Haloperidol

Wirkstoff
Haloperidol
Handelsname
Haldol®
ATC-Code
N05AD01
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

Zulassungsstatus bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren:

  • Schizophrenie (Psychose)
    • Oral
      • < 13 Jahre: Off-label
      • ≥ 13 Jahre: On-label, > 5 mg/Tag: Off-label
  • Verhaltensstörungen, Autismus
    • Oral
      • < 6 Jahre: Off-label
      • ≥ 6 Jahre: On-label
  • Tics
    • Oral
      • < 10 Jahre: Off-label
      • ≥ 10 Jahre: On-label
  • Delir bei pädiatrischen Intensivpatienten
    • Oral/Intravenös
      • Off-label
  • Interventionsmedikation bei akuten psychotischen Krisen
    • Oral/Intramuskulär
      • Off-label


  

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Darreichungsformen und Stärken

Tabletten 1 mg, 10 mg
Lösung zum Einnehmen 2 mg/ml
Injektionslösung 5 mg/ml
Depotinjektionslösung 50 mg/ml

Allgemein

Haloperidol ist in der Depotinjektionslösung in Form von Haloperidoldecanoat enthalten. Die angegebene Stärke bezieht sich auf Haloperidol.

Die Lösung zum Einnehmen kann mit Wasser gemischt werden, um die Einnahme einer Dosis zu erleichtern, darf jedoch nicht mit anderen Flüssigkeiten gemischt werden. Die verdünnte Lösung muss sofort eingenommen werden.

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:

Folgende problematische Hilfsstoffe sind in den Tabletten enthalten: Lactose-Monohydrat, Saccharose
Folgende problematische Hilfsstoffe sind in der Lösung zum Einnehmen enthalten: p-Hydroxybenzoesäuremethylester
Folgende problematische Hilfsstoffe sind in der Depot Injektionslösung enthalten: Benzylalkohol, Sesamöl

Die Fachinformationen wurden am 15/06/2021 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Pharmakodynamik

Haloperidol ist die Leitsubstanz der typischen Antipsychotika und gehört zur Substanzgruppe der Butyrophenone. Es ist ein starker zentral wirksamer D2-Rezeptorantagonist und übt in den empfohlenen Dosen eine geringe Wirkung auf die α1-Adrenozeptoren sowie keine antihistaminerge oder anticholinerge Wirkung aus. 

Pharmakokinetik

Kinder (n=78, 2-17 Jahre) erhielten orale Dosen bis max. 30 mg/Tag. Cmax: 44,3 ng/ml. Trend zu kürzeren T½ bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen.
Beobachteter wirksamer Spiegel bei Tics: 1-4 ng/ml (SmPC Haldol)

Dosierungen

Schizophrenie (Psychose), Verhaltensstörungen, Autismus und Tics
  • Oral
    • 6 Jahre bis 12 Jahre
      [2] [4] [6]
      • Initialdosis: 0,01 - 0,025 mg/kg/Tag in 1 - 2 Dosen.
      • Erhaltungsdosis: Initialdosis (Tagesdosis) je nach Wirksamkeit und Verträglichkeit wöchentlich um 0,25-0,5 mg bis zum gewünschten Effekt erhöhen. In der Regel sind Dosierungen nötig zwischen 0,05 - 0,075 mg/kg/Tag in 1 - 2 Dosen, max: 0,15 mg/kg/Tag.
      • Die Maximaldosis von 0,15 mg/kg/Tag sollte nur falls nötig bei einer Psychose eingesetzt werden.

    • 12 Jahre bis 18 Jahre
      [1] [2] [4] [6]
      • Initialdosis: 0,01 - 0,025 mg/kg/Tag in 1 - 2 Dosen.
      • Erhaltungsdosis: Initialdosis (Tagesdosis) je nach Wirksamkeit und Verträglichkeit wöchentlich um 0,25-0,5 mg bis zum gewünschten Effekt erhöhen. In der Regel sind Dosierungen nötig zwischen 1 - 5 mg/Tag in 1 - 2 Dosen.
Delir bei pädiatrischen Intensivpatienten
  • Intravenös
    • 3,5 bis 10 kg
      [3] [5] [7] [8]
      • Initialdosis: 0,05 mg/Dosis, einmalig.
      • Erhaltungsdosis: 0,01 mg/kg/Tag in 1 - 3 Dosen. Je nach klinischem Ansprechen weiter erhöhen („start low and go slow“).
      • Langsam per Infusion über mindestens 30 Minuten verabreichen.

        • Die Initialdosis kann 2 x im Abstand von 1 Stunde wiederholt werden. Danach sind Wirksamkeit und Verträglichkeit neu zu bewerten.
        • Bei einer Umstellung der intravenösen auf eine orale Gabe können höhere Dosen (bis zur doppelten intravenösen Dosis) aufgrund des hohen First-Pass-Effektes nötig sein.
    • 10 bis 15 kg
      [3] [5] [7] [8]
      • Initialdosis: 0,15 mg/Dosis, einmalig.
      • Erhaltungsdosis: 0,025 mg/kg/Tag in 1 - 3 Dosen. Je nach klinischem Ansprechen weiter erhöhen („start low and go slow“).
      • Langsam per Infusion über mindestens 30 Minuten verabreichen.

        • Die Initialdosis kann 2 x im Abstand von 1 Stunde wiederholt werden. Danach sind Wirksamkeit und Verträglichkeit neu zu bewerten.
        • Bei einer Umstellung der intravenösen auf eine orale Gabe können höhere Dosen (bis zur doppelten intravenösen Dosis) aufgrund des hohen First-Pass-Effektes nötig sein.
    • ≥ 15 kg
      [3] [5] [7] [8]
      • Initialdosis: 0,25 mg/Dosis, einmalig.
      • Erhaltungsdosis: 0,05 mg/kg/Tag in 1 - 3 Dosen. Je nach klinischem Ansprechen weiter erhöhen („start low and go slow“).
      • Langsam per Infusion über mindestens 30 Minuten verabreichen.

        • Die Initialdosis kann 2 x im Abstand von 1 Stunde wiederholt werden. Danach sind Wirksamkeit und Verträglichkeit neu zu bewerten.
        • Bei einer Umstellung der intravenösen auf eine orale Gabe können höhere Dosen (bis zur doppelten intravenösen Dosis) aufgrund des hohen First-Pass-Effektes nötig sein.
  • Oral
    • < 45 kg
      [5]
      • Initialdosis: 0,01 - 0,02 mg/kg/Dosis Die Initialdosis kann 2 x im Abstand von 1 h wiederholt werden. Danach sind Wirksamkeit und Verträglichkeit neu zu bewerten. Eine erste therapeutische Reaktion sollte in den ersten 24 Stunden erzielt werden. Wie lange und wie gut diese erste Reaktion anhält, entscheidet über das weitere Vorgehen..
      • Erhaltungsdosis: Die Gesamtdosis der ersten 24 h sollte in 2-3 Dosen verabreicht werden. Je nach Wirksamkeit und Verträglichkeit die Dosis um 0,25-0,5 mg bis zum gewünschten Effekt erhöhen. In der Regel sind Dosierungen nötig zwischen 0,01 - 0,08 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
    • ≥ 45 kg
      [5]
      • Initialdosis: 0,5 - 1 mg/Dosis Die Initialdosis kann 2 x im Abstand von 1 h wiederholt werden. Eine erste therapeutische Reaktion sollte in den ersten 24 Stunden erzielt werden. Wie lange und wie gut diese erste Reaktion anhält, entscheidet über das weitere Vorgehen.
      • Erhaltungsdosis: Die Gesamtdosis der ersten 24 h sollte in 2-3 Dosen verabreicht werden. Je nach Wirksamkeit und Verträglichkeit die Dosis um 0,25-0,5 mg bis zum gewünschten Effekt erhöhen. In der Regel sind Dosierungen nötig zwischen 0,01 - 0,08 mg/kg/Tag in 2 Dosen, max: 6 mg/Tag.
Interventionsmedikation bei akuten psychotischen Krisen
  • Oral
    • 12 Jahre bis 18 Jahre
      [9]
      • 1 - 2,5 mg/Dosis, einmalig.
      • Falls die orale Medikation verweigert wird oder nicht die gewünschte Wirksamkeit hat, kann eine intramuskuläre Verabreichung erwogen werden.

        Haloperidol sollte von Fachärzt*innen für Kinder- und Jugendpsychiatrie verschrieben werden. Die Dosis sollte individuell bestimmt und die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden.

  • Intramuskulär
    • 12 Jahre bis 18 Jahre
      [9]
      • 2,5 - 5 mg/Dosis, einmalig.
      • Falls die orale Medikation verweigert wird oder nicht die gewünschte Wirksamkeit hat, kann eine intramuskuläre Verabreichung erwogen werden.

        Haloperidol sollte von Fachärzt*innen für Kinder- und Jugendpsychiatrie verschrieben werden. Die Dosis sollte individuell bestimmt und die geringste Dosis verwendet werden.


Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Keine Informationen zur Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung vorhanden.

ANTIPSYCHOTIKA

Diazepine, Oxazepine, Thiazepine und Oxepine

Clozapin

Leponex®, Lanolept®, diverse Generika
N05AH02

Olanzapin

Zyprexa®, Zyprexa Velotab®, Zypadhera®, diverse Generika
N05AH03

Quetiapin

Seroquel®, Seroquel XR®, diverse Generika
N05AH04
Andere Antipsychotika

Aripiprazol

Abilify®, Abilify Maintena®, diverse Generika
N05AX12

Risperidon

Risperdal®, Risperdal CONSTA®, diverse Generika
N05AX08

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Benommenheit. Das Auftreten einer Rhabdomyolyse und die damit einhergehende Niereninsuffizienz sind meist lebensbedrohlich. In der Literatur wurden mehrere Fälle von Rhabdomyolyse bei Kindern beschrieben. Wie bei anderen Antipsychotika sollte auf das Auftreten des malignen neuroleptischen Syndroms geachtet werden. Bei parenteraler Verabreichung wurden Einzelfälle von plötzlichem Tod, QTc-Intervall Verlängerung und ventrikulären Arrhythmien berichtet, insbesondere bei hohen Dosen und prädisponierten Patienten.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥ 0,1 %):

Agitiertheit, Schlaflosigkeit, extrapyramidale Erkrankung, Hyperkinesie, Kopfschmerzen, psychotische Störung, Depression, tardive Dyskinesie, Akathisie, Bradykinesie, Dyskinesie, Dystonie, Hypokinesie, erhöhter Muskeltonus, Schwindel, Somnolenz, Tremor, Blickkrampf, Sehstörungen, Hypotonie, orthostatische Hypotonie, Erbrechen, Übelkeit, Obstipation, Mundtrockenheit, Hypersalivation, anomaler Leberfunktionstest, Ausschlag, Harnretention, Gewichtszunahme, Gewichtsverlust, Leukopenie, Verwirrtheitszustand, Unruhe, Konvulsionen, Parkinsonismus, Sedierung, unwillkürliche Muskelkontraktionen, Verschwommensehen, Tachykardie, Dyspnoe, Hepatitis, Ikterus, photosensitive Reaktion, Urtikaria, Pruritus, Hyperhidrose, Torticollis, Muskelrigidität, Muskelkrämpfe, Muskuloskelettale Steifigkeit, Hyperthermie, Ödem, Gangstörungen

Folgende ausgewählte UAW wurden zudem selten, sehr selten (< 0,1 %) oder mit unbekannter Häufigkeit beobachtet:

Malignes neuroleptisches Syndrom, QT-Verlängerung, Kammerflimmern, Torsade de pointes, ventrikuläre Tachykardie, Extrasystolen, akutes Leberversagen, Rhabdomyolyse, neonatales Arzneimittelentzugssyndrom, plötzlicher Tod

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen bei Kindern

Verlängertes QTc-Intervall

Kontraindikationen allgemein

  • komatöse Zustände
  • Depression des Zentralnervensystems (ZNS)
  • Morbus Parkinson
  • Lewy-Körper-Demenz
  • progressive supranukleäre Blickparese
  • bekannte Verlängerung des QTc-Intervalls oder kongenitales Long-QT-Syndrom
  • kürzlicher akuter Myokardinfarkt
  • dekompensierte Herzinsuffizienz
  • anamnestisch bekannte ventrikuläre Arrhythmie oder Torsade de pointes
  • unkorrigierte Hypokaliämie
  • gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

In der Indikation Delir sollte die Erhaltungsdosis nach dem Prinzip "start low and go slow" je nach Wirksamkeit und Verträglichkeit langsam erhöht werden. Jedoch ist zu beachten, dass innerhalb der ersten 24 Stunden oft weitere Interventionen nötig sind. Ein pädiatrisches Delir stellt eine akute pädiatrische psychiatrische Krisensituation dar, die oft schneller und erfolgreicher Interventionen bedarf. Wenn der klinische Zustand über 48 Stunden stabil war, kann die Dosis langsam ausgeschlichen werden. Die Tagesdosis sollte innerhalb einer Woche ausgeschlichen werden. Bei der Umstellung einer intravenösen auf eine orale Verabreichung können hohe Dosierungen (bis zum Doppelten der intravenösen Dosis) nötig sein, aufgrund des hohen First-Pass-Effekts. Die Dosis sollte in 2-3 Dosen/Tag aufgeteilt werden.

Wie bei anderen Antipsychotika sollte auf das Auftreten eines malignen neuroleptischen Syndroms geachtet werden. Typische Symptome sind: Hyperthermie, extreme Muskelrigidität und autonome Instabilität.

Neue oder verstärkte "Angst/Unruhe"-Gefühle des Patienten sollten als mögliche Akathisie (schmerzhafte Krämpfe) in Betracht gezogen werden, bevor eine Dosiserhöhung vorgenommen wird.

Beim Auftreten von schwerwiegenden Nebenwirkungen oder dem Ausbleiben einer Wirkung sollte ein Polymorphismus des CYP2D6-Enzyms in Betracht gezogen werden. Eine Genotypisierung kann erwogen werden.

Die für Kinder und Jugendliche verfügbaren Sicherheitsdaten zeigen ein Risiko für die Entwicklung extrapyramidaler Symptome einschließlich tardiver Dyskinesie und Sedierung. (SmPC Haldol)

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

  • Kardiovaskuläre Wirkungen: Unter Haloperidol wurden zusätzlich zum plötzlichen Tod QTc-Verlängerung und/oder ventrikuläre Arrhythmien beschrieben. Das Risiko für diese Ereignisse scheint bei hohen Dosen, hohen Plasmakonzentrationen, prädisponierten Patienten oder parenteraler (insbesondere intravenöser) Anwendung anzusteigen. Bei Patienten mit Bradykardie, Herzerkrankungen, QTc-Verlängerung in der Familienanamnese oder schwerem Alkoholmissbrauch in der Vorgeschichte ist Vorsicht geboten. Bei Patienten mit potenziell hohen Plasmakonzentrationen ist ebenfalls Vorsicht geboten (langsame CYP2D6-Metabolisierer). Es wird empfohlen, vor Behandlungsbeginn ein EKG durchzuführen. Während der Behandlung muss die Notwendigkeit einer EKG-Überwachung auf QTc-Verlängerung und ventrikuläre Arrhythmien für jeden Patienten beurteilt werden. Bei einer QTc-Verlängerung während der Behandlung wird eine Verringerung der Dosis empfohlen. Falls das QTc-Intervall jedoch auf über 500 ms ansteigt, muss Haloperidol abgesetzt werden.
    Störungen des Elektrolythaushalts wie Hypokaliämie und Hypomagnesiämie erhöhen das Risiko für ventrikuläre Arrhythmien und müssen vor Beginn der Haloperidol-Behandlung korrigiert werden. Daher wird eine Kontrolle des Elektrolythaushalts vor Behandlungsbeginn und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung empfohlen.
    Tachykardie und Hypotonie (einschließlich orthostatischer Hypotonie) wurden ebenfalls beschrieben. Vorsicht wird empfohlen, wenn Haloperidol bei Patienten mit klinisch manifester Hypotonie oder orthostatischer Hypotonie angewendet wird.
  • Malignes neuroleptisches Syndrom: Haloperidol wurde mit dem malignen neuroleptischen Syndrom in Verbindung gebracht, einer seltenen idiosynkratischen Reaktion, die mit Hyperthermie, generalisierter Muskelrigidität, autonomer Instabilität, Bewusstseinsveränderungen und erhöhten Kreatinphosphokinasespiegeln im Serum einhergeht. Hyperthermie ist häufig ein frühes Anzeichen dieses Syndroms. Die Antipsychotika-Therapie muss unverzüglich abgesetzt werden und eine geeignete unterstützende Behandlung sowie eine sorgfältige Überwachung des Patienten sind einzuleiten.
  • Tardive Dyskinesie: Bei manchen Patienten kann es unter Langzeitbehandlung oder nach Absetzen des Arzneimittels zu einer tardiven Dyskinesie kommen. Das Syndrom äußert sich vorwiegend durch rhythmische unwillkürliche Bewegungen von Zunge, Gesicht, Mund oder Kiefer. Diese Manifestationen können bei manchen Patienten irreversibel sein. Wenn die Behandlung wieder aufgenommen bzw. die Dosis erhöht wird oder wenn eine Umstellung auf ein anderes Antipsychotikum erfolgt, kann das Syndrom maskiert werden. Wenn Anzeichen und Symptome einer tardiven Dyskinesie auftreten, muss das Absetzen aller Antipsychotika, einschließlich Haloperidol, erwogen werden.
  • Extrapyramidale Symptome: Es können extrapyramidale Symptome (z. B. Tremor, Rigidität, Hypersalivation, Bradykinesie, Akathisie, akute Dystonie) auftreten. Die Anwendung von Haloperidol wurde mit der Entwicklung einer Akathisie in Verbindung gebracht, die sich in einer als quälend empfundenen inneren und motorischen Unruhe äußert; häufig kann der Patient nicht ruhig sitzen oder ruhig stehen. Die Symptome treten am wahrscheinlichsten in den ersten Behandlungswochen auf. Wenn Patienten diese Symptome zeigen, kann eine Erhöhung der Dosis negative Auswirkungen haben.
  • Akute Dystonie kann in den ersten Tagen der Haloperidol-Therapie auftreten, es wurde jedoch auch über ein Auftreten zu einem späteren Zeitpunkt sowie nach einer Dosiserhöhung berichtet. Symptome einer Dystonie sind insbesondere Torticollis, Grimassieren, Trismus, Zungenprotrusion und anomale Augenbewegungen einschließlich Blickkrampf. In jüngeren Altersgruppen besteht ein höheres Risiko für das Auftreten solcher Reaktionen. Bei akuter Dystonie kann das Absetzen des Arzneimittels erforderlich sein.
  • Anticholinerg wirkende Antiparkinson-Mittel können im Bedarfsfall zur Beherrschung extrapyramidaler Symptome verordnet werden; die routinemäßige Anwendung als Prophylaxe wird jedoch nicht empfohlen. Falls eine gleichzeitige Antiparkinson-Medikation erforderlich ist, muss diese gegebenenfalls nach Absetzen von Haloperidol beibehalten werden, sofern deren Ausscheidung schneller erfolgt als diejenige von Haloperidol, um ein Auftreten bzw. eine Verschlimmerung extrapyramidaler Symptome zu vermeiden. Wenn Anticholinergika einschließlich Antiparkinson-Mittel gemeinsam mit Haloperidol angewendet werden, ist in Betracht zu ziehen, dass der Augeninnendruck ansteigen kann.
  • Krampfanfälle/Konvulsionen: Es wurde berichtet, dass Haloperidol die Anfallsschwelle herabsetzen kann. Daher ist bei Patienten, die an Epilepsie leiden sowie bei Zuständen, die Krampfanfälle auslösen können (z. B. Hirnschäden), Vorsicht angezeigt.
  • Hepatobiliäre Störungen: Da Haloperidol in der Leber metabolisiert wird, sind bei Patienten mit Leberinsuffizienz Dosisanpassungen vorzunehmen und die Anwendung muss mit Vorsicht erfolgen. Es wurden vereinzelte Fälle von Leberfunktionsstörungen oder Hepatitis berichtet, die meist cholestatischer Natur waren.
  • Störungen des endokrinen Systems: Thyroxin kann die Toxizität von Haloperidol begünstigen. Eine Antipsychotika-Behandlung bei Patienten mit Hyperthyreose muss mit Vorsicht erfolgen und erfordert immer eine begleitende thyreostatische Therapie.
  • Venöse Thromboembolie: Im Zusammenhang mit der Anwendung von Antipsychotika sind Fälle von venösen Thromboembolien (VTE) beschrieben worden. Da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden, häufig erworbene Risikofaktoren für VTE aufweisen, sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTE vor und während der Behandlung identifiziert und Präventivmaßnahmen ergriffen werden.
  • Therapieansprechen und -abbruch: Schizophrene Patienten sprechen eventuell mit Verzögerung auf die antipsychotische Therapie an. Auch nach Absetzen der Antipsychotika treten die Symptome der zugrunde liegenden Erkrankung unter Umständen erst nach mehreren Wochen oder Monaten wieder auf. Sehr selten wurde von akuten Absetzsymptomen (einschließlich Übelkeit, Erbrechen und Schlaflosigkeit) nach plötzlichem Absetzen von hochdosierten Antipsychotika berichtet. Als Vorsichtsmaßnahme ist es ratsam, das Arzneimittel schrittweise abzusetzen.
  • Patienten mit Depression: Es wird empfohlen, Haloperidol nicht als Monotherapie bei Patienten einzusetzen, bei denen Depressionen im Vordergrund stehen. Wenn eine Kombination aus psychotischer und depressiver Symptomatik vorliegt, ist die gleichzeitige Anwendung mit Antidepressiva möglich.
  • Wechsel von der manischen zur depressiven Phase: Bei der Behandlung von manischen Episoden einer bipolaren Störung besteht das Risiko eines Wechsels von der manischen zur depressiven Phase. Die Patienten müssen unbedingt auf einen Wechsel zur depressiven Phase mit den damit verbundenen Risiken wie z. B. suizidales Verhalten überwacht werden, um gegebenenfalls eingreifen zu können.
  • Langsame CYP2D6-Metabolisierer: Bei Patienten, die bekanntermaßen langsame Cytochrom P450 (CYP) 2D6-Metabolisierer sind und die gleichzeitig einen CYP3A4-Hemmer erhalten, sollte Haloperidol mit Vorsicht angewendet werden.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

Referenzen

  1. Anderson LT et al., The effects of haloperidol on discrimination learning and behavioral symptoms in autistic children, J Autism Dev Disord, 1989, 19, 227-39
  2. Sikich L, et al, A pilot study of risperidone, olanzapine, and haloperidol in psychotic youth: a double-blind, randomized, 8-week trial., Neuropsychopharmacology, 2004, 29(1), 133-145.
  3. Brown RL, et al, The use of haloperidol in the agitated, critically ill pediatric patient with burns, J Burn Care Rehabil., 1996, 17, 34-8
  4. Campbell M et al, Neuroleptic-related dyskinesias in autistic children: a prospective, longitudinal study., J Am Acad Child Adolesc Psychiatry., 1997, 36, 835-43
  5. Schieveld JN, et al, Delirium in critically ill children in a paediatric intensive care unit., Ned Tijdschr Geneeskd., 2006, 15, 1545-8
  6. Spencer EK, et al, Children with schizophrenia: diagnosis, phenomenology, and pharmacotherapy., Schizophr Bull., 1994, 20, 713-25
  7. Valk, J.A. van der, et al, Het pediatrisch delier: een ernstige aandoening bij kritisch zieke kinderen [Das pädiatrische Delir: eine ernste Erkrankung bei kritisch kranken Kindern], Psyfar, 2008
  8. Schieveld JNM et al. , Multidisciplinaire richtlijn pediatrisch delier [Interdisziplinäre Leitlinie pädiatrisches Delir], 2014
  9. Kenniscentrum Kind,- en Jeugdpsychiatrie, Ingrijpmedicatie protocol 2016. , www.kenniscentrum/kjp.nl
  10. Janssen-Cilag B.V., SPC Haldol druppels (RVG 03186) 24-11-2017, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  11. Hatherill S et al. , Delirium among children and adolescents in an urban sub-Saharan African setting., J Psychosom Res., 2010 , Aug;69(2), 187-92
  12. JANSSEN-CILAG, SmPC HALDOL®-Janssen 1 mg, Tabletten (6762187.00.00), 04/2017
  13. Gerlach M, Mehler-Wex C, Walitza S, Warnke A, Wewetzer C. , Neuro-/Psychopharmaka im Kindes- und Jugendalter: Grundlagen und Therapie. , Springer-Verlag Berlin Heidelberg , 2016, 3.Auflage, 230
  14. Janssen-Cilag Pharma GmbH, , SmPC Haldol Tabletten 1 mg, 10 mg, Lösung 2mg/ml (14.106, 17.543, 11.814), aufgerufen am 15.06.2021, https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/
  15. Janssen-Cilag Pharma GmbH, SmPC Haldol Injektionslösung 5mg/ml , (11.813), aufgerufen am 15.06.2021, https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/
  16. Janssen-Cilag Pharma GmbH, SmPC Haldol Decanoat 50 mg pro ml Injektionslösung (17.459), aufgerufen am 15.06.2021, https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/

Änderungsverzeichnis

  • 24 September 2021 13:35: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung