Sevofluran

Wirkstoff
Sevofluran
Handelsname
Sevorane®, div. Generika
ATC-Code
N01AB08
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Inhalationsanästhesie
    • Inhalativ
      • On-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Inhalativ:

Im ambulanten und stationären Bereich zur Einleitung und Aufrechterhaltung einer  Inhalationsnarkose bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern

Sevofluran ist in jedem Fall nach klinischen Kriterien unter Berücksichtigung des Alters individuell für jeden Patienten bis zur gewünschten Narkosetiefe zu titrieren.

Kinder und Jugendliche
Die der Tabelle und dem Alter entsprechenden Konzentrationen verwenden.

MAC-Werte - entsprechend dem Alter adulter und pädiatrischer Patienten:

Alter (Jahre) Sevofluran in
100% Sauerstoff
Sevofluran in
35%O2 / 65% N2O*)
0 – 1 Monat* 3,3 %  
1 – < 6 Monate 3,0 %  
6 Monate - < 3 Jahre 2,8 % 2,0 % **
3 - 12 2,5 %  
25 2,6 % 1,4 %
40 2,1 % 1,1 %
60 1,7 % 0,9 %
80 1,4 % 0,7 %

*)
Reifgeborene ab der 38. Schwangerschaftswoche. MAC wurde bei Frühgeborenen nicht bestimmt.
**)
bei Kindern zwischen 1 und 3 Jahren wurde 40%O2 / 60% N2O verwendet.

(SmPC Sevorane)

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Flüssigkeit zur Herstellung eines Dampfes zur Inhalation 250 ml

Anwendungshinweis:

Zum Verdampfen für die Inhalationsnarkose. Damit die vom Verdampfer abgegebenen Sevofluran-Konzentrationen genau kontrolliert werden können, dürfen nur speziell für Sevofluran kalibrierte Verdampfer  verwendet werden.

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:

Die Präparate enthalten: -

Detaillierte Informationen zu einzelnen Präparaten entnehmen Sie bitte den Fachinformationen.

Pharmakodynamik

Sevofluran ist ein schnell wirksames, nicht schleimhautreizendes Allgemeinanästhetikum. Es bewirkt eine schnelle, komplikationslose Narkoseeinleitung und ein schnelles Erwachen nach der Narkoseausleitung.

Pharmakokinetik

Keine Informationen

Dosierungen

Inhalationsanästhesie
  • Inhalativ
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      • Die Dosierung wird individuell bestimmt.

         

        Minimale alveoläre Konzentration:
        0 - 1 Monat: 3,3 % (in 100% Sauerstoff)
        1 - 6 Monate: 3,0 % (in 100% Sauerstoff)
        6 Monate - 3 Jahre: 2,8% ( in 100% Sauerstoff); 2,0% (in 60% Lachgas und 40% Sauerstoff)
        3 Jahre - 12 Jahre: 2,5% (in 100% Sauerstoff)

         

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

ALLGEMEINANÄSTHETIKA

Halogenierte Kohlenwasserstoffe

Desfluran

Suprane®
N01AB07
Opioidanästhetika

Alfentanil

Rapifen®, Generika
N01AH02

Fentanyl (parenteral)

diverse Generika
N01AH01
Andere Allgemeinanästhetika

Esketamin

Ketanest® S, diverse Generika
N01AX14

Propofol

Propofol Lipuro®, diverse Generika
N01AX10

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Ein Aufwachdelir tritt bei Kindern unter 6 Jahren 2-3 x häufiger auf als bei Erwachsenen.
Krampfanfälle sind vor allem bei >2 Monate alten Kindern aufgetreten. Bei Kindern mit Morbus Pompe wurden Fälle von ventrikulärer Arrhythmie gemeldet.
 

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Sehr häufig (≥ 10%): Agitation, Bradykardie, Hypotonie, Husten, Übelkeit, Erbrechen

Häufig (1-10%): Somnolenz, Benommenheit, Kopfschmerzen, Tachykardie, Hypertonie, Atemwegserkrankungen, Laryngospasmus, Hypersalivation, Schüttelfrost, Pyrexie, erhöhte Blutglucosewerte, erhöhte Leukozytenzahl, erhöhte Serum-Fluoridwerte, erhöhte Leberfunktionswerte, Hypothermie

Gelegentlich (0,1-1%): Tachykardie

Häufigkeit nicht bekannt: Prolongiertes QT-Intervall assoziiert mit Torsade, anaphylaktische Reaktion, anaphylaktoide Reaktion, Überempfindlichkeit, Krämpfe, Dystonie, Herzstillstand, Bronchospasmus, Dyspnoe, Stenoseatmung, Hepatitis, Leberversagen, Lebernekrose, Kontaktdermatitis, Pruritus, Ausschlag, Gesichtsschwellungen, Urtikaria, Brustschmerzen, maligne Hyperthermie

 

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Prädisposition zu maligner Hyperthermie
  • Überempfindlichkeit gegenüber anderen halogenierten Kohlenwasserstoffverbindungen (z.B. eine Vorgeschichte von Lebertoxizität, normalerweise mit erhöhten Leberwerten, Fieber, Leukozytose und/oder Eosinopilie assoziiert, die in zeitlichem Zusammenhang mit einer Anästhesie mit einem dieser Wirkstoffe steht)
  • Bei vorliegender Kontraindikation für die Allgemeinanästhesie, ist auch Sevofluran kontraindiziert.

 

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Bei Anwendung von Sevofluran bei Patient*innen mit Krampfanfallrisiko ist eine klinische Beurteilung durchzuführen. Bei Kindern sollte die Narkosetiefe dementsprechend angepasst werden. Ein EEG kann eine Optimierung der Sevoflurandosis gestatten und eine Entwicklung von Krampfanfällen bei prädisponierten Patient*innen verhindern.
Nach Beendigung der Verabreichung von Sevofluran muss der*die Patient*in mit 100 % Sauerstoff beatmet werden, bis er*sie vollständig erwacht ist.
Vorsicht ist bei Patient*innen mit einem erhöhten Risiko für eine Verlängerung des QTc-Intervalls geboten, wie bei Long-QT-Syndrom und bei älteren Patient*innen mit kardiovaskulären Risikofaktoren. Außerdem ist bei einem erhöhten Risiko für Krampfanfälle und bei Schlafapnoe Vorsicht geboten, da sich diese verschlimmern können sowie bei Myasthenia gravis aufgrund der Empfindlichkeit für Atemdepression.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://aspregister.basg.gv.at/).

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

Referenzen

  1. Rademaker C.M.A. et al, Geneesmiddelen-Formularium voor Kinderen [Arzneimittel-Formularium für Kinder], 2007
  2. Abbot BV, SPC Sevorane (RVG 18395), www.cbg-meb.nl, Geraadpleegd 25maart 2012, http://db.cbg-meb.nl/IB-teksten/h18395.pdf
  3. AbbVie, SmPC Sevorane Flüssigkeit zur Herstellung eines Dampfes zur Inhalation (1-21565) aufgerufen am 01.04.2022, https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/

Änderungsverzeichnis

  • 29 April 2022 07:12: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung