Doxycyclin

Wirkstoff
Doxycyclin
Handelsname
Dotur®, Doxybene®, Oraycea®, Vibramycin®
ATC-Code
J01AA02
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen

Darreichungsformen und Hilfsstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Pharmakodynamik und -kinetik

Zulassung
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Doxycyclin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline. Der Wirkungsmechanismus von Doxycyclin beruht auf einer Hemmung der Proteinbiosynthese durch reversible Blockade der Bindungsstelle der Aminoacyl-t-RNS an der 30S-Untereinheit des Ribosoms, wodurch die Elongation der Peptidkette unterbrochen wird. Hieraus resultiert eine vorwiegend bakteriostatische Wirkung.

In der Regel empfindliche Keime sind: Actinomyces israelii, Listeria monocytogenes, Staphylococcus aureus (inkl. Methicillin-resistenter Stämme), Tropheryma whipplei, Bartonella henselae, Borrelia burgdorferi, Burkholderia mallei, Burkholderia pseudomallei, Brucella spp, Francisella tularensis, Haemophilus ducreyi, Haemophilus influenzae, Moraxella catarrhalis, Pasteurella multocida, Vibrio cholerae, Vibrio parahaemolyticus, Yersinia enterocolitica, Yersinia pestis, Propionibacterium acnes, Chlamydia trachomatis, Chlamydophila pneumoniae, Chlamydophila psittaci, Ehrlichia spp., Leptospira spp., Mycoplasma hominis, Mycoplasma pneumoniae, Rickettsia spp., Treponema pallidum, Ureaplasma urealyticum

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können: Staphylococcus epidermidis, Staphylococcus haemolyticus, Staphylococcus hominis, Streptococcus agalactiae, Streptococcus pneumoniae, Campylobacter jejuni

Von Natur aus resistente Spezies: Morganella morganii, Proteus spp., Pseudomonas aeruginosa

 

Pharmakokinetik bei Kindern

Doxycyclin wird nach oraler Verabreichung nahezu vollständig resorbiert, die max. Plasmakonzentrationen (Cmax) werden nach ca. 2 Stunden erreicht, die Plasmakonzentrationen im Steady-State nach 4 Tagen. Die Plasmaeliminationshalbwertszeit beträgt ca. 20 Stunden. Aufgrund der relativ langen Halbwertszeit wird eine Initialdosis von Doxycyclin empfohlen. Die wichtigsten Stoffwechselwege für Doxycyclin wurden noch nicht identifiziert, jedoch reduzieren starke CYP3A4-Induktoren Doxycyclin-Konzentrationen. Es unterliegt dem enterohepatischen Kreislauf. Nach oraler Verabreichung wird Doxycyclin zum Großteil unverändert im Urin (ca. 40%) ausgeschieden. Der Rest (20-50%) wird nach Diffusion in das Darmlumen als inaktiver Komplex mit dem Stuhl ausgeschieden. (SmPC)

Bei Erwachsenen beträgt das Verteilungsvolumen (Vd) 0,7–1,4 L/kg und die Halbwertszeit 12 bis 25 Stunden. In einer Studie mit 10 Kindern im Alter von >24 Monaten, die jeweils eine Dosis Doxycyclin von 4 mg/kg (N = 5 Kinder) oder 2 mg/kg (N = 5 Kinder) erhielten, betrug das scheinbare Verteilungsvolumen 0,859 bis 1,841 L/kg des tatsächlichen Körpergewichts (kg) und die Halbwertszeit 11,18 bis 8,89 Stunden (Ceccarelli 1971).

In einer populationspharmakokinetischen Studie wurden bei Kindern (insgesamt N = 47, davon N = 14 im Alter von ≤ 8 Jahren), die eine Doxycyclin-Behandlung als antimikrobielle Therapie (alle Indikationen) mit einer medianen Dosis von 1,69 (0,88–2,94) mg/kg erhielten, die folgenden individuellen empirischen Bayes’schen Post-hoc-Parameterschätzungen ermittelt (Thompson 2019):

Parameter N= CL (L/kg/h)* Vd (L/kg)* Halbwertszeit (h)*
Alter        
<2 Jahre 3 0,059 (0,050-0,077) 1,50 (1,41-1,91) 17,7 (12,6-26,5)
Alter + Gewicht        
2 bis ≤8 Jahre 11 0,068 (0,041-0,202) 1,43 (1,02-2,56) 17,2 (5,8-24,0)
 ≤45 kg 10 0,071 (0,041-0,202) (p=0,86) 1,51 (1,02-2,56) (p=0,29) 16,9 (5,8-24,0) (p=0,79)
>45 kg 1 0,050 1,43 19,9
>8 Jahre 33 0,047 (0,014-0,126) 1,25 (0,38-3,18) 20,4 (4,8-41,3)
   ≤45 kg 8 0,081 (0,035-0,126) 1,16 (0,87-3,18) 15,2 (4,8-30,5)
 >45 kg 25 0,044 (0,014-0,121) 1,26 (0,38-2,93) 20,4 (6,3-41,3)
Gesamt 47 0,051 (0,014-0,202) 1,36 (0,38-3,18) 18,8 (4,8-41,3)

*Median, Range oder p-Wert

Zulassung der Dosierungsempfehlungen in Kindermedika.at

  • Infektionen
    • Oral, Intravenös
      • ≥8 Jahre: On-label
  • Schwere und lebensbedrohliche Infektionen
    • Oral, Intravenös
      • On-label
  • Lokalisierte, disseminierte Lyme-Borreliose im frühen und späten Stadium
    • Stadium I: Oral, Intravenös
      • ≥8 Jahre: On-label
    • Stadium II und III: Oral, Intravenös
      • Off-label
  • Prophylaxe Malaria
    • Oral
      • ≥8 Jahre: On-label
  • Behandlung unkomplizierte Malaria
    • Oral
      • Off-label
  • Infektionen bei Cystischer Fibrose
    • Oral
      • Off-label
  •  

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Oral, Infektionen die durch Doxycyclin-empfindliche Erreger verursacht werden
Kinder ≥ 8 Jahre und <45 kg:
1. Tag: 4,4 mg/kg/Tag in 1 - 2 Dosen, dann 2,2 mg/kg/Tag in 1 - 2 Dosen.
Bei schweren Infektionen: 4,4 mg/kg/Tag während der ganzen Behandlungszeit
Kinder ≥ 8 Jahre und > 45 kg, Jugendliche und Erwachsene <70 kg:
1. Tag: 200 mg/Tag, anschließend 100 mg 1x täglich. Bei schweren Infektionen 200 mg 1x täglich

- Prävention und alternative Therapie von Milzbrand durch Inhalation:
Kinder <45 kg: 2,2 mg/kg 2x täglich durch 60 Tage
Kinder ab 45 kg: Erwachsenendosis 100 mg 2x täglich durch 60 Tage
- Rickettsiosen (Fleckfieber, Q-Fieber etc.):
Kinder <45 kg: 2,2 mg/kg 2x täglich
Kinder ab 45 kg: 100 mg 2x täglich, mind. 3 Tage nach Abklingen des Fiebers, bis eine Besserung klinisch nachweisbar ist; mind. 5 – 7 Tage
- Malariaprophylaxe: 
Kinder <45 kg: 2 mg/kg/Tag
Kinder ab 45 kg: 100 mg/Tag 

(SmPC Doxybene lsb Tbl)

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Präparate im Handel

Lösliche Tabletten 50 mg, 100 mg, 200 mg
Filmtabletten 200 mg
Kapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung 40 mg
Kapseln 100 mg
Injektionslösung 20 mg/mL

Doxycyclin liegt in den oralen Darreichungsformen als Hyclat oder Monohydrat und in der Injektionslösung als Hyclat vor. Die angegebene Stärke bezieht sich auf Doxycyclin.

Anwendungshinweise:

Die Einnahme während einer Mahlzeit kann das Auftreten von Magen-Darm Störungen verringern. Deshalb sollte die Einnahme bei Irritationen der Magenschleimhaut mit einer Mahlzeit erfolgen. Die Einnahme sollte aber nicht zeitgleich mit fettreichen Nahrungsmitteln oder Milch und Milchprodukten erfolgen, da die Bioverfügbarkeit und der Serumspitzenspiegel sinken können. Die Tabletten/Kapseln sollen mit ausreichend Flüssigkeit, in aufrechter Körperhaltung und nicht unmittelbar vor dem Zubettgehen eingenommen werden, um ösophagealen Irritationen und Ulzerationen vorzubeugen.

Magensaftresistente Formulierungen sollten morgens auf nüchternen Magen (vorzugsweise mindestens eine Stunde vor oder zwei Stunden nach der Mahlzeit) mit ausreichend Wasser eingenommen werden.

Präparate mit für Kinder potentiell problematischen Hilfsstoffen:

Präparate Darreichungsform Stärke Problematische Hilfsstoffe
DOXYCYCLIN GENERICON® Lösliche Tabletten 100/200 mg Lactose
DOTUR® Kapseln 100 mg Lactose
ORAYCEA® Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung 40 mg Propylenglykol, Saccharose

Die Fachinformationen wurden 06/2019 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Weitere praktische Informationen/ Verfügbarkeit

Meldungen zu Vertriebseinschränkungen von Arzneispezialitäten in Österreich (BASG)

Dosierungen

Gehe zu:

Bakterielle Infektionen
Schwere bakterielle Infektionen
Infektionen bei cystischer Fibrose
  • Oral
    • 8 Jahre bis 18 Jahre
      [1]
      • Initialdosis: 5 mg/kg/Tag, einmalig.
      • Erhaltungsdosis: 5 mg/kg/Tag in 1 - 2 Dosen. Max: 200 mg/Tag.
Lokalisierte, disseminierte Lyme-Borreliose im frühen und späten Stadium
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [2] [3] [7] [9] [10] [13] [14] [15] [17] [19] [21]
      • 4,4 mg/kg/Tag in 2 Dosen. Max: 200 mg/Tag.
      • Behandlungsdauer:

        Frühe lokalisierte Lyme-Borreliose: 10 Tage,

        Lyme-Meningitis, Facialisparese ohne Zellreaktion im Liquor: 14 Tage,

        Frühe disseminierte Lyme-Borreliose, außer Meningitis und Lyme-Arthritis: 21 Tage,

        Späte Lyme-Borreliose und Lyme-Arthritis: 30 Tage,

        chronische Neuroborreliose ohne Pleiozytose im Liquor: 30 Tage

Prophylaxe Malaria
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [4] [5] [7] [9] [10] [13] [14] [15] [17] [19]
      • 2,2 mg/kg/Tag in 1 Dosis. Max: 100 mg/Tag.
      • Behandlungsdauer:

        Am Tag der Ankunft im Malaria-Epidemiegebiet starten; während des Aufenthalts einnehmen und bis 4 Wochen nach der Abreise aus dem Epidemiegebiet fortsetzen.

Behandlung unkomplizierte Malaria

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

(Irreversible) Zahnverfärbungen bei Kindern (1 %), Störungen der Zahnentwicklung, Zahnschmelzhypoplasie (Rajan 2025)(Ma 2025).

Die Chelatbildung von Tetracyclin im Zahnschmelz kann zu Zahnschmelzhypoplasien und dauerhaften Zahnverfärbungen führen (Stultz 2019). In der Literatur lagen die Inzidenzraten von Zahnverfärbungen nach Tetracyclin-Exposition zwischen 23 und 92 %, wobei die Häufigkeit mit der Dosis, der Dauer (z. B. > 21 Tage Exposition) und der Anzahl der Therapiezyklen zunahm (Todd 2015). In einem aktuellen Review entwickelte ein Frühgeborenes (1/162) Zahnverfärbungen und zwei Kinder (2/162) eine Zahnschmelzhypoplasie nach Exposition gegenüber Doxycyclin (Dou 2024). Darüber hinaus ergab eine aktuelle Metaanalyse eine gepoolte Inzidenz von Zahnverfärbungen von 0,92 % (95 % 0,34 %–1,50 %) ohne signifikante Heterogenität (I² < 0 %) (Ma 2025).

Die sechs wichtigsten positiven Signale mit der höchsten proportionalen Melderate (PRR) in der FAERS (FDA Adverse Event Reporting System)-Datenbank zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen von Doxycyclin bei Kindern im Alter von ≤ 8 Jahren waren Kehlkopfschäden, Horner-Syndrom, Nervenschäden, erosive Gastritis, Vanishing Bile Duct Syndrome und Methämoglobinämie (Dou 2024). Keine dieser unerwünschten Arzneimittelwirkungen wird in der SmPC von Doxycyclin erwähnt. Es ist wichtig, dass sich ärztliches Personal dieser potenziellen unerwünschten Arzneimittelwirkungen bewusst ist.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Überempfindlichkeit (einschließlich anaphylaktischer Schock, anaphylaktische Reaktion, anaphylaktoide Reaktion, Angioödem, Exazerbation eines systemischen Lupus erythematodes, Perikarditis, Serumkrankheit, Purpura Schönlein Henoch, Hypotonie, Dyspnoe, Tachykardie, periphere Ödeme und Urtikaria), Asthma, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Meteorismus, Steatorrhoe, Mundtrockenheit, Photosensitivitätsreaktionen mit Erythem, Hautödem und Blasenbildung, Ausschläge einschließlich makulopapulärer und erythematöser Ausschläge, Nasopharyngitis, Sinusitis, Pilzinfektion, Angstzustände, Sinuskopfschmerzen, Hypertonie, Rückenschmerzen, Erhöhung von LDH, AST und/oder Blutzucker

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen bei Kindern

Rosazea im Gesicht <12 Jahre

Kontraindikationen allgemein

  • Überempfindlichkeit gegen andere Tetracycline
  • schwere Leberschädigung
  • gleichzeitige Anwendung von Isotretinoin
  • mäßige oder schwere Nierenfunktionsstörungen, außer bei schweren oder lebensbedrohlichen Erkrankungen, bei denen der potenzielle Nutzen die Risiken überwiegen dürfte, insbesondere wenn keine alternativen Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen. Die Formulierung enthält das Lösungsmittel Povidon (PVP); bei Niereninsuffizienz kann die PVP-Ausscheidung in bestimmtem Maße verringert sein (bei intravenöser Verabreichung)
  • Myasthenia gravis, aufgrund des Magnesiumgehalts (bei intravenöser Verabreichung)

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Das Risiko für Zahnschmelzhypoplasien und dauerhafte Zahnverfärbungen ist am größten, wenn die Exposition gegenüber dem Wirkstoff während der Odontogenese erfolgt, bevor die Schmelzbildung der bleibenden Zähne mit der Kalzifizierung vollständig abgeschlossen ist. Dieser Prozess ist in der Regel im Alter von 8 Jahren abgeschlossen und ist der Grund für die Anwendungsbeschränkung bei Kindern unter 8 Jahren (Stultz 2019). Im Gegensatz zu Tetracyclin bindet Doxycyclin jedoch in geringerem Maße an Calcium (39,5 % gegenüber 19 %) (Todd 2015). Aktuelle Beobachtungsstudien zeigen, dass die Behandlung von Kleinkindern mit Doxycyclin möglicherweise nicht zu dauerhaften Zahnverfärbungen führt (Biggs 2016)(Volovitz 2007)(Poyhonen 2017)(Todd 2015)(Ravindra 2023)(Boast 2016)(Stultz 2019). Das Risiko für Zahnverfärbungen und Zahnschmelzhypoplasie ist gering, was zur Aufhebung der früheren Kontraindikation bei Kindern unter 8 Jahren führte. Im Jahr 2018 erklärte das Komitee für Infektionskrankheiten der American Academy of Pediatrics, dass kurze Therapiezyklen (bis zu 21 Tage) mit oralem Doxycyclin bei Kindern jeden Alters sicher sind. Die empfohlene Gesamtdauer der Doxycyclin-Behandlung sollte 21 Tage nicht überschreiten, und wiederholte Therapiezyklen sollten aufgrund der kumulativen Exposition vermieden werden (Red Book 2024).

Basierend auf pharmakokinetischen Daten entspricht die Doxycyclin-Dosis bei Kindern im Alter von 1 Monat bis 8 Jahren, bezogen auf mg/kg, der bei Kindern über 8 Jahren verabreichten Dosis (Thompson 2019). Aufgrund begrenzter Daten bei Kindern unter 2 Jahren sollte Doxycyclin in dieser Gruppe jedoch mit Vorsicht angewendet werden. Darüber hinaus sollte Doxycyclin bei Kindern im Alter von 1 Monat bis 8 Jahren nur in Betracht gezogen werden, wenn keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, die Therapiedauer sollte so kurz wie möglich gehalten werden und wiederholte Therapiezyklen sollten vermieden werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://aspregister.basg.gv.at).

Wechselwirkungen

  • Aluminium, Calcium, Eisen, Magnesium oder Wismut-haltige Arzneimittel vermindern die Resorption von Doxycyclin. Dies gilt auch für Anionenaustauscherharze wie Cholestyramin, Milch und Milchprodukte. Der Einnahmezeitpunkt sollte zumindest 2 Stunden vor Einnahme der genannten Interaktionspartner liegen.
  • Enzyminduktoren wie Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Primidon oder Rifampicin können den Doxycyclin-Abbau in der Leber beschleunigen und die Plasmakonzentrationen verringern, ebenso chronischer Alkoholismus.
  • Doxycyclin kann als bakteriostatisches Antibiotikum die Wirkung bakterizider Antibiotika hemmen.
  • Die Toxizität von Methotrexat kann verstärkt werden.
  • Kurz vor, während oder nach einer Akne-Behandlung mit Retinoid-Derivaten (u.a. Isotretinoin) darf kein Doxycyclin gegeben werden, da beide Arzneistoffe in seltenen Fällen einen reversiblen Pseudotumor cerebri verursachen können.
  • Die gleichzeitige Behandlung mit Protonenpumpeninhibitoren (u.a. Omeprazol) führt aufgrund des erhöhten pH-Werts im Magen zu einer reduzierten Resorption von Doxycyclin-Monohydrat.
  • Additive Nephrotoxizität mit anderen potentiell nephrotoxischen Substanzen (u.a. Methoxyfluran).

Antibiotika-Wechselwirkungen allgemein:

  • Antibiotika können die Immunantwort auf bakterielle Lebendimpfstoffe reduzieren (z.B. Vivotif®: 3 Tage vor und nach Antibiotikatherapie sollte Vivotif® nicht angewendet werden, bei Antibiotika mit Langzeitwirkung, z.B. Azithromycin, muss ein längerer Abstand eingehalten werden)
  • Die Wirkung von Vitamin-K-Antagonisten kann beeinflusst werden. Eine Kontrolle der Gerinnungsparameter (INR) wird empfohlen.

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

TETRACYCLINE

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Tetracycline

Minocyclin

Udima®, diverse Generika
J01AA08

Tigecyclin

Tygacil®
J01AA12

Referenzen

  1. Hartwig NC, et al, Vademecum pediatrische antimicrobiële therapie [Vademecum pädiatrische antimikrobielle Therapie], 2005
  2. Teva, SmPC Doxycycline (RVG 15344), 2-4-2024, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  3. CBO, Richlijn Lymeziekte [Leitlinie Lyme-Borreliose], www.cbo.nl, 2013
  4. Aurobindo, SmPC Doxycycline (RVG 12871), 23-7-2024, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  5. Landelijk Coordinatiecentrum Reizigers Advisering [Nationales Koordinationszentrum für Reisehinweise], Malariaprofylaxe bulletin [Malariaprophylaxe Bulletin], 2015, Feb
  6. Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), Kutane Lyme Borreliose, S2k Leitlinie, 2016
  7. Todd SR, et al., No visible dental staining in children treated with doxycycline for suspected Rocky Mountain Spotted Fever, J Pediatr, 2015, 166(5), 1246-51
  8. Biggs HM, et al., Diagnosis and management of tickborne rickettsial diseases: Rocky mountain spotted fever and other spotted fever group rickettsioses, ehrlichioses, and anaplasmosis - United States, MMWR Recomm Rep, 2016, 65(2), 1-44
  9. Poyhonen H, et al., Dental staining after doxycycline use in children, J Antimicrob Chemoth, 2017, 72(10), 2887-90
  10. Volovitz B, et al., Absence of tooth staining with doxycycline treatment in young children, Clin Pediatr, 2007, 46(2), 121-6
  11. Wichers IM et al, NHG Behandelrichtlijn tekenbeet [NHG-Behandlungsleitlinie Zeckenstich], 2017
  12. Ceccarelli G, et al., Pharmacokinetic Study of Doxycycline in Children. Chemotherapy., Chemotherapy., 1971, 1-10
  13. Boast A, et al., QUESTION 1 : teething issues : can doxycycline be safely used in young children? , Arch Dis Child. , 2016, 63(12)
  14. Thompson E.J, et al., Population pharmacokinetcs of doxycycline in Children. , Antimicrobial Agents and Chemotherapy. , 2019, 63(12)
  15. Rajan A.S, et al., Dental safety of short-term doxycycline use in children under 8 years: a systematic review and meta-analysis. , Front Pharmacol. , 2025
  16. Ma K, et al., Incidence and influencing factors of tooth discoloration in children using doxycycline: a meta-analysis. , Front Pediatr. , 2025
  17. Stultz J.S, et al., Doxycycline and Tooth Discolaration in Children: Changing of Recommendations Based on Evidence of Safety. , Annals of Pharmacotherapy. , 2019, 53(11), 1162-1166
  18. Dou W, et al., Real-world safety profile of tetracyclines in children younger thand 8 years old: an analysis of FEARS database and review of case report. , Expert Opin Drug Saf. , 2024, 23(7), 885-892
  19. Ravindra D, et al., Antibiotic Exposure and Dental Health: A Systematic Review. Pediatrics., 2023, 152(1)
  20. Red Book: Report of the Committee on Infectious Diseases, Tetracyclines , 2024, 975-976
  21. Pfizer, SmPC Vibramycin 100 mg lösbare Tabletten (1-17395), 11/2018
  22. Pfizer, SmPC Vibravenös 100 mg/5 ml (1-15051), 11/2018
  23. Galderma, SmPC Oraycea 40 mg Htkps. m. verändert. Wst.freisetz. (1-28434), 02/2019
  24. Wiedermann-Schmidt, U, Kollartisch, H, et al., Consensus Statement Malaria-Prophylaxe, 11/2011
  25. Teva, SmPC Doxybene 100 mg lösbare Tbl. (1-20851), 11/2018
  26. Genericon, SmPC Doxycyclin genericon 100 mg lösliche Tbl. (1-19706), 10/2017
  27. Grahnén A, et al., Doxycycline carrageenate--an improved formulation providing more reliable absorption and plasma concentrations at high gastric pH than doxycycline monohydrate, Eur J Clin Pharmacol., 1994, 46, 143-6
  28. Emergent Netherlands B.V., SmPC Vivotif 2x10^9 - 2x10^10 CFU magensaftresistente Hartkapsel (2-38557) [siehe Wechselwirkungen], 03/2019

Änderungsverzeichnis

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung