Eisenpolymaltose

Wirkstoff
Eisenpolymaltose
Handelsname
Ferrum Hausmann®
ATC-Code
B03AB05
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

Zulassungsstatus bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren:

  • Eisenmangelanämie
    • Oral
      • Keine Arzneispezialität in Österreich zugelassen

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://www.gelbe-liste.de/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Darreichungsformen

Es ist keine Arzneispezialität in Österreich zugelassen. Sirup (10 mg/ml) und Tropfen (50 mg/ml) können importiert werden.

Allgemein

Der Sirup und die Tropfen enthalten Eisen in Form von Eisen(III)-Carboxymaltose, einem Eisen(III)-hydroxid-Polymaltose-Komplex. Der Wirkstoffgehalt bezieht sich auf Eisen3+. Die Einnahme sollte mit oder direkt nach den Mahlzeiten erfolgen. Tropfen und Sirup können mit Frucht- und Gemüsesäften oder mit Babynahrung oder Flaschennahrung gemischt werden.

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:

Folgende problematische Hilfsstoffe sind im Sirup enthalten:

Natriummethyl-4-hydroxybenzoat, Natriumpropyl-4-hydroxybenzoat, Sorbitol, Sucrose

Folgende problematische Hilfsstoffe sind in den Tropfen enthalten:

Natriummethyl-4-hydroxybenzoat, Natriumpropyl-4-hydroxybenzoat, Sucrose

Die Fachinformationen wurden am 21.05.2021 aufgerufen (https://www.gelbe-liste.de/).

Pharmakodynamik

Der polynukleare Eisen(III)-hydroxid-Kern ist im Eisen(III)-hydroxid-Polymaltose-Komplex (IPC) oberflächlich mit einer Anzahl nicht kovalent gebundener Polymaltosemoleküle umgeben, was zu einem durchschnittlichen molekularen Gesamtgewicht von ungefähr 50 kDa führt. Der polynukleare Kern des IPC besitzt eine dem physiologischen Eisenspeicherprotein Ferritin ähnliche Struktur. Eisen(III)-hydroxid-Polymaltose ist ein stabiler Komplex und setzt unter physiologischen Bedingungen keine großen Eisenmengen frei. Das Ausmaß der Diffusion des Eisen(III)-hydroxid-Polymaltose-Komplexes durch die Schleimhautmembran ist aufgrund dessen Größe um das 40-Fache geringer als beim Hexaquo-Eisen(II)-Komplex. Die Eisenaufnahme aus IPC im Darm erfolgt über einen aktiven Mechanismus.
Das absorbierte Eisen wird an Transferrin gebunden und zur Hämoglobinsynthese im Knochenmark verwendet oder, vornehmlich in der Leber, an Ferritin gebunden gespeichert.

Pharmakokinetik

Keine Information

Dosierungen

Eisenmangelanämie
  • Oral
    • 0 Jahre bis 18 Jahre
      [1] [2]
      • 3 mg/kg/Tag in 1 Dosis, max: 5 mg/kg/Tag.
      • Tropfen: 1 Tropfen = 2,5 mg Eisen,
        Sirup: 1 ml = 10 mg Eisen

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Keine Informationen zur Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung vorhanden.

EISEN-HALTIGE ZUBEREITUNGEN

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥ 0,1 %):

Verfärbung der Faeces, Diarrhoe, Übelkeit, Dyspepsie, Erbrechen, Obstipation, Abdominalschmerzen, Zahnverfärbung, Ausschlag, Pruritus, Kopfschmerzen

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Eisenüberladung wie Hämochromatose oder Hämosiderose.
  • Hämochromatose Eisenverwertungsstörungen wie Anämie durch Bleivergiftung, sideroachrestische Anämie oder Thalassämie.
  • Anämien, die nicht durch Eisenmangel hervorgerufen werden, wie hämolytische Anämie oder Megaloblastenanämie aufgrund eines Vitamin-B12-Mangels.

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

  • Infektionen oder Tumore können eine Anämie verursachen. Da Eisen nur nach Behebung der Primärerkrankung verwertet werden kann, ist eine Nutzen-Risiko-Abwägung zu empfehlen.
  • Während der Behandlung kann eine Dunkelfärbung der Faeces auftreten, die jedoch keine klinische Relevanz hat.
  • Eine Eisenüberladung oder Intoxikation ist aufgrund der geringen Toxizität unwahrscheinlich.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

Eisensalze können mit einer Vielzahl von Wirkstoffen Komplexe bilden, welche zu einer verminderten Resorption und Wirksamkeit sowohl von Eisen als auch dem komplexierten Wirkstoff führen. Dazu gehören:

  • Tetrazykline (u.a. Tetracyclin, Doxycyclin, Minocyclin)
  • Chinolonantibiotika (u.a. Ciprofloxacin, Enoxacin, Moxifloxacin, Ofloxacin)
  • Levothyroxin, Liothyronin
  • Methyldopa
  • Penicillamin
  • Cholestyramin
  • Antazida auf Aluminiumbasis (u.a. Sucralfat, Magaldrat, Hydrotalcid)
  • andere Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium (auch in Lebensmitteln)
  • Dolutegravir
  • Bisphosphonate (Alendronat, Etidronat, Ibandronat, Pamidronat, Risedronat)
  • Levodopa, Carbidopa

Es wird empfohlen die Eiseneinnahme zeitlich getrennt von den betroffenen Wirkstoffen durchzuführen. Als zeitlicher Abstand empfehlen sich 2 bis 3 Stunden.

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Referenzen

  1. Vifor Pharma, SmPC Ferrum Hausmann®, 50 mg Eisen/ml, Tropfen zum Einnehmen, Lösung (6024673.00.00), Januar 2016
  2. Vifor Pharma, SmPC Ferrum Hausmann®, 50 mg Eisen/5 ml, Sirup (6024644.00.00), Januar 2016

Änderungsverzeichnis

  • 05 Oktober 2021 12:25: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung