Aprepitant

Wirkstoff
Aprepitant
Handelsname
Emend®, diverse Generika
ATC-Code
A04AD12
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Prävention von Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie
    • Oral
      • <6 Monate: Off-label
      • ≥6 Monate: On-label
  • Prophylaxe und akute Behandlung des zyklischen Erbrechens, wenn die Behandlung mit anderen Wirkstoffen nicht ausreichend wirksam ist
    • Oral
      • Off-label 

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://www.ema.europa.eu/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Hartkapseln 80 mg, 125 mg
Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen 125 mg (In Österreich nicht verfügbar, (08/2021))

Die Hartkapseln und die Suspension zum Einnehmen können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:

Die Kapseln enthalten Sucrose. Die Suspension zum Einnehmen enthält Sucrose und Lactose.

Pharmakodynamik

Das Antiemetikum Aprepitant ist ein selektiver, hochaffiner Human-Substanz-P-Neurokinin-1(NK1)-Rezeptor-Antagonist.

Pharmakokinetik

Die folgenden kinetischen Parameter wurden an Tag 1 des zugelassenen Dosierungsschemas gefunden (1 Dosis von 3 mg/kg, max. 125 mg) (SmPC Emend Suspension):

  n= Cmax Tmax
6 Monate - 11 Jahre 105 1,2 microg./ml 5-7 Stunden
12 - 17 Jahre 47 1,3 microg./ml 4 Stunden

Dosierungen

Prävention von Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie
  • Oral
    • 6 Monate bis 18 Jahre und 6 bis 40 kg
      [1] [2]
      • Initialdosis: Tag 1: 1 Stunde vor der Chemotherapie 3 mg/kg/Dosis, einmalig.
      • Erhaltungsdosis: An Tag 2 und 3: 2 mg/kg/Tag in 1 Dosis morgens einnehmen.
    • 6 Monate bis 18 Jahre und ≥ 40 kg
      [1] [2]
      • Initialdosis: Tag 1: 1 Stunde vor der Chemotherapie 125 mg/Dosis, einmalig.
      • Erhaltungsdosis: An Tag 2 und 3: 80 mg/Tag in 1 Dosis morgens einnehmen.
Prophylaxe des zyklischen Erbrechens, wenn die Behandlung mit anderen Wirkstoffen nicht ausreichend wirksam ist
  • Oral
    • 6 Monate bis 18 Jahre und < 40 kg
      [3] [4]
      • 2 x pro Woche 40 mg/Dosis verteilt über die Woche.
    • 6 Monate bis 18 Jahre und 40 bis 60 kg
      [3] [4]
      • 2 x pro Woche 80 mg/Dosis verteilt über die Woche.
    • 6 Monate bis 18 Jahre und ≥ 60 kg
      [3] [4]
      • 2 x pro Woche 125 mg/Dosis verteilt über die Woche.
Akute Behandlung des zyklisches Erbrechens, wenn eine Behandlung mit anderen Wirkstoffen nicht ausreichend wirksam ist
  • Oral
    • 6 Monate bis 18 Jahre und < 15 kg
      [3]
      • Tag 1: 80 mg/Tag in 1 Dosis
        Tag 2 und 3: 40 mg/Tag in 1 Dosis

    • 6 Monate bis 18 Jahre und 15 bis 20 kg
      [3]
      • Tag 1-3: 80 mg/Tag in 1 Dosis
    • 6 Monate bis 18 Jahre und ≥ 20 kg
      [3]
      • Tag 1: 125 mg/Tag in 1 Dosis
        Tag 2 und 3: 80 mg/Tag in 1 Dosis

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

ANTIEMETIKA UND MITTEL GEGEN ÜBELKEIT

Serotonin-5HT3-Rezeptorantagonisten

Ondansetron

Zofran®, Zofran Zydis®, diverse Generika
A04AA01
Andere Antiemetika

Fosaprepitant

Ivemend®
A04AD12

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Schluckauf, Flush

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥ 0,1 %):

verminderter Appetit, Kopfschmerzen, Schluckauf, Obstipation, Dyspepsie, Abgeschlagenheit, erhöhte ALT-Werte, febrile Neutropenie, Anämie, Angstgefühl, Schwindelgefühl, Somnolenz, Palpitationen, Hitzewallungen/Hitzegefühl, Aufstoßen, Übelkeit, Erbrechen, gastroösophageale Refluxerkrankung, Abdominalschmerzen, Mundtrockenheit, Flatulenz, Ausschlag, Akne, Dysurie, Asthenie, Unwohlsein, erhöhte AST-Werte, erhöhte Werte der alkalischen Phosphatase im Blut

Folgende UAW wurden zudem selten, sehr selten (< 0,1 %) oder mit unbekannter Häufigkeit beobachtet:

Candidiasis, Staphylokokkeninfektion, Polydipsie, kognitive Störung, Lethargie, Geschmacksstörung, Konjunktivitis, Tinnitus, Bradykardie, kardiovaskuläre Erkrankungen, Schmerzen im Oropharynx, Niesen, Husten, postnasale Schleimbildung, Rachenreizung, Ulcus duodeni mit Perforation, Stomatitis, aufgetriebener Bauch, harter Stuhl, neutropenische Kolitis, Lichtempfindlichkeitsreaktion, Hyperhidrosis, Seborrhö, Hautläsion, Hautausschlag mit Juckreiz, Stevens-Johnson-Syndrom/toxische epidermale Nekrolyse, Muskelschwäche, Muskelspasmen, Pollakisurie, Ödeme, Brustkorbbeschwerden, Gangstörungen, Erythrozyten im Urin nachweisbar, Natriumwerte im Blut erniedrigt, Gewichtsabnahme, erniedrigte Neutrophilenzahl, Glucose im Urin nachweisbar, vermehrte Urinausscheidung, Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich anaphylaktischer Reaktionen, Pruritus, Urtikaria 

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Gleichzeitige Anwendung mit Pimozid, Terfenadin, Astemizol oder Cisaprid

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

  • Es stehen derzeit für Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung nur begrenzte, für Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung keine Daten zur Verfügung. Aprepitant sollte bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden.
  • Aprepitant darf nur mit Vorsicht bei Patienten angewendet werden, die gleichzeitig mit oral verabreichten Wirkstoffen behandelt werden, die hauptsächlich über CYP3A4 metabolisiert werden und eine geringe therapeutische Breite haben wie Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus, Everolimus, Alfentanil, Mutterkornalkaloid-Derivaten, Fentanyl und Chinidin. Darüber hinaus muss eine gleichzeitige Anwendung mit Irinotecan mit besonderer Vorsicht angegangen werden, da diese Kombination zu erhöhter Toxizität führen kann.
  • Patienten unter Dauertherapie mit Warfarin müssen während der Therapie mit Aprepitant und innerhalb von 14 Tagen nach jeder 3-Tages-Therapie mit Aprepitant hinsichtlich der International Normalized Ratio (INR) engmaschig überwacht werden.
  • Die Wirksamkeit hormonaler Kontrazeptiva kann während und bis 28 Tage nach der Anwendung von Aprepitant vermindert sein. Daher sollten während der Behandlung mit Aprepitant sowie noch 2 Monate im Anschluss an die letzte Aprepitant Dosis alternative nicht hormonelle unterstützende Maßnahmen zur Verhütung ergriffen werden.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

Referenzen

  1. Merck Sharp & Dohme Ltd., SmPC Emend poeder voor orale suspensie (EU 1/03/262/011) 10-11-2017, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  2. Merck Sharp & Dohme Ltd., SmPC Emend tablet (EU 1/03/262/006) 10-11-2017, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  3. Cristofori F et al. , Efficacy of the neurokinin-1 receptor antagonist aprepitant in children with cyclical vomiting syndrome., Aliment Pharmacol Ther., 2014 , Aug;40(3), 309-17
  4. Murphy C et al, NK1 receptor antagonism ameliorates nausea and emesis in typical and atypical variants of treatment refractory cyclical vomiting syndrome, J Pediatr Gastroenterol Nutr , 2006, 42, E13
  5. Merck Sharp & Dohme, SmPC Emend 80/125 mg Kapseln (EU/1/03/262/001-006, 011), deutsche Version, aufgerufen am 06.08.2021, https://www.ema.europa.eu/en

Änderungsverzeichnis

  • 06 Oktober 2021 12:01: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung