Olanzapin

Wirkstoff
Olanzapin
Handelsname
Zyprexa®, Zyprexa Velotab®, Zypadhera®, diverse Generika
ATC-Code
N05AH03
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

Zulassungsstatus bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren:

  • Autismus-Spektrum-Störung (ASS), Manie und Psychose
    • Oral
      • Off-label
  • Anorexia Nervosa
    • Oral
      • Off-label
  • Interventionsmedikation bei akuten psychotischen Krisen
    • Intramuskulär
      • Off-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Darreichungsformen

Tabletten/ Überzogene Tabletten/ Filmtabletten 2,5 mg, 5 mg, 7,5 mg, 10 mg, 15 mg, 20 mg
Schmelztabletten 5 mg, 10 mg, 15 mg, 20 mg
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung 10 mg
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Depot-Injektionssuspension 210 mg, 300 mg, 405 mg

Allgemein

Die verfügbaren Präparate (Tabletten, Schmelztabletten, Injektionslösung) enthalten Olanzapin als Base oder als Olanzapinbenzoat. Die Depot-Injektionssuspension enthält Olanzapin als Olanzapinpamoat-Monohydrat. Der Wirkstoffgehalt bezieht sich bei allen Präparaten auf Olanzapin.

Die Tabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Schmelztabletten werden im Mund zergehen gelassen oder können alternativ unmittelbar vor der Einnahme in einem Glas Wasser oder einem anderen geeigneten Getränk (Orangensaft, Apfelsaft, Milch oder Kaffee) gelöst werden.

Die Injektionslösung und die Depot-Injektionssuspension sind zur intramuskulären Anwendung bestimmt und dürfen nicht intravenös oder subkutan angewendet werden.

Präparate mit für Kinder potentiell problematischen Hilfsstoffen:

Präparate Arzneiform Wirkstärke Problematische Hilfsstoffe
ZYPREXA® Überzogene Tabletten 2,5/5/10/15 mg Lactose
ZYPREXA VELOTAB® Schmelztabletten 5/10/15 mg Aspartam, Natriummethyl-4-hydroxybenzoat, Natriumpropyl-4-hydroxybenzoat
ZYPREXA® Injektionslösung 10 mg Lactose
ZYPADHERA® Depot-Injektionssuspension 210/300/405 mg Polysorbat 80
OLANZAPIN ratiopharm® Tabletten 2,5/5/7,5/10/15/20 mg Lactose
OLANZAPIN 1A Pharma® Filmtabletten 2,5/5/10 mg Lactose
OLANZAPIN Sandoz® Filmtabletten 2,5/5/10/15/20 mg Lactose
OLANZAPIN Actavis® Filmtabletten 2,5/5/10/15 mg Lactose
OLANZAPIN Genericon® Schmelztabletten 5/10 mg Aspartam
OLANZAPIN Actavis® Schmelztabletten 5/10/15 mg Aspartam
OLANZAPIN Aristo® Filmtabletten 2,5/5/10/15 mg Lactose, Sojalecithin
AEDON® Schmelztabletten 5/10/15 mg Lactose
OLANZAPIN G.L.® Schmelztabletten 5/10/15 mg Lactose
OLANZAPIN Stada® Filmtabletten 2,5/5/10 mg Lactose, Sojalecithin
AEDON® Filmtabletten 2,5/5/10/15 mg Lactose, Sojalecithin
OLANZAPIN G.L.® Filmtabletten 2,5/5/10/15 mg Lactose, Sojalecithin
OLANZAPIN Bluefish® Schmelztabletten 5/10/15 mg Lactose, Aspartam
OLANZAPIN Sandoz® Schmelztabletten 10/15/20 mg Lactose
OLANZAPIN Accord® Filmtabletten 2,5/5/10/15 mg Lactose, Polysorbat 80
OLANZAPIN ratiopharm® GmbH Schmelztabletten 5/10/15/ 20 mg Lactose, Aspartam, Sucrose
OLANZAPIN +pharma® Filmtabletten 2,5/5/10 mg Lactose, Sojalecithin
OLANZAPIN Genericon® Filmtabletten 2,5/5/10 mg Lactose, Sojalecithin

Die Fachinformationen wurden 09/2020 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Pharmakodynamik

Olanzapin ist ein neuroleptischer, antimanischer und stimmungsstabilisierender Wirkstoff aus der Gruppe der atypischen Neuroleptika. Die Wirkung beruht auf einem Antagonismus an Serotonin (5-HT2, 5-HT3, 5-HT6), Dopamin (D1-5), cholinergen Muskarin- (M1-M5), α1- und Histamin (H1-) Rezeptoren.

Pharmakokinetik

Die folgenden kinetischen Parameter wurden in einer Studie mit 8 Jugendlichen unter Steady State Bedingungen bei einer durchschnittlichen Dosis von 19 mg ermittelt
(Grothe 2000):

Cmax (ng/ml) tmax (h) t½ (h) Cl (l/h)
115,6 ± 26,7 4,7 ± 3,7 37,2 ± 5,1 9,6 ± 2,4

Die Pharmakokinetik von Olanzapin bei Jugendlichen ist vergleichbar mit der von Erwachsenen.

Dosierungen

Erregungszustände oder motorische Agitation bei Autismus-Spektrum-Störungen (ASS), Manie und Psychose
  • Oral
    • 12 Jahre bis 18 Jahre
      [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11]
      • Initialdosis: 2,5 mg/Tag in 1 Dosis
      • Erhaltungsdosis: Langsam titrieren (2,5 mg/Woche) je nach Wirksamkeit und Verträglichkeit auf max. 20 mg/Tag in 1 Dosis
      • Anwendungshinweis:

        Vorzugsweise abends einnehmen

      • Hinweis: Die maximale Dosis beträgt 20 mg/Tag, da bei dieser Dosis Sedierung und extrapyramidale Nebenwirkungen auftreten. Der Wirkstoff führt jedoch bereits bei niedrigeren Dosen zu starken metabolischen Nebenwirkungen, sodass weitere Erhöhungen der Tagesdosis sorgfältig abgewogen werden müssen.

        Olanzapin sollte von einem Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie verschrieben werden. Die Dosis muss individuell festgelegt und die niedrigste mögliche Dosis verwendet werden.

Anorexia Nervosa
  • Oral
    • 9 Jahre bis 18 Jahre
      [15] [16] [17]
      • 2,5 - 12,5 mg/Dosis/Tag in 1 Dosis
      • Über die Anwendung von Olanzapin bei Kindern mit Anorexia nervosa wurden nur begrenzt Untersuchungen durchgeführt.

        Olanzapin sollte von einem Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie verschrieben werden. Die Dosis muss individuell festgelegt und die niedrigste mögliche Dosis verwendet werden.

         

Interventionsmedikation bei akuten psychotischen Krisen
  • Intramuskulär
    • 12 Jahre bis 18 Jahre
      [14]
      • 5 - 10 mg/Dosis, einmalig. Bei Bedarf wiederholen nach 2 Stunden, aber nicht öfter als 3x pro 24 Stunden und nicht an mehr als 3 aufeinanderfolgenden Tagen. Maximal 20 mg/Tag (oral plus intramuskulär)..
      • Nur wenn die orale Medikation verweigert wird oder nicht die gewünschte Wirkung hat

        Olanzapin sollte von einem Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie verschrieben werden. Die Dosis muss individuell festgelegt und die niedrigste mögliche Dosis verwendet werden

         

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

ANTIPSYCHOTIKA

Butyrophenon-Derivate

Haloperidol

Haldol®
N05AD01
Diazepine, Oxazepine, Thiazepine und Oxepine

Clozapin

Leponex®, Lanolept®, diverse Generika
N05AH02

Quetiapin

Seroquel®, Seroquel XR®, diverse Generika
N05AH04
Andere Antipsychotika

Aripiprazol

Abilify®, Abilify Maintena®, diverse Generika
N05AX12

Risperidon

Risperdal®, Risperdal CONSTA®, diverse Generika
N05AX08

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Folgende Nebenwirkungen treten häufiger bei Jugendlichen (13-17 Jahre) als bei Erwachsenen auf:

  • Sehr häufig (≥10 %): Gewichtszunahme (7 % oder mehr des Ausgangskörpergewichtes), gesteigerter Appetit, erhöhte Triglycerid-Spiegel, Sedierung, Schläfrigkeit, Hypersomnie, Lethargie, Erhöhung der Lebertransaminasen (ALT/AST), Abnahme des Gesamtbilirubins, erhöhte GGT (Gamma-Glutamyltransferase), erhöhte Plasma-Prolaktin-Spiegel
  • Häufig (≥1 % und <10 %): Erhöhte Chlolesterinspiegel, trockener Mund
  • Des Weiteren können Schwindel, Obstipation, orthostatische Hypotension, Akathisie, extrapyramidale Symptome und erhöhte Glucosekonzentrationen auftreten.
  • In der Literatur wurden zudem Fälle von Malignem Neuroleptischen Syndrom (MNS) [Croarkin 2008], EKG-Abweichungen, Angstzuständen, Kopfschmerzen, gastrointestinale Nebenwirkungen, Hypersalivation, trockenen Augen und trockener Nase [Flanke 2014], Spannungs- und Erregungszuständen [Fekete 2017] beschrieben. 

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥ 0,1 %):
Schläfrigkeit, Gewichtszunahme, erhöhte Prolaktin-, Cholesterin-, Glucose- und Triglyceridspiegel, Glucosurie, Zunahme des Appetits, Eosinophilie, Leukopenie, Neutropenie, Überempfindlichkeit, Schwindel, Akathisie, Parkinsonismus, Dyskinesie, Krampfanfälle, Dystonie (einschließlich Blickkrämpfe), tardive Dyskinesie, Amnesie, Dysarthrie, Stottern, Restless-Legs-Syndrom, Bradykardie, QTc-Verlängerung, Thromboembolien (einschließlich Lungenembolien und tiefer Venenthrombose), Ausschlag, Lichtüberempfindlichkeitsreaktionen, Alopezie, Arthralgie, Harninkontinenz, Harnverhalt, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Asthenie, Müdigkeit, Ödeme, Fieber, erhöhte alkalische Phosphatase-Werte, hohe Kreatinphosphokinase-Werte, hohe Gamma-Glutamyltransferase-Werte, hohe Harnsäure-Werte, erhöhtes Gesamtbilirubin

Folgende schwerwiegende UAW wurden zudem selten, sehr selten (< 0,1 %) oder mit unbekannter Häufigkeit beobachtet:
Rhabdomyolyse, Arzneimittel-induzierter Hautausschlag mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), Pankreatitis, Ventrikuläre Tachykardie/ Fibrillation, plötzlicher Tod, Thrombozytopenie

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Patienten mit bekanntem Risiko eines Engwinkelglaukoms

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Zusammenfassung: Olanzapin soll aufgrund starker metabolischer Nebenwirkungen nur in Ausnahmefällen verschrieben werden.  Wenn die Behandlung verlängert wird, sind Nachfolgeuntersuchungen aufgrund der möglichen Auswirkungen auf die Lernfähigkeit notwendig. Patienten sollten über die Gewichtszunahme informiert werden. Nüchternglucose und Lipide sollten bestimmt werden. Vorsicht bei Leberfunktionsstörungen, Diabetes mellitus, Krämpfen, Knochenmarkdepression und anormalem Blutbild. Therapie abbrechen bei Hepatitis. Regelmäßige klinische Checks des endokrinologischen Status werden empfohlen.

Aufgrund starker metabolischer Nebenwirkungen darf Olanzapin nur in Ausnahmefällen verschrieben werden.

Eine Sedierung durch Olanzapin sollte bei Heranwachsenden wegen möglicher Auswirkungen auf die Lernfähigkeit genau überwacht werden. Eine Änderung des Verabreichungszeitpunkts kann den Einfluss der Sedierung auf die Konzentration von Jugendlichen verbessern.

Bei der Verschreibung von Olanzapin sollten Patienten und Eltern vor einer Zunahme des Appetits und des Körpergewichts gewarnt werden. Das Ausgangsgewicht sollte bestimmt und überwacht werden. Es sollten Ratschläge zu Ernährung und Bewegung gegeben werden. Vorsicht bei (Risikofaktoren für) Diabetes mellitus, Krämpfen und Knochenmarkdepressionen sowie bei einer geringen Anzahl von Leukozyten und / oder Neutrophilen, Hypereosinophilie und myeloproliferativen Erkrankungen.

Die Nüchternwerte für Glucose und Lipide sollten vor und während der Behandlung mit Olanzapin bestimmt werden (z. B. nach 1 Monat, nach 3 Monaten und später (halb) jährlich).

Vorsicht bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen oder erhöhten Lebertransaminasen (ALT/AST). Falls eine Erhöhung von ALT und/oder AST während der Behandlung eintritt, sollte eine regelmäßige Kontrolle erfolgen und eine Dosisreduktion erwogen werden. Falls eine Hepatitis diagnostiziert wird, muss die Behandlung abgebrochen werden.
Insbesondere bei Patienten mit Diabetes und Patienten mit Risikofaktoren für die Entwicklung eines Diabetes mellitus sollte ein klinisch angemessenes Follow-up erfolgen, mit einer regelmäßigen Kontrolle des Glukosewertes. Bei dyslipidämischen Patienten mit Risikofaktoren für die Entwicklung von Lipidstörungen, sollten Lipiderhöhungen klinisch adäquat reguliert werden. Eine regelmäßige Überwachung auf extrapyramidale Symptome und andere Bewegungsstörungen ist ebenfalls empfohlen.

Aufgrund der möglichen Auswirkungen einer lang andauernden Hyperprolaktinämie auf das Wachstum und die sexuelle Reifung bei Jugendlichen sollte eine regelmäßige klinische Überwachung des endokrinologischen Status erfolgen, einschließlich Messungen der Körpergröße, des Gewichts, der sexuellen Reifung, Kontrolle der Menstruationsfunktion und anderer potenzieller Auswirkungen von Prolaktin.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

  • Seltene, als malignes neuroleptisches Syndrom (MNS) berichtete Fälle, sind im Zusammenhang mit Olanzapin aufgetreten. Wenn ein Patient Symptome entwickelt, die auf ein MNS hindeuten oder unklares hohes Fieber bekommt ohne eine zusätzliche klinische Manifestation von MNS müssen alle Antipsychotika einschließlich Olanzapin abgesetzt werden.
  • Eine Hyperglykämie und/oder Entwicklung oder Verschlechterung eines Diabetes wurden gelegentlich berichtet, mitunter begleitet von Ketoacidose oder Koma, einschließlich einiger letaler Fälle. Eine angemessene ärztliche Überwachung in Übereinstimmung mit den gebräuchlichen Therapierichtlinien für Antipsychotika ist ratsam, z.B. eine Bestimmung der Blutglukose zu Beginn der Therapie, 12 Wochen nach Beginn der Olanzapin- Behandlung und anschließend in jährlichen Abständen. Patienten, die mit antipsychotischen Arzneimitteln behandelt werden, sollten hinsichtlich Symptome einer Hyperglykämie (wie Polydipsie, Polyurie, Polyphagie und Schwäche) beobachtet werden. Patienten mit Diabetes mellitus oder mit Risikofaktoren für die Entwicklung eines Diabetes sollten regelmäßig bezüglich einer Verschlechterung der Glucoseeinstellung überwacht werden. Das Gewicht sollte regelmäßig kontrolliert werden, z.B. zu Beginn der Therapie, 4, 8 und 12 Wochen nach Beginn der Olanzapin Behandlung und anschließend in vierteljährlichen Abständen.
  • In placebokontrollierten klinischen Studien wurden bei mit Olanzapin behandelten Patienten unerwünschte Veränderungen der Lipidwerte beobachtet. Patienten, die mit antipsychotischen Arzneimitteln behandelt werden, sollten in Übereinstimmung mit den gebräuchlichen Therapierichtlinien für Antipsychotika regelmäßig hinsichtlich der Lipidwerte überwacht werden, z.B. zu Beginn der Therapie, 12 Wochen nach Beginn der Olanzapin-Behandlung und anschließend alle 5 Jahre.
  • Vorübergehende, asymptomatische Erhöhungen der Lebertransaminasen ALT (GPT) und AST (GOT) wurden, besonders zu Beginn der Behandlung, werden häufig beobachtet. Bei Patienten mit erhöhten ALT- und/oder AST-Werten, bei Patienten mit Anzeichen einer Leberfunktionseinschränkung, bei Patienten mit vorbestehenden Erkrankungen, die mit einer eingeschränkten Leberfunktionsreserve einhergehen und Patienten, die mit möglicherweise hepatotoxischen Arzneimitteln behandelt werden, ist daher Vorsicht angebracht und Nachuntersuchungen sind durchzuführen. In Fällen, in denen eine Hepatitis (einschließlich einer hepatozellulären oder cholestatischen Leberschädigung oder einer Mischform) diagnostiziert wurde, muss die Olanzapin-Therapie beendet werden.
  • Vorsicht ist angebracht bei Patienten mit niedrigen Leukozyten und/oder Neutrophilenwerten jeglicher Ursache, bei Patienten, die Arzneimittel erhalten von denen bekannt ist, dass sie eine Neutropenie verursachen können, bei Patienten mit arzneimittelbedingter Knochenmarksdepression/-toxizität in der Anamnese, bei Patienten mit Knochenmarksdepression bedingt durch eine Begleiterkrankung, Strahlentherapie oder Chemotherapie und bei Patienten mit hypereosinophilen Zuständen oder einer myeloproliferativen Erkrankung.
  • Nach einem plötzlichen Absetzen von Olanzapin wurde über Symptome wie Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Angst, Übelkeit oder Erbrechen berichtet.
  • Gelegentlich wurde ein zeitlicher Zusammenhang zwischen einer Olanzapin Behandlung und venösen Thromboembolien (VTE) berichtet. Mögliche Risikofaktoren für VTE, wie z.B. Immobilisation, sind festzustellen und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
  • Olanzapin muss bei Patienten mit Krampfanfällen in der Anamnese oder bei die Krampfschwelle verändernden Zuständen vorsichtig angewendet werden. Das Auftreten von Krampfanfällen wurde gelegentlich bei mit Olanzapin behandelten Patienten berichtet.
  • Das Risiko einer Spätdyskinesie nimmt während einer Langzeitbehandlung zu. Wenn bei einem mit Olanzapin behandelten Patienten Anzeichen einer Spätdyskinesie auftreten, sollte überlegt werden, die Dosis zu reduzieren oder die Behandlung abzubrechen.
  • In Berichten nach Markteinführung wurde das Ereignis eines plötzlichen Herztodes bei Patienten mit Olanzapin berichtet. In einer retrospektiven beobachtenden Kohortenstudie hatten Patienten, die mit Olanzapin behandelt wurden, ein ungefähr zweifach erhöhtes Risiko eines vermuteten plötzlichen kardialen Todes im Vergleich zu nicht mit Antipsychotika behandelten Patienten.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

Interaktionspartner Grund Handlungsempfehlung
Arzneistoffe, die das QT-Intervall verlängern (u.a. Antiarrhythmika, Chinin, Methadon, Fluconazol, Granisetron, Ondansetron, Chinolonantibiotika, Makrolidantibiotika, Trizyklische Antidepressiva, H1-Antihistaminika) Erhöhtes Risiko von ventrikulären Tachykardien (Torsade de pointes) Sorgfältige elektrokardiographische Überwachung (eventuell stationär) und Dosisanpassung
CYP1A2-Induktoren (u.a. Ritonavir, Carbamazepin, Rauchen) Verminderte Plasmakonzentration von Olanzapin Es wird die Überwachung der Plasmakonzentration von Olanzapin empfohlen. Die Olanzapin-Dosis muss möglicherweise erhöht werden.
CYP1A2-Inhibitoren (u.a. Enoxacin, Ciprofloxacin, Fluvoxamin, Perazin) Erhöhte Plasmakonzentration von Olanzapin Überwachung der Plasmaspiegel und unerwünschter Nebenwirkungen von Olanzapin. Möglicherweise Reduktion der Olanzapin-Dosis.
Aktivkohle Verminderte Wirksamkeit von Olanzapin möglich Aktivkohle soll mindestens zwei Stunden vor oder nach Olanzapin eingenommen werden.
Clozapin Erhöhung des Risikos und/oder der Schwere von Granulozytopenien/Agranulozytosen Bei gemeinsamer Anwendung: Blutbild besonders engmaschig überwachen.
Bupropion Erhöhtes Risiko von Krampfanfällen Bupropion soll bei Patienten mit prädisponierenden Faktoren für die Senkung der Krampfschwelle nicht angewandt werden. Ist die gleichzeitige Anwendung notwendig, soll das Nutzen/Risiko-Verhältnis jeweils individuell beurteilt werden
Lithium Erhöhte Gefahr neurotoxischer und kardiotoxischer Wirkungen Besonders sorgfältige Überwachung auf neurotoxische und kardiotoxische Symptome (EKG)
Benzodiazepine (i.v.) Übermäßige Sedierung, kardiorespiratorische Depression und in sehr seltenen Fällen Tod Wenn die gleichzeitige parenterale Anwendung nötig ist, soll das Benzodiazepin nicht früher als eine Stunde nach der Olanzapin-Injektion injiziert und auf verstärkte unerwünschte Wirkungen geachtet werden.

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Referenzen

  1. Croarkin PE, et al, Neuroleptic malignant syndrome associated with atypical antipsychotics in pediatric patients: a review of published cases, J Clin Psychiatry, 2008, 69, 1157-65
  2. Castro-Fornieles J, et al, Antipsychotic treatment in child and adolescent first-episode psychosis: a longitudinal naturalistic approach., J Child Adolesc Psychopharmacol., 2008, 18, 327-36
  3. Biederman J, et al, Open-label, 8-week trial of olanzapine and risperidone for the treatment of bipolar disorder in preschool-age children., Biol Psychiatry, 2005, 58, 589-94
  4. Dittmann RW, et al, Effectiveness and tolerability of olanzapine in the treatment of adolescents with schizophrenia and related psychotic disorders: results from a large, prospective, open-label study., J Child Adolesc Psychopharmacol., 2008, 18, 54-69
  5. Fraguas D, et al, Metabolic and hormonal side effects in children and adolescents treated with second-generation antipsychotics, J Clin Psychiatry, 2008, 69, 1166-75
  6. Grothe DR, et al, Olanzapine pharmacokinetics in pediatric and adolescent inpatients with childhood-onset schizophrenia., J Clin Psychopharmacol., 2000, 20, 220-5
  7. McClellan J, et al, Treatment of early-onset schizophrenia spectrum disorders (TEOSS): rationale, design, and methods., J Am Acad Child Adolesc Psychiatry., 2007, 46, 969-78
  8. McDougle CJ, et al, Atypical antipsychotics in children and adolescents with autistic and other pervasive developmental disorders, J Clin Psychiatry, 2008, 69 Suppl 4:., 15-20
  9. Quintana H, et al, An open-label study of olanzapine in children and adolescents with schizophrenia, J Psychiatr Pract., 2007, 13, 86-96
  10. Ross RG, et al, A 1-year open-label trial of olanzapine in school-age children with schizophrenia., J Child Adolesc Psychopharmacol., 2003, 13(3), 301-9
  11. Sikich L, Efficacy of atypical antipsychotics in early-onset schizophrenia and other psychotic disorders, J Clin Psychiatry, 2008, 69 Suppl 4, 21-5
  12. Tohen M, et al, Olanzapine versus placebo in the treatment of adolescents with bipolar mania, Am J Psychiatry, 2007, 164, 1547-56
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  21. Eli Lilly, SmPC Zyprexa Velotab 5mg Schmelztbl (EU 1 99 125 001, 005, 009, 013, 017), 02-2020
  22. Eli Lilly, SmPC Zyprexa 10 mg Plv z Herst. e. Inj.lsg (EU 1 96 022 016-017), 02-2020
  23. Diagnosia, https://premium.diagnosia.com/check/interactions/search, aufgerufen am 01.09.2020
  24. ABDA, ABDA-Interaktionsdatenbank , aufgerufen am 01.09.2020
  25. wechselwirkungscheck.de, http://www.wechselwirkungscheck.de/index.php , (aufgerufen am 01.09.2020)

Änderungsverzeichnis

  • 16 Dezember 2020 12:15: Neue Monographie "Olanzapin"

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung