Cromoglicinsäure (okulär)

Wirkstoff
Cromoglicinsäure (okulär)
Handelsname
Lomusol®, Allergo-COMOD®
ATC-Code
S01GX01

Cromoglicinsäure (okulär)

Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen

Darreichungsformen und Hilfsstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Pharmakodynamik und -kinetik

Zulassung
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Cromoglicinsäure hemmt das Entstehen von allergischen Reaktionen, indem die durch IgE vermittelte Freisetzung von Histamin und anderen Mediatoren der Allergie (z.B. Slow reacting substance of anaphylaxis, SRS-A) aus sensibilisierten Mastzellen verhindert wird. Der Behandlungserfolg tritt nach Anwendung der Augentropfen oft erst nach 2 – 4 Wochen ein.

Pharmakokinetik bei Kindern

Die systemische Resorption ist vernachlässigbar, da kaum eine Resorption durch die Schleimhaut stattfindet.

Zulassung der Dosierungsempfehlungen in Kindermedika.at

Zulassungsstatus bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren:

  • Allergische Konjunktivitis
    • Okulär
      • <6 Jahre: Off-label
      • ≥6 Jahre: On-label

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Präparate im Handel

Darreichungsformen:

Augentropfen 20 mg/ml

 

Allgemein:

Cromoglicinsäure liegt in den im Handel befindlichen Präparaten als Dinatriumcromoglicat vor, worauf sich auch der Wirkstoffgehalt bezieht.

 

Präparate mit für Kinder potentiell problematischen Hilfsstoffen:

Präparate Arzneiform Stärke Problematische Hilfsstoffe
LOMUSOL® Augentropfen 20 mg/ml Benzalkoniumchlorid

Die Fachinformationen wurden 04/2021 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Weitere praktische Informationen/ Verfügbarkeit

Meldungen zu Vertriebseinschränkungen von Arzneispezialitäten in Österreich (BASG)

Dosierungen

Allergische Konjunktivitis
  • Okulär
    • ≥ 2 Jahre
      [1] [2]
      • 20 mg/ml: 1 Tropfen/Dosis, 2-6 x täglich in beide Augen

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Folgende ausgewählte UAW wurden selten, sehr selten (< 0,1 %) oder mit unbekannter Häufigkeit beobachtet:

leichtes vorübergehendes Augenbrennen, verstärkter Tränenfluss, Lidschwellungen, Hautausschläge, Fremdkörpergefühl, konjunktivale Hyperämie

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

  • Auch schon bei Verdacht auf eine allergische Reaktionslage gegen Cromoglicinsäure ist eine Reexposition unbedingt zu vermeiden.
  • Bei Entzündungen der Augenbindehaut, auch allergischer Konjunktivitis, ist vom Augenarzt festzustellen, ob trotz der Beschwerden Kontaktlinsen getragen werden dürfen. Wenn das Tragen von Kontaktlinsen zulässig ist, ist folgendes zu beachten: Kontaktlinsen sind vor der Anwendung zu entfernen und frühestens 15 Minuten nach der Anwendung wieder einzusetzen. Falls zusätzlich andere Augentropfen oder zusätzlich Augensalbe anwendet werden, sollte ein zeitlicher Abstand von 15 Minuten zwischen den Anwendungen der einzelnen Präparate eingehalten werden. Augensalbe sollte stets als letztes angewendet werden.
  • Das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid kann zu einer Verfärbung weicher Kontaktlinsen führen. Daher ist der Kontakt mit weichen Kontaktlinsen zu vermeiden.
  • Augentropfen sollten grundsätzlich so angewendet werden, dass ein Kontakt des Tropfers mit Auge oder Gesichtshaut vermieden wird.
  • Da die Cromoglicinsäure über Harn und Galle ausgeschieden wird, sollte bei Vorliegen schwerer Nieren- und/oder Leberschäden die Dosis reduziert oder das Präparat eventuell abgesetzt werden.
  • Beim Auftreten von verstärktem Tränenfluß, Schwellungen der Schleimhäute und Augenlider oder von Hautausschlägen soll das Präparat abgesetzt werden.
  • Bei eosinophiler Pneumonie soll die Behandlung mit Dinatriumcromoglicat unterbrochen werden.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

Die Augentropfen beeinflussen, soweit bisher bekannt, die Wirkung anderer Arzneimittel nicht.

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

 

DEKONGESTIVA UND ANTIALLERGIKA

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Sympathomimetika als Dekongestiva

Naphazolin (okulär)

Coldan®, Coldophtal®
S01GA01
Andere Antiallergika

Azelastin (okulär)

Allergodil®, Azedil®, Azela-Vision®
S01GX07

Ketotifen (okulär)

Zaditen®, Zaditen Ophta ABAK®
S01GX08

Levocabastin (okulär)

Livostin®, Levocamed®
S01GX02
S01GX09

Referenzen

  1. Laboratoires THEA, SmPC Allerg-Abak (RVG 29812) 24-05-2015, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  2. Santen Oy, SmPC Lecrolyn (RVG 121902) 08-11-2018, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl

Änderungsverzeichnis

  • 12 Mai 2021 09:40: Neue Monographie "Cromoglicinsäure (okulär)"

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung