Desfluran

Wirkstoff
Desfluran
Handelsname
Suprane®
ATC-Code
N01AB07
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Erhaltung der Anästhesie
    • Inhalativ
      • On-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Inhalativ, als Inhalationsnarkotikum bei ambulanten und stationären Eingriffen zur Erhaltung der Narkose bei Kindern (Neugeborene bis < 18 Jahre); zur Narkoseeinleitung bei Kindern nicht geeignet.

Desfluran ist für die Anwendung zur Erhaltung der Narkose bei nicht-intubierten Kindern unter 6 Jahren wegen des erhöhten Auftretens von respiratorischen Nebenwirkungen nicht zugelassen.

Eine für chirurgische Zwecke bei Kindern erforderliche Narkosetiefe wird mit einer Desfluran-Konzentration von 5,2-10,0% mit oder ohne Beifügung von Lachgas erreicht. Obwohl Endtitrationen von bis zu 18% kurzfristig verabreicht wurden, muss sichergestellt sein, dass bei hohen Desfluran-Konzentrationen in Kombination mit Lachgas das inspiratorische Gasgemisch wenigstens 25% Sauerstoff enthält.

(SmPC Suprane Inhalationsnarkotikum)

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Flüssigkeit zur Herstellung eines Dampfs zur Inhalation 240 ml

Anwendungshinweis:

Zur Inhalation. Einsatz nur in speziell für Desfluran konzipierten und kalibrierten Verdampfern.

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:

Die verfügbaren Präparate enthalten: -

 

Detaillierte Informationen zu einzelnen Präparaten entnehmen Sie bitte den Fachinformationen.

Pharmakodynamik

Das Allgemeinanästhetikum Desfluran wird pulmonal durch Inhalation verabreicht und bewirkt in Abhängigkeit von der Dosierung reversibel eine Ausschaltung des Bewusstseins und der Schmerzempfindung, eine Unterdrückung der Willkürmotorik, eine Beeinflussung von vegetativen Reflexen sowie eine Dämpfung von Atmung und Herz-Kreislauf-System.

Pharmakokinetik

Die MAC nimmt mit zunehmendem Alter ab.

Dosierungen

Erhaltung Anästhesie
  • Inhalativ
    • 0 Jahre bis 18 Jahre
      [1]
      • Minimale alveoläre Konzentration (MAC) in Volums-%:

        in 100% v/v Sauerstoff:
        0-12 Monate: 8,95-10,65
        1-12 Jahre: 7,20-9,40
        12-18 Jahre: keine Empfehlung

        in 40% v/v Sauerstoff/60% v/v Lachgas: 
        3 bis 12 Monate 5,75-7,75
        1-5 Jahre 5,75-7,00

        Inhalation: 5-10% v/v mit oder ohne Beifügung von Lachgas, bei Kindern gelegentlich kurzfristig 18 % v/v in Kombination mit Lachgas und mindestens 25 % v/v Sauerstoff

      • Unter Überwachung von Blutdruck und Herzfrequenz

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Keine Informationen zur Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung vorhanden.

ALLGEMEINANÄSTHETIKA

Halogenierte Kohlenwasserstoffe

Sevofluran

Sevorane®, div. Generika
N01AB08
Opioidanästhetika

Alfentanil

Rapifen®, Generika
N01AH02

Fentanyl (parenteral)

diverse Generika
N01AH01
Andere Allgemeinanästhetika

Esketamin

Ketanest® S, diverse Generika
N01AX14

Propofol

Propofol Lipuro®, diverse Generika
N01AX10

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Bei Kindern bis 6 Jahren ist das Risiko von Nebenwirkungen wie Husten und Laryngospasmen erhöht. Diese treten insbesondere dann auf, wenn während einer tiefer Narkose die Laryngealmaske entfernt wird.

Bei Kindern wurde postoperative Agitation verzeichnet. Diese kann sich in Desorientierung, Weinerlichkeit und schlagenden Bewegungen äußern.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Sehr häufig (≥ 10%): Husten, Erbrechen, Übelkeit

Häufig (1-10%): Pharyngitis, Anhalten des Atmens, Kopfschmerzen, Konjunktivitis, Knotenrhythmus, Bradykardie, Tachykardie, Hypertonie, Apnoe, Laryngospasmus, übermäßige Speichelsekretion,  Kreatininphosphokinase erhöht, abnormales EKG

Gelegentlich (0,1-1%): Unruhe, Schwindel, Myokardinfarkt, Myokardischämie, Arrhythmie, Blutgefäßerweiterung, Hypoxie, Myalgie

Häufigkeit nicht bekannt: Koagulopathie, Hyperkaliämie, Hypokaliämie, metabolische Azidose, Krämpfe, okulärer Ikterus, Herzstillstand, Torsade-de-pointes, Ventrikelversagen, ventrikuläre Hypokinesie, Vorhofflimmern, maligne Hypertonie, Hämorrhagie, Hypotonie, Schock, respiratorische Insuffizienz, Atemnot, Bronchospasmus, Hämoptyse, akute Pankreatitis, Bauchschmerzen, Leberversagen, Hepatitis, Leberzellnekrose, zytolytische Hepatitis, Cholestase, Ikterus, gestörte Leberfunktion, Lebererkrankung, Urtikaria, Erythem, Rhabdomyolyse, maligne Hyperthermie, Asthenie, Unwohlsein, Veränderungen der ST-T-Strecke, Inversion der T-Welle im EKG, erhöhte Transaminasen (Alanin- und Aspartat-Aminotransferase), abnormale Gerinnungswerte, erhöhte Ammoniak-Werte, Bilirubin im Blut erhöht, postoperative Erregtheit, Schwindel, Migräne, Tachyarrhythmie, Herzklopfen, Augenbrennen, vorübergehende Blindheit, Enzephalopathie, ulzerative Keratitis, okuläre Hyperämie, verringerte Sehschärfe, Augenreizung, Augenschmerzen, Müdigkeit, versehentliche Exposition, brennendes Gefühl auf der Haut, Medikationsfehler

 

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • bei Patient*innen mit einer Überempfindlichkeit gegen andere halogenierte Kohlenwasserstoffverbindungen
  • bei Patient*innen, bei denen jede Allgemeinnarkose kontraindiziert ist
  • bei Patient*innen mit bekannter oder vermuteter Neigung zu maligner Hyperthermie (MH) oder bei entsprechender erblicher Disposition zu MH
  • (zur Narkoseeinleitung) bei Patient*innen, bei denen ein Risiko für eine Koronararterienerkrankung besteht bzw. bei denen ein Anstieg der Herzfrequenz oder des Blutdrucks vermieden werden muss
  • bei Patient*innen, in deren Vorgeschichte es nach einer Inhalationsnarkose mit halogenierten Anästhetika zu einer bestätigten Hepatitis oder unklaren mäßigen bis schweren Leberfunktionsstörungen (z.B. Gelbsucht verbunden mit Fieber und/oder Eosinophilie) gekommen ist
  • zur Einleitung einer Inhalationsnarkose bei Kindern, da es dabei häufig zu Husten, Atemanhalten, Atemstillstand, Laryngospasmus und Sekretionssteigerung kommt
  • in der Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten über die Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit vorliegen

 

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Vorsicht ist geboten bei Kindern bis zu 6 Jahren mit Laryngeal- oder Gesichtsmaske aufgrund des erhöhten Risikos für respiratorische Komplikationen und bei Kindern mit rezenter Infektion der oberen Atemwege aufgrund einer möglichen Luftwegsverengung oder Ansteigen des Luftwegwiderstandes.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://aspregister.basg.gv.at/).

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

Referenzen

  1. Baxter BV, SmPC Suprane (RVG 17364) 25-05-2016, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  2. Baxter, SmPC Suprane Inhalationsnarkotikum (1-20922), aufgerufen am 15.04.2022, https://aspregister.basg.gv.at/

Änderungsverzeichnis

  • 29 April 2022 07:12: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung