Terbutalin

Wirkstoff
Terbutalin
Handelsname
Bricanyl®
ATC-Code
R03AC03
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

Zulassungsstatus bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren:

  • Bronchienerweiterung bei intermittierendem Asthma oder obstruktiver Bronchitis
    • Inhalativ
      • < 12 Jahre: Off-label
      • ≥ 12 Jahre: On-label
  • Status asthmaticus

    • Intravenös

      • Off-label

 

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Darreichungsformen:

Pulver zur Inhalation 0,5 mg pro Dosis
Injektionslösung 0,5 mg/ml

Allgemein:

Die im Handel befindlichen Präparate enthalten Terbutalin als Terbutalinsulfat. Der Wirkstoffgehalt bezieht sich auf Terbutalinsulfat.

Detaillierte Hinweise zur Anwendung des Turbohalers sind den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Präparate mit für Kinder potentiell problematischen Hilfsstoffen:

Präparate Arzneiform Stärke Problematische Hilfsstoffe
BRICANYL® Pulver zur Inhalation 0,5 mg Lactose

Die Fachinformationen wurden 01/2021 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

 

Pharmakodynamik

Terbutalin ist ein direkt wirkendes β-Sympathomimetikum mit vorwiegender β2-Selektivität; eine Stimulation der β1-Rezeptoren kommt erst bei höheren Dosen zum Ausdruck. Terbutalin verursacht eine Erschlaffung der glatten Muskulatur in den Bronchien und Blutgefäßen sowie eine Relaxation der Uterusmuskulatur. Terbutalin hemmt auch die Freisetzung von Mediatoren aus den Mastzellen. Ferner ist eine Steigerung der mukoziliären Clearance im Bronchialsystem nachweisbar, wobei der Wirkmechanismus noch nicht eindeutig geklärt ist. Nach Inhalation von Terbutalin tritt die bronchodilatatorische Wirkung nach wenigen Minuten ein. Nach langzeitiger Anwendung von Terbutalin kann ein Verlust der Wirksamkeit eintreten (Toleranzentwicklung).

Pharmakokinetik

Keine Information 

Dosierungen

Bronchienerweiterung bei intermittierendem Asthma oder obstruktiver Bronchitis
Status asthmaticus
  • Intravenös
    • 1 Monat bis 5 Jahre
      [17]
      • Initialdosis: 2 microg./kg/Dosis, einmalig.
      • Erhaltungsdosis: 5 microg./kg/Stunde, Dauerinfusion.
      • Dosis gemäß klinischem Ansprechen und Nebenwirkungen anpassen

         

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

INHALATIVE SYMPATHOMIMETIKA

Selektive Beta2-Adrenozeptoragonisten

Salbutamol

Sultanol®
R03AC02, weiterer ATC-Code R03CC02

Salmeterol

Serevent®
R03AC12
Sympathomimetika in Kombination mit Corticosteroiden oder anderen Mitteln, exkl. Anticholinergika
R03AK07

Salmeterol+Fluticason

Seretide®, diverse Generika
R03AK06

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥ 0,1 %):

Tachykardie, Palpitationen, Tremor, Kopfschmerzen, tonische Muskelkrämpfe, Urtikaria, Exantheme, Hypokaliämie

Folgende ausgewählte UAW wurden zudem selten, sehr selten (< 0,1 %) oder mit unbekannter Häufigkeit beobachtet:

Pectanginöse Beschwerden, Herzrhythmusstörungen, wie z. B. Vorhofflimmern, supraventrikuläre Tachykardie und Extrasystolen, Myokardischämie, paradoxer Bronchospasmus, Übelkeit, Irritationen im Mund und Rachen, Sodbrennen, Miktionsstörungen, Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Anaphylaxie, Quincke-Ödem, Blutdruckabfall), Schlaf- und Verhaltensstörungen wie Unruhe, Hyperaktivität und Rastlosigkeit, Hyperglykämie, Laktatazidose

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

 

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen andere Sympathomimetika
  • Tachykardie
  • idiopathische hypertrophe subvalvuläre Aortenstenose
  • Phäochromozytom

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Beachten Sie das Stufenschema der aktuell gültigen Leitlinie der Global Initiative for Asthma (GINA) (https://ginasthma.org/gina-reports/).

Kurzwirksame Sympathomimetika werden bei akuter Atemnot eingesetzt. Als Monotherapie haben sie keinen oder eventuell einen ungünstigen Effekt auf die bronchiale Hyperreaktivität. Bei einer Anwendung > 3 x pro Woche sollte eine antiinflammatorische Therapie kombiniert werden.


 

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit kürzlich aufgetretenem Herzinfarkt, schlecht eingestelltem Diabetes mellitus, Myokarditis, einer verkürzten Überleitungszeit im EKG (WPW-Syndrom), Mitralvitium, Hypokaliämie, Arteriosklerose, Hypertonie, Aneurysmen, schwerer KHK
  • Über paradoxe Bronchospasmen wurde berichtet. In diesem Fall soll die Therapie sofort abgesetzt werden.
  • Bei Patienten mit Diabetes mellitus sollten wegen des blutzuckersteigernden Effekts von β2-Stimulatoren anfänglich zusätzliche Blutzuckerkontrollen durchgeführt werden.
  • Eine Therapie mit β2-Sympathomimetika kann möglicherweise zu einer schweren Hypokaliämie führen. Das damit verbundene Risiko wird durch eine Hypoxie erhöht, daher ist bei akutem schwerem Asthma besondere Vorsicht erforderlich. Der Serumkaliumspiegel sollte überwacht werden.
  • Eine symptomorientierte Anwendung nach Bedarf ist einer regelmäßigen Anwendung vorzuziehen. Besonders im Fall einer regelmäßigen Anwendung soll eine gleichzeitige entzündungshemmendemTherapie (z.B. mit Corticosteroiden zur Inhalation) in Erwägung gezogen werden.
  • Terbutalin sollte bei Patienten, bei denen ein erhöhtes Ansprechen auf Katecholamine zu erwarten ist, z.B. bei Patienten mit Hyperthyreose, mit Vorsicht angewandt werden.
  • Βei der Anwendung von Sympathomimetika wie Terbutalin können kardiovaskuläre Wirkungen auftreten. Es gibt Hinweise durch Daten nach Markteinführung sowie aus der publizierten Literatur auf Myokardischämie in Zusammenhang mit β-Agonisten.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

Referenzen

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  2. Orhan F, et al, The bronchodilatory effects of loratadine, terbutaline, and both together versus placebo in childhood asthma, J Investig Allergol Clin Immunol, 2003, 13(3), 189-92
  3. Stahl E, et al, Dose response to inhaled terbutaline powder and peak inspiratory flow through Turbuhaler in children with mild to moderate asthma, Pediatr Pulmonol, 1996 , Aug;22(2), 106-10
  4. Lin YZ, et al, Terbutaline nebulization and epinephrine injection in treating acute asthmatic children, Pediatr Allergy Immunol, 1996, May;7(2), 95-9
  5. Kaae R, et al, Cumulative high doses of inhaled formoterol have less systemic effects in asthmatic children 6-11 years-old than cumulative high doses of inhaled terbutaline, Br J Clin Pharmacol, 2004 , Oct;58(4), 411-8
  6. Drblik S, et al, Comparative efficacy of terbutaline sulphate delivered by Turbuhaler dry powder inhaler or pressurised metered dose inhaler with Nebuhaler spacer in children during an acute asthmatic episode. , Arch Dis Child. , 2003 , Apr;88(4), 319-23
  7. Hancox RJ, et al , Randomised trial of an inhaled beta2 agonist, inhaled corticosteroid and their combination in the treatment of asthma, Thorax, 1999 , Jun;54(6), 482-7
  8. Oldaeus G, et al, Comparison of Bricanyl Turbuhaler and Ventolin Rotahaler in children with asthma, Ann Allergy Asthma Immunol, 1995, Jan;74(1), 34-7
  9. Goren A, et al, Assessment of the ability of young children to use a powder inhaler device (Turbuhaler). , Pediatr Pulmonol, 1994, Aug;18(2), 77-80
  10. Phanichyakarn P, et al, A comparison of different intervals of administration of inhaled terbutaline in children with acute asthma, Asian Pac J Allergy Immunol, 1992, Dec;10(2), 89-94
  11. Pedersen S, The importance of a pause between the inhalation of two puffs of terbutaline from a pressurized aerosol with a tube spacer, J Allergy Clin Immunol, 1986 , Mar;77(3), 505-9
  12. Hidinger KG, et al, Childhood asthma: improved efficacy of pressurized terbutaline aerosol by use of a 750-ml spacer, Respiration, 1984, 45(2), 157-6
  13. Zarkovic JP, et al, One-year safety study with bambuterol once daily and terbutaline three times daily in 2-12-year-old children with asthma. The Bambuterol Multicentre Study Group, Pediatr Pulmonol, 2000, Jun;29(6), 424-9
  14. Closa RM, et al. , Efficacy of bronchodilators administered by nebulizers versus spacer devices in infants with acute wheezing, Pediatr Pulmonol, 1998 , Nov;26(5), 344-8
  15. NHG, NHG Standaard Astma bij Kinderen [NHG-Standard Asthma bei Kindern], Okt 2006, M24, http://nhg.artsennet.nl/kenniscentrum/k_richtlijnen/k_nhgstandaarden/Samenvattingskaartje-NHGStandaard/M24_svk.htm
  16. AstraZeneca, SmPC Bricanyl Turbohaler 0,5 mg pro Dosis Pulver zur Inhalation, (1-19028), https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/, aufgerufen 20-01-2021
  17. Global Initiative for Asthma (GINA), 2020 GINA Report, Global Strategy for Asthma Management and Prevention, www.ginasthma.org, 2020
  18. AstraZeneca, SmPC Bricanyl Ampullen 0,5 mg (16126) , aufgerufen am 20-01-2021, https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/

Änderungsverzeichnis

  • 17 Februar 2021 16:18: Neue Monographie "Terbutalin"

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung