Somatropin ist ein mit Hilfe rekombinanter DNA-Technologie (in E.coli oder Säugetierzellen) hergestelltes humanes Polypeptid. In Bezug auf Aminosäuresequenz, Länge der Kette (191 AS), pharmakokinetischem Profil, sowie den pharmakologischen Wirkungen entspricht es dem natürlichen, von der Hypophyse gebildeten menschlichen Wachstumshormon. Die Haupteffekte von Somatropin sind die Stimulation des Längenwachstums der Röhrenknochen sowie des körperlichen Wachstums. Neben dem wachstumsfördernden Effekt hat Somatropin auch metabolische Effekte. Somatropin spielt eine wichtige Rolle beim Fett-, Kohlenhydrat- und Proteinmetabolismus. Bei Kindern mit Mangel an endogenem Wachstumshormon stimuliert Somatropin das Längenwachstum und beschleunigt die Wachstumsrate. Bei Kindern und Erwachsenen steigert Somatropin die Stickstoffretention, stimuliert das Wachstum der Skelettmuskulatur und die Fettmobilisation und sorgt somit für eine normale Körperzusammensetzung. Somatropin wirkt besonders intensiv auf das viszerale Fettgewebe. Neben einer Steigerung der Lipolyse verringert Somatropin die Ablagerung von Triglyzeriden in den Fettdepots. Bei Wachstumshormonmangel normalisiert Somatropin die Konzentration des IGF-I sowie des IGFBP-3 (Insulin-like Growth Factor Binding Protein 3) im Serum.
Die Pharmakokinetik bei Kindern ist ähnlich wie die bei Erwachsenen. (SmPC NutropinAq) (FDA Humatrope)
PK-Parameter bei Erwachsenen:
| Referenz | Dosierung (SC/IV) | Cmax (μg/L) | Tmax (h) | Vd (mL/kg) | T½ (h) |
| SmPC Genotropin; Norditropin; Omnitrope; NutropinAq | SC: 0,035 mg/kg | 13-35 | 3-6 | 50 | 2-3 |
| SmPC Genotropin; Norditropin; Omnitrope; NutropinAq | SC: 5 mg | 71±24 | 2-8 | 50 | 2-3 |
| SmPC Norditropin | IV: 33 ng/kg/min | 67,6±14,6 | 0,35-0,40 |
PK-Parameter bei Kindern:
| Referenz | Alter (Jahre) | N= | Dosierung (SC, mg/kg/Tag) | Cmax (μg/L) | Tmax (h) | AUC (Intervall) | V/F (L) | CL/F (L/h) | T½, abs (h) |
| Houdijk 1997 | Mittelwert 16 | 16 | 0,022 | Mittelwert 18,8 (5,8–45,7; 95% CI 12,9–24,7) | Mittelwert 5,3 (2,0–9,6; 95% CI 4,0–6,6) | Mittelwert 158,5 μg·h/L (AUC₀–∞); 50,9–413,0; 95% CI 111–205) | |||
| Lundberg 2018 | Median 10,1 (1,9-15,8) | 87 | 0,033 | Median 21 | Median 464 mU·h/L (16 h) | ||||
| Lundberg 2018 | Median 10,1 (1,9-15,8) | 41 | 0,066 | Median 34 | Median 865 mU·h/L (16 h) | ||||
| Papathanasiou 2021 | Gepoolt: Kinder (N=15) Mittelwert 8,2 (6–11) + Erwachsene (N=7) | 22 | 0,030–0,035 | 28,2 (95% CI 17,1–39,3) | 24,7 (95% CI 16,2–33,2) | 5.6* |
* Berechnet mit ln2 / Ka (= 0,122)
Bei Kindern gibt es erhebliche interindividuelle Unterschiede in der Pharmakokinetik des Wachstumshormons (GH), während die intraindividuellen Schwankungen weniger stark ausgeprägt sind (Houdijk 1997) (Lundberg 2018). Nach subkutaner Verabreichung kann die Resorption bei Kindern verzögert verlaufen. Dies führt zu späteren Spitzenkonzentrationen und einer verlängerten scheinbaren Halbwertszeit (5,6 Stunden) infolge einer Flip-Flop-Kinetik. Die systemische Gesamtexposition bleibt bei gewichtsbasierten Dosierungen jedoch vorhersehbar. Laut einer PopPK-Studie korreliert ein höheres Körpergewicht mit einer geringeren dosisnormierten GH-Exposition. Unter Berücksichtigung des Körpergewichts zeigen sich keine signifikanten PK-Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen (Papathanasiou 2021).
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Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung 2,08 mg/mL, 4,17 mg/mL, 8,33 mg/mL entsprechend 6 mg, 12 mg, 24 mg
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung in Zweikammerpatrone MiniQuick 0,8 mg/mL, entsprechend 0,2 mg in 0,25 mL
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung in Zweikammerpatrone 5,3 mg in 1 mL, 12 mg in 1 mL
Injektionslösung in Fertigpen 3,3 mg/mL, 6,7 mg/mL, 10 mg/mL, entsprechend 5 mg in 1,5 mL, 10 mg in 1,5 mL, 15 mg in 1,5 mL
Injektionslösung in Patrone für SurePal 5, SurePal 10, SurePal 15 3,3 mg/mL, 6,7 mg/mL, 10 mg/mL, entsprechend 5 mg in 1,5 mL, 10 mg in 1,5 mL, 15 mg in 1,5 mL
Injektionslösung in Patrone 5,83 mg/mL, 8 mg/mL, entsprechend 6 mg in 1,03 mL bzw. 12 mg in 1,5 mL oder 20 mg in 2,5 mL
1 mg Somatropin entspricht 3 I.E. (Internationale Einheiten) Somatropin
Anwendungshinweise:
Die Injektion sollte subkutan erfolgen und die Injektionsstelle täglich gewechselt werden, um eine Lipatrophie im Bereich der Einstichstelle zu vermeiden.
Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:
Norditropin, Omnitropin, Saizen: Phenol
Omnitrope 5 mg/1,5 mL: Benzylalkohol, Phenol
Genotropin, Humatrope: Metacresol
Detaillierte Informationen zu einzelnen Präparaten entnehmen Sie bitte den Fachinformationen.
Meldungen zu Vertriebseinschränkungen von Arzneispezialitäten in Österreich (BASG)
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| Wachstumsstörung aufgrund eines Wachstumshormonmangels (pediatric growth hormone deficiency, GHD), Neugeborenen-Hypoglykämie aufgrund von GH-Mangel |
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| Wachstumsstörungen infolge eines Prader-Willi-Syndroms |
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| Wachstumsstörungen infolge eines Ullrich‑Turner‑Syndroms, eines SHOX‑Mangels, einer ACAN‑Mutation oder eines Noonan‑Syndroms |
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| Wachstumsstörungen infolge einer chronischen Niereninsuffizienz |
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| Wachstumsstörung infolge des Silver-Russell-Syndroms |
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| Wachstumsstörungen bei Kindern infolge einer intrauterinen Wachstumsverzögerung (SGA = Small for Gestational Age), das Kabuki-Syndrom oder eine GHSR-Mutation |
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GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.
GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.
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Häufig (1-10%): peripheres Ödem, Arthralgie, Myalgie
Gelegentlich (0,1-1%): Steifheit in den Extremitäten, Kopfschmerzen, benigne intrakranielle Hypertonie, Parästhesie
Selten (0,01-0,1%): Hypertonie, Schlaflosigkeit
Außerdem berichtet: Epiphysiolyse des Femurkopfes und Legg-Calvé-Perthes-Krankheit; es ist unklar, ob diese Nebenwirkungen mit der Grunderkrankung oder mit der Therapie mit Somatropin in Zusammenhang stehen. Fälle von Leukämie wurden bei Kindern mit Wachstumshormonmangel berichtet; es liegen allerdings keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko von Leukämie ohne prädisponierende Faktoren vor
Bei zwei Kindern im Pubertätsalter mit ACAN-Mutationen wurde eine leichte Skoliose festgestellt (Renes 2024)
Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥ 0,1 %):
Ödem, peripheres Ödem, Hypothyreose, Reaktionen an der Injektionsstelle (Atrophie, Blutungen, Schwellungen), Asthenie, milde Hyperglykämie, Bildung von Antikörpern gegen Somatropin, Arthralgie, Myalgie, Kopfschmerzen, Parästhesie, Steifheit in den Extremitäten, Schlaflosigkeit, Anämie, Erbrechen, Abdominalschmerz, Flatulenz, Übelkeit, Tachykardie, Hypertonie, Schwindel, Papillenödem, Diplopie, Hypertrophie, Muskelatrophie, Knochenschmerzen, Karpaltunnelsyndrom, Somnolenz, Nystagmus, Persönlichkeitsstörungen, Ausfluss, Gynäkomastie, Hypoglykämie, Hyperphosphatämie, maligne Neoplasmen, Neoplasmen
Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
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Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://www.ema.europa.eu oder https://aspregister.basg.gv.at).
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| Interaktionspartner | Grund | Handlungsempfehlung |
| Glucocorticoide | Glucocorticoide und Somatropin können sich gegenseitig beeinflussen: Glucocorticoide können den wachstumsfördernden Effekt von Somatropin beeinträchtigen, während Somatropin die Wirkungen von Glucocorticoiden, besonders von Prednison verringern kann. | Die gleichzeitige Behandlung mit Somatropin und Glucocorticoiden- sowohl zur Substitution als auch zum höher dosierten Einsatz - bedarf der sorgfältigen Überwachung auf ausreichende Wirksamkeit beider Arzneistoffe; Dosisanpassungen können nötig werden. Dies gilt besonders für Patienten, die eine Substitution mit Prednison, Prednisolon und Hydrocortison benötigen, z. B. bei zusätzlichem ACTH-(Corticotropin-)Mangel. |
Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
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| ACTH | ||
|---|---|---|
|
Synacthen®
|
H01AA02 | |
| Somatropin und Somatropinrezeptoragonisten | ||
|---|---|---|
|
Increlex®
|
H01AC03 | |
|
Sogroya®
|
H01AC07 | |
|
Ngenla®
|
H01AC08 | |
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