Magnesiumsulfat

Wirkstoff
Magnesiumsulfat
Handelsname
Cormagnesin®
ATC-Code
A12CC02
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

Zulassungsstatus bei Kindern und Jugendlichen <18 Jahren:

  • Status asthmaticus, Hypomagnesiämie, ventrikuläre Arrhythmien
    • Intravenös
      • Off-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Darreichungsformen

Ampullen 400 mg

Allgemein

Der Wirkstoff liegt in den Ampullen als Magnesiumsulfat-Heptahydrat vor. Der Wirkstoffgehalt darin bezieht sich auf Magnesium (1 Ampulle á 400 mg enthält 4,095 g Magnesiumsulfat - Heptahydrat; das entspricht 403,8 mg Magnesium).

Pharmakodynamik

Magnesium ist wichtig für die Muskelkontraktion, die Glucoseverwertung, die Synthese von Fett, Eiweiß und Nukleinsäuren, für Transportsysteme durch die Membran, die oxidative Phosphorylierung und andere Prozesse. Darüber hinaus trägt Magnesium zur Stabilisierung der DNA, RNA und der Ribosomen bei. Es wirkt als physiologischer Calciumantagonist.
Die Wirkung hochdosierter parenteraler Magnesiumzufuhr beruht auf den pharmakologischen Effekten erhöhter Magnesiumspiegel: Relaxation der glatten und quergestreiften Muskulatur, zentralnervöse Depression, negativ chrono- und dromotrope Wirkung am Erregungsbildungs- und -leitungssystem des Herzens.

Pharmakokinetik

Es sind keine pharmakokinetischen Daten bei Kindern bekannt.

Dosierungen

Status asthmaticus
  • Intravenös
  • Inhalativ
    • 2 Jahre bis 6 Jahre
      [14]
      • 150 mg/Dosis, bei Bedarf max. 3 Dosen. innerhalb der ersten Behandlungsstunde.
        • Die inhalative Anwendung wird nicht für Kinder anderer Altersgruppen empfohlen.
Hypomagnesiämie, ventrikuläre Arrhythmien
  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [12]
      • Initialdosis: 15 - 30 mg/kg/Dosis, Bolus in 3 min, bei Bedarf wiederholen, max: 2 g/Dosis.
      • Erhaltungsdosis: 3 - 20 mg/kg/Stunde, Dauerinfusion.
      • 15 mg Magnesiumsulfat-7-Hydrat entsprechen 0,06 mmol Magnesium, 2 g Magnesiumsulfat-7-Hydrat entsprechen 8 mmol Magnesium.
        3 - 20 mg Magnesiumsulfat-7-Hydrat entsprechen 0,01 - 0,08 mmol Magnesium.

        Die Verwendung von Magnesiumsulfat bei Kindern mit ventrikulärer Tachykardie wurde nur eingeschränkt untersucht.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Keine Informationen zur Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung vorhanden.

ANDERE MINERALSTOFFE

Magnesium

Magnesiumcitrat

Magnesium Diasporal®
A12CC04

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Diarrhoe, Hypotonie, Muskelschwäche, Benommenheit. Bei Überdosierung oder zu schneller Verabreichung: Flush, ZNS-Depression, Atemnot und Abweichungen im EKG.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Symptome einer Hypermagnesiämie oder einer zu schnellen Infusion: Hyporeflexie, verminderte Respirationsrate, Müdigkeit, verminderte Reaktionsbereitschaft, narkoseähnlicher Zustand, Hypothermie, Überleitungsstörungen, Bradykardie, Blutdrucksenkung (Schwindel, Ohnmacht), periphere Gefäßerweiterungen, Gesichtserrötung, Dyspnoe, Obstipation, Übelkeit, Erbrechen, Flush, Wärmegefühl, Schweißausbruch, Muskellähmung, Verminderung des Calciumspiegels im Blut. Eine zu schnelle Injektion kann vorübergehend Erbrechen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Wärmegefühl, Schwindel oder Unruhezustände hervorrufen.

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen

  • AV-Block
  • schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/ min)
  • schwerer Myokardschaden
  • Myasthenia gravis
  • gleichzeitige Gabe von Barbituraten, Narkotika oder Hypnotika (wegen des Risikos einer Atemdepression)
  • Calcium-Magnesium-Ammonium-Phosphat-Stein-Diathese

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

1 g Magnesiumsulfat-7-Hydrat enthält 4.06 mmol Magnesium. Die intravenöse Verabreichung muss langsam unter regelmäßiger Kontrolle des klinischen Bildes (Atmung, Blutdruck, Patellasehnenreflex, Harnausscheidung) und des Magnesiumspiegels erfolgen. Eine schnelle Verabreichung kann beim Patienten zu einem starken Wärmegefühl und im schlimmsten Falle zu einem Atem- oder Herzstillstand führen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Vorsicht bei Hypotonie, eingeschränkter Nierenfunktion und respiratorischen Erkrankungen.
  • Während der Therapie ist eine klinische (Atemfrequenz, Reflexe, Blutdruck, EKG und Urinvolumen) und labormedizinische Überwachung (Magnesium, Elektrolyte, Säure-Basen-Status) erforderlich und als Antidot Calciumgluconat bereitzuhalten.
  • Bei Anzeichen einer beginnenden Magnesium-Intoxikation ist die Infusion abzusetzen.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

Bei oraler Applikation:

Die orale Anwendung von Magnesium kann bei gleichzeitiger Gabe die Resorption folgender Arzneistoffe verringern:

  • Tetrazykline
  • Fluorchinolone
  • Integraseinhibitoren (u.a. Raltegravir, Bictegravir, Dolutegravir)
  • Eltrombopag
  • Gabapentin
  • Bisphosphonate
  • Itraconazol, Ketoconazol
  • Mycophenolsäure
  • Levothyroxin

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Referenzen

  1. Rademaker C.M.A. et al, Geneesmiddelen-Formularium voor Kinderen [Arzneimittel-Formularium für Kinder], 2007
  2. Pharmachemie BV, RVG 52332, www.cbg-meb.nl, 8 feb 1993, http://db.cbg-meb.nl/IB-teksten/h51948-h52332.pdf (geraadpleegd 07 april 2010)
  3. Mohammed S et al, Intravenous and nebulised magnesium sulphate for acute asthma: systematic review and meta-analysis., Emerg Med J, 2007, Dec;24(12), 823-30
  4. Rowe BH, Magnesium sulfate for treating exacerbations of acute asthma in the emergency department, Cochrane Database Syst Rev, 2000, (2), CD001490
  5. Cheuk DK et al, A meta-analysis on intravenous magnesium sulphate for treating acute asthma, Arch Dis Child, 2005, Jan;90(1), 74-7
  6. Devi PR et al, Intravenous magnesium sulfate in acute severe asthma not responding to conventional therapy, Indian Pediatr, 1197, May;34(5), 389-97
  7. Scarfone RJ, A randomized trial of magnesium in the emergency department treatment of children with asthma, Ann Emerg Med, 2000, Dec;36(6):, 572-8
  8. Gürkan F et al, Intravenous magnesium sulphate in the management of moderate to severe acute asthmatic children nonresponding to conventional therapy, Eur J Emerg Med, 1999, Sep;6(3), 201-5
  9. Ciarallo L, Higher-dose intravenous magnesium therapy for children with moderate to severe acute asthma, Arch Pediatr Adolesc Med, 2000, Oct;154(10), 979-83
  10. Ciarallo L et al, Intravenous magnesium therapy for moderate to severe pediatric asthma: results of a randomized, placebo-controlled trial, J Pediatr, 1996, Dec;129(6), 809-14
  11. NVK, Richtlijn Astma bij Kinderen [Leitlinie Asthma bei Kindern], 2013
  12. Turner, NM, Leroy, P, Advanced Paediatric Life Support, de Nederlandse editie [Advanced Paediatric Life Support, niederländische Ausgabe], Bohn, Stafleu van Loghum, 2015, 4. Auflage
  13. Meda, SmPC Cormagnesin 400 mg Amp. (1-20802), 06/2017
  14. Global Initiative for Asthma (GINA), Global strategy for Asthma management and prevention, https://ginasthma.org/gina-reports/, 2020, 159-60

Änderungsverzeichnis

  • 12 April 2020 19:37: Neue Monographie "Magnesiumsulfat"

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung