Kaliumchlorid

Wirkstoff
Kaliumchlorid
Handelsname
KCl retard®, Micro-Kalium®, weiterer ATC-Code: B05XA01
ATC-Code
A12BA01
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen

Darreichungsformen und Hilfsstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Pharmakodynamik und -kinetik

Zulassung
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Kalium ist das wichtigste Kation des Intrazellulärraums, ca. 98 % des Kaliumbestands des Organismus befinden sich intrazellulär. Kalium ist an elektrochemischen Prozessen der Zellen sowie am Kohlenhydrat- und Proteinstoffwechsel beteiligt. Zu einem Kaliummangel kann es durch gesteigerte renale Ausscheidung, erhöhte gastrointestinale Verluste (z. B. durch Erbrechen, Diarrhö oder Fisteln), vermehrte intrazelluläre Kaliumaufnahme (z. B. während einer Azidosebehandlung oder einer Therapie mit Glucose und Insulin) oder unzureichende Kaliumzufuhr kommen. Eine Hypokaliämie geht mit Muskelschwäche, Atonie der gastrointestinalen glatten Muskulatur (Obstipation bis zum paralytischen Ileus), verminderter Konzentrationsfähigkeit der Nieren, EKG Veränderungen und Herzrhythmusstörungen einher.

Pharmakokinetik bei Kindern

Keine Information

Zulassung der Dosierungsempfehlungen in Kindermedika.at

  • Hypokaliämie
    • Oral
      • Off-label
    • Intravenös
      • On-label

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Intravenös, zur Behandlung von Kaliummangel, insbesondere bei hypochlorämischer Alkalose

Die Dosierung sollte entsprechend den aktuellen Elektrolyt-Konzentrationen im Serum, dem Säure Basen-Status und dem individuellen Bedarf des Patienten angepasst werden. Kaliumkonzentrate zur Herstellung einer Infusionslösung müssen vor der Anwendung mit einer kompatiblen i.v.-Lösung verdünnt werden.

Kinder und Jugendliche:
- Bei Kindern muss die Lösung vor der Anwendung auf eine Konzentration von 20-40 mmol KCl/L verdünnt werden.
- Die max. Tagesdosis richtet sich nach dem Schweregrad des Kaliummangels und dem Gesamtzustand des einzelnen Patienten.
- Eine symptomatische Hypokaliämie kann mit einer max. Geschwindigkeit von 1 mmol/kg/h korrigiert werden, wobei eine Geschwindigkeit von 20 mmol/h nicht überschritten werden darf 

(SmPC Kaliumchlorid B. Braun 74,5 mg/ml Infusionslösungskonzentrat)

Oral: Keine Arzneispezialität für Kinder in Österreich zugelassen

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Präparate im Handel

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung 7,45 % (= 1 mol/L). 1 mL enthält: 74,5 mg Kaliumchlorid, entsprechend 1 mmol K+ und 1 mmol Cl-
Überzogene Tablette (Dragee) 600 mg (Kaliumchlorid), entsprechend 8 mmol K+
Retardkapsel 600 mg (Kaliumchlorid), entsprechend 8 mmol K+

Anwendungshinweis:

Intravenöse Anwendung: Nur nach Verdünnung in geeigneten Infusionslösungen als Infusion.

Die Einnahme der Dragees/Kapseln kann zu oder nach den Mahlzeiten erfolgen. Dragees nicht nicht lutschen, nicht zerbeißen.

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:

Die Dragees enthalten: Saccharose

Detaillierte Informationen zu einzelnen Präparaten entnehmen Sie bitte den Fachinformationen.

Weitere praktische Informationen/ Verfügbarkeit

Meldungen zu Vertriebseinschränkungen von Arzneispezialitäten in Österreich (BASG)

Dosierungen

Hypokaliämie
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      • Entsprechend des Serumkaliums dosieren

  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [2]
        • Dosierung je nach Serumkaliumkonzentration, max. 2-3 mmol/kg/Tag
        • Nicht unverdünnt verabreichen: max. Kaliumkonzentration 40 mmol/L
        • Infusionsgeschwindigkeit max. 15-20 mmol/Stunde
        • Höhere Dosen oder schnellere Infusionen müssen mittels EKG überwacht werden
        • Verabreichung über eine große periphere oder zentrale Vene

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Hyperkaliämie, Magen-Darm-Störungen (oral), Darmulcera (oral)

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Orale Verabreichung:

Selten (0,01-0,1%): Übelkeit, Blähungen, Erbrechen, Bauchschmerzen, Diarrhoe. Pruritus und/oder Hautausschläge sowie Urtikaria

Sehr selten (0,01-0,1%): Verschluss, Blutung und Ulzeration, mit oder ohne Perforation des oberen oder unteren Gastrointestinaltrakts

Häufigkeit nicht bekannt: Gefährliche Hyperkaliämien können auftreten, wenn die Ausscheidung oder Verteilung von Kalium im Körper gestört ist

Intravenöse Verabreichung:

Häufigkeit nicht bekannt: Azidose, Hyperchlorämie, bei zu schneller Infusion: Herzrhythmusstörungen, Übelkeit, lokale Reaktionen am Verabreichungsort, einschließlich lokaler Schmerzen, Venenreizung, Thrombophlebitis und Extravasation

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

Intravenöse Anwendung:

  • Hyperkaliämie
  • Hyperchlorämie

Orale Anwendung:

  • Hyperkaliämie
  • Hyperkalämische periodische Paralyse (Patienten sind während der Attacken oft normokalämisch, nicht hyperkalämisch. Attacken werden durch Kaliumzufuhr ausgelöst.)
  • Schwere Niereninsuffizienz
  • Gleichzeitige Anwendung von Kalium-sparenden Diuretika (Spironolacton, Triamteren, Amilorid)
  • verzögerte oder verhinderte Magen-Darm-Passage
  • partieller oder totaler Ösophagusverschluss
  • Jegliche Stenosen oder Atonien im gesamten Magen-Darm-Trakt
  • Aktive gastrointestinale Ulcera

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

 

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Cave bei gleichzeitiger Anwendung kaliumsparender Diuretika und bei Niereninsuffizienz

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://aspregister.basg.gv.at).

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

KALIUM

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Kalium
A12BA30

Referenzen

  1. Rademaker C.M.A. et al, Geneesmiddelen-Formularium voor Kinderen, 2007
  2. Centrafarm Services BV, SmPC Kaliumchloride (RVG 55104) 31-08-2012, www.geneesmiddelinformatiebank.nl
  3. B.Braun Melsungen AG, SmPC Kaliumchlorid B. Braun 74,5 mg/ml Konz z Herst e Inflsg (1-18536), 03-2021, https://medikamente.basg.gv.at/
  4. G.L. Pharma, SmPC Micro-Kalium retard-Kapseln 600 mg (1-18711), 10-2023, https://medikamente.basg.gv.at/
  5. Gebro Pharma GmbH, SmPC KCl retard SlowK 600 mg Dragees (15766), 11-2020, https://medikamente.basg.gv.at/

Änderungsverzeichnis

  • 20 Mai 2026 12:15: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung