Celecoxib

Wirkstoff
Celecoxib
Handelsname
Celebrex®
ATC-Code
M01AH01
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen

Darreichungsformen und Hilfsstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Pharmakodynamik und -kinetik

Zulassung
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Celecoxib ist ein Nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) und innerhalb des klinischen Dosierungsbereichs (200 mg - 400 mg pro Tag) ein selektiver COX-2-Hemmer. In diesem Dosierungsbereich wurde bei gesunden Freiwilligen keine statistisch signifikante COX-1-Hemmung beobachtet (gemessen als Ex-vivo-Hemmung der Thromboxan B2 [TxB2]-Bildung).

Pharmakokinetik bei Kindern

Keine Information

Zulassung der Dosierungsempfehlungen in Kindermedika.at

  • Juvenile Idiopathische Arthritis (JIA)
    • Oral
      • Off-label

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Keine Arzneispezialität in Österreich für Kinder zugelassen

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Präparate im Handel

Hartkapseln 100 mg, 200 mg

Anwendungshinweis:

Die Hartkapseln können mit oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Bei Schwierigkeiten mit dem Schlucken der Kapseln kann der Inhalt einer Celecoxib-Kapsel mit 1 TL Apfelmus, Reisbrei, Joghurt oder zerdrückter Banane gemischt und mit einem Glas Wasser (mind. 240 ml) eingenommen werden.

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:

Die Hartkapseln enthalten – je nach Hersteller -: Lactose, Propylengylkol

Detaillierte Informationen zu einzelnen Präparaten entnehmen Sie bitte den Fachinformationen.

Weitere praktische Informationen/ Verfügbarkeit

Meldungen zu Vertriebseinschränkungen von Arzneispezialitäten in Österreich (BASG)

Dosierungen

Juvenile Idiopathische Arthritis (JIA)
  • Oral
    • ≥ 2 Jahre und 10 bis 25 kg
      [1]
      • 100 mg/Tag in 2 Dosen.
    • ≥ 2 Jahre und ≥ 25 kg
      [1]
      • 200 mg/Tag in 2 Dosen.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Anpassung bei Nierenfunktionsstörung wie angegeben:

GFR 50-80 ml/min/1.73 m2
Es ist abzuwägen, ob der Einsatz eines NSAIDs gerechtfertigt ist.
Falls Celecoxib bei Kindern mit Risikofaktoren verschrieben wird: Nierenfunktion vor und innerhalb 1 Woche nach Behandlungsbeginn überprüfen
GFR 30-50 ml/min/1.73 m2
Es ist abzuwägen, ob der Einsatz eines NSAIDs gerechtfertigt ist.
Falls Celecoxib bei Kindern mit Risikofaktoren verschrieben wird: Nierenfunktion vor und innerhalb 1 Woche nach Behandlungsbeginn überprüfen
GFR 10-30 ml/min/1.73 m2
Es ist abzuwägen, ob der Einsatz eines NSAIDs gerechtfertigt ist.
Falls Celecoxib bei Kindern mit Risikofaktoren verschrieben wird: Nierenfunktion vor und innerhalb 1 Woche nach Behandlungsbeginn überprüfen
GFR < 10 ml/min/1.73 m2
Es kann keine allgemeingültige Empfehlung gegeben werden.
Klinische Konsequenzen

Risikofaktoren sind: Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, nephrotisches Syndrom, chronische Nierenerkrankung, Faktoren, die eine Dehydratation begünstigen (z. B. Hitze), Verwendung anderer Medikamente, die die Nierenfunktion beeinträchtigen, wie Diuretika oder RAAS-Hemmer.

NSAIDs (einschließlich COX-2-Hemmer) können aufgrund einer verminderten Nierendurchblutung (aufgrund einer Hypovolämie) ein akutes Nierenversagen verursachen. Im Normalfall wird eine rapide Abnahme der Nierendurchblutung durch eine Erhöhung der renalen Prostaglandinsynthese verhindert. NSAIDs stören diesen Kompensationsmechanismus. Eine reduzierte Nierendurchblutung führt zu Wasser- und Salzretention, was zur Entstehung oder Verschlechterung von Bluthochdruck und Herzinsuffizienz führt.

Bei Dialyse

Hämodialyse/ kontinuierliche venovenöse Hämodialyse/ Hämo(dia)filtration:

  • Restnierenfunktion (Urinproduktion) vorhanden: Nicht anwenden, um die Restnierenfunktion zu erhalten.
  • Restnierenfunktion (Urinproduktion) NICHT vorhanden: Eine Vermeidung der Anwendung ist nicht erforderlich.

Dialysepatient*innen, haben ein höheres Blutungsrisiko, das wahrscheinlich auf eine abnormale Thrombozytenfunktion zurückzuführen ist. Das Blutungsrisiko kann durch die Anwendung eines niedermolekularen Heparins zur Vermeidung einer Koagulation im extrakorporalen Kreislauf zu Beginn der Hämodialyse zusätzlich erhöht werden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Kopfschmerzen, Fieber, Bauchschmerzen, Übelkeit, Arthralgie, Diarrhoe und Erbrechen

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Sehr häufig (≥ 10%): Hypertonie

Häufig (1-10%): Sinusitis, Infektionen der oberen Atemwege, Pharyngitis, Harnwegsinfektionen, Überempfindlichkeit, Schlaflosigkeit, Schwindel, erhöhter Muskeltonus, Kopfschmerzen, Herzinfarkt, Rhinitis, Husten, Dyspnoe, Übelkeit, Bauchschmerzen, Diarrhoe, Dyspepsie, Flatulenz, Erbrechen, Dysphagie, Ausschlag, Pruritus, Arthralgie, grippeartige Erkrankung, Ödem peripher, Flüssigkeitsretention, grippeartige Erkrankung

Gelegentlich (0,1-1%): Anämie, Hyperkaliämie, Angstzustände, Depression, Fatigue, Insult, Parästhesie, Somnolenz, Sehen verschwommen, Konjunktivitis, Tinnitus, verminderte Hörleistung, Herzinsuffizienz, Palpitationen, Tachykardie, Bronchospasmus, Obstipation, Gastritis, Stomatitis, gastrointestinale Entzündung, Aufstoßen, Leberfunktion abnormal, Leberenzym erhöht (einschließlich Erhöhung von SGOT und SGPT), Urtikaria, Ekchymose, Muskelspasmen (Beinkrämpfe), Kreatinin im Blut erhöht, Blutharnstoff erhöht, Gesichtsödeme, Brustschmerzen

Selten (0,1-0,01%): Leukopenie, Thrombozytopenie, Verwirrungszustand, Halluzinationen, Ataxie, Geschmacksstörung, Augenblutung, Arrhythmie, Lungenembolie, Flush, Pneumonitis, gastrointestinale Blutungen, Ulkus duodeni, Magengeschwür, Ösophagusulkus, Darmulkus, Dickdarmulkus, Darmperforation, Ösophagitis, Melaena, Pankreatitis, Colitis, Hepatitis, Angioödem, Alopezie, Lichtempfindlichkeit, Nierenversagen akut, Hyponatriämie, Menstruationsstörungen

Sehr selten (< 0,01%): Panzytopenie, anaphylaktischer Schock, anaphylaktische Reaktion, (letale) intrakranielle Blutung, aseptische Meningitis, Geschmacksverlust, Verlust des Geruchsinns, Verschluss einer Netzhautarterie, Verschluss einer Netzhautvene, Vaskulitis, Leberinsuffizienz (in einigen Fällen letal oder mit Bedarf für eine Lebertransplantation), (letale) Hepatitis fulminant verlaufend, Lebernekrose, Cholestase, Hepatitis cholestatisch, Gelbsucht, Dermatitis exfoliativa, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), Dermatitis bullös, Myositis, tubulointerstitielle Nephritis, nephrotisches Syndrom, Glomerulonephritis

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Bekannte Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide
  • Aktive peptische Ulzera oder gastrointestinale Blutungen
  • Patient*innen, die nach Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) einschließlich COX-2-Hemmern mit Asthma, akuter Rhinitis, Nasenschleimhautpolypen, angioneurotischen Ödemen, Urtikaria oder sonstigen allergischen Erkrankungen reagiert haben.
  • Schwere Leberfunktionsstörung (Serum-Albumin <25 g/L oder Child-Pugh-Score >10)
  • Geschätzte Kreatinin-Clearance <30 mL/min
  • Entzündliche Darmerkrankungen
  • Dekompensierte Herzinsuffizienz (NYHA II bis IV)
  • Klinisch gesicherte ischämische Herzkrankheit, periphere arterielle Verschlusskrankheit und/oder zerebrovaskuläre Erkrankungen

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://aspregister.basg.gv.at/).

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

NICHTSTEROIDALE ANTIPHLOGISTIKA UND ANTIRHEUMATIKA

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Essigsäure-Derivate und verwandte Substanzen

Diclofenac

Voltaren®, diverse Generika
M01AB05

Indometacin

Indocid®
M01AB01
Oxicame

Piroxicam

Felden®
M01AC01
Propionsäure-Derivate

Dexibuprofen

Seractil®, diverse Generika
M01AE14

Ibuprofen

Brufen®, Nureflex®, Nurofen®, diverse Generika
M01AE01

Naproxen

Aleve®, Proxen®, diverse Generika
M01AE02
Fenamate

Mefenaminsäure

Parkemed®, diverse Generika
M01AG01

Referenzen

  1. Pfizer, Product Label Celebrex (USA)- dec 2008, www.accessdata.fda.gov

Änderungsverzeichnis

  • 10 Juli 2023 16:11: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung