Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Piritramid

Wirkstoff
Piritramid
Handelsname
Dipidolor®, Generika
ATC-Code
N02AC03

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Starke Schmerzen
    • Intramuskulär
      • On-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

intravenös, subkutan, intramuskulär zur Behandlung starker und stärkster Schmerzen

Kinder und Jugendliche: Intramuskuläre oder subkutane Anwendung: Es wird eine Einzeldosis von 0,05 – 0,2 mg pro kg Körpergewicht empfohlen.
Intravenöse Anwendung (nur wenn ein besonders rascher Wirkungseintritt erforderlich ist): Langsame Injektion einer Einzeldosis von 0,05 – 0,1 mg pro kg Körpergewicht.

Die Einzeldosen bei intramuskulärer, subkutaner und intravenöser Anwendung können bei nachlassender analgetischer Wirkung alle 6 – 8 Stunden wiederholt werden.

(SmPC Piritramid hameln)

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Injektionslösung 7,5 mg/ml

Anwendungshinweis:

Die Injektionslösung kann intramuskulär, intravenös oder subkutan verabreicht werden.

Piritramid unterliegt den Bestimmungen des Suchtgift-Gesetzes.

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:

Die verfügbaren Präparate enthalten: -

 

Detaillierte Informationen zu einzelnen Präparaten entnehmen Sie bitte den Fachinformationen.

Pharmakodynamik

Piritramid ist ein reiner µ-Opioid-Rezeptor-Agonist mit einer etwas geringeren analgetischen Potenz als Morphin. Die Analgesie resultiert aus einer Aktivierung der µ-Opioid-Rezeptoren im Bereich des Rückenmarks und den höheren Schmerzzentren wie Thalamus und Hirnrinde. Hierdurch erhöhen sich Schmerzschwelle und die Fähigkeit, Schmerz auszuhalten. Klinische Studien zeigten einen raschen Wirkungseintritt: Die Analgesie tritt nach intravenöser Gabe nach 1 bis 2 Minuten und nach intramuskulärer oder subkutaner Gabe nach 10 bis 15 Minuten ein. Bei subkutaner Gabe beobachtet man nach etwa 30 Minuten maximale Gewebekonzentrationen. Die Wirkdauer beträgt ca. 5 bis 8 Stunden.

Pharmakokinetik

Die pharmakokinetischen Daten für Neugeborene, Säuglinge, Kleinkinder und Kinder wurden in einer Einzelstudie (N = 39) mit Patient*innen auf einer Intensivstation erhoben (SmPC).

Parameter Median ± SD (Bereich) Population
Neugeborene
(N = 8)
Säuglinge Gruppe 1
(N = 7)
Kleinkinder Gruppe 2
(N = 14)
Kinder
(N = 10)
Alter 10,6 ± 10,7 Tage
(1 – 27 Tage)
11,4 ± 4,4 Wochen
(5,4 – 16,9 Wochen)
9,0 ± 2,3 Monate
(5,2 – 12,2 Monate)
2,4 ± 0,9 Jahre
(1,61 – 4,02 Jahre)
Cmax (µg/l) 79 ± 240
(5 – 723)
36 ± 367
(6 – 855)
12 ± 81
(3 – 315)
16 ± 9
(9 – 35)
T½β (min) 701,5 ± 720
(88 – 1950)
157 ± 102
(106 – 394)
160 ± 68
(114 – 335)
165 ± 143
(101 – 512)
Clt (ml/kg/min) 5,0 ± 4,8
(0,7 – 15,6)
9,8 ± 12,3
(1,3 – 32,1)
26,7 ± 42,7
(2,8 – 172,1)
24,0 ± 11,6
(5,7 – 41,1)
Vdss (l/kg) 1,96 ± 4,93 (0,07 – 13,9) 1,70 ± 2,5
(0,12 – 5,78)
6,95 ± 5,15
(0,58 – 17,02)
6,70 ± 2,15
(1,20 – 8,10)

 

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Dosierungen

Starke Schmerzen
  • Intramuskulär
    • ≥ 5 Jahre
      [2]
      • 0,05 - 0,2 mg/kg/Dosis, bei Bedarf max. 4 x täglich.

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Phenylpiperidin-Derivate

Fentanyl (transdermal/nasal)

Durogesic®, Fentoron®, Fentaplast®, diverse Generika
N02AB03
Oripavin-Derivate

Buprenorphin

Temgesic®, Transtec®, Astec®, Bupretec®, div. Generika
N02AE01
Morphinan-Derivate

Nalbuphin

diverse Generika
N02AF02
Andere Opioide

Tramadol

Tramal®, Adamon®, Noax®, Tramabene®, Tramastad®, Tramadolor®, Tradolan®, Tramundal®, diverse Generika
N02AX02

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Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Die verfügbaren Daten lassen darauf schließen, dass besonders für spontan atmende Neugeborene das Risiko einer Atemdepression bestehen kann, da die Eliminationshalbwertszeit in dieser Altersgruppe verlängert und die Clearance vermindert ist. (SmPC Dipidolor)

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Sehr häufig (≥ 10%): erhöhte Herzfrequenz, erniedrigter Blutdruck

Häufig (1-10%): Stupor, Schwindel, Somnolenz, Übelkeit, Erbrechen, Brechreiz, Blässe

Gelegentlich (0,1-1%): Abhängigkeit, Kopfschmerz, Hyperhidrosis, erniedrigte Atemfrequenz

Häufigkeit nicht bekannt: Anaphylaxie, anaphylaktischer Schock, Entzugssyndrom, Bewusstlosigkeit, Miosis, Bradykardie, Bradyarrhythmie, Zyanose, Atemstillstand, Ateminsuffizienz, Status asthmaticus Bronchospasmus, Dyspnoe, allergische Dermatitis, Pruritus, Reaktion an der Applikationsstelle, Obstipation

 

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

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Kontraindikationen allgemein

  • Atemdepression
  • komatöse Zustände

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Dosiserhöhungen sollten vorsichtig gehandhabt werden, um eine Akkumulation von Piritramid zu vermeiden, die das Risiko einer Atemdepression erhöhen kann. Es kann bis zu 24 Stunden dauern, bis die Patient*innen vom vollen analgetischen Effekt profitieren. (SmPC Dipidolor)

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://aspregister.basg.gv.at/).

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Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

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Referenzen

  1. Janssen-Cilag B.V., SmPC Dipidolor (RVG 09129) 24-03-2017, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  2. Janssen-Cilag NV, SmPC Dipidolor (BE119402) 30-03-2017, http://bijsluiters.fagg-afmps.be
  3. Piramal Critical Care B.V., SmPC Dipidolor Ampullen (15.315), aufgerufen am 07.03.2022, https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/
  4. hameln pharma gmbh, SmPC Piritramid hameln Injektionslösung 7,5 mg pro ml (1-30412), aufgerufen am 07.03.2022, https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/

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Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

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Änderungsverzeichnis

  • 17 März 2022 16:52: neue Monographie

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