Citalopram

Wirkstoff
Citalopram
Handelsname
Seropram®, diverse Generika
ATC-Code
N06AB04
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

Zulassungsstatus bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren:

  • Zwangsstörung, Depression und Autismus-Spektrum-Störungen
    • Oral
      • Off-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Darreichungsformen

Filmtabletten 10 mg, 20 mg, 30 mg, 40 mg
Konzentrat zur Infusionsbereitung 20, 40 mg

Allgemein

Die Filmtabletten enthalten Citalopram als Hydrobromid. Der Wirkstoffgehalt bezieht sich auf Citalopram. Die Filmtabletten sind unabhängig von den Mahlzeiten einzunehmen. Das Konzentrat zur Infusionsbereitung darf nicht als Injektion, weder i.v. noch i.m. verabreicht werden.

Präparate mit für Kinder potentiell problematischen Hilfsstoffen:

Präparate Arzneiform Stärke Problematische Hilfsstoffe
SEROPRAM® Filmtabletten 10/20 mg Lactose
CITALOPRAM 1A Pharma® Filmtabletten 20 mg Lactose
CITALOPRAM Arcana® Filmtabletten 10/20/40 mg Lactose
CITALOPRAM Hexal® Filmtabletten 20/30/40 mg Lactose
CITALOPRAM Bluefish® Filmtabletten 10/20/40 mg Lactose

Die Fachinformationen wurden 09/2020 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Pharmakodynamik

Citalopram gehört zur Gruppe der Antidepressiva. Citalopram ist ein sehr selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und hat keinen oder nur minimalen Effekt auf die Noradrenalin- (NA), Dopamin- (DA) und Gamma-Aminobuttersäure-(GABA) Aufnahme. Eine Langzeitbehandlung führt nicht zu einer Toleranzentwicklung. Citalopram hat keine oder nur eine sehr niedrige Affinität zu einer Reihe von anderen Rezeptoren, darunter 5-HT1A- , 5-HT2-, Dopamin D1- und D2- Rezeptoren sowie α1-, α2-, β-Adrenorezeptoren und Histamin H1-, Benzodiazepin- und Opioidrezeptoren und cholinergen Rezeptoren vom Muskarin-Typ. 

Pharmakokinetik

Pharmakokinetische Parameter wurden bei Kindern nicht untersucht.
Metabolisierung: zu wenigen aktiven Metaboliten u. a. über CYP2C19 und CYP2D6.

 

Dosierungen

Zwangsstörung, Depression und Autismus-Spektrum-Störungen (ASS)
  • Oral
    • Tablette
      • 6 Jahre bis 18 Jahre
        [1] [2] [3] [4] [5] [7] [8]
        • Initialdosis: 5 - 10 mg/Tag in 1 Dosis abends.
        • Erhaltungsdosis: je nach klinischem Ansprechen und Verträglichkeit ist die Initialdosis einmal in 1-2 Wochen um 5-10 mg zu erhöhen auf max. 40 mg/Tag in 1 - 2 Dosen.
        • Beim Absetzen Dosierung über 1-2 Wochen ausschleichen

          Die Informationen zur Anwendung von Citalopram bei Autismus-Spektrum-Störungen bei Kindern beschränken sich auf einige kleine Open-Label-Studien (die keine Auswirkung auf die Kernsymptome zeigten).

          Citalopram darf ausschließlich durch einen Spezialisten des Fachgebiets Kinder- und Jugendpsychiatrie verordnet werden. Die Dosis muss individuell festgelegt sowie die niedrigste mögliche Dosis verwendet werden.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

ANTIDEPRESSIVA

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer

Fluoxetin

Fluctine®, diverse Generika
N06AB03

Fluvoxamin

Floxyfral®
N06AB08

Sertralin

Tresleen®, diverse Generika
N06AB06

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

  • Appetitlosigkeit (Shirman), gesteigertes Energieniveau, Enthemmung, impulsives und aufdringliches Verhalten, Hyperaktivität, stereotypes Verhalten, trockene Haut (King), Sedierung und Impotenz

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥ 0,1 %):
Somnolenz, Insomnie, Tremor, Benommenheit, Nervosität, Unruhe, Kopfschmerzen, Palpitationen, trockener Mund, Übelkeit, Obstipation, vermehrtes Schwitzen, Asthenie, Appetitverlust, Gewichtsverlust, Agitiertheit, verringerte Libido, Ängstlichkeit, Nervosität, Verwirrtheit, abnormale Träume, Konzentrationsstörungen, Parästhesien, Schwindel, Störungen der Aufmerksamkeit, Geschmacksstörungen, Amnesie, Sehstörungen, Mydriasis, Tinnitus, Tachykardie, orthostatische Hypotonie, Gähnen, Rhinitis, Diarrhö, Erbrechen, Flatulenz, Dyspepsie, Bauchschmerzen, vermehrter Speichelfluss, Pruritus, Myalgie, Arthralgie, Harnretention, Impotenz, Ejakulationsstörungen, Fatigue, Vermehrter Appetit, Gewichtzunahme, Aggression, Depersonalisation, Halluzinationen, Manie, Synkope, extrapyramidale Störungen, Krampfanfall, Bradykardie, Husten, abnormaler Leberfunktionstest, Urtikaria, Alopezie, Hautausschlag, Purpura, Photosensibilisierung, Menorrhagie, Ödeme, Unwohlsein

Folgende schwerwiegende UAW wurden zudem selten, sehr selten (< 0,1 %) oder mit unbekannter Häufigkeit beobachtet:
Im EKG QT verlängert; Ventrikuläre Arrhythmie inklusive Torsade de Pointes, inadäquate ADH Sekretion, Grand mal Krampfanfall, Dyskinesien, Suizidgedanken und suizidales Verhalten, Panikattacken, Hepatitis, Angioödem

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.



 

Kontraindikationen allgemein

  • MAO-Inhibitoren:
    • Keine gemeinsame Anwendung mit MAO-Hemmern 
    • Citalopram darf frühestens 14 Tage nach Absetzen eines irreversiblen MAO-Hemmers gegeben werden, bei reversiblen MAO-Hemmern muss die für diesen vorgeschriebene Wartezeit eingehalten werden
    • Die Therapie mit MAO-Hemmern darf frühestens sieben Tage nach Absetzen von Citalopram begonnen werden
    • Citalopram ist kontraindiziert in Kombination mit Linezolid, sofern keine Einrichtung zur engmaschigen Beobachtung und Blutdrucküberwachung vorhanden sind
  • Citalopram ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Verlängerung des QT-Intervalls oder kongenitalem Long-QT-Syndrom
  • Citalopram ist kontraindiziert bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, für die bekannt ist, dass sie zu einer Verlängerung des QT-Intervalls führen
  • Kombination mit Pimozid

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Zusammenfassung: Führt zu herabgesetztem Reaktions- und Konzentrationsvermögen; bei depressiven Beschwerden ist zwischen den Vorteilen und eventuellen Risiken bei der Anwendung sorgfältig abzuwägen; Patienten, insbesondere Risikopatienten (Suizidgedanken, Suizidversuch) in Verbindung mit dem gesteigerten Suizidrisiko sorgfältig beobachten. Ferner ist bei der Verwendung von Citalopram die Entstehung des Serotoninsyndroms zu berücksichtigen.

Die Einnahme kann zu einem herabgesetzten Reaktions- und Konzentrationsvermögen führen. Viele alltägliche Tätigkeiten können hierdurch eingeschränkt werden.

Bei der Verschreibung von Citalopram an Kinder und Jugendliche mit depressiven Beschwerden ist Vorsicht geboten, vor allem aufgrund von schweren psychiatrischen Nebenwirkungen wie Feindseligkeit, Aggressivität, selbstzerstörerischem Verhalten, Suizidgedanken und Selbstmordversuchen. Vor der Behandlung muss ein Screening auf ein Suizidrisiko durchgeführt werden. Die antidepressive Behandlung kann bei Depressiven das gesteigerte Suizidrisiko in den frühen Phasen der Genesung weiter verstärken. Patienten, insbesondere Risikopatienten (Suizidgedanken, Suizidversuch) müssen während der Behandlung mit diesem Arzneimittel sorgfältig beobachtet werden, insbesondere zu Beginn der Behandlung und nach Dosisanpassungen. Patienten müssen über die Notwendigkeit der Beachtung jeder klinischen Verschlechterung, suizidalen Verhaltens oder suizidaler Gedanken und ungewöhnlicher Verhaltensveränderungen informiert sowie darauf hingewiesen werden, bei Auftreten dieser Symptome unverzüglich einen Arzt zu konsultieren. Patienten dürfen keine große Mengen dieser Arzneimittel zur Verfügung stehen.

Andere psychiatrische Zustände, für welche Citalopram verordnet wird, können auch mit einem gesteigerten Risiko für suizidales Verhalten assoziiert sein. Des Weiteren können diese Zustände mit Depressionsphasen im engeren Sinn einhergehen. Dieselben Vorsichtsmaßnahmen, die bei der Behandlung von Patienten mit schweren depressiven Störungen zu treffen sind, müssen darum ebenfalls für die Behandlung von Patienten mit anderen psychiatrischen Erkrankungen berücksichtigt werden.

In seltenen Fällen wurde bei SSRI‘s das Serotoninsyndrom verzeichnet; bei einer Kombination von Symptomen wie Agitation, Tremor, Myoklonien und Hyperthermie muss an ein Serotonin-Syndrom gedacht werden. Bei Insulten muss die Medikation abgesetzt werden.

Langzeitdaten bei Kindern und Jugendlichen, bezüglich Wachstum, Reifung sowie Entwicklung der kognitiven und verhaltensbezogenen Funktionen liegen derzeit nicht vor.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

  • Bei einigen Patienten mit Panikstörungen können zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva verstärkte Angstsymptome auftreten; zur Verringerung der Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines paradoxen anxiogenen Effekts wird eine niedrige Anfangsdosis empfohlen
  • Das Absetzen von Citalopram führt, insbesondere wenn es abrupt geschieht, häufig zu Absetzreaktionen. Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen, Schlafstörungen, Erregtheit oder Angst, Übelkeit und/oder Erbrechen, Schwindel, Verwirrtheit, Schwitzen, Kopfschmerzen, Durchfall, Herzklopfen, emotionale Instabilität, Reizbarkeit und Sehstörungen sind die am häufigsten berichteten Reaktionen. Im Allgemeinen sind diese leicht bis mittelschwer und vergehen, jedoch können sie bei einigen Patienten auch schwerwiegend und länger andauernd sein. Es wird daher empfohlen bei Beendigung der Behandlung mit Citalopram eine schrittweise langsame Dosisreduktion durchzuführen.
  • In seltenen Fällen kommt es während der Behandlung mit SSRIs zu einer Hyponatriämie; eine mögliche Ursache ist die inadäquate Sekretion des antidiuretischen Hormons
  • Das Suizidrisiko kann zu Beginn einer Behandlung ansteigen, Patienten, die schon in der Vergangenheit durch suizidales Verhalten aufgefallen sind, sollten besonders engmaschig zu Beginn und bei jeder Dosissteigerung überwacht werden
  • Bei Patienten mit einer manisch-depressiven Erkrankung kann es zum Auftreten manischer Phasen kommen. Sollte ein Patient in eine manische Phase geraten, ist Citalopram abzusetzen
  • Das Auftreten von Krampfanfällen ist unter antidepressiver Therapie erhöht
    • bei Patienten die Krampfanfälle entwickeln, muss Citalopram abgesetzt werden
    • bei Patienten mit instabiler Epilepsie sollte die Anwendung von Citalopram vermieden werden
    • bei Patienten mit kontrollierter Epilepsie ist die Anwendung von Citalopram sorgfältig zu überwachen
  • Bei Diabetikern kann die Behandlung mit einem SSRI den Blutzuckerspiegel beeinflussen, die Dosierung von Insulin und/oder oralen Antidiabetika muss gegebenenfalls angepasst werden
  • Der mydriatische Effekt von Citalopram kann eine Erhöhung des Augeninnendrucks bewirken, eine Anwendung von Citalopram bei Patienten mit einem Engwinkelglaukom oder einem Glaukom in der Vorgeschichte sollte nur mit Vorsicht geschehen
  • In seltenen Fällen kann es unter Anwendung von SSRIs zu einem Serotoninsyndrom kommen; die Behandlung mit Citalopram muss unverzüglich beendet und die Symptome therapiert werden
  • Citalopram sollte nicht mit anderen serotonergen Arzneimitteln angewendet werden
  • In Zusammenhang mit SSRIs gibt es Berichte über eine verlängerte Blutungszeit und/oder abnorme Blutungen wie Ekchymosen, gynäkologische Hämorrhagien, gastrointestinale Blutungen und andere Haut- und Schleimhautblutungen
    • Vorsicht ist geboten bei Patienten, die mit SSRIs behandelt werden, insbesondere bei gleichzeitiger Gabe von Wirkstoffen, die erwiesenermaßen die Thrombozytenfunktion beeinflussen, bei der Gabe von anderen Wirkstoffen, die das Blutungsrisiko erhöhen, sowie bei Patienten mit Blutungsanomalien in der Vorgeschichte
  • Zur gleichzeitigen Anwendung von SSRIs und Elektrokrampftherapie liegen nur begrenzte klinische Erfahrungen vor, daher ist Vorsicht geboten
  • Bei der Behandlung psychotischer Patienten mit depressiven Episoden können sich die psychotischen Symptome verstärken
  • Es wurde gezeigt, dass Citalopram eine dosisabhängige Verlängerung des QT-Intervalls verursachen kann. Fälle von Verlängerung des QT-Intervalls und ventrikulären Arrhythmien, einschließlich Torsade de Pointes wurden berichtet und zwar überwiegend bei weiblichen Patienten, bei Patienten mit Hypokaliämie, vorbestehender QT-Verlängerung oder anderen Herzerkrankungen
    • Vorsicht ist geboten bei Patienten mit ausgeprägter Bradykardie oder bei Patienten mit kurz zurückliegendem akuten Myokardinfarkt oder dekompensierter Herzinsuffizienz
    • Elektrolytstörungen wie Hypokaliämie und Hypomagnesiämie erhöhen das Risiko für maligne Arrhythmien und müssen korrigiert werden, bevor die Behandlung mit Citalopram begonnen wird
    • Wenn während der Behandlung mit Citalopram Herzrhythmusstörungen auftreten, ist Citalopram abzusetzen und ein EKG durchzuführen.
  • Bei der Anwendung von SSRIs wurde über das Auftreten von Akathisie, einer subjektiv unangenehmen und belastenden Ruhelosigkeit und Bewegungsdrang berichtet. Diese Symptome können sich am ehesten während der ersten Behandlungswochen entwickeln. Eine Dosiserhöhung ist bei solchen Patienten zu vermeiden.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.



Wechselwirkungen

 

Interaktionspartner Grund Handlungsempfehlung
Stoffe, die die QT-Zeit verlängern können: Amiodaron, H1-Blocker, Amantadin, Budipin, Domperidon, Fluconazol, Hydroxyzin, tricyclische Antidepressiva, Saquinavir, QT-Zeit-verlängernde Antibiotika, Efavirenz, Chinin, Atomoxetin, Propofol, Sevofluran, Antiarrhythmika (u.a. Flecainid, Sotalol), Protozoenmittel, tetrazyklische Antidepressiva (u.a. Mirtazapin), Methadon, Levomethadon Erhöhtes Risiko von ventrikulären Tachykardien (Torsade de pointes) Die gleichzeitige Behandlung mit QT-Zeit-verlängernden Arzneistoffen und Citalopram ist laut Hersteller kontraindiziert. Ist die gleichzeitige Gabe trotzdem nötig, soll sie in niedrigst wirksamer Dosis sowie unter sorgfältiger EKG-Überwachung vorgenommen werden.
Pimozid Verstärkte Wirkungen von Pimozid, Gefahr von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen Die gleichzeitige Behandlung von Citalopram und Pimozid ist laut Hersteller kontraindiziert.
Tryptophan Provokation eines Serotonin-Syndroms möglich Die gleichzeitige Behandlung mit Citalopram und Tryptophan soll vermieden werden.
MAO-Hemmer: Linezolid, Procarbazin Auslösung eines Serotonin-Syndroms Die gleichzeitige Behandlung mit MAO-Hemmern wie Linezolid oder Procarbazin und Serotonin-Reuptake-Hemmern ist laut Hersteller kontraindiziert.
Ondansetron Die gleichzeitige Anwendung kann zu einem verringerten antiemetischen Effekt von Ondansetron führen. Es wurden vereinzelte Fälle des Serotoninsyndroms bei gleichzeitiger Verabreichung gemeldet. Eine Kombination verlängert möglicherweise die QT-Zeit und erhöht das Risiko für Herzrhythmusstörungen, wie z.B. Torsade de Pointes Diese Kombination sollte vermieden werden; falls sie medizinisch unabdingbar ist, muss ein intensiviertes EKG- (QTc) und Labor-Monitoring (Hypokaliämie) erfolgen.
Fluvoxamin Vermehrtes Auftreten schwerer unerwünschter Wirkungen möglich Eine Kombination sollte vermieden werden. Ist die gleichzeitige Verwendung notwendig, ist eine Überwachung der serotonergen Nebenwirkungen und des QTc-Intervalls unbedingt erforderlich. Es kann erforderlich sein, die Citalopram-Dosis zu reduzieren.
Neuroleptika (u.a. Metoclopramid, Haloperidol, Droperidol) Vermehrtes Auftreten schwerer unerwünschter Wirkungen möglich Ist eine Kombinationstherapie mit Serotonin-Reuptake-Hemmern und Neuroleptika unumgänglich, sollen die Patienten sorgfältig auf Herzrhythmusstörungen und extrapyramidal-motorische bzw. anticholinerge Störungen überwacht werden.
Lithium Erhöhtes Risiko neurotoxischer Wirkungen (Serotonin-Syndrom, Krampfanfälle) Lithiumsalze und Serotonin-Reuptake-Hemmer können bei therapierefraktären Depressionen in niedrigst wirksamer Dosierung miteinander kombiniert werden (Lithium-Augmentation). Die Patienten müssen dabei besonders sorgfältig auf Zeichen eines Serotonin-Syndroms überwacht werden: Wenn sie auftreten, sollen möglichst alle serotoninergen Arzneistoffe abgesetzt werden.
Nichtsteroidale Antirheumatika Erhöhte Gefahr gastrointestinaler und anderer Blutungen Unter der Behandlung mit Serotonin-Reuptake-Hemmern sollen nicht-steroidale Antiphlogistika unter Berücksichtigung der Risikofaktoren besonders sorgfältig ausgewählt werden. Auch die prophylaktische Anwendung von Magenschleimhaut-protektiven Arzneimitteln wie Protonenpumpenblockern kommt in Frage.
Tramadol Erhöhte Gefahr von Krampfanfällen und eines Serotonin-Syndroms Der gleichzeitige Einsatz von Tramadol mit Serotonin-Reuptake-Hemmern soll individuell abgewogen werden. Die Patienten sollen außerdem sorgfältig über die Zeichen des Serotonin-Syndroms informiert werden.

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Referenzen

  1. Thomsen PH, et al, Long-term experience with citalopram in the treatment of adolescent OCD, J. Am. Acad. Child Adolesc. Psychiatry, 2001, 40:, 895–902
  2. Thomsen PH., Child and adolescent obsessive–compulsive disorder treated with citalopram. Finding from an open trial of 23 cases., J. Child Adolesc. Psychopharmacol., 1997, 7, 157–166
  3. Namerow LB, et al, Use of citalopram in pervasive developmental disorders, J Dev Behav Pediatr, 2003, Apr;24(2), 104-8
  4. Couturier JL, et al, A retrospective assessment of citalopram in children and adolescents with pervasive developmental disorders, J Child Adolesc Psychopharmacol., 2002, 12, 243-8
  5. Mukaddes NM, et al, Citalopram treatment of children and adolescents with obsessive-compulsive disorder: a preliminary report., Psychiatry Clin Neurosci., 2003, 57, 405-8
  6. Lundbeck BV, SmPC Cipramil (RVG 19593) 01-09-2015, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  7. Shirman S, et al, Effectiveness and tolerability of citalopram for the treatment of depression and anxiety disorders in children and adolescents: an open-label study., J Neural Transm (Vienna), 2010, 117, 139-45
  8. King BH. et al, Lack of efficacy of citalopram in children with autism spectrum disorders and high levels of repetitive behavior: citalopram ineffective in children with autism, Arch Gen Psychiatry, 2009, 66, 583-90
  9. Gerlach M, Mehler-Wex C, Walitza S, Warnke A, Wewetzer C. , Neuro-/Psychopharmaka im Kindes- und Jugendalter: Grundlagen und Therapie. , Springer-Verlag Berlin Heidelberg , 2016, 3.Auflage, 144-145
  10. Lundbeck Austria, SmPC Seropram 20 mg Ftbl (1-19326), 06-2019
  11. Lundbeck Austria, SmPC Seropram 20 mg Konzentrat zur Infusionsbereitung (1-19815), 06-2019
  12. STADA Arnzeimittel, SmPC Citalostad 10 mg Ftbl (1-25315), 01-2020
  13. Diagnosia, https://premium.diagnosia.com/check/interactions/search , aufgerufen am 23.09.2020
  14. ABDA, ABDA-Interaktionsdatenbank , aufgerufen am 23.09.2020
  15. wechselwirkungscheck.de, http://www.wechselwirkungscheck.de/index.php, aufgerufen am 23.09.2020

Änderungsverzeichnis

  • 21 Dezember 2020 15:51: Neue Monographie "Citalopram"

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung