Terbinafin (oral)

Wirkstoff
Terbinafin (oral)
Handelsname
Amykal®, Myconormin®, Terbiderm®
ATC-Code
D01BA02
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen

Darreichungsformen und Hilfsstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Pharmakodynamik und -kinetik

Zulassung
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Terbinafin ist ein orales Antimykotikum und Allylamin mit einem breiten antimykotischen Wirkungsspektrum bei Pilzinfektionen der Haut und der Nägel, verursacht durch Dermatophyten. Terbinafin greift in einer frühen Stufe hochspezifisch in die Sterolbiosynthese der Pilze ein. Dies führt zu einem Ergosterolmangel und einer intrazellulären Ansammlung von Squalen und schließlich zum Tod der Pilzzelle. Terbinafin entfaltet seine Wirkung auch durch Hemmung der Squalenepoxidase in der Zellmembran der Pilze. 

Pharmakokinetik bei Kindern

Keine Information

Zulassung der Dosierungsempfehlungen in Kindermedika.at

  • Pilzinfektion
    • Oral
      • Off-label

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Oral, zur Behandlung von Terbinafin-empfindlichen Pilzinfektionen, wie Tinea corporis, Tinea cruris und Tinea pedis (verursacht durch Dermatophyten), wenn dies aufgrund der Lokalisation, Schwere oder des Ausmaßes der Infektion für notwendig erachtet wird; zur Behandlung von Onychomykosen (Terbinafin-empfindliche Pilzinfektionen der Nägel), die von Dermatophyten verursacht werden.

Kinder und Jugendliche: Zur oralen Anwendung von Terbinafin bei Kindern liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor und daher wird die Anwendung nicht empfohlen.

(SmPC Terbiderm Tabletten)

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Präparate im Handel

Tabletten 250 mg

Terbinafin ist in den Tabletten als Terbinafinhydrochlorid enthalten. Die angegebene Stärke bezieht sich auf Terbinafin.

Anwendungshinweis:

Die Einnahme der Tabletten kann vor oder nach den Mahlzeiten erfolgen. Die Bioverfügbarkeit von Terbinafin wird durch Nahrungsmittel nicht beeinträchtigt.

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:

Die verfügbaren Präparate enthalten: -

Detaillierte Informationen zu einzelnen Präparaten entnehmen Sie bitte den Fachinformationen.

Weitere praktische Informationen/ Verfügbarkeit

Meldungen zu Vertriebseinschränkungen von Arzneispezialitäten in Österreich (BASG)

Dosierungen

Pilzinfektion
  • Oral
    • ≥ 2 Jahre und 15 bis 20 kg
      [1]
      • 62,5 mg/Tag in 1 Dosis
    • ≥ 2 Jahre und 20 bis 40 kg
      [1]
      • 125 mg/Tag in 1 Dosis
    • ≥ 2 Jahre und ≥ 40 kg
      [1]
      • 250 mg/Tag in 1 Dosis

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Anpassung bei Nierenfunktionsstörung wie angegeben:

GFR 50-80 ml/min/1.73 m2
Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
GFR 30-50 ml/min/1.73 m2
50 Prozent der Einzeldosis und Dosierungsintervall: 24 Stunden
GFR 10-30 ml/min/1.73 m2
50 Prozent der Einzeldosis und Dosierungsintervall: 24 Stunden
GFR < 10 ml/min/1.73 m2
Eine allgemeingültige Empfehlung kann nicht gegeben werden.
Klinische Konsequenzen

Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist die Halbwertszeit von Terbinafin verlängert. Dies kann möglicherweise das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen.

Klinische Folgen:
Die klinische Relevanz der verlängerten Halbwertszeit ist unklar.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Sehr häufig (≥ 10%): verminderter Appetit, Völlegefühl, Dyspepsie, Nausea, Bauchschmerzen, Durchfall, Ausschlag, Urtikaria, Arthralgien, Myalgien

Häufig (1-10%): Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Unwohlsein

Gelegentlich (0,1-1%): Ageusie, Dysgeusie, Hypogeusie

Selten (0,1-0,01%): anaphylaktische Reaktion, Angioödem, Serumkrankheit-ähnliche Reaktion, Schwindelgefühl, Hypoästhesie, Parästhesie, Cholestase, Erhöhung der Leberwerte, Hepatitis, Gelbsucht, Leberversagen

Sehr selten (< 0,01%): Neutropenie, Agranulozytose, Thrombozytopenie, Panzytopenie, anaphylaktoide Reaktion, Auftreten oder Verschlechterung eines systemischen Lupus erythematodes, Angstzustände, Depression, photosensitive Reaktion (z.B. Photodermatose, allergische Lichtempfindlichkeitsreaktionen und polymorphe Lichtdermatose), psoriasiformer Hautausschlag oder Exazerbation einer Psoriasis Erythema exsudativum multiforme [EEM], Stevens-Johnson-Syndrom, Toxische epidermale Nekrolyse, akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), Alopezie, unregelmäßige Menstruation, Durchbruchblutung

Häufigkeit nicht bekannt: Anämie, Anosmie, Hörstörung, herabgesetztes Hörvermögen, Tinnitus, Vaskulitis, Pankreatitis, Rhabdomyolyse, Grippe-ähnliche Erkrankung, Fieber, erhöhte Blutspiegel der Kreatininphosphokinase, Gewichtsabnahme

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Schwere Nierenfunktionsstörung
  • Schwere Leberfunktionsstörung

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://aspregister.basg.gv.at/).

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

ANTIMYKOTIKA ZUR SYSTEMISCHEN ANWENDUNG

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Referenzen

  1. Mylan BV, SPC Terbinafine tabletten (RVG 28796), 18-07-2018, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl

Änderungsverzeichnis

  • 01 Juni 2022 12:47: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung