Travoprost

Wirkstoff
Travoprost
Handelsname
Travatan®, Travo-Vision®
ATC-Code
S01EE04
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen

Darreichungsformen und Hilfsstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Pharmakodynamik und -kinetik

Zulassung
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Travoprost, ein Prostaglandin-F2α-Analogon, ist ein hochselektiver Vollagonist mit hoher Affinität zum Prostaglandin-FP-Rezeptor und senkt den intraokulären Druck durch Steigerung des Kammerwasserabflusses über das trabekuläre Maschenwerk und uveosklerale Abflusskanäle.

Pharmakokinetik bei Kindern

In Studien zeigt sich, dass die Plasmaexposition der freien Säure von Travoprost bei topischer Anwendung von Travoprost in allen untersuchten Altersklassen extrem niedrig ist.

Zulassung der Dosierungsempfehlungen in Kindermedika.at

  • Glaukom
    • Okulär
      • ≥2 Monate: On-label

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Okulär, zur Senkung des erhöhten Augeninnendrucks bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 Monaten bis <18 Jahren mit okulärer Hypertension oder kindlichem Glaukom

Die Daten für die Altersklasse 2 Monate bis <3 Jahre (9 Patienten) begrenzt.

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern <2 Monaten ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Dosierung: 1x täglich 1 Tropfen in den Bindehautsack des (der) betroffenen Auges(n). Die optimale Wirkung wird erreicht, wenn abends getropft wird. Wenn eine Anwendung vergessen wurde, sollte die Behandlung planmäßig mit der nächsten Anwendung fortgesetzt werden. Die Dosierung sollte einen Tropfen täglich pro Auge nicht überschreiten.

(SmPC Travatan)

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://www.ema.europa.eu abgerufen werden.

Präparate im Handel

Augentropfen 40 microg./ml (Travatan®, Travoprost STADA®)
Augentropfen 40 microg./ml, Lösung im Einzeldosisbehältnis (Travo-Vision Sine®)

Anwendungshinweis:

Zur Anwendung am Auge

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:

Travatan: Propylenglykol, Macrogolglycerolhydroxystearat, Borsäure, Polyquaternium-1 (als Koservierungsmittel)
Travoprost STADA: Macrogolglycerolhydroxystearat, Borsäure, Benzalkoniumchlorid (als Koservierungsmittel)
Travo-Vision Sine: Propylenglykol, Macrogolglycerolhydroxystearat, Borsäure

Detaillierte Informationen zu einzelnen Präparaten entnehmen Sie bitte den Fachinformationen.

Weitere praktische Informationen/ Verfügbarkeit

Meldungen zu Vertriebseinschränkungen von Arzneispezialitäten in Österreich (BASG)

Dosierungen

Glaukom
  • Okulär
    • 0 Jahre bis 18 Jahre
      [1] [2]
      • In das erkrankte Auge: 1 Tropfen/Dosis 1 x täglich am Abend.
      • Es wurden nur wenige Studien zur Anwendung von Travoprost bei Kindern durchgeführt

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

okuläre Hyperämie, Wimpernwachstum, Augenliderythem, Keratitis, verstärkte Tränensekretion und Photophobie

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Sehr häufig (≥ 10%): okuläre Hyperämie

Häufig (1-10%): Irishyperpigmentierung, Augenschmerzen, Augenbeschwerden, trockenes Auge, Augenjucken, Augenreizung

Gelegentlich (0,1-1%): Überempfindlichkeit, jahreszeitbedingte Allergie, Kopfschmerzen, Hornhauterosion, Uveitis, Iritis, Vorderkammer-Entzündung, Keratitis, Keratitis punctata, Photophobie, Augenausfluss, Blepharitis, Augenliderythem, Periorbitalödem, Augenlidpruritis, verminderter Visus, verschwommenes Sehen, Tränensekretion verstärkt, Konjunktivitis, Ektropium, Katarakt, Lidrandverkrustungen, Wimpernwachstum, Palpitationen, Husten, Nasenverstopfung, Reizungen des Rachenraums, Hauthyperpigmentierung (periokulär), Hautverfärbung, Haarstrukturveränderung, Hypertrichose

Selten (0,1-0,01%): Schwindelgefühl, Gesichtsfelddefekt, Disgeusie, Iridozyklitis, Herpes simplex am Auge, Augenentzündung, Photopsie, Ekzem der Augenlider, Bindehautödem, Halos sehen, Bindehautfollikel, Hypästhesie des Auges, Trichiasis, Entzündung der Meibom-Drüsen, Vorderkammerpigmentierung, Mydriasis, Asthenopie, Hyperpigmentation der Wimpern, Verdickung von Wimpern, unregelmäßige Herzfrequenz, erniedrigte Herzfrequenz, diastolischer Blutdruck erniedrigt, systolischer Blutdruck erhöht, Hypotonie, Hypertonie, Dyspnoe, Asthma, Atemerkrankung, Schmerzen im Oropharynx, Dysphonie, allergische Rhinitis, trockene Nasenschleimhaut, peptisches Ulkusrezidiv, gastrointestinale Erkrankung, Obstipation, Mundtrockenheit, allergische Dermatitis, Kontaktdermatitis, Erythem, Ausschlag, Veränderungen der Haarfarbe, Madarosis, Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems, Arthralgie, Asthenie

Häufigkeit nicht bekannt: Depression, Angst, Insomnie, Makulaödem, vertiefte Lidfurche, Vertigo, Tinnitus, Brustkorbschmerz, Bradykardie, Tachykardie, Arrhythmie, Asthma verschlimmert, Epistaxis, Diarrhoe, Abdominalschmerz, Übelkeit, Erbrechen, Pruritus, Haarwachstum anomal, Dysurie, Harninkontinenz, prostataspezifisches Antigen erhöht

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Überempfindlichkeit gegen Konservierungsmittel

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Die Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit für die Altersklasse 2 Monate bis <3 Jahre (9 Patienten) sind begrenzt. Zur Anwendung bei Kindern <2 Monaten liegen keine Daten vor. Für Kinder <3 Jahren, die insbesondere von PKG (primärem kongenitalem Glaukom) betroffen sind, bleibt ein chirurgischer Eingriff (z.B. Trabekulotomie/Goniotomie) nach wie vor die Primärtherapie. Zur Langzeitanwendung bei Kindern und Jugendlichen liegen keine Daten vor.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://www.ema.europa.eu, https://aspregister.basg.gv.at/).

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

GLAUKOMMITTEL UND MIOTIKA

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Parasympathomimetika
S01EB01
Carboanhydrasehemmer

Acetazolamid

Diamox®
S01EC01

Dorzolamid

Trusopt®, Dorlazept®, Dorzo-Vision®
S01EC03
Beta-Adrenozeptorantagonisten*

Timolol

Timoptic®, Timoftal®, Timophtal sine®
S01ED01
Prostaglandin-Analoga*

Latanoprost

Xalatan®, Akistan®, Latacris®, Latano-Vision®
S01EE01

Referenzen

  1. SPC Travatan (Alcon Laboratories) 27/11/2006, EU/1/01/199/001-002 (02-03-2015)
  2. Yanovitch TL, et al, Travoprost in children: adverse effects and intraocular pressure response, J AAPOS, 2009, Feb;13(1), 91-3

Änderungsverzeichnis

  • 10 November 2022 12:14: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung