Cetirizin

Wirkstoff
Cetirizin
Handelsname
Zyrtec®, diverse Generika
ATC-Code
R06AE07
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

Zulassungsstatus bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren:

  • Symptomatische Behandlung einer (persistierenden) allergischen Rhinitis, chronischen idiopathischen Urtikaria und akuten Nahrungsmittelallergie
    • Oral
      • <2 Jahre: Off-label
      • ≥2 Jahre: On-label
        • 2-6 Jahre: >5 mg/Tag: Off-label
        • 6-18 Jahre: >10 mg/Tag: Off-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Darreichungsformen

Filmtabletten 10 mg
Orale Lösung 1 mg/ml
Tropfen 10 mg/ml

Allgemein

Cetirizin liegt in den im Handel befindlichen Darreichungsformen als Cetirizindihydrochlorid vor. Der Wirkstoffgehalt bezieht sich auf Cetirizindihydrochlorid. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Präparate mit für Kinder potentiell problematischen Hilfsstoffen:

Präparate Arzneiform Stärke Problematische Hilfsstoffe
CETIRHEXAL® Filmtabletten 10 mg Lactose
CETIRISTAD® Filmtabletten 10 mg Lactose
CETIRIZIN Actavis® Filmtabletten 10 mg Lactose, Propylenglykol
CETIRIZIN Genericon® Filmtabletten 10 mg Lactose
CETIRIZIN ratiopharm® Filmtabletten 10 mg Lactose
CETIRIZIN Sandoz® Filmtabletten 10 mg Lactose
RATIOALLERG® Filmtabletten 10 mg Lactose
TIRIZIN® Filmtabletten 10 mg Lactose, Soja
ZYRTEC® Orale Lösung 1 mg/ml Sorbitol, Propylenglykol, Saccharin, Methyl-4-parahydroxybenzoat, Propyl-4-parahydroxybenzoat
ZYRTEC® Filmtabletten 10 mg Lactose
ZYRTEC® Tropfen 10 mg/ml Propylenglykol, Saccharin, Methyl-4-parahydroxybenzoat, Propyl-4-parahydroxybenzoat

 

Die Fachinformationen wurden 01/2021 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Pharmakodynamik

Cetirizin ist ein selektiv peripherer H1-Rezeptorantagonist mit antihistaminischen und antiallergischen Wirkungen.

Pharmakokinetik

Bei Kindern verläuft die Elimination schneller als bei Erwachsenen.

  • Die Eliminationshalbwertzeit bei kleinen Kindern (0,5 bis 2 Jahre) beträgt 3,1± 1,8 h, Tmax 2,0± 1,3 h, das Verteilungsvolumen 0,44± 0,19 l/kg und Cmax 390± 135 ng/ml.
    Die orale Clearance bei dieser Altersgruppe liegt bei 2,13± 1,15 ml/min/kg.
  • Bei Kindern zwischen 2 bis 6 Jahren beträgt die Eliminationshalbwertzeit 5,55± 0,98 h, die Clearance 1,27± 0,80 ml/min/kg.
  • Bei Kindern über 6 Jahren liegt die Eliminationshalbwertzeit höher, ca. 6 - 7 h

Dosierungen

Symptomatische Behandlung einer (persistierenden) allergischen Rhinitis, chronischen idiopathischen Urtikaria und akuten Nahrungsmittelallergie
  • Oral
    • 1 Jahr bis 2 Jahre
      • 0,5 mg/kg/Tag in 2 Dosen, max: 5 mg/Tag.
    • 2 Jahre bis 6 Jahre
      [16]
      • 5 mg/Tag in 2 Dosen.
      • Bei chronischer idiopathischer Urtikaria kann bei unzureichender Wirksamkeit die Dosis auf die 4-fache Tagesdosis (max.) erhöht werden. VORSICHT bei der Verwendung des Safts in hohen Dosen in der Indikation Urtikaria: Der Saft enthält Propylenglykol.

    • 6 Jahre bis 12 Jahre
      [16]
      • 10 mg/Tag in 2 Dosen.
      • Bei chronischer idiopathischer Urtikaria kann bei unzureichender Wirksamkeit die Dosis auf die 4-fache Tagesdosis (max.) erhöht werden. VORSICHT bei der Verwendung des Safts in hohen Dosen in der Indikation Urtikaria: Der Saft enthält Propylenglykol.

    • 12 Jahre bis 18 Jahre
      [16]
      • 10 mg/Tag in 1 Dosis
      • Bei chronischer idiopathischer Urtikaria kann bei unzureichender Wirksamkeit die Dosis auf die 4-fache Tagesdosis (max.) erhöht werden. VORSICHT bei der Verwendung des Safts in hohen Dosen in der Indikation Urtikaria: Der Saft enthält Propylenglykol.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Bei Kreatinin-Clearance > 50 ml/min/1,73 m2:
Dosisanpassung nicht erforderlich

Bei Kreatinin-Clearance 10-50 ml/min/1,73 m2:
< 12 Jahre: 100% der normalen Einzeldosis, Verabreichungsintervall 24 h
≥ 12 Jahre:   50% der normalen Einzeldosis, Verabreichungsintervall 24 h

Bei Kreatinin-Clearance < 10 ml/min/1,73 m2:
Es kann keine allgemeingültige Empfehlung gegeben werden

ANTIHISTAMINIKA ZUR SYSTEMISCHEN ANWENDUNG

Aminoalkylether

Dimenhydrinat

Vertirosan®, Travelgum®, Vertirotravel®
R06AA52

Diphenhydramin

Calmaben®, Dibondrin®, Noctor®
R06AA02
Substituierte Alkylamine

Dimetinden (oral)

Fenistil®
R06AB03
Piperazin-Derivate

Levocetirizin

Xyzall®, diverse Generika
R06AE09
Andere Antihistaminika zur systemischen Anwendung

Desloratadin

Aerius®, diverse Generika
R06AX27

Fexofenadin

Allegra®
R06AX26

Loratadin

Clarityn®, diverse Generika
R06AX13

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Kopfschmerzen, Schwindel, Mundtrockenheit, Schmerzen im Unterbauch, Übelkeit, Pharyngitis, Rhinitis, Nasenbluten, Schläfrigkeit, okulogyre Krise (vor allem bei Kindern), Agitation, Dyskinesie, Enuresis und Sedierung. Bei kleinen Kindern Diarrhoe, Schläfrigkeit, Müdigkeit und Rhinitis.
In der Literatur ist ein Fall von akuter generalisierter exanthematischer Pustulose (AGEP) beschrieben.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥ 0,1 %):

Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Abdominalschmerzen, Mundtrockenheit, Übelkeit, Schläfrigkeit, Pharyngitis, Agitation, Parästhesie, Diarrhoe, Pruritus, Ausschlag, Asthenie, Unwohlsein

Folgende ausgewählte UAW wurden zudem selten, sehr selten (< 0,1 %) oder mit unbekannter Häufigkeit beobachtet:

Anaphylaktischer Schock, Halluzinationen, Tics, Suizidgedanken, Konvulsionen, Hepatitis, Angioödem, Harnverhalt, Amnesie, akut generalisiertes pustulöses Exanthem

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Überempfindlichkeit gegen Hydroxyzin oder andere Piperazin-Derivate.
  • Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz mit einer Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min.

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Bei Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz ist die Plasmaclearance reduziert. Von der Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren wird aufgrund bestimmter Hilfsstoffe in der oralen Lösung abgeraten.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

  • Vorsicht ist geboten bei Patienten mit einer Prädisposition für Harnverhalt (z.B. Läsion des Rückenmarks), da Cetirizin das Risiko eines Harnverhaltes erhöhen kann.
  • Vorsicht ist bei Patienten mit Epilepsie und bei Patienten mit Krampfneigung angezeigt.
  • Antihistaminika wirken hemmend auf Allergietests der Haut. Daher ist vor Durchführung eines Allergietests eine dreitägige Auswaschphase erforderlich.
  • Es können Pruritus und Urtikaria auftreten, wenn die Behandlung mit Cetirizin beendet wird, auch wenn diese Symptome vor Behandlungsbeginn nicht vorhanden waren. In manchen Fällen können die Symptome heftig sein und einen Wiederbeginn der Behandlung erfordern. Die Symptome sollten sich nach einem erneuten Therapiestart zurückbilden.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

Referenzen

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  2. Diepgen TL, et al., Early Treatment of the Atopic Child Study Group. Long-term treatment with cetirizine of infants with atopic dermatitis: a multi-country, double-blind, randomized, placebo-controlled trial (the ETAC trial) over 18 months, . Pediatr Allergy Immunol, 2002, 13, 278-86
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  7. Stevenson J, et al, ETAC Study Group. Long-term evaluation of the impact of the h1-receptor antagonist cetirizine on the behavioral, cognitive, and psychomotor development of very young children with atopic dermatitis, Pediatr Res., 2002, 52, 251-7
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  10. Phan H, et al, Treatment of allergic rhinitis in infants and children, Drugs , 2009, 69, 2541-76
  11. Rajput A, et al, Cetirizine-induced dystonic movements, Neurology, 2006, Jan 10;66(1), 143-4
  12. Badawi AH et al, Cetirizine-induced acute generalized exanthematous pustulosis: a serious reaction to a commonly used drug. , Dermatol Online J, 2014, May 16;20(5), 22613
  13. Nederlandse Vereniging voor Dermatologie en Venereologie [Niederländische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie], Richtlijn Chronische spontane urticaria [Leitlinie Chronisch spontane Urtikaria] 03-12-2015, www.ndvd.nl
  14. Zuberbier T, et al, The EAACI/GA(2) LEN/EDF/WAO Guideline for the definition, classification, diagnosis, and management of urticaria: the 2013 revision and update, Allergy, 2014 , Jul;69(7), 868-87
  15. Italiano D et al., Iatrogenic nocturnal eneuresis – an overlooked side effect of anti histamines?, J Postgrad Med., 2015, Apr-Jun;61(2), 110-1
  16. UCB Pharma, SmPC Zyrtec 10 mg/ml orale Lösung (1-20143), 04/2019

Änderungsverzeichnis

  • 08 Februar 2021 07:20: Neue Monographie "Cetirizin"

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung