Nalbuphin

Wirkstoff
Nalbuphin
Handelsname
diverse Generika
ATC-Code
N02AF02
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

Zulassungsstatus bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren:

  • Mittelstarke bis starke Schmerzzustände, Aufhebung der opioidinduzierten Atemdepression
    • Intravenös
      • On-label
  • Kombinationsnarkose
    • Intravenös
      • On-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Darreichungsformen

Injektionslösung 10 mg/ml

Allgemein

Nalbuphin ist in der Injektionslösung als Nalbuphin-Hydrochlorid enthalten. Der Wirkstoffgehalt bezieht sich auf Nalbuphinhydrochlorid.

Pharmakodynamik

Nalbuphinhydrochlorid ist ein Opioid, das als partieller Antagonist an den µ-Rezeptoren und als Agonist an den κ-Rezeptoren wirkt. Nalbuphin-Hydrochlorid ist ein stark wirksames Analgetikum, dessen analgetische Potenz auf Gewichtsbasis mit jener von Morphin vergleichbar ist. Eine besondere Eigenschaft des Wirkstoffes besteht in der Antagonisierung von opioidinduzierten Atemdepressionen nach Narkosen aufgrund des partiellen Antagonismus am µ-Rezeptor.

Pharmakokinetik

Keine Information

Dosierungen

Mittelschwere bis starke Schmerzen, einschließlich prä- und postoperativer Schmerzen
  • Intravenös
    • 18 Monate bis 18 Jahre
      [1]
      • 0,1 - 0,2 mg/kg/Dosis, alle 3-6 Stunden wiederholen.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Atem-oder Kreislaufdepression bei Neugeborenen (bei mütterlicher Anwendung während der Entbindung).

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥ 0,1 %):

Sedierung, Dysphorie, Schweißausbrüche, Schläfrigkeit, Vertigo, trockener Mund, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen

Folgende schwerwiegende UAW wurden zudem selten, sehr selten (< 0,1 %) oder mit unbekannter Häufigkeit beobachtet:

Lungenödem

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei Personen mit chronischen Schmerzzuständen, die längere Zeit mit µ-agonistischen Opioiden wie Morphin oder Fentanyl therapiert wurden, kann durch die Anwendung von Nalbuphin ein Entzugssyndrom ausgelöst werden.
  • Vorsicht bei Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma und erhöhtem intrakraniellen Druck.
  • Nalbuphinhydrochlorid wird in der Leber metabolisiert und renal ausgeschieden – die Anwendung von Nalbuphin bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion und/oder schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion hat mit Vorsicht zu erfolgen. Patienten mit leichter bis mittelschwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion können abnormale Reaktionen bei der empfohlenen Dosierung zeigen.
  • 10 mg Nalbuphinhydrochlorid verursachen eine Atemdepression, vergleichbar einer durch 10 mg Morphin verursachten Atemdepression. Im Unterschied zu Morphin gibt es bei der durch Nalbuphinhydrochlorid verursachten Atemdepression einen ‚Ceiling’-Effekt. Schmerzpatienten, die innerhalb kurzer Zeit eine hohe Dosis von Opioiden benötigen, sollte ein Opioid ohne analgetischen ‚Ceiling-Effekt’ verabreicht werden.
  • Nalbuphin darf bei Patienten mit vorbestehenden Atemstörungen (z.B. durch Arzneimittel verursachte Atemstörungen, bei Urämie, Asthma bronchiale, schweren Infektionen, Zyanose oder Atemwegsblockaden) nur mit großer Vorsicht und nur in kleinen Dosen verabreicht werden.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

Interaktionspartner Grund Handlungsempfehlung
Arzneimittel mit zentralnervös dämpfender Wirkung (Morphinderivate, Benzodiazepine, Barbiturate, sedierende Antidepressiva, Pregabalin, etc.) Additive oder synergistische sedierende und/oder atemdepressive Effekte. Kombination vermeiden. Wenn die gleichzeitige Behandlung nötig ist, soll die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich sein. Die Patienten sollen engmaschig auf Atemdepression und Sedierung überwacht werden.

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Referenzen

  1. Altamedics GmbH, SmPC Nubain (RVG 124338) 22-06-2020, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  2. Amomed, SmPC Nalbuphin Amomed 10 mg/ml Inj.lsg. (1-26798), 07/2016
  3. Diagnosia, https://premium.diagnosia.com/check/interactions/search, aufgerufen am 14.08.2020
  4. ABDA, ABDA-Interaktionsdatenbank, aufgerufen am 14.08.2020
  5. wechselwirkungscheck.de, http://www.wechselwirkungscheck.de/index.php, aufgerufen am 14.08.2020

Änderungsverzeichnis

  • 22 März 2021 11:41: Neue Monographie "Nalbuphin"

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung