Cisatracurium

Wirkstoff
Cisatracurium
Handelsname
Nimbex®, diverse Generika
ATC-Code
M03AC11
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Intubation
    • Intravenös
      • On-label
  • Relaxation der Skelettmuskulatur
    • Intravenös
      • On-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Zur Behandlung von operativen und anderen Eingriffen bei Erwachsenen und Kindern, die älter als ein Monat sind; während einer Intensivtherapie bei Erwachsenen; als Begleitmedikation zur Vollnarkose oder zur Sedierung in der Intensivmedizin als Skelettmuskelrelaxans, zur Unterstützung einer endotrachealen Intubation und einer mechanischen Beatmung

Intravenös

Anwendung als intravenöse Bolusinjektion
Kinder im Alter von 1 Monat bis 12 Jahren: Trachealintubation:
die empfohlene Dosierung beträgt 0,15 mg/kg Körpergewicht, schnell verabreicht über 5 bis 10 Sekunden. Diese Dosierung führt 120 Sekunden nach der Injektion zu guten bis hervorragenden Bedingungen für eine Trachealintubation. (Die Anwendung von Cistatracurium zur Intubation bei pädiatrischen Patienten der ASA-Klassen III-IV wurde nicht untersucht. Es gibt begrenzte Erfahrungen zum Einsatz von Cistatracurium bei Kleinkindern unter 2 Jahren während längeren oder größeren Eingriffen bzw. Operationen. Bei pädiatrischen Patienten von 1 Monat bis 12 Jahren zeigt Cistatracurium eine kürzere klinisch effiziente Wirkdauer und ein rascheres spontanes Abklingprofil als bei Erwachsenen unter ähnlichen anästhetischen Bedingungen.)

Wenn Cisatracurium zur Intubation nicht erforderlich ist:
pädiatrische Patienten von 2 Jahren bis 12 Jahren:
Eine geringere Dosierung als 0,15 mg/kg kann angewendet werden.Erhaltungsdosis (pädiatrische Patienten von 2 bis 12 Jahren): Die neuromuskuläre Blockade kann mit Erhaltungsdosen von Cisatracurium verlängert werden. Bei pädiatrischen Patienten von 2 bis 12 Jahren führt eine Dosis von 0,02 mg/kg Körpergewicht zu einer ungefähr 9-minütigen Verlängerung der klinisch effizienten neuromuskulären Blockade während einer Halothan-Anästhesie. Die wiederholte Verabreichung von Erhaltungsdosen führt nicht zu einer progressiven Verlängerung des Effekts.
Für pädiatrische Patienten unter 2 Jahren gibt es aufgrund der unzureichenden Daten noch keine spezifischen Empfehlungen zur Erhaltungsdosis. Allerdings deuten sehr begrenzte klinische Erfahrungen mit Kleinkindern unter 2 Jahren darauf hin, dass Erhaltungsdosierungen von 0,03 mg/kg eine neuromuskuläre Blockade während einer Opioidanalgesie um bis zu 25 Minuten verlängern.

Anwendung als intravenöse Infusion:
Erwachsene und Kinder im Alter von 2 bis 12 Jahren: Die Aufrechterhaltung einer neuromuskulären Blockade kann durch die Infusion von Cisatracurium mit einer initialen Infusionsrate von 3 µg/kg Körpergewicht/min (0,18 mg/kg/h) erreicht werden. Dabei wird eine 89 bis 99%ige T1- Suppression nach Anzeichen einer spontanen Erholung wiederhergestellt. Nach einer anfänglichen Periode der Stabilisierung der neuromuskulären Blockade sollte bei den meisten Patienten eine Infusionsrate von 1 µg/kg Körpergewicht/min bis 2 µg/kg Körpergewicht/min (0,06 bis 0,12 mg/kg/h) ausreichen, um die Blockade aufrecht zu - erhalten.

Anwendung als intravenöse Bolusinjektion
Erwachsene: Trachealintubation: empfohlene Dosis: 0,15 mg/kg (Körpergewicht). Gute bis ausgezeichnete Intubationsbedingungen sind beim Erwachsenen üblicherweise innerhalb von 120 Sekunden nach Verabreichung von 0,15 mg Cisatracurium pro kg Körpergewicht gegeben, bei Verabreichung nach Narkoseinduktion mit Propofol. Erhaltungsdosis: Die neuromuskuläre Blockade kann mit Erhaltungsdosen verlängert werden. Eine Dosis von 0,03 mg/kg Körpergewicht unter Opioid- oder Propofolanästhesie bewirkt eine zusätzliche, klinisch effiziente neuromuskuläre Blockade für die Dauer von ungefähr 20 Minuten.

(SmPC Nimbex Injektions-/Infusionslösung)

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Injektions-/Infusionslösung 2 mg/ml

Cisatracurium ist in der verfügbaren Injektions-/Infusionslösung als Cisatracuriumbesilat enthalten. Die angegebene Stärke bezieht sich auf Cisatracurium.

Anwendungshinweis:

Zur intravenösen Verabreichung

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:

Die verfügbaren Präparate enthalten: -

Detaillierte Informationen zu einzelnen Präparaten entnehmen Sie bitte den Fachinformationen.

Pharmakodynamik

Cisatracurium ist ein mittellang wirkendes, nicht depolarisierendes peripheres Skelettmuskelrelaxans vom Benzylisochinolintyp. Cisatracurium bindet an die cholinergen Rezeptoren der motorischen Endplatte und antagonisiert dort die Wirkung von Acetylcholin, woraus eine kompetitive Blockade der neuromuskulären Übertragung resultiert. Diese Wirkung ist mit Cholinesterasehemmern wie Neostigmin oder Edrophonium leicht reversibel.

Pharmakokinetik

Keine Daten

Dosierungen

Intubation
  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [1]
      • 0,15 mg/kg/Dosis, Bolus. Schnelle Verabreichung über 5-10 Sekunden.
Relaxation der Skelettmuskulatur
  • Intravenös
    • < 2 Jahre
      • Als Bolus während einer Opioid-Narkose: 0,03 mg/kg/Dosis, Bolus.
      • Sehr begrenzte klinische Erfahrungen mit Kleinkindern unter 2 Jahren deuten darauf hin, dass Erhaltungsdosierungen von 0,03 mg/kg eine neuromuskuläre Blockade während einer Opioid-Narkose um bis zu 25 Minuten verlängern.

    • 2 Jahre bis 12 Jahre
      [1]
      • Initialdosis: 0,15 mg/kg/Dosis, Bolus.
      • Erhaltungsdosis: 0,001 - 0,003 mg/kg/Minute, Dauerinfusion.
      • Erklärung zur Erhaltungsdosis: initiale Infusionsrate: 0,003 mg/kg/min, nach einer anfänglichen Periode der Stabilisierung der neuromuskulären Blockade 0,001-0,002 mg/kg/min 
        Alternativ: Erhaltungsdosis als Bolusinjektion: 0,02 mg/kg/Dosis

        In Kombination mit Sedierung

    • 12 Jahre bis 18 Jahre
      [1]
      • Initialdosis: 0,15 mg/kg/Dosis, Bolus.
      • Erhaltungsdosis: 0,001 - 0,003 mg/kg/Minute, Dauerinfusion.
      • Erklärung zur Erhaltungsdosis: initiale Infusionsrate: 0,003 mg/kg/min, nach einer anfänglichen Periode der Stabilisierung der neuromuskulären Blockade 0,001-0,002 mg/kg/min 
        Alternativ: Erhaltungsdosis als Bolusinjektion: 0,03 mg/kg/Dosis

        In Kombination mit Sedierung

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Keine Informationen zur Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung vorhanden.

MUSKELRELAXANZIEN, PERIPHER WIRKENDE MITTEL

Andere quartäre Ammonium-Verbindungen

Mivacurium

Mivacron®
M03AC10

Rocuronium

Esmeron®, diverse Generika
M03AC09

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Häufig (1-10%): Bradykardie, Hypotension

Gelegentlich (0,1-1%): Hautrötungen, Bronchospasmus, Hautausschlag

Sehr selten (< 0,01%): anaphylaktische Reaktionen, anaphylaktischer Schock, Myopathie, Muskelschwäche

 

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen bei Kindern

Der Einsatz von Cisatracurium bei Kindern mit Herzoperationen wurde nicht untersucht.
 

Kontraindikationen allgemein

  • bekannte Überempfindlichkeit gegen Cisatracurium, Atracurium oder Benzolsulfonsäure

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

 

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://aspregister.basg.gv.at/).

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

Referenzen

  1. GlaxoSmithKline BV, SPC Nimbex (RVG 19471), www.cbg-meb.nl, Geraadpleegd 17 feb 2012, http://db.cbg-meb.nl/IB-teksten/h19471.pdf
  2. Aspen Pharma Trading Limited, SmPC Nimbex Injektions-/Infusionslösung 2 mg/ml (1-21326), aufgerufen am 21.02.2022, https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/

Änderungsverzeichnis

  • 17 März 2022 16:27: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung