Allopurinol

Wirkstoff
Allopurinol
Handelsname
Zyloric®, Urosin®, Purinol®, Allostad®, div. Generika
ATC-Code
M04AA01
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Hyperurikämie, Tumorlyse-Syndrom
    • Oral
      • Off-label
    • Intravenös
      • Kein Präparat in Österreich zugelassen
  • Lesch-Nyhan-Syndrom, HGPRT-Defizit
    • Oral

      • ≥2 Jahre bis <18 Jahre: On-label, <10 mg/kg/Tag, >400 mg/Tag: Off-label

 

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

zur Behandlung von Urat-Nephropathie während einer Leukämie-Behandlung und angeborenen Enzymmangelkrankheiten Lesch-Nyhan-Syndrom (teilweise oder totale Defekte der Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyl-Transferase) und Adenin-Phosphoribosyl-Transferasemangel bei Kindern und Jugendlichen mit einem Körpergewicht von 15 kg und darüber.

zur Behandlung von sekundärer Hyperurikämie unterschiedlicher Genese bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen mit einem Körpergewicht von 15 kg und darüber.

Oral

Dosierung: Bei Kindern und Jugendlichen mit einem Körpergewicht von 15 kg und darüber beträgt die Tagesdosis 10 mg Allopurinol pro Kilogramm Körpergewicht (bis max. 400 mg/Tag), verteilt auf drei Einzeldosen

Erwachsene: Das folgende Dosierungsschema wird empfohlen: 100 mg bis 200 mg täglich bei milden Beschwerden, 300 mg bis 600 mg täglich bei mittelstarken Beschwerden, 700 mg bis 900 mg täglich bei starken Beschwerden. Wenn eine Dosierung (mg/kg) auf Basis des Körpergewichts notwendig ist, sind 2-10 mg/kg Körpergewicht/Tag zu verabreichen.

(SmPC Zyloric Tabletten)

 

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Tabletten 100 mg, 300 mg
Kapseln 250 mg (retardiert)* 
kein Präparat zur intravenösen Verabreichung in Österreich zugelassen

* für Kinder nicht zugelassen

Anwendungshinweis:

Die Einnahme der Tabletten soll nach einer Mahlzeit erfolgen.

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:

Die verfügbaren Tabletten enthalten – je nach Hersteller - Lactose
Die verfügbaren Kapseln enthalten Saccharose

Detaillierte Informationen zu einzelnen Präparaten entnehmen Sie bitte den Fachinformationen.

Pharmakodynamik

Urikostatikum; Allopurinol hemmt die Harnsäuresynthese durch die Hemmung der Xanthinoxidase. Dadurch sinkt der Harnsäurespiegel im Serum, im Gewebe und im Harn. In der Folge werden der Abbau und die Ausscheidung von Harnsäuredepots aus den Geweben gefördert. Daneben beobachtet man eine Reduzierung der häufig gesteigerten Purinbiosynthese auf das normale physiologische Niveau. Das während der Allopurinol-Behandlung vermehrt anfallende Hypoxanthin wird sofort zu Inosinmonophosphat und weiter zu Adenosinmonophosphat (AMP) und Guanosinmonophosphat (GMP) überführt. Erhöhte AMP- und GMP-Konzentrationen bewirken eine physiologische Rückkopplungshemmung der PRPP-Amidotransferase, dem ersten Enzym der Purinbiosynthese.

Pharmakokinetik

Es liegen keine speziellen Daten für Kinder vor.

Dosierungen

Hyperurikämie, Tumorlyse-Syndrom
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [1] [2] [3] [4] [5] [6]
      • 300 mg/m2/Tag in 3 Dosen, max: 600 mg/Tag.
        • Entspricht 10–20 mg/kg/Tag
        • Initialisierung 24–48 Stunden vor Beginn der Chemotherapie
  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [1] [7]
      • 200 - 300 mg/m2/Tag in 3 Dosen, max: 400 mg/Tag.
Lesch-Nyhan-Syndrom, HGPRT-Defizit
  • Oral
    • 0 Jahre bis 18 Jahre
      [6] [8] [9]
      • 4 - 10 mg/kg/Tag in 1 - 3 Dosen, max: 600 mg/Tag.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Keine Informationen zur Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung vorhanden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Häufig (1-10%): Hautausschlag, Thyreotropin im Blut erhöht

Gelegentlich (0,1-1%): Überempfindlichkeitsreaktion, Übelkeit, Brechreiz, Durchfall, Diarrhoe, Leberfunktionstest anomal

Selten (0,1-0,01%): Hepatitis (einschließlich Lebernekrose und granulomatöser Hepatitis in extremen Fällen), Stevens-Johnson Syndrom/toxische epidermale Nekrolyse

Sehr selten (< 0,01%): Furunkel, Thrombozytopenie, Agranulozytose, aplastische Anämie, verändertes Blutbild wie Leukozytopenie, Leukozytose, Granulozytose und Eosinophilie, Erythroblastopenie (pure red cell aplasia, PRCA), anaphylaktischer Schock, angioimmunoblastisches T-Zell-Lymphom, anaphylaktische Reaktion, Diabetes mellitus, Hyperlipidämie, Depression, Ataxie, periphere Neuritis, Geschmacksstörung, Koma, Kopfschmerzen, periphere Neuropathie, Lähmungen, Somnolenz, Parästhesie, Katarakt, Makulopathie, Sehstörungen, Vertigo, Angina pectoris, Bradykardie, Hypertonie, Hämatemesis, Steatorrhoe, Stomatitis, Änderung der Darmentleerungsgewohnheiten, akute Cholangitis, Alopezie, Angioödem, Medikamentenausschlag, Änderungen der Haarfarbe, Muskelschmerzen, Hämaturie, Azotämie, Xanthinsteine, Gynäkomastie, Erektionsstörung, Infertilität des Mannes, Unwohlsein, Asthenie, Ödeme, Fieber

Häufigkeit nicht bekannt: aseptische Meningitis

 

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen

Kontraindikationen allgemein

Neben Überempfindlichkeiten gegen den Wirkstoff oder einen sonstigen Bestandteil sind keine weiteren Kontraindikationen bekannt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Allopurinol ist bei Verabreichung nach dem Essen besser verträglich. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (2 - 3 l/m2/Tag) und ein neutraler oder leicht alkalischer Urin sind wünschenswert. Die Dosierung sollte bei reduzierter Nierenfunktion und/oder Leberfunktionsstörungen angepasst werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://aspregister.basg.gv.at/).

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

Referenzen

  1. Kamps WA et al, Werkboek ondersteundende behandeling kinderoncologie [Arbeitsbuch Supportive Therapie in der Kinderonkologie], VU Uitgeverij [VU Verlag], 2005
  2. Goldman SC, et al, A randomized comparison between rasburicase and allopurinol in children with lymphoma or leukemia at high risk for tumor lysis, Blood, 2001, May 15;97(10), 2998-3003
  3. Krakoff IH, et al, Hyperuricemia in neoplastic disease in children: prevention with allopurinol, a xanthine oxidase inhibitor, Pediatrics, 1968, Jan;41(1), 52-6
  4. Masson E, et al, Allopurinol inhibits de novo purine synthesis in lymphoblasts of children with acute lymphoblastic leukemia, Leukemia, 1996, Jan;10(1), 56-60
  5. Pui CH, et al, Urate oxidase in prevention and treatment of hyperuricemia associated with lymphoid malignancies, Leukemia, 1997 , Nov;11(11), 1813-6
  6. Cochat P, et al, Nephrolithiasis related to inborn metabolic diseases, Pediatr Nephrol, 2010, Mar;25(3), 415-24
  7. Smalley RV, et al , Allopurinol: intravenous use for prevention and treatment of hyperuricemia, J Clin Oncol, 2000, Apr;18(8), 1758-63
  8. Torres RJ, et al, Efficacy and safety of allopurinol in patients with hypoxanthine-guanine phosphoribosyltransferase deficiency, Metabolism, 2007, Sep;56(9):, 1179-86
  9. Cameron JS, et al, Gout, uric acid and purine metabolism in paediatric nephrology, Pediatr Nephrol, 1993, Feb;7(1), 105-18
  10. Aspen Pharma Trading Limited, SmPC Zyloric Filmtabletten (13.512, 13.555), aufgerufen am 02.03.2022, https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/
  11. Teofarma S.r.l., SmPC Urosin Tabletten 100 mg (15.358), aufgerufen am 02.03.2022, https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/
  12. Aristo Pharma GmbH, SmPC Allopurinol Aristo Tabletten 100 mg, 300 mg (140492, 140493), aufgerufen am 14.03.2022, https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/

Änderungsverzeichnis

  • 17 März 2022 16:34: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung