Cefixim

Wirkstoff
Cefixim
Handelsname
Tricef®
ATC-Code
J01DD08
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

Zulassungsstatus bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren:

  • Infektionen (HNO, untere Atemwege, unkomplizierte HWI):
    • Oral
      • <1 Monate: Off-label
      • ≥1 Monate: On-label
  • Akute, unkomplizierte Gonorrhoe im Bereich der Cervix, Urethra und des Rektums
    • Oral
      • <1 Monat: Off-label
      • ≥1 Monat: On-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Darreichungsformen

Filmtabletten 200 mg
Trockensaft 100 mg/5 ml

Allgemein

Trockensaft und Filmtabletten enthalten Cefixim in Form von Cefixim-Trihydrat. Die Angabe der Wirkstoffkonzentration bezieht sich jeweils auf Cefixim. Die Tablette und die Suspension können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Präparate mit für Kinder potentiell problematischen Hilfsstoffen:

Präparat Darreichungsform Stärke Problematische Hilfsstoffe
Tricef® Trockensaft 100 mg/5 ml Natriumbenzoat, Saccharose

Die Fachinformationen wurden 09/2019 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Pharmakodynamik

Beta-Lactam-Antibiotikum, Cephalosporin der 3. Generation. Der Wirkungsmechanismus von Cefixim beruht auf einer Hemmung der bakteriellen Zellwandsynthese (in der Wachstumsphase) durch Blockade der Penicillinbindenden Proteine (PBPs) wie z. B. der Transpeptidasen. Hieraus resultiert eine bakterizide Wirkung. Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen von der Zeitdauer ab, während der der Wirkstoffspiegel oberhalb der minimalen Hemmkonzentration (MHK) des Erregers liegt.

In der Regel empfindliche Spezies: Streptococcus pyogenes, Haemophilus influenzae, Moraxella catarrhalis, Neisseria gonorrhoeae, Proteus mirabilis

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können: Streptococcus pneumoniae, Citrobacter freundii, Enterobacter cloacae, Escherichia coli, Klebsiella oxytoca, Klebsiella pneumoniae, Morganella morganii, Serratia marcescens.

Von Natur aus resistente Spezies: Enterococcus spp., Staphylococcus spp., Streptococcus pneumoniae (Penicillinintermediär und -resistent), Legionella pneumophila, Pseudomonas aeruginosa, Chlamydia spp., Chlamydophila spp, Mycoplasma spp.

Pharmakokinetik

Kinder und Jugendliche

t1/2: Die Halbwertszeit bei Kindern und Jugendlichen beträgt 3,3 - 3,7 Stunden. Die pharmakokinetischen Werte bei Kindern und älteren Patienten unterscheiden sich nur geringfügig von denen bei Erwachsenen.

Dosierungen

Infektionen (HNO, untere Atemwege, unkomplizierte HWI)
  • Oral
    • 1 Monat bis 12 Jahre
      [1] [3] [5] [7]
      • 8 mg/kg/Tag in 1 - 2 Dosen, max: 400 mg/Tag.
      • Behandlungsdauer: 7 bis zu 10 Tage bei akuter Otitis media und akuter bakterieller Pharyngitis. 1 bis 3 Tage bei unkomplizierter akuter Zystitis bei Frauen.
    • 12 Jahre bis 18 Jahre
      [1] [3] [4] [5] [6] [7]
      • 400 mg/Tag in 1 - 2 Dosen.
      • Behandlungsdauer: 7 bis zu 10 Tage bei akuter Otitis media und akuter bakterieller Pharyngitis. 1 bis 3 Tage bei unkomplizierter akuter Zystitis bei Frauen.
Akute, unkomplizierte Gonorrhoe im Bereich der Cervix, Urethra und des Rektums

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Bei Erwachsenen und Jugendlichen mit einer Kreatinin-Clearance von < 20 ml/min/1,73 m2 wird eine Dosisanpassung auf einmal täglich 200 mg empfohlen. Bei Kindern unter 12 Jahren mit einer Kreatinin-Clearance von < 20 ml/min/1,73 m² sollte nur einmal täglich eine Dosis von 4 mg Cefixim/kg Körpergewicht gegeben werden.

ANDERE BETA-LACTAM-ANTIBIOTIKA

Cephalosporine der 1. Generation

Cefalexin

Keflex®, Ospexin®, diverse Generika
J01DB01
Cephalosporine der 2. Generation

Cefaclor

Ceclor®, diverse Generika
J01DC04

Cefuroxim

Curocef®, Zinnat®, diverse Generika
J01DC02
Cephalosporine der 3. Generation

Cefotaxim

diverse Generika
J01DD01

Cefpodoxim

Biocef®
J01DD13

Ceftazidim

Fortum®, Generika
J01DD02

Ceftriaxon

diverse Generika
J01DD04
Carbapeneme

Meropenem

diverse Generika
J01DH02

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Kopfschmerzen, weiche Stühle, Durchfall, Störungen in Form von Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Übelkeit und Erbrechen, reversibler Anstieg von Leberenzymen (Transaminasen, alkalische Phosphatase) im Serum, Hautausschläge (Erytheme, Exantheme)

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen

  • Bis zum Vorliegen weiterer klinischer Erfahrung sollte Cefixim Früh- und Neugeborenen nicht verabreicht werden
  • Überempfindlichkeit gegen Cephalosporine

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Vorsicht bei Patienten mit allergischer Diathese oder Asthma.
  • Eine Kreuzallergie mit Penicillinen ist möglich.
  • Schwere kutane unerwünschte Reaktionen wie Steven-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse oder Arzneimittelexantheme mit Eosinophilie und systemischen Symptomen wurden beobachtet.
  • Auftreten einer Clostridium-difficile-assoziierten Diarrhoe und einer pseudomembranösen Colitis ist möglich.
  • Bei einer Langzeittherapie mit Cefixim in hoher Dosis sind Nieren- und Leberfunktions- sowie Blutbildkontrollen angezeigt.
  • Bei Langzeittherapie sind Superinfektionen mit unempfindlichen Erregern möglich.
  • Arzneimittel-induzierte hämolytische Anämie, einschließlich schwerer Fälle mit fatalem Ausgang, wurde als Klasseneffekt der Cephalosporine beobachtet.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

  • Probenecid hemmt die Ausscheidung von Cephalosporinen
  • Werden potentiell nephrotoxische Wirkstoffe wie Aminoglykoside, Colistin oder Schleifendiuretika wie Furosemid gemeinsam mit Cefixim appliziert, erhöht sich die Gefahr von Nierenfunktionsstörungen. Vorsicht vor allem bei Patienten mit zugrundeliegenden Beschwerden, bei denen es zur renalen Ischämie kommen kann (z.B. schwere Infektionen). In Kombination mit Cefixim kann es zu einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion bis hin zu einem akuten Nierenversagen kommen.

Antibiotika-Wechselwirkungen allgemein:

  • Antibiotika können die Immunantwort auf bakterielle Lebendimpfstoffe reduzieren (z.B. Vivotif®: 3 Tage vor und nach Antibiotikatherapie sollte Vivotif® nicht angewendet werden, bei Antibiotika mit Langzeitwirkung, z.b. Azithromycin, muss ein längerer Abstand eingehalten werden)
  • Die Wirkung von Vitamin-K-Antagonisten kann beeinflusst werden. Eine Kontrolle der Gerinnungsparameter (INR) wird empfohlen.

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Referenzen

  1. Merck, SmPC Tricef Trockensaft (1–19111), 12/2014
  2. Emergent Netherlands B.V., SmPC Vivotif 2x10^9 - 2x10^10 CFU magensaftresistente Hartkapsel (2-38557), 03/2019
  3. STADApharm, Cefixim STADA 200/400 mg Filmtabletten (80268.00.00 / 80269.00.00), 04/2016
  4. Mylan dura, SmPC Cefixdura 200/400 mg (29641.00.00 / 35584.00.00), 01/2016
  5. STADApharm, SmPC Cefixim STADA 100 mg/5 ml Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (80270.00.00), 04/2016
  6. Aliud Pharma, Cefixim AL 200/400 mg Filmtabletten (92222.00.00 / 92223.00.00), 07/2017
  7. InfectoPharm, SmPC InfectoOpticef Saft 100 mg/ 5 ml (60410.00.00), 09/2016

Änderungsverzeichnis

  • 22 August 2019 11:30: Neue Monographie "Cefixim"

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung