Cefalexin

Wirkstoff
Cefalexin
Handelsname
Keflex®, Ospexin®, diverse Generika
ATC-Code
J01DB01
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Infektionen
    • Oral
      • On-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Darreichungsformen

Filmtabletten 500 mg, 1000 mg
Granulat für eine Suspension 250 mg/5 ml

Allgemein

Cefalexin liegt je nach Darreichungsform in der Reinform oder als Monohydrat vor. Die Filmtabletten und das Granulat können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Für Kinder problematische Hilfsstoffe:

Präparate Darreichungsform Stärke Problematische Hilfsstoffe
CEPHALOBENE® Filmtabletten 500 / 1000 mg Lactose, Saccharin
OSPEXIN® Filmtabletten 500 / 1000 mg Lactose, Saccharin
OSPEXIN® Granulat für orale Suspension 250 mg/5 ml Natriumbenzoat, Saccharin, Saccharose
SANAXIN® Filmtabletten 1000 mg Lactose, Saccharin

Die Fachinformationen wurden 05/2019 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Pharmakodynamik

Cefalexin ist ein 1. Generations-Cephalosporin, das bakterizid durch Hemmung der Zellwandsynthese über Bindung an Penicillin-bindende Proteine wirkt. Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen von der Zeitdauer ab, während der der Plasmaspiegel über der minimalen-Hemmkonzentration des Erregers liegt.

In der Regel empfindliche Spezies: Staphylococcus aureus (Methicillin-sensibel), Staphylococcus saprophyticus, Streptococcus agalactiae, Streptococcus pyogenes

Spezies, bei denen eine erworbene Resistenz ein Problem bei der Anwendung darstellen könnte: Staphylococcus aureus, Staphylococcus epidermidis, Staphylococcus haemolyticus, Staphylococcus hominis, Streptococcus pneumoniae, Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae, Proteus mirabilis

Von Natur aus resistente Spezies: Enterococcus spp., Staphylococcus aureus (Methicillin-resistent), Streptococcus pneumoniae (Penicillin-intermediär und –resistent), Enterobacter cloacae, Haemophilus influenzae, Moraxella catarrhalis, Pseudomonas aeruginosa, Chlamydia spp., Chlamydophila spp., Legionella pneumophila, Mycoplasma spp.

Pharmakokinetik

Folgende Parameter wurden ermittelt (Simon et al. 1970, Autmizguine et al. 2013):

Alter t ½ (h) t max (h) Cl/F (L/h/kg) V/F (L/kg) Initiale Blutkonzentration (µg/ml) (1)
Frühgeborene 1. bis 4. Woche 3,7 ± 0,4 4,0     30,0 ± 3,4
1. – 2. Woche 3,4 ± 0,2 2,0     20,4 ± 2,1
3. Woche – 12. Monat 1,5 ± 0,2 1,5     28,0 ± 4,3
2. – 6. Jahr 1,3 ± 0,1 2,0 0,27 0,36 35,9 ± 8,5
7. – 12. Jahr 1,1 ± 0,1 1,5 0,29 0,44 46,0 ± 13,0

(1) nach einmaliger oraler Gabe von 25 mg/kg

Dosierungen

Infektionen der Atemwege, des Urogenitaltrakts, der Haut und der Weichteile
  • Oral
    • Neugeborene
      [2]
      • 50 mg/kg/Tag in 4 Dosen.
    • 1 Monat bis 12 Jahre
      [1] [2]
      • 25 - 50 mg/kg/Tag in 4 Dosen , max: 100mg/kg/Tag, jedoch nicht mehr als 4 g/Tag.
      • Bei schweren Infektionen kann die Dosierung auf das Maximum erhöht werden.

    • ≥ 12 Jahre
      [1] [2]
      • 25 - 50 mg/kg/Tag in 4 Dosen , max: 100mg/kg/Tag, jedoch nicht mehr als 6 g/Tag.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Keine Informationen zur Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung vorhanden.

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Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Bei Kindern, die unbeabsichtigt mehr als 3,5 g Cefalexin/Tag eingenommen hatten, wurde über Hämaturie ohne Beeinträchtigung der Nierenfunktion berichtet. Durch Volumensubstitution konnte der Zustand stabilisiert werden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Allergische Reaktionen bei bekannter Penicillinallergie

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen Cephalosporine
  • Bakterielle Erkrankungen des Gehirns oder Rückgrats
  • Schwere Allgemeininfektionen, die einer parenteralen Therapie mit Cephalosporinen bedürfen, sollen im akuten Stadium nicht oral behandelt werden

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Kreuzreaktionen mit anderen Penicillinen sind möglich, Vorsicht daher bei Penicillinallergie.
  • Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich anaphylaktischer Schock, sind aufgetreten. Vorsicht besonders bei Patienten mit allergischer Diathese und Asthma bronchiale.
  • Clostridium-difficile assoziierte Diarrhoe und pseudomembranöse Colitis sind während der Therapie und mehrere Wochen nach Therapieende aufgetreten.
  • Vorsicht bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung.
  • Bei Langzeittherapie werden Blutbildkontrollen und Leberfunktionstests empfohlen.
  • Sekundärinfektionen sind bei Langzeittherapie möglich.
  • Schwere Hautreaktionen, wie die akute generalisierte exanthemische Pustulose, sind aufgetreten.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

  • Eine Kombination mit bakteriostatischen Antibiotika hemmt die bakterizide Wirkung von Cefalexin.
  • Additive Nephrotoxizität mit stark wirksamen Diuretika wie Furosemid oder mit anderen potentiell nephrotoxischen Arzneistoffen ist möglich (Aminoglykoside, Colistin).

Antibiotika-Wechselwirkungen allgemein:

  • Antibiotika können die Immunantwort auf bakterielle Lebendimpfstoffe reduzieren (z.B. Vivotif®: 3 Tage vor und nach Antibiotikatherapie sollte Vivotif® nicht angewendet werden, bei Antibiotika mit Langzeitwirkung, z.b. Azithromycin, muss ein längerer Abstand eingehalten werden)
  • Die Wirkung von Vitamin-K-Antagonisten kann beeinflusst werden. Eine Kontrolle der Gerinnungsparameter (INR) wird empfohlen.

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Referenzen

  1. Eurocept BV, SPC Keforal (RVG 06325), www.cbg-meb.nl, Geraadpleegd 07 januari 2011, http://db.cbg-meb.nl/IB-teksten/h06325.pdf
  2. Sandoz, SmPC Ospexin 250 mg/5 ml Gran. f. orale Susp. (16132), https://www.univadis.at/, 05/2018
  3. Simon, C, et al., Zur Pharmakokinetik von Cephalexin bei Erwachsenen und Kindern, Deut Med Wochenschr, 1970, 95(42), 2103-8
  4. Autmizguine, J, et al., Pharmacokinetics and pharmacodynamics of oral cephalexin in children with osteoarticular infections, Pediatr Infect Dis J., 2013, 32(12), 1340-4
  5. Arcana, SmPC Keflex 1000 mg Ftbl. (16085), 05/2018
  6. Emergent Netherlands B.V., SmPC Vivotif 2x10^9 - 2x10^10 CFU magensaftresistente Hartkapsel (2-38557) (für Wechselwirkungen), 03/2019

Änderungsverzeichnis

  • 22 August 2019 09:54: Neue Monographie "Cefalexin"

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung