Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol + Trimethoprim)

Wirkstoff
Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol + Trimethoprim)
Handelsname
Eusaprim®
ATC-Code
J01EE01

Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol + Trimethoprim)

Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen

Darreichungsformen und Hilfsstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Pharmakodynamik und -kinetik

Zulassung
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Cotrimoxazol besteht aus einer Kombination des Diaminobenzylpyrimidins Trimethoprim mit dem Sulfonamid Sulfamethoxazol im Mengenverhältnis von 1 zu 5. Beide Wirkstoffe fungieren als kompetitive Inhibitoren unterschiedlicher Enzyme des bakteriellen Folsäurestoffwechsels. Sulfamethoxazol hemmt die Dihydropteroinsäuresynthetase, während Trimethoprim die Dihydrofolsäurereduktase inhibiert. Hierdurch wird die Synthese von Tetrahydrofolsäure unterbunden und somit können die zum Aufbau von Thymin und Purinen benötigten C1-Verbindungen (Methyl- und Formylgruppen) nicht bereitgestellt werden. Beide Verbindungen wirken alleine bakteriostatisch, jedoch in Kombination synergistisch und zumeist bakterizid.

Pharmakokinetik bei Kindern

Die folgenden mittleren pharmakokinetischen Parameter ± SD (range) wurden nach intravenöser Verabreichung beobachtet (Hoppu 1989; Siber 1982; Autmizguine 2017):

*L/h, **Median, orale Verabreichung

    Dosis/Tag TMP
1 ED
SMX
1 ED
TMP Steady-state SMX Steady-state
Cmax (microg./ml) Neugeborene (n=12) 5 mg/kg 3,4 (3-4,5) 107 (72-135) 5 (3-6,4) 148 (120-200)
  > 1 Monat (n=17) 3x täglich 150 mg/m2 - - 6,5-7,18 126-176
T1/2 (Stunden) Neugeborene (n=12)  5 mg/kg 19 (10,8-27,2) 16,5 (10,2-27,7) 24,6 ± 2,3 23,3 ± 2
  1-9 Jahre (n=9) 3x täglich 150 mg/m2 - - 5,6 ± 1,9 9,9 ± 3,9
  >10 Jahre (n=14) 2-3x täglich 150 mg/m2 - - 9,5 ± 3,2 10,1 ± 4,6
Vd (L/kg) Neugeborene (n=12) 5 mg/kg 2,7 (1,32-4,1) 0,48 (0,29-0,68) - -
  1 Monat - 1 Jahr (n=2) 3x täglich 150 mg/m2 - - 1,99 0,48
  1 - 9 Jahre (n=9) 3x täglich 150 mg/m2 - - 1,64 0,47
  >10 Jahre (n=6) 3x täglich 150 mg/m2 - - 1,47 0,39
Cl (L/h/kg) Neugeborene (n=12) 5 mg/kg 0,20 (0,07-0,55)* 0,04 (0,01-0,07)* - -
  1 Monat - 2 Jahre (n=46) 4,6 mg/kg** - - 0,25 (0,05-0,44) -
  2 - 5 Jahre (n=25) 4,6 mg/kg** - - 0,23 (0,14-0,43) -
  6-20 Jahre (n=82) 4,6 mg/kg** - - 0,14 (0,04-0,31) -

SMX: Sulfamethoxazol; TMP: Trimethoprim

Zulassung der Dosierungsempfehlungen in Kindermedika.at

  • Bakterielle Infektionen
    • Oral, parenteral
      • ≥6 Wochen: On-label
  • Prophylaxe von wiederkehrenden Harnwegs-/Atemwegsinfektionen
    •  Oral
      • Off-label
  • Infektionen bei Cystischer Fibrose: normale Dosierung und hohe bis sehr hohe Dosierung
    • Oral/ Intravenös
      • Off-label
  • Behandlung und Prophylaxe Pneumocystis jirovecii - Pneumonie
    • Oral/ Intravenös
        • ≥6 Wochen: On-label
  •  

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Präparate im Handel

Tabletten 400/80 mg, 800/160 mg
Orale Suspension 40/8 mg pro ml
Ampullen 80/16 mg pro ml
(Sulfamethoxazol/Trimethoprim)

Anwendungshinweis:
Die Einnahme der oralen Suspension und der Tabletten soll nach einer Mahlzeit erfolgen.

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:
Die orale Suspension enthält: Sorbit, Polysorbat 80, Methyl-4-hydroxybenzoat, Natriumbenzoat, Saccharin, Ethanol
Die Ampullen enthalten: Propylenglykol, Natriummetabisulfit, Ethanol

Weitere praktische Informationen/ Verfügbarkeit

Meldungen zu Vertriebseinschränkungen von Arzneispezialitäten in Österreich (BASG)

Dosierungen

Gehe zu:

Bakterielle Infektionen
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [24]
      • Sulfamethoxazol/Trimethoprim: 30/6 mg/kg/Tag in 2 Dosen, max.: 1 600/320 mg/Tag

      • Nach 14 Tagen Dosierung halbieren.

  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [14]
      • Sulfamethoxazol/Trimethoprim: 30/6 mg/kg/Tag in 2 Dosen, max. 1 600/320 mg/Tag

      • Die Infusionslösung enthält Propylenglykol und Ethanol. Der Propylenglykol-Gehalt niederländischer Präparate übersteigt bei Anwendung einer üblichen Dosierung bereits die maximal verträgliche Dosis von Kindern < 5 Jahren. Das niederländische Kinderformularium empfiehlt deshalb die Anwendung vo Sulfametrol + Trimethoprim (Rokiprim). Es liegen keine Informationen zum Propylenglykol-Gehalt österreichischer Präparate vor.

Prophylaxe bei rezidivierenden Harnwegsinfektionen/Atemwegsinfektionen
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [3] [6] [13] [19]
      • Sulfamethoxazol/Trimethoprim: 15/3 - 25/5 mg/kg/Tag in 1 Dosis, max.: 800/160 mg/Tag

Infektionen bei cystischer Fibrose: Normale Dosierung
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [1]
      • Sulfamethoxazol/Trimethoprim: 30/6 mg/kg/Tag in 2 Dosen, max.: 1 600/320 mg/Tag

  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [1]
      • Sulfamethoxazol/Trimethoprim: 30/6 mg/kg/Tag in 2 Dosen, max.: 1600/320 mg/Tag

      • Die Infusionslösung enthält Propylenglykol und Ethanol. Der Propylenglykol-Gehalt niederländischer Präparate übersteigt bei Anwendung einer üblichen Dosierung bereits die maximal verträgliche Dosis von Kindern < 5 Jahren. Das niederländische Kinderformularium empfiehlt deshalb die Anwendung vo Sulfametrol + Trimethoprim (Rokiprim). Es liegen keine Informationen zum Propylenglykol-Gehalt österreichischer Präparate vor.

Infektionen bei cystischer Fibrose: Hohe bis sehr hohe Dosierung
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [1]
      • Sulfamethoxazol/Trimethoprim: 60/12 - 90/18 mg/kg/Tag in 3 Dosen, max. 4 800/960 mg/Tag

  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [1]
      • Sulfamethoxazol/Trimethoprim: 60/12 - 90/18 mg/kg/Tag in 3 Dosen, max. 4 800/960 mg/Tag

      • Die Infusionslösung enthält Propylenglykol und Ethanol. Der Propylenglykol-Gehalt niederländischer Präparate übersteigt bei Anwendung einer üblichen Dosierung bereits die maximal verträgliche Dosis von Kindern < 5 Jahren. Das niederländische Kinderformularium empfiehlt deshalb die Anwendung vo Sulfametrol + Trimethoprim (Rokiprim). Es liegen keine Informationen zum Propylenglykol-Gehalt österreichischer Präparate vor.

Therapie Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (PcP)
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      • Sulfamethoxazol/Trimethoprim: 100/20 mg/kg/Tag in 3-4 Dosen, max. 4 800/960 mg/Tag

      • Behandlungsdauer:

        Beachten Sie das Behandlungsprotokoll der jeweiligen Indikation. Die Behandlungsdauer kann zwischen 14-21 Tagen variieren.

      • Bei HIV-infizierten Kindern 21 Tage, bei anderen Ursachen der Immunsuppression 14-17 Tage.

  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      • Sulfamethoxazol/Trimethoprim: 100/20 mg/kg/Tag in 3-4 Dosen, max.: 4 800/960 mg/Tag

      • Behandlungsdauer:

        Beachten Sie das Behandlungsprotokoll der jeweiligen Indikation. Die Behandlungsdauer kann zwischen 14-21 Tagen variieren.

      • In schweren Fällen zunächst intravenös als Infusion, nach 7 - 10 Tagen auf orale Verabreichung umstellen.

        Die Infusionslösung enthält Propylenglykol und Ethanol. Der Propylenglykol-Gehalt niederländischer Präparate übersteigt bei Anwendung einer üblichen Dosierung bereits die maximal verträgliche Dosis von Kindern < 5 Jahren. Das niederländische Kinderformularium empfiehlt deshalb die Anwendung vo Sulfametrol + Trimethoprim (Rokiprim). Es liegen keine Informationen zum Propylenglykol-Gehalt österreichischer Präparate vor.

Prophylaxe Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (PcP)
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [14] [18] [19]
      • Sulfamethoxazol/Trimethoprim: 15/3 - 25/5 mg/kg/Tag in 1 Dosis, max.: 800/160 mg/Tag

      • Anwendungshinweis:

        3x wöchentlich an aufeinanderfolgenden Tagen

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Infektionen, Infektionen bei CF (normale bis sehr hohe Dosierung), Behandlung von Pneumocystis Jirovecii Pneumonie:
GFR 50-80 ml/min/1.73 m2: Keine Anpassung erforderlich
GFR 30-50 ml/min/1.73 m2: Keine Anpassung erforderlich
GFR 10-30 ml/min/1.73 m2: 100% der normalen Einzeldosis und Intervall zwischen zwei Verabreichungen: 24 h
GFR < 10 ml/min/1.73 m2: Kontraindiziert

Prophylaxe bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen/Atemwegsinfektionen:
GFR 50-80 ml/min/1.73 m2: Keine Anpassung erforderlich
GFR 30-50 ml/min/1.73 m2: Keine Anpassung erforderlich
GFR 10-30 ml/min/1.73 m2: 50% der normalen Einzeldosis und Intervall zwischen zwei Verabreichungen: 24 h
GFR < 10 ml/min/1.73 m2: Kontraindiziert

Prophylaxe Pneumocystis Jirovecii Pneumonie:
GFR 50-80 ml/min/1.73 m2: Keine Anpassung erforderlich
GFR 30-50 ml/min/1.73 m2: Keine Anpassung erforderlich
GFR 10-30 ml/min/1.73 m2: Keine Anpassung erforderlich
GFR < 10 ml/min/1.73 m2: Kontraindiziert

 

Klinische Konsequenzen

Bei herabgesetzter Nierenfunktion nimmt die Clearance von Trimethoprim, Sulfamethoxazol und des N-Acetylmetaboliten von Sulfamethoxazol ab. Hierdurch erhöht sich das Risiko von Nebenwirkungen. Nebenwirkungen von Sulfonamiden sind u. a. Kristallurie, Nierensteine, Nierenkoliken, Nephritis, Hämaturie, Albuminurie, Oligurie und Anurie, infolge der Bildung von Kristallen schlecht löslicher Sulfonamide. Diese können durch ausreichende Diurese und Alkalisierung des Urins reduziert werden. In seltenen Fällen sind Abweichungen des Blutbilds aufgetreten. Die N4-Acetylmetaboliten wirken nicht antimikrobiell, verursachen jedoch dieselben Nebenwirkungen wie die Sulfanomide. Nebenwirkungen von Trimethoprim sind u. a. bei Langzeitanwendung oder Verwendung hoher Dosen eine verminderte Hämatopoese durch die Interferenz mit der Metabolisierung von Folsäure. Eventuelle Erhöhung der Serum-Kreatinin-Konzentration, meist nach dem Absetzen reversibel. Bei einer Dosierung von 20 mg/kg Körpergewicht pro Tag kann allmählich eine Hyperkaliämie entstehen. Ist der Spiegel nicht hoch genug, ist die antibakterielle Wirkung eventuell unzureichend.

Bei Dialyse

Infektionen, Infektionen bei CF (normale bis sehr hohe Dosierung):
PD, IHD, CVVH: 100% der normalen Einzeldosis und Intervall zwischen zwei Verabreichungen: 24 Stunden

Prophylaxe bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen/Atemwegsinfektionen:
PD, IHD, CVVH: 50% der normalen Einzeldosis und Intervall zwischen zwei Verabreichungen: 24 Stunden

Behandlung von Pneumocystis Jirovecii Pneumonie:
PD, IHD: 100% der normalen Einzeldosis und Intervall zwischen zwei Verabreichungen: 24 Stunden
CVVH: Es kann keine allgemeingültige Empfehlung gegeben werden. Bei niedriger GFR ist die Verabreichung von Cotrimoxazol relativ kontraindiziiert. CVVH ermöglicht eine leichte Clearance. Die Dosierung soll je nach Indikation, verbliebener Nierenfunktion, CVVH-Einstellung und Spiegelbestimmungen gewählt und angepasst werden.

Prophylaxe bei Pneumocystis Jirovecii Pneumonie:
PD, IHD, CVVH: keine Anpassung erforderlich

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Allergische Hautreaktionen und Hautausschläge treten bei Kindern regelmäßig auf. Des Weiteren: Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Schwindel, Kopfschmerzen, Fieber, Nierenschädigungen, Hepatitis, Leberfunktionsstörungen, Myelosuppression (Boast 2015), Juckreiz (Miller 2015). In seltenen Fällen: Konvulsionen, Blutbildabweichungen (wie Thrombozytopenie (Hayashi 2015) und Neutropenie (Boast 2015)), pseudomembranöse Colitis, epidermale Nekrolyse, Erythema multiforme und Stevens-Johnson-Syndrom. Das Risiko von Blutbildabweichungen ist bei hohen Dosierungen wie bei Pneumocystis Jirovecii Pneumonie erhöht.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Sehr häufig (≥ 10%): Hyperkaliämie

Häufig (1-10%): Proliferation von Pilzinfektionen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Diarrhoe, Hautausschlag, lokale Thrombophlebitis an der Injektionsstelle

Gelegentlich (0,1-1%): Erbrechen

Sehr selten (< 0,01%): Pseudomembranöse Colitis, Leukopenie, Neutropenie, Thrombozytopenie, Agranulozytose, megaloblastische Anämie, aplastische Anämie, hämolytische Anämie, Methämoglobinämie, Eosinophilie, Purpura, Hämolyse bei bestimmten Patienten mit Anfälligkeit für G-6-PD-Mangel, Serumkrankheit, anaphylaktische Reaktion, allergische Myokarditis, Hypersensitivitätsvaskulitis ähnlich der Henoch-Schönlein-Purpura, Periarteritis nodosa, systemischer Lupus erythematodes, schwere Überempfindlichkeitsreaktionen die mit Pneumocystis jirovecii-Pneumonie einhergehen, einschließlich Hautausschlag, Pyrexie, Neutropenie, Thrombozytopenie, Erhöhung der Leberenzyme, Rhabdomyolyse, Hyperkaliämie, Hyponatriämie, Hypoglykämie, Hyponatriämie, verringerter Appetit, metabolische Azidose, Depression, Halluzinationen, aseptische Meningitis, Krampfanfälle, periphere Neuropathie, Ataxie, Benommenheit, Schwindel, Tinnitus, Uveitis, Husten, Dyspnoe, Lungeninfiltrate, Glossitis, Stomatitis, Pankreatitis, cholestatischer Ikterus, Leberzellnekrose, Anstieg der Transaminasen, Bilirubinspiegel im Blut erhöht, erhöhte Leberenzymwerte, Photosensibilität, Angioödem, exfoliative Dermatitis, fixes Arzneimittelexanthem, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxisch epidermale Nekrolyse (TEN), akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), Arthralgie, Myalgie, Nierenfunktionsstörung (manchmal als Niereninsuffizienz berichtet), tubulointerstitielle Nephritis TINU (tubulointerstitielle Nephritis und Uveitis-Syndrom, renale tubuläre Azidose

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar): Psychose, DRESS-Syndrom (Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Manifestationen), akute febrile neutrophile Dermatose (Sweet-Syndrom)

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen bei Kindern

Schwere Hämatopoeseanomalien, Überempfindlichkeit gegenüber Sulfonamiden und/oder Trimethoprim, Leber- und schwere Nierenschädigung.
Bei Frühgeborenen und Neugeborenen können Sulfonamide Bilirubin aus seiner Bindung mit Plasmaproteinen verdrängen und dadurch hohe Spiegel an freiem Bilirubin verursachen, was zu einem Kernikterus führen kann. Aus diesem Grund ist die Verabreichung während des ersten Lebensmonats kontraindiziert.

Kontraindikationen allgemein

  • Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide, Trimethoprim bzw. TMP-Analoga (z.B. Tetroxoprim)
  • Hämolytische Erkrankungen, megaloblastische Folsäuremangelanämie
  • Pathologische Blutbildveränderungen (Thrombozytopenie, Granulozytopenie, megaloblastische Anämie)
  • Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (Symptom: hämolytische Anämie)
  • Hämoglobinanomalien wie Hb-Köln und Hb-Zürich
  • Anwendung bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (z.B. akute Hepatitis)
  • Patienten mit hochgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 15ml/min), bei denen eine Überwachung der Wirkstoffkonzentrationen im Plasma durch wiederholte Messungen nicht möglich ist
  • Cotrimoxazol darf nicht Patienten mit arzneimittelinduzierter Immunthrombozytopenie gegeben werden, die in der Anamnese unter der Behandlung mit Trimethoprim und/oder Sulfonamiden aufgetreten ist
  • Cotrimoxazol darf nicht Patienten mit akuter Porphyrie gegeben werden
  • Erythema exsudativum multiforme (auch in der Anamnese)
  • Cotrimoxazol darf nicht in Kombination mit Dofetilid verabreicht werden

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Die Cotrimoxazol-Infusionslösung sollte nur als intravenöse Infusion verabreicht und nicht unverdünnt intravenös injiziert werden. Es ist ebenso zu beachten, dass das Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung Propylenglykol und Ethanol enthält.

Auch wenn Cotrimoxazol bei schweren hämatologischen Veränderungen kontraindiziert ist, kann die Gabe in bestimmten Fällen (AIDS-Patienten) erforderlich sein. In diesen Fällen wird eine regelmäßige Blutbildkontrolle empfohlen. Außerdem sollte das Blutbild bei einer Behandlung über mehr als 14 Tage regelmäßig kontrolliert werden. Bei hohen Dosierungen sollte ebenfalls die Plasmakonzentration bestimmt werden.

Bei Patienten mit Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen muss die Dosis angepasst werden. Wird die Behandlung bei dieser Patientengruppe über einen langen Zeitraum fortgesetzt, sollten regelmäßig eine Harnanalyse und Nierenfunktionstests durchgeführt werden.

Hohe Dosen Trimethoprim, wie für die Behandlung von Pneumocystis Jirovecii Pneumonie eingesetzt, können einen progressiven, aber reversiblen Anstieg des Serum-Kaliums mit sich bringen. Auch niedrigere Trimethoprim-Dosierungen können zu Hyperkaliämie führen, wenn Störungen im Kalium-Metabolismus, Nierenfunktionsstörungen oder gleichzeitiger Gebrauch von Arzneimitteln, die Hyperkaliämie verursachen, vorliegen. Eine strenge Kontrolle des Serum-Kaliums ist bei diesen Patienten erforderlich.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://aspregister.basg.gv.at/).

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

SULFONAMIDE UND TRIMETHOPRIM

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Trimethoprim und Derivate

Trimethoprim

Motrim®, Triprim®
J01EA01
Kombinationen von Sulfonamiden und Trimethoprim, inkl. Derivate

Sulfametrol + Trimethoprim

Lidaprim®, Rokiprim®
J01EE03

Referenzen

  1. Hartwig NC, et al, Geneesmiddelen-Formularium voor Kinderen [Arzneimittel-Formularium für Kinder], 2005
  2. Karpman E, et al, Adverse reactions of nitrofurantoin, trimethoprim and sulfamethoxazole in children, J Urol., 2004, 172, 448-53
  3. Chintu C, et al, Co-trimoxazole as prophylaxis against opportunistic infections in HIV-infected Zambian children (CHAP): a double-blind randomised placebo-controlled trial, Lancet, 2004, 364, 1865-71
  4. Dagan R, et al, Once daily cefixime compared with twice daily trimethoprim/sulfamethoxazole for treatment of urinary tract infection in infants and children, Pediatr Infect Dis J., 1992, 11, 198-203
  5. Feldman W, et al, Twice-daily antibiotics in the treatment of acute otitis media: trimethoprim-sulfamethoxazole versus amoxicillin-clavulanate, CMAJ, 1990, 142, 115-8
  6. Grimwade K, et al, Cotrimoxazole prophylaxis for opportunistic infections in children with HIV infection., Cochrane Database Syst Rev., 2006, (1), CD003508
  7. Gutman LT, The use of trimethoprim-sulfamethoxazole in children: a review of adverse reactions and indications., Pediatr Infect Dis, 1984, 3, 349–57
  8. Hoppu K, Changes in trimethoprim pharmacokinetics after the newborn period., Arch Dis Child, 1989, 64, 343-5
  9. Hughes WT, Pneumocystis carinii pneumonia: new approaches to diagnosis, treatment and prevention, Pediatr Infect Dis J, 1991, 10, 391–9
  10. Mofenson LM, et al, Treating opportunistic infections among HIV-exposed and infected children: recommendations from CDC, the National Institutes of Health, and the Infectious Diseases Society of America, Clin Infect Dis, 2005, 40, S1-84
  11. Rasmussen ZA, et al, Randomized controlled trial of standard versus double dose cotrimoxazole for childhood pneumonia in Pakistan, Bull World Health Organ, 2005, 83, 10-9
  12. Siber GR, et al, Pharmacokinetics of intravenous trimethoprim-sulfamethoxazole in children and adults with normal and impaired renal function, Rev Infect Dis, 1982, 4, 566-78
  13. Smellie JM, et al, Prophylactic co-trimoxazole and trimethoprim in the management of urinary tract infection in children, Pediatr Nephrol., 1988, 2, 12-7
  14. Eumedica Pharmaceuticals GmbH, SmPC Bactrimel (RVG 06214 / 07231) 03-01-2023, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  15. Gent van, R et al, Werkboek Kinderlongziekten [Arbeitsbuch Lungenkrankheiten im Kindesalter], 2012, 2. Auflage
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  20. Stern A, et al, Prophylaxis for Pneumocystis pneumonia (PCP) in non-HIV immunocompromised patients, Cochrane Database Syst Rev, 2014 Oct 1, (10), CD005590
  21. Green H, et al, Prophylaxis for Pneumocystis pneumonia (PCP) in non-HIV immunocompromised patients, Cochrane Database Syst Rev, 2007, (3), CD005590
  22. Stern A, et al, Prophylaxis for Pneumocystis pneumonia (PCP) in non-HIV immunocompromised patients, Cochrane Database Syst Rev, 2014 Oct 1;(10), CD005590
  23. Autmizguine J et al., Population Pharmacokinetics of Trimethoprim-Sulfamethoxazole in Infants and Children, Antimicrob Agents Chemother . 2017 Dec 21;62(1), 2017, Dec 21;62(1)
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  25. Aspen, SmPC Eusaprim orale Suspension für Kinder (14.631), aufgerufen am 30.08.2021, https://aspregister.basg.gv.at/aspregister
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Änderungsverzeichnis

  • 29 Oktober 2021 11:02: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung