Erythromycin

Wirkstoff
Erythromycin
Handelsname
Erythrocin®
ATC-Code
J01FA01
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

Zulassungsstatus bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren:

  • Infektionen
    • Oral
      • >28 Tage: On-label
      • >12 bis <14 Jahre und >2000 g Erythromycin: Off-label
      • ≤28 Tage: Off-label
    • Intravenös
      • On-label
      • Neugeborene: >15 mg/kg/Tag: Off-label

        Säuglinge und Kinder ≤12 Jahre bzw. <40 kg: >40 mg/kg/Tag: Off-label

  • Gestörte Magenentleerung (Prokinetikum)
    • Oral
      • Off-label
  • Genitookuläre Chlamydia trachomatis Infektion
    • Oral
      • >28 Tage: On-label
      • ≤28 Tage: Off-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Darreichungsformen

Granulat für orale Suspension 1000 mg/Dosierbriefchen
Trockensubstanz zur Infusionsbereitung 1000 mg

Allgemein

Erythromycin liegt im Granulat für orale Suspension als Ethylsuccinat vor. Der Wirkstoffgehalt bezieht sich auf Erythromycin in Reinform. Die Einnahme während einer Mahlzeit beeinträchtigt die Resorption von Erythromycin, deshalb sollte sie 1 – 2 Stunden davor oder danach erfolgen.

In der Trockensubstanz zur Infusionsbereitung liegt Erythromycin als Lactobionat vor. Der Wirkstoffgehalt bezieht sich auf Erythromycin in Reinform. Inkompatibilitäten der Lösung von Erythromycin müssen aufgrund seiner pH-Wert-abhängigen Stabilität beachtet werden.

Präparate mit für Kinder potentiell problematischen Hilfsstoffen:

Präparate Darreichungsform Stärke Problematische Hilfsstoffe
ERYTHROCIN® Granulat für orale Suspension 1000 mg Saccharose, Saccharin

Die Fachinformationen wurden 07/2019 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Pharmakodynamik

Erythromycin ist ein Makrolid-Antibiotikum, das bakteriostatisch durch Hemmung der Proteinbiosynthese wirkt. Die Wirkung hängt im Wesentlichen von der Zeitdauer ab, während der der Wirkstoffspiegel über der minimalen Hemmkonzentration des Erregers liegt.

In der Regel empfindliche Spezies: Actinomyces isrealii, Corynebacterium diphtheriae, Corynebacterium minutissimum, Streptococcus pyogenes, Bordetella pertussis, Campylobacter jejuni, Legionella pneumophila, Moraxella catarrhalis, Neisseria gonorrhoeae, Propionibacterium acnes, Chlamydia trachomatis, Chlamydophila pneumoniae, Mycoplasma pneumoniae, Ureaplasma urealyticum

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können: Staphylococcus aureus (Methicillin-sensibel), Staphylococcus aureus (Methicillin-resistent), Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae, Treponema pallidum

Von Natur aus resistente Spezies: Escherichia coli, Klebsiella spp., Pseudomonas aeruginosa, Mycoplasma hominis

Pharmakokinetik

Folgende kinetische Daten von Erythromycin-Ethylsuccinat wurden bei Kindern unter 4 Monaten ermittelt (Patamasucon):

  1 ED 10 mg/kg Steady-state 40 mg/kg
Cmax (µg/ml) 1,1 ± 0,5 1,3 ± 0,2
Tmax (Stunden) 1,8 ± 0,48 0,8 ± 0,11
t½ (Stunden) 2,26 ± 0,41 2,42 ± 0,31

Dosierungen

Bakterielle Infektionen
  • Oral
    • < 1 Woche
      [1]
      • 20 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
      • Anwendungshinweis:

        Die Einnahme während einer Mahlzeit beeinträchtigt die Resorption von Erythromycinsuccinat, deshalb sollte sie 1 – 2 Stunden davor oder danach erfolgen.

    • 1 Woche bis 4 Wochen
      [1]
      • 30 mg/kg/Tag in 3 Dosen.
      • Anwendungshinweis:

        Die Einnahme während einer Mahlzeit beeinträchtigt die Resorption von Erythromycinsuccinat, deshalb sollte sie 1 – 2 Stunden davor oder danach erfolgen.

    • 1 Monat bis 4 Jahre
      [1] [9]
      • 30 - 50 mg/kg/Tag in 3 Dosen, max: 1.000 mg/Tag.
    • 4 Jahre bis 8 Jahre
      [9]
      • 30 - 50 mg/kg/Tag in 3 Dosen, max: 1.500 mg/Tag.
      • Anwendungshinweis:

        Die Einnahme während einer Mahlzeit beeinträchtigt die Resorption von Erythromycinsuccinat, deshalb sollte sie 1 – 2 Stunden davor oder danach erfolgen.

    • 8 Jahre bis 12 Jahre
      [9]
      • 30 - 50 mg/kg/Tag in 3 Dosen, max: 2.000 mg/Tag.
      • Anwendungshinweis:

        Die Einnahme während einer Mahlzeit beeinträchtigt die Resorption von Erythromycinsuccinat, deshalb sollte sie 1 – 2 Stunden davor oder danach erfolgen.

    • 12 Jahre bis 15 Jahre
      [9]
      • 30 - 50 mg/kg/Tag in 3 Dosen, max: 3.000 mg/Tag.
      • Anwendungshinweis:

        Die Einnahme während einer Mahlzeit beeinträchtigt die Resorption von Erythromycinsuccinat, deshalb sollte sie 1 – 2 Stunden davor oder danach erfolgen.

    • ≥ 15 Jahre
      [9]
      • 30 - 50 mg/kg/Tag in 3 Dosen, max: 4.000 mg/Tag.
      • Anwendungshinweis:

        Die Einnahme während einer Mahlzeit beeinträchtigt die Resorption von Erythromycinsuccinat, deshalb sollte sie 1 – 2 Stunden davor oder danach erfolgen.

  • Intravenös
    • < 1 Woche und Geburtsgewicht < 2000 g
      [1]
      • 20 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
      • Die intravenöse Verabreichung muss langsam erfolgen (über 30-60 Minuten); bei zu schneller Verabreichung wurden Rhythmusstörungen verzeichnet.

    • < 1 Woche und Geburtsgewicht ≥ 2000 g
      [9]
      • 30 - 45 mg/kg/Tag in 3 Dosen.
      • Die intravenöse Verabreichung muss langsam erfolgen (über 30-60 Minuten); bei zu schneller Verabreichung wurden Rhythmusstörungen verzeichnet.

    • 1 Woche bis 4 Wochen
      [9]
      • 30 - 45 mg/kg/Tag in 3 Dosen.
      • Die intravenöse Verabreichung muss langsam erfolgen (über 30-60 Minuten); bei zu schneller Verabreichung wurden Rhythmusstörungen verzeichnet.

    • 1 Monat bis 2 Jahre
      [9]
      • 30 - 50 mg/kg/Tag in 4 Dosen, max: 500 mg/Tag.
      • Die intravenöse Verabreichung muss langsam erfolgen (über 30-60 Minuten); bei zu schneller Verabreichung wurden Rhythmusstörungen verzeichnet.

    • 2 Jahre bis 8 Jahre
      [9]
      • 30 - 50 mg/kg/Tag in 4 Dosen, max: 1.000 mg/Tag.
      • Die intravenöse Verabreichung muss langsam erfolgen (über 30-60 Minuten); bei zu schneller Verabreichung wurden Rhythmusstörungen verzeichnet.

    • 8 Jahre bis 18 Jahre
      [9]
      • 30 - 50 mg/kg/Tag in 4 Dosen, max: 4.000 mg/Tag.
      • Die intravenöse Verabreichung muss langsam erfolgen (über 30-60 Minuten); bei zu schneller Verabreichung wurden Rhythmusstörungen verzeichnet.

Gestörte Magenentleerung (Prokinetikum)
  • Oral
    • Frühgeborene Gestationsalter 32 Wochen bis 37 Wochen
      [2] [3] [6] [7] [11]
      • Erythromycin (als Ethylsuccinat): 12 mg/kg/Tag in 4 Dosen.
      • Anwendungshinweis:

        Die Einnahme während einer Mahlzeit beeinträchtigt die Resorption von Erythromycinsuccinat, deshalb sollte sie 1 – 2 Stunden davor oder danach erfolgen.

    • Neugeborene
      • Erythromycin (als Ethylsuccinat): 12 mg/kg/Tag in 4 Dosen.
      • Anwendungshinweis:

        Die Einnahme während einer Mahlzeit beeinträchtigt die Resorption von Erythromycinsuccinat, deshalb sollte sie 1 – 2 Stunden davor oder danach erfolgen.

    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [2] [3] [6] [7] [11]
      • 20 mg/kg/Tag in 2 - 4 Dosen.
      • Anwendungshinweis:

        Die Einnahme während einer Mahlzeit beeinträchtigt die Resorption von Erythromycinsuccinat, deshalb sollte sie 1 – 2 Stunden davor oder danach erfolgen.

      • Die diversen RCT’s und Reviews geben keine Klarheit bzgl. der Wirkung von Erythromycin als Prokinetikum bei Kindern zwischen 1 Monat bis 18 Jahren. Des Weiteren besteht in allen Altersklassen keine Klarheit bzgl. der optimalen Dosierung von Erythromycin als Prokinetikum und keine Langzeiterfahrung in dieser Indikation. Es wurden jedoch relevante Nebenwirkungen und Interaktionen von Erythromycin verzeichnet. Deshalb wird empfohlen, Erythromycin als Prokinetikum selektiv und mit großer Zurückhaltung zu verschreiben.

Chlamydia trachomatis (einschließlich neonataler Konjunktivitis)
  • Oral
    • Neugeborene
      [13] [20] [21]
      • 50 mg/kg/Tag in 3 - 4 Dosen.
      • Behandlungsdauer: 10-14 Tage
      • Anwendungshinweis:

        Die Einnahme während einer Mahlzeit beeinträchtigt die Resorption von Erythromycinsuccinat, deshalb sollte sie 1 – 2 Stunden davor oder danach erfolgen.

    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [13] [20] [21]
      • 50 mg/kg/Tag in 3 - 4 Dosen.
      • Behandlungsdauer: 10-14 Tage
      • Anwendungshinweis:

        Die Einnahme während einer Mahlzeit beeinträchtigt die Resorption von Erythromycinsuccinat, deshalb sollte sie 1 – 2 Stunden davor oder danach erfolgen.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

Auf Basis der Kinetik ist nicht anzunehmen, dass eine Anpassung der Dosierung erforderlich ist (Hartwig, SmPC).

MAKROLIDE, LINCOSAMIDE UND STREPTOGRAMINE

Makrolide

Azithromycin

Zithromax®
J01FA10

Clarithromycin

Klacid®, diverse Generika
J01FA09
Lincosamide

Clindamycin (oral/intravenös)

Dalacin®, diverse Generika
J01FF01

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Gastrointestinale Störungen, hyperthrophe Pylorusstenose, Arrhythmien, Leberfunktionsstörungen

Schwere kutane Überempfindlichkeitsreaktionen (Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse) treten vor allem bei Kindern aller Altersstufen auf (SmPC).

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Magen-Darm-Störungen meist leichter Natur in Form von Anorexie, Brechreiz, Erbrechen, Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Krämpfe, weiche Stühle oder Durchfall

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Überempfindlichkeit gegen Makrolid-Antibiotika
  • schwere Leberinsuffizienz
  • gleichzeitige Einnahme von Ergotamin oder Dihydroergotamin
  • angeborene oder erworbene QT-Intervallverlängerung
  • Störungen des Elektrolythaushaltes (besonders bei einer Hypokaliämie und Hypomagnesiämie)
  • klinisch relevante Herzrhythmusstörungen (z.B. ventrikulären Arrhythmien) oder bei schwerer dekompensierter Herzinsuffizienz (NYHA IV)
  • gleichzeitige Einnahme mit bestimmten Antihistaminika wie Domperidon, Terfenadin sowie Astemizol oder auch Wirkstoffen wie Cisaprid oder Pimozid, da es zu QT-Intervallverlängerungen im EKG und unter Umständen zu lebensbedrohlichen ventrikulären Arrhythmien (Torsade de pointes) kommen kann
  • gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln, die ebenfalls zu einer Verlängerung des QT-Intervalls führen können, wie z.B. Antiarrhythmika der Klassen IA und III, bestimmte Neuroleptika, tri- und tetrazyklische Antidepressiva, Arsentrioxid, Methadon und Budipin, bestimmte Fluorchinolone, Imidazol-Antimykotika und Antimalariamittel sowie Pentamidin i.v.
  • gleichzeitige Einnahme von Simvastatin, Lovastatin oder Atorvastatin. Die Behandlung mit diesen Arzneimitteln muss während der Einnahme von Erythromycin unterbrochen werden
  • Bolusinjektion sowie intramuskuläre Verabreichung

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Erythromycin kann als Infusion verabreicht schmerzhaft sein.

Die Verordnung von Erythromycin als Prokinetikum muss gut überlegt erfolgen, da der Arzneistoff viele Nebenwirkungen und Interaktionen verursacht und zu Resistenz führen kann. Die Verschreibung in dieser therapeutischen Indikation muss selektiv und sehr zurückhaltend erfolgen.

Die Anwendung von Makroliden bei Kindern ist in den ersten 2 Wochen nach der Geburt mit einem stark erhöhten Risiko von Pylorusstenosen verbunden (relatives Risiko (RR): 29,8). Die Anwendung von Makroliden bei Kindern zwischen 14 und 120 Tagen führt zu einem dreifach erhöhten Risiko (RR: 3,24). Aus diesem Grunde muss Erythromycin an Kinder unter 4 Monaten zurückhaltend verschrieben werden. Diese Diagnose ist im Falle von Erbrechen oder einer Reizung beim Füttern zu berücksichtigen.

Die Dosis muss bei Kindern mit Leberfunktionsstörungen angepasst werden.

Die langfristige oder wiederholte Verwendung von Erythromycin kann zu einem übermäßigen Wachstum nicht-empfindlicher Bakterien oder Pilze führen. Die intravenöse Verabreichung muss langsam erfolgen (über 30-60 Minuten); bei zu schneller Verabreichung wurden Rhythmusstörungen beobachtet.
 

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

  • QT-Verlängerung und selten Arrhythmien, u.a. Torsade-de-pointes, sind aufgetreten. Siehe „Gegenanzeigen“.
  • Bei Elektrolytstörungen ist vor der Erythromycin-Therapie der Elektrolythaushalt auszugleichen, da Elektrolytstörungen das Arrhythmierisiko erhöhen.
  • Entwicklung einer Beeinträchtigung des Sehens ist nach Erythromycin-Exposition möglich. Bestehende Fehlfunktionen des Mitochondrienstoffwechsels wie Leber hereditäre Optikus-Atrophie oder autosomal dominant erbliche Optikus-Atrophie spielen möglicherweise eine Rolle.
  • Exazerbation einer Myasthenia gravis ist möglich.
  • Schwere, lebensbedrohliche allergische Reaktionen wie schwere Hauterscheinungen, Anaphylaxie oder angioneurotisches Ödem sind aufgetreten.
  • Streptococcus pneumoniae ist häufig resistent gegen Makrolide, weshalb Erythromycin nicht Mittel der ersten Wahl zur Behandlung der ambulant erworbenen Pneumonie ist.
  • Es besteht eine Kreuzallergie mit anderen Makroliden.
  • Es besteht eine Kreuzresistenz mit anderen Makroliden und Lincomycinen.
  • Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhoe und pseudomembranöse Colitis sind bis zu 10 Wochen nach Therapieende aufgetreten.
  • Vorsicht bei Leberfunktionsstörungen. Vorsicht bei Anzeichen wie Juckreiz, Gelbsucht, Dunkelfärbung des Urins, Appetitlosigkeit und Druckempfindlichkeit.
  • Eine längerdauernde Therapie (2 – 3 Wochen) kann selten zu einer intrahepatischen Cholestase bzw. einem cholestatischen Ikterus führen. Diese Reaktionen können auch schon bei Erstanwendung auftreten. Die Gefahr steigt durch wiederholte Anwendung bzw. bei Therapiedauer >10 Tage.
  • Bei einer Therapiedauer länger als 3 Wochen wird eine regelmäßige Kontrolle des Blutbildes, der Leber- und Nierenfunktionswerte empfohlen.
  • Bei Langzeittherapie oder wiederholter Anwendung ist eine Superinfektion mit unempfindlichen Erregern möglich.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

Die Kombination von Erythromycin mit folgenden Arzneistoffen ist kontraindiziert:

  • Antiarrhythmika der Klasse Ia und III, Neuroleptika, tri- und tetrazyklische Antidepressiva, Antibiotika (bestimmte Fluorchinolone, Imidazol-Antimykotika und Antimalariamittel), einige Zytostatika (z.B. Arsentrioxid), einige nicht-sedierende Antihistaminika (z.B. Astemizol, Terfenadin, Ebastin), Methadon, Budipin, Cisaprid, Pentamidin i.v. gemeinsam mit Erythromycin i.v.. Arzneimittel die das QT-Intervall verlängern dürfen nicht gemeinsam mit Erythromycin verabreicht werden.
  • Ergotamin-Präparate führen gemeinsam mit Erythromycin zu einem erhöhten Risiko für Vasospasmen und Ischämien.
  • Die zeitgleiche Einnahme von Simvastatin, Atorvastatin und Lovastatin ist aufgrund des erhöhten Rhabdomyolyserisikos kontraindiziert.

Weitere Wechselwirkungen:

  • Durch verminderte Elimination kann es zu erhöhten Theophyllin-Plasmaspiegeln kommen. Eine Überwachung des Blutspiegels ist erforderlich. Gleichzeitig senkt Theophyllin die Erythromycin-Plasmakonzentration durch Beschleunigung der renalen Elimination.
  • Erythromycin ist ein mäßiger Hemmer von CYP3A4 und p-Glykoprotein. Vorsicht in Kombination mit Arzneistoffen, die hauptsächlich über CYP3A4 metabolisiert werden wie z.B.: Alfentanil, Aprepitant, Astemizol, Bromocriptin, Carbamazepin, Cilostazol, Ciclosporin, Digoxin, Dihydroergotamin, Disopyramid, Eletriptan, Ergotamin, Hexobarbiton, Methylprednisolon, Midazolam, Omeprazol, Phenytoin, Chinidin, Rifabutin, Sildenafil, Sirolimus, Tacrolimus, Temsirolimus, Terfenadin, Theophyllin, Triazolam, Vinblastin, Zopiclon, und Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen z.B. Fluconazol, Ketoconazol und Itraconazol.
    Eine geeignete Überwachung und gegebenenfalls Dosisanpassung wird empfohlen.
  • Erythromycin selbst ist Substrat von CYP3A4. Arzneimittel, die CYP3A4 induzieren wie Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital oder Johanniskraut können zu subtherapeutischen Spiegeln von Erythromycin führen. Die CYP-Induktion bleibt ca. 2 Wochen nach Absetzen des Induktors bestehen. CYP-Hemmer wie Cimetidin führen zu steigenden Erythromycin-Plasmaspiegeln.
  • Colchicintoxizität ist unter Erythromycin-Therapie aufgetreten.
  • Gemeinsam mit Verapamil sind Bradyarrhythmien, Hypotonie und Laktatazidose aufgetreten.
  • Die bakterizide Wirkung von Beta-Laktamen sowie die Wirkung von Clindamycin und Lincomycin können von Erythromycin antagonisiert werden.

Antibiotika-Wechselwirkungen allgemein:

  • Antibiotika können die Immunantwort auf bakterielle Lebendimpfstoffe reduzieren (z.B. Vivotif®: 3 Tage vor und nach Antibiotikatherapie sollte Vivotif® nicht angewendet werden, bei Antibiotika mit Langzeitwirkung, z.b. Azithromycin, muss ein längerer Abstand eingehalten werden)
  • Die Wirkung von Vitamin-K-Antagonisten kann beeinflusst werden. Eine Kontrolle der Gerinnungsparameter (INR) wird empfohlen.

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Referenzen

  1. Hartwig NC, et al, Vademecum pediatrische antimicrobiële therapie [Vademecum pädiatrische antimikrobielle Therapie], 2005
  2. Chicella MF, et al, Prokinetic drug therapy in children: a review of current options, Ann Pharmacother, 2005, 39, 706-11
  3. Curry JI, et al, Review article: erythromycin as a prokinetic agent in infants and children, Aliment Pharmacol Ther, 2001, 15, 595-603
  4. Honein MA, et al, Infantile hypertrophic pyloric stenosis after pertussis prophylaxis with erythromycin: a case review and cohort study, Lancet, 1999, 354, 2101-5
  5. Mahon BE, et al, Maternal and infant use of erythromycin and other macrolide antibiotics as risk factors for infantile hypertrophic pyloric stenosis., J Pediatr, 2001, 139, 380-4
  6. Ng PC, Use of oral erythromycin for the treatment of gastrointestinal dysmotility in preterm infants, Neonatology, 2009, 95(2), 97-104
  7. Patole S, et al, Erythromycin as a prokinetic agent in preterm neonates: a systematic review, Arch Dis Child Fetal Neonatal Ed, 2005, 90, 301-6
  8. Waites KB, et al, Serum concentrations of erythromycin after intravenous infusion in preterm neonates treated for Ureaplasma urealyticum infection, Pediatr Infect Dis J., 1994, 13, 287-93
  9. Amdipharm Limited, SPC Erythrocine ES (RVG 10248, 01800) 11-2-2016, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  10. Furth van AM et al, Werkboek Infectieziekten bij Kinderen [Arbeitsbuch Infektionskrankheiten bei Kindern], VU Uitgeverij, 2008, 2. Auflage
  11. Lam HS, et al, Use of prokinetics in the preterm infant, Curr Opin Pediatr, 2011 , Apr;23(2), 156-60
  12. Razzaq A, et al, Erythromycin establishes early oral feeding in neonates operated for congenital intestinal atresias, Pediatr Surg Int, 2009, Apr;25(4), 361-4
  13. HJC de Vries et al, Multidisciplinaire richtlijn SOA, Nederlandse Vereniging voor Dermatologie en Venereologie (NVDV) [Multidisziplinäre Leitlinie Sexuell übertragbare Erkrankungen, Niederländische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (NVDV)], 25-02-2019, 61
  14. Lund M., Use of macrolides in mother and child and risk of infantile hypertrophic pyloric stenosis: nationwide cohort study. , BMJ, 2014, 348, g1908
  15. Patamasucon P et al. , Pharmacokinetics of erythromycin ethylsuccinate and estolate in infants under 4 months of age., Antimicrob Agents Chemother. , 1981, May;19(5), 736-9
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  17. Amdipharm, SmPC Erythrocin-lactobionat 1 g Tr.sbst. z. Inf.ber. (9.741), 12/2017
  18. Österreichische Gesellschaft für STD und dermatologische Mikrobiologie, Leitlinien zur Therapie der klassischen Geschlechtskrankheiten und Sexually Transmitted Infections, 11/2018
  19. Emergent Netherlands B.V., SmPC Vivotif 2x10^9 - 2x10^10 CFU magensaftresistente Hartkapsel (2-38557) [siehe Wechselwirkungen], 03/2019
  20. Zikic, A., et al. , Treatment of Neonatal Chlamydial Conjunctivitis: A Systematic Review and Meta-analysis., J Pediatric Infect Dis Soc, 2018, 7(3), e107-e115
  21. Van Egmond-Ebbeling et al. , NVK Werkboek Kinderinfectieziekten [NVK Arbeitsbuch Kinderinfektionskrankheiten], https://werkboeken.nvk.nl/kinderinfectieziekten/Orgaansysteem/Oog#neonataleconjunctivitis

Änderungsverzeichnis

  • 15 Oktober 2019 09:01: Neue Monographie "Erythromycin"

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung