum, als auch für die normale Funktion von Nerven und Muskeln und die Blutgerinnung von wesentlicher Bedeutung. Darüber hinaus ist Calcium wichtig für die Funktion und Stabilität der Zellwände.

Pharmakokinetik

Keine Informationen

Dosierungen

Hypokalzämie
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      • Dosierung in Abhängigkeit von der Plasmakonzentration.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

CALCIUM

Calcium

Calciumcarbonat

Maxi-Kalz®
A12AA04

Calciumgluconat

diverse Generika
A12AA03
Calcium, Kombinationen mit Vitamin D und/oder anderen Mitteln

Calciumcarbonat-Colecalciferol (Kombinationspräparat)

Calciduran Vit D3®, Maxi-Kalz Vit D3®, CalDVita®, diverse Generika
A12AX

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Hypercalcämie, Hypercalciurie, Blähungen, Verstopfung, Diarrhoe, Übelkeit, Erbrechen, Abdominalschmerzen, Überempfindlichkeitsreaktionen wie Exanthem, Juckreiz oder Urtikaria

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Erkrankungen und/oder Zustände, die zu einer Hypercalcämie und/oder Hypercalciurie führen
  • Nephrocalcinose, Nephrolithiasis

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Nicht gleichzeitig mit Phosphat anwenden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

  • Bei leichter Hypercalciurie oder Harnsteinen in der Anamnese sind Kontrollen der Calciumausscheidung im Urin erforderlich.
  • Bei eingeschränkter Nierenfunktion wird die Anwendung nur unter ärztlicher Überwachung von Calcium und Phosphat im Serum empfohlen.
  • Die Brausetabletten enthalten Zitronensäure. Es gibt Hinweise, dass Citrat-Salze die Aluminium-Resorption erhöhen.
  • Bei hochdosierter Therapie und bei begleitender Therapie mit Vitamin D wird eine Überwachung der Serumcalciumspiegel und der Nierenfunktion empfohlen.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

 

Wechselwirkungen

  • Die Resorption von peroral verabreichten Chinolonen, Tetrazyklinen, Estramustin oder Bisphosphonaten kann beeinträchtigt sein. Ein Einnahmeintervall von zumindest 3 Stunden wird empfohlen.
  • Die Kombination von oral verabreichtem Calcium mit Raltegravir sollte vermieden werden, da Raltegravir divalente Kationen bindet.
  • Oral verabreichtes Calcium verringert die Dolutegravir-Exposition. Dolutegravir mindestens 2 Stunden vor Kationen-Supplementierung verabreichen.
  • Die Resorption von Elvitegravir kann bei Gabe von Antazida reduziert sein.
  • Die Resorption von Eltrombopag ist bei unmittelbarer Verabreichung nach oralem Calcium reduziert.
  • Oral verabreichtes Calcium reduziert die Resorption von Levothyroxin und Liothyronin. Ein zeitlicher Abstand von mind. 4 Stunden sollte eingehalten werden.
  • Die Resorption von Mycophenolat-Mofetil kann bei gleichzeitiger Anwendung von oralem Calcium reduziert werden.
  • Peroral applizierte calciumhaltige Produkte können die Bioverfügbarkeit von Strontium-ranelat reduzieren. Ein mind. 2-stündiger Abstand sollte eingehalten werden.

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Referenzen

  1. Rademaker C.M.A. et al, Geneesmiddelen-Formularium voor kinderen [Arzneimittel-Formularium für Kinder], 2007
  2. Sandoz BV, SPC Calcium Sandoz Bruis (RVG 27646), www.cbg-meb.nl, Geraadpleegd 26 mei 2010, http://db.cbg-meb.nl/IB-teksten/h27646.pdf
  3. Sandoz, SmPC Calcium Sandoz 500 mg Brausetbl. (13061), 02/2017
  4. Gunnarsson, PO, et al, Impairment of estramustine phosphate absorption by concurrent intake of milk and food, Eur J Clin Pharmacol, 1990, 38, 189-93 (für Wechselwirkungen)
  5. Kiser, JJ, et al, Effect of antacids on the pharmacokinetics of raltegravir in human immunodeficiency virus seronegative volunteers, Antimicrob Agents Chemother, 2010 (für Wechselwirkungen)
  6. Song, I, et al, Pharmacokinetics of dolutegravir when administered with mineral supplements in healthy adult subjects, J Clin Pharmacol, 2015, 55, 490-6 (für Wechselwirkungen)
  7. Williams, DD, et al, Effects of food and antacids on the pharmacokinetics of eltrombopag in healthy adult subjects: two single-dose, open-label, randomized-sequence, crossover studies, Clin Ther, 2009, 31, 764-76 (für Wechselwirkungen)
  8. Singh, N, et al, Effect of calcium carbonate on the absorption of levothyroxine, JAMA, 2000, 283, 2822-5 (für Wechselwirkungen)
  9. Kato, R, et al, Impairment of mycophenolate mofetil absorption by calcium polycarbophil, J Clin Pharmacol, 2002, 42, 1275-80 (für Wechselwirkungen)
  10. Les Laboratoires Servier, SmPC Protelos 2 g Granulat (EU/1/04/288/001-006), 05/2018 (für Wechselwirkungen)
  11. Gilead, SmPC Stribild 150/150/200/245 mg Ftbl. (EU/1/13/830/001), 04/2018 (für Wechselwirkungen)

Änderungsverzeichnis

  • 19 Februar 2020 14:53: Neue Monographie "Calciumlactogluconat"

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung