Fluoxetin

Wirkstoff
Fluoxetin
Handelsname
Fluctine®, diverse Generika
ATC-Code
N06AB03
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

Zulassungsstatus bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren:

  • Zwangsstörung
    • Oral
      • Off-label
  • Angststörungen (Sozialphobie, Trennungsangststörung und/oder generalisierte Angststörung)
    • Oral
      • Off-label
  • Depression: mittelschwere bis schwere depressive Episoden, wenn sich die Depression nach 4-6 psychotherapeutischen Sitzungen nicht bessert
    • Oral
      • <8 Jahre: Off-label
      • ≥8 Jahre: On-label
        • Initialdosis <10 mg/Tag: Off-label
        • Erhaltungsdosis >20 mg/Tag: Off-label
  • Bulimia nervosa und körperdysmorphe Störung, wenn die kognitive Verhaltenstherapie nicht ausreichend wirksam ist
    • Oral
      • Off-label


  

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Darreichungsformen

Kapseln 20 mg, 40 mg
Tabletten 20 mg, 40 mg
Filmtabletten 20 mg, 40 mg, 60 mg
Orale Lösung 20 mg/5 ml

Allgemein

Die im Handel befindlichen Darreichungsformen enthalten Fluoxetin in Form von Fluoxetin-Hydrochlorid. Der Wirkstoffgehalt bezieht sich jedoch auf Fluoxetin. Die Einnahme von Kapseln, (Film-)tabletten und oraler Lösung kann mit oder unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Tabletten, die in Wasser zerfallen gelassen worden sind, sollen nach den Mahlzeiten eingenommen werden. Die so entstandene Suspension muss sofort nach der Bereitung getrunken werden.

Präparate mit für Kinder potentiell problematischen Hilfsstoffen:

Präparate Arzneiform Stärke Problematische Hilfsstoffe
FELICIUM® Kapseln 20 mg Lactose
FLUOXETIN ARCANA® Kapseln 20 mg Lactose
FLUXOMED® Kapseln 20 mg Lactose
POSITIVUM® Kapseln 20 mg Lactose
FLUOXETIN GENERICON® Kapseln 20 / 40 mg Lactose
MUTAN® Filmtabletten 20 / 40 mg Lactose
MUTAN® Filmtabletten 60 mg Lactose, Sojaöl
FELICIUM® Tabletten 20 mg Lactose
FLUOXETIN 1A® Tabletten 20 / 40 mg Lactose, Cyclamat, Saccharin
FLUX HEXAL® Tabletten 20 / 40 mg Lactose, Cyclamat, Saccharin
FLUOXETIN GENERICON® Orale Lösung 20 mg/5 ml Cyclamat, Saccharin, Benzoesäure

Die Fachinformationen wurden 08/2020 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Pharmakodynamik

Fluoxetin ist ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Fluoxetin hat praktisch keine Affinität zu anderen Rezeptoren wie α1-, α2- und β-adrenergen, serotonergen, dopaminergen, histaminergen, Muskarin- und GABA-Rezeptoren.

Pharmakokinetik

Metabolisierung: über CYP2D6, teils in ebenso aktives Norfluoxetin. Elimination: renal. Die durchschnittliche Fluoxetin-Konzentration bei Kindern ab 8 Jahren ist ca. doppelt so hoch als die bei Jugendlichen festgestellte und die durchschnittliche Norfluoxetin-Konzentration ca. 1,5-mal höher. Die Steady-state-Plasmakonzentrationen sind abhängig vom Körpergewicht und liegen bei Kindern mit niedrigem Gewicht in einem höheren Bereich. Wie bei Erwachsenen akkumulieren Fluoxetin und Norfluoxetin in großem Maße nach mehrfacher oraler Dosis; die Steady-state-Konzentrationen werden bei täglicher Dosierung in 3-4 Wochen erreicht (SmPC).

Dosierungen

Zwangsstörung, Angststörungen (soziale Phobie, Trennungsangststörung und/oder generalisierte Angststörung), Depression: mittelschwere bis schwere depressive Episoden, wenn sich die Depression nach 4-6 psychotherapeutischen Sitzungen nicht bessert
  • Oral
    • 8 Jahre bis 18 Jahre
      [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [21] [22] [23]
      • Initialdosis: 5 mg/Tag in 1 Dosisüber 1-2 Wochen.
      • Erhaltungsdosis: Je nach klinischem Ansprechen und Verträglichkeit erhöhen auf 5 - 40 mg/Tag in 1 Dosis, max: 40 mg/Tag.
      • Behandlungsdauer: Wenn innerhalb von 9 Wochen keine klinische Verbesserung eintritt, muss die Behandlung neu evaluiert werden; nach 6 Monaten muss der Bedarf der Behandlung überdacht werden.
      • Fluoxetin muss durch Spezialisten des Fachgebiets Kinder- und Jugendpsychiatrie oder Ärzte verschrieben werden, die umfangreiche Erfahrungen mit der Anwendung dieses Arzneimittels bei Kindern und Jugendlichen haben. Die Dosis muss individuell festgelegt sowie die niedrigste mögliche Dosis verwendet werden.

Bulimia nervosa und körperdysmorphe Störung, wenn die kognitive Verhaltenstherapie nicht ausreichend wirksam ist
  • Oral
    • 12 Jahre bis 18 Jahre
      [16] [17] [18] [19] [20]
      • Initialdosis: 5 - 10 mg/Tag in 1 Dosisüber 1-2 Wochen.
      • Erhaltungsdosis: Erhöhen Sie die Anfangsdosis bei Bedarf alle 1-2 Wochen um 5-10 mg/Tag bis auf 10 - 60 mg/Tag in 1 Dosis, max: 60 mg/Tag.
      • Die wissenschaftliche Evidenz ist sehr begrenzt: für Bulimia nervosa nur eine open-label Studie mit 10 Patienten; nur 5 Fälle für körperdysmorphe Störung.

        Fluoxetin muss von einem Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie verschrieben werden. Die Dosis sollte individuell festgelegt und die niedrigstmögliche Dosis angewendet werden.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: keine Dosisanpassung erforderlich
GFR <10 ml/min/1.73m2eine allgemeine Empfehlung kann nicht gegeben werden. Erwägen Sie, die Initialdosis jeden zweiten Tag zu verabreichen und sie dann je nach klinischem Ansprechen und Verträglichkeit zu erhöhen

ANTIDEPRESSIVA

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer

Citalopram

Seropram®, diverse Generika
N06AB04

Sertralin

Tresleen®, diverse Generika
N06AB06

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Bei Kindern und Jugendlichen: häufiger suizidales Verhalten, Feindseligkeit, (Hypo-) Manie, Nasenbluten. Es wurde über Wachstumsverzögerungen, eine Abnahme des alkalischen Phosphatspiegels und Nebenwirkungen, die möglicherweise auf eine verzögerte sexuelle Entwicklung oder sexuelle Dysfunktion hinweisen, berichtet.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥ 0,1 %):
Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Diarrhoe, Übelkeit, Müdigkeit, verminderter Appetit, Angst, Nervosität, Ruhelosigkeit, Angespanntheit, verminderte Libido, Schlafstörung, abnormale Träume, Aufmerksamkeitsstörung, Schwindel, Geschmacksstörung, Lethargie, Somnolenz, Tremor, verschwommenes Sehen, Palpitation, verlängertes Elektrokardiogramm- QT (QTcF ≥450 msek), Flush, Gähnen, Erbrechen, Dyspepsie, Mundtrockenheit, Ausschlag, Nesselsucht, Juckreiz, Hyperhidrose, Arthralgie, häufiges Wasserlassen, gynäkologische Blutung, erektile Dysfunktion, Ejakulationsstörung, Gefühl der Nervosität, Schüttelfrost, Gewichtsverlust, Depersonalisation, gehobene Stimmung, euphorische Stimmung, abnormales Denken, abnormaler Orgasmus, Zähneknirschen, Suizidgedanken und suizidales Verhalten, psychomotorische Hyperaktivität, Dyskinesie, Ataxie, Gleichgewichtsstörung, Myoklonus, Beeinträchtigung der Gedächtnisleistung, Mydriasis, Tinnitus, Hypotonie, Dyspnoe, Epistaxis, Dysphagie, gastrointestinale Blutungen, Alopezie, erhöhte Blutungsneigung, kalter Schweiß, Muskelzuckung, Dysurie, sexuelle Dysfunktion, Unwohlsein, abnormales Gefühl, Kältegefühl, Hitzegefühl, erhöhte Transaminasenwerte, erhöhte Gammaglutamyltransferaswerte

Folgende ausgewählte UAW wurden zudem selten, sehr selten (< 0,1 %) oder mit unbekannter Häufigkeit beobachtet:
Anaphylaktische Reaktion, Krampfanfälle, Manie, idiosynkratische Hepatitis, Serotoninsyndrom, ventrikuläre Arrhythmien einschließlich Torsades de pointes, Angioödeme, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, Toxische epidermale Nekrolyse (Lyell- Syndrom)

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen

  • Fluoxetin darf nicht zusammen mit Metoprolol, welches bei Herzinsuffizienz angewendet wird, eingenommen werden

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Zusammenfassung:
Bei Behandlung von Depression und Sozialphobie die medikamentöse Therapie mit einer gleichzeitigen Psychotherapie kombinieren. Führt zu herabgesetztem Reaktions- und Konzentrationsvermögen. Patienten, insbesondere jene mit Risiko (Suizidgedanken, Suizidversuch), sorgfältig beobachten in Bezug auf ein gesteigertes Suizidrisiko,bei manischen Reaktionen die Behandlung abbrechen. Eine regelmäßige Untersuchung auf das Auftreten von Manie/Hypomanie wird empfohlen. Bei der Verwendung von Fluoxetin ist außerdem die Entstehung des Serotoninsyndroms zu berücksichtigen. Des Weiteren muss bei Kindern und Jugendlichen das Wachstum kontrolliert werden.

Fluoxetin darf Kindern oder Jugendlichen mit mäßiger bis schwerer Depression ausschließlich in Kombination mit einer gleichzeitigen Psychotherapie (kognitive Verhaltenstherapie) verabreicht werden. Die kognitive Verhaltenstherapie ist ebenfalls eine effektive Therapie zur Behandlung sozialer Phobien. Je nach Schwere der Erkrankung kann diese Therapie mit einer medikamentösen Therapie kombiniert werden.

Die Einnahme kann zu einem herabgesetzten Reaktions- und Konzentrationsvermögen führen. Viele alltägliche Tätigkeiten können hierdurch eingeschränkt werden.

Vor der Behandlung muss ein Screening auf Suizidrisiko und bipolare Störung durchgeführt werden. Eine Behandlung mit Antidepressiva kann das Risiko der Suizidalität (das durch die Depression erhöht ist) in den frühen Stadien der Genesung noch weiter erhöhen. Patienten, insbesondere Risikopatienten (Suizidgedanken, Suizidversuch), müssen während der Behandlung mit diesen Arzneimitteln sorgfältig beobachtet werden, insbesondere zu Beginn der Behandlung und nach Dosisanpassungen. Patienten müssen über die Notwendigkeit der Beachtung jeder klinischen Verschlechterung, suizidalen Verhaltens oder suizidaler Gedanken und ungewöhnlicher Verhaltensveränderungen informiert sowie darauf hingewiesen werden, bei Auftreten dieser Symptome unverzüglich einen Arzt zu konsultieren. Patienten dürfen keine großen Mengen dieser Arzneimittel zur Verfügung stehen.

Andere psychiatrische Erkrankungen, für die Fluoxetin verschrieben wird, können ebenfalls mit einem erhöhten Risiko für suizidbedingte Ereignisse verbunden sein. Darüber hinaus können diese Zustände mit Depressionsphasen im engeren Sinn einhergehen. Die gleichen Vorsichtsmaßnahmen, die bei der Behandlung von Patienten mit schweren depressiven Störungen zu treffen sind, sollten daher ebenfalls für die Behandlung von Patienten mit anderen psychiatrischen Erkrankungen beachtet werden.

In klinischen Studien an Kindern wurden häufig manische Reaktionen, hierunter Manie und Hypomanie, verzeichnet. Eine regelmäßige Untersuchung auf das Auftreten von Manie/Hypomanie wird empfohlen. Die Behandlung mit Fluoxetin ist bei manischen Reaktionen abzusetzen.

In seltenen Fällen wurde bei Anwendung von SSRI‘s ein Serotoninsyndrom verzeichnet; bei einer Kombination von Symptomen wie Agitation, Tremor, Myoklonien und Hyperthermie könnte dies auf ein Serotoninsyndrom hindeuten. Bei Insulten muss die Medikation abgesetzt werden.

Des Weiteren müssen bei Kindern und Jugendlichen Wachstum und Entwicklung kontrolliert werden, da die Daten zur Auswirkung von Fluoxetin auf das Wachstum und die sexuellen, kognitiven und emotionalen Entwicklungen unzureichend sind.

Aufgrund der Wechselwirkung mit Dextromethorphan sollte von einer Selbstmedikation mit Dextromethorphan (Hustensirup und Kapseln) abgesehen werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Nach der Markteinführung wurden Fälle von QT-Intervall-Verlängerung und ventrikulärer Arrhythmie, einschließlich Torsades de Pointes, berichtet. Vorsicht bei Patienten mit entsprechenden Risikofaktoren. Wenn Patienten mit einer stabilen Herzerkrankung behandelt werden, sollte eine EKG-Kontrolle in Erwägung gezogen werden, bevor die Behandlung gestartet wird.
  • Im Zusammenhang mit SSRIs gibt es Berichte über Hautblutungen wie Ekchymose und Purpura. Andere Blutungen (z. B. gynäkologische Blutungen, Magen-Darm-Blutungen und andere Haut- oder Schleimhautblutungen) wurden selten berichtet.
  • Vorsicht bei Patienten mit Krampfanfällen in der Anamnese. Treten bei einem Patienten Krampfanfälle neu auf oder nimmt die Häufigkeit von Krampfanfällen zu, muss die Behandlung abgebrochen werden. Eine Behandlung mit Fluoxetin sollte bei Patienten mit instabilen Anfallsleiden / Epilepsie vermieden werden. Patienten mit einer gut eingestellten Epilepsie müssen sorgfältig überwacht werden.
  • Akathisie und psychomotorische Unruhe können vor allem während der ersten Behandlungswochen auftreten.
  • Bei Patienten mit Diabetes kann die Behandlung mit einem SSRI die Blutzuckereinstellung beeinflussen. Während der Behandlung mit Fluoxetin sind Hypoglykämien aufgetreten, nach Beendigung der Behandlung kam es zu Hyperglykämien.
  • Fluoxetin wird weitgehend in der Leber metabolisiert und über die Nieren ausgeschieden.
  • Ausschlag, anaphylaktoide Reaktionen und fortschreitende, manchmal schwerwiegende systemische Reaktionen (betroffen sind Haut, Niere, Leber oder Lunge) wurden berichtet.
  • Gewichtsverlust ist möglich.
  • Absetzreaktionen treten bei einer Beendigung der Behandlung häufig auf, besonders wenn die Behandlung plötzlich abgebrochen wird. Diese sind abhängig von der Dosis, der Dauer der Behandlung und der Geschwindigkeit des Ausschleichens. Bei manchen Patienten können diese Reaktionen schwerwiegend sein. Sie treten normalerweise innerhalb der ersten Tage nach Absetzen der Behandlung auf. Im Allgemeinen bilden sich diese Symptome von selbst zurück und klingen innerhalb von 2 Wochen ab. Bei einigen Personen können sie länger anhalten (2-3 Monate oder länger). Es wird daher empfohlen, bei einer Beendigung der Behandlung die Dosis über einen Zeitraum von mindestens ein bis zwei Wochen schrittweise zu reduzieren, entsprechend den Bedürfnissen des Patienten.
  • Vorsicht bei Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck oder mit dem Risiko akuter Engwinkelglaukome.
  • Es wurden langanhaltende sexuelle Funktionsstörungen berichtet, bei denen die Symptome trotz der Absetzung von SSRI bestehen blieben.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

Interaktionspartner Grund Handlungsempfehlung
Tryptophan, 5-HT-Tryptophan, Linezolid, Methylthioninium, andere SSRI, Johanniskraut, Buspiron, Procarbazin Serotoninsyndrom ist möglich. Kombination vermeiden. Eine Auswaschphase muss gegebenenfalls vor Therapiestart berücksichtigt werden. Wenn unvermeidbar, sorgfältige Beobachtung und bei Auftreten von Symptomen absetzen.
Lithium Serotoninsyndrom ist möglich. Der Lithiumspiegel kann erhöht sein. Überwachung auf Zeichen eines Serotonin-Syndroms und Monitoring der Lithium-Plasmakonzentration.
Arzneistoffe, die die QT-Zeit verlängern können (Sotalol, Saquinavir, Amiodaron, Methadon, Levomethadon, Chinolone, Diphenhydramin, Atomoxetin, Proteinkinase-Inhibitoren, Makrolid-Antibiotika, etc.) Additive QT-Zeit verlängernde Wirkung, Gefahr von Torsade de pointes. Kombination vermeiden. Wenn unvermeidbar, unter sorgfältiger elektrokardiographischer und eventuell stationärer Überwachung sowie in niedrigst wirksamer Dosierung vorgenommen werden. Bei einer Verlängerung der herzfrequenzkorrigierten QTc-Zeit über altersnorme Werte, sollen die gefährdenden Arzneimittel abgesetzt werden.
Pimozid Verstärkte unerwünschte Arzneimittelwirkungen von Pimozid durch Hemmung des Abbaus. Kombination vermeiden. Ist eine gleichzeitige Behandlung unumgänglich, sollen Elektrolytstörungen und Bradykardien vor der Anwendung korrigiert werden. Der Elektrolytstatus ist ebenfalls zu überwachen. Bei einer Verlängerung der herzfrequenzkorrigierten QTc-Zeit über altersnorme Werte, sollen die gefährdenden Arzneimittel abgesetzt werden. Eine Dosisreduktion von Pimozid muss möglicherweise in Erwägung gezogen werden.
Codein Fluoxetin reduziert deutlich die analgetische und antitussive Wirkung von Codein. Kombination vermeiden. Erwägen Sie für die kurzfristige Anwendung den Einsatz von Buprenorphin als Opioid. Für eine langfristige Anwendung kann Codein zusammen mit einem SSRI verabreicht werden, der die Aktivierung von Codein zu Morphin nicht hemmt, wie beispielsweise Citalopram oder Sertralin.
Dextromethorphan Hemmung des Metabolismus von Dextromethorphan über CYP2D6-Inhibition. Deutlich verstärkte und verlängerte Wirkung ist möglich. Additive serotonerge Wirkung. Kombination vermeiden.
Tramadol Geringere analgetische Wirkung von Tramadol. Erhöhtes Risiko eines Serotonin-Syndroms. Additive Krampfschwellen-senkende Wirkung. Kombination vermeiden.
Tri- bzw. tetrazyklische Antidepressiva wie Amitriptylin, Clomipramin, Imipramin, Mirtazapin, Nortriptylin Erhöhter Plasmaspiegel des trizyklischen Antidepressivums sowie serotonerge und anticholinerge Toxizität. Möglicherweise verstärkter therapeutischer Effekt bei Depressionen. Falls eine gleichzeitige Anwendung notwendig ist, überwachen Sie die Plasmakonzentration des tri- bzw. tetrazyklischen Antidepressivums und erwägen Sie, die Dosis zu reduzieren. Erwägen Sie die Anwendung eines SSRI, der CYP2D6 nicht hemmt, wie z. B. Citalopram, Escitalopram oder Sertralin.
Carbamazepin Fluoxetin erhöht die Plasmakonzentration von Carbamazepin und von Carbamazepin-10,11-Epoxid, wodurch das Risiko einer Toxizität steigt. Es wird die Überwachung auf verstärkte unerwünschte Arzneimittelwirkungen und der Plasmakonzentration von Carbamazepin empfohlen.
Neuroleptika wie Aripiprazol, Haloperidol, Risperidon, Clozapin, Chlorprothixen, Droperidol, Levomepromazin Verstärkte extrapyramidal-motorische Nebenwirkungen sind möglich. Bei den atypischen Neuroleptika Clozapin und Olanzapin ist als Folge der Interaktion hauptsächlich mit anticholinergen Effekten wie Mundtrockenheit, Miktionsstörungen, Sedierung und Konfusion zu rechnen. Erhöhtes Risiko für Torsade de pointes. Evtl. erhöhtes Risiko für malignes neuroleptisches Syndrom. Ist eine Kombinationstherapie mit Serotonin-Reuptake-Hemmern und Neuroleptika unumgänglich, sollen die Patienten sorgfältig auf Herzrhythmusstörungen und extrapyramidal-motorische bzw. anticholinerge Störungen überwacht werden. Die Überwachung der Neuroleptika-Plasmakonzentrationen kann sinnvoll sein. Wenn unerwünschte Wirkungen auftreten, sollen je nach individueller Nutzen/Risiko-Abschätzung die Neuroleptika-Dosen reduziert oder die Arzneimittel abgesetzt werden. Elektrolytstörungen und Bradykardien sollen vor der Anwendung korrigiert werden. Der Elektrolytstatus ist ebenfalls zu überwachen. Bei einer Verlängerung der frequenzkorrigierten QTc-Zeit über altersnorme Werte sollen die Risiko-Arzneimittel abgesetzt werden.
Methadon, Levomethadon Fluoxetin kann bei bestimmten Patienten zu einer Erhöhung der Plasmakonzentration von Methadon führen. Bei den meisten Patienten treten jedoch keine Wechselwirkungen auf. Überwachen Sie den Patienten auf Nebenwirkungen von Methadon und, falls möglich, die Methadon-Konzentration. Bei einigen Patienten kann eine Dosisanpassung notwendig sein. Erwägen Sie die Anwendung eines SSRI, der einen geringen Einfluss auf den Arzneimittelstoffwechsel hat, wie beispielsweise Citalopram, Escitalopram oder Sertralin.
Ritonavir Hemmung des Metabolismus von Fluoxetin über CYP3A4 und CYP2D6-Inhibition. Deutlich verstärkte und verlängerte Wirkung ist möglich. Überwachung der therapeutischen Wirkungen und Nebenwirkungen von Fluoxetin und bei Bedarf Dosisanpassung.
Bupropion Additive Senkung der Krampfschwelle, erhöhtes Risiko für serotonerge Toxizität und plötzliche Manie. Bupropion soll bei Patienten mit prädisponierenden Faktoren für die Senkung der Krampfschwelle, wie die Anwendung von Arzneimitteln, die die Krampfschwelle senken, nicht angewandt werden. Falls eine gleichzeitige oder sequenzielle Anwendung angemessen erscheint, ist möglicherweise eine sorgfältige klinische Überwachung erforderlich. Die Bupropion-Konzentration wird voraussichtlich von Citalopram und Sertralin nicht beeinflusst.
Metoclopramid Hemmung des Metabolismus von Metoclopramid durch CYP2D6-Inhibition. Mit der gleichzeitigen Behandlung wurden extrapyramidale Symptome assoziiert. Bei einer gleichzeitigen Anwendung wird eine Überwachung der Nebenwirkungen von Metoclopramid empfohlen. Gegebenenfalls Dosisanpassung von Metoclopramid.
Atomoxetin Hemmung des Metabolismus von Atomoxetin durch CYP2D6-Inhibition. Deutlich verstärkte und verlängerte Wirkung ist möglich. Die Atomoxetin-Dosis sollte langsam titriert werden. Es wird außerdem die regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks und der Herzfrequenz empfohlen.
Flecainid, Propafenon Hemmung des Metabolismus von Flecainid und Propafenon durch CYP2D6-Inhibition. Deutlich verstärkte und verlängerte Wirkung ist möglich. Die genaue Überwachung des EKGs und, wenn möglich, der Serumspiegel der Antiarrhythmika wird empfohlen. Erwägen Sie die Verwendung von SSRI, die keine oder nur geringfügig hemmende Wirkung auf CYP2D6 (z.B. Sertralin) haben.
NSAID Erhöhtes Blutungsrisiko, insbesondere für gastrointestinale Blutungen. Unter der Behandlung mit Serotonin-Reuptake-Hemmern sollen nicht-steroidale Antiphlogistika unter Berücksichtigung der Risikofaktoren besonders sorgfältig ausgewählt werden. Acetylsalicylsäure birgt anscheinend das größte Risiko, so dass diese möglichst gemieden werden soll. Alternative Analgetika wie Paracetamol können erwogen werden. Auch die prophylaktische Anwendung von Magenschleimhaut-protektiven Arzneimitteln wie Protonenpumpenblockern kommt in Frage.
Apixaban, Dabigatran, Rivaroxaban, Phenprocoumon Erhöhtes Blutungsrisiko. Kombination mit Vorsicht anwenden. Klinische und im Labor nachgewiesene Anzeichen einer Blutung sollten bei einer gleichzeitigen Anwendung sorgfältig überwacht werden. Die prophylaktische Anwendung von Magenschleimhaut-protektiven Arzneimitteln wie Protonenpumpenblockern oder von weniger serotonergen Antidepressiva kann erwogen werden.
Alprazolam Hemmung des Metabolismus von Alprazolam. Verstärkte und verlängerte Wirkung ist möglich. Vorsichtige Dosiswahl von Alprazolam oder ein Benzodiazepin mit geringerem Interaktionspotenzial wählen (Oxazepam, Lorazepam).
Phenytoin, Fosphenytoin Hemmung des Metabolismus von (Fos)phenytoin vermutlich durch CYP2C9-Inhibition. Deutlich verstärkte und verlängerte Wirkung ist möglich. Bei An- und Absetzen dieser Kombination sollte ein intensiviertes Monitoring der Phenytoinkonzentration erfolgen und die Phenytoin-Dosis ggf. reduziert werden.
Metoprolol, Timolol Hemmung des Metabolismus von Metoprolol oder Timolol durch CYP2D6-Inhibition. Verstärkte und verlängerte Wirkung ist möglich. Blutdruck und Herzfrequenz müssen überwacht werden. Erwägen Sie die Anwendung eines SSRIs, das CYP2D6 nicht hemmt, wie z. B. Citalopram oder Sertralin.

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Referenzen

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Änderungsverzeichnis

  • 11 Januar 2021 11:54: Neue Monographie "Fluoxetin"
  • 21 Dezember 2020 09:08: Neue Monographie "Fluoxetin"

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung