Ciclosporin

Wirkstoff
Ciclosporin
Handelsname
Sandimmun®, Neoimmun®, Vanquoral®
ATC-Code
L04AD01
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Prophylaxe Abstoßungsreaktion
    • Oral, Intravenös
      • <1 Jahr: Off-label
      • ≥1 Jahr: On-label
  • Nephrotisches Syndrom
    • Oral
      • <1 Jahr: Off-label
      • ≥1 Jahr: On-label 
  • Rescue-Therapie bei Colitis ulcerosa, Psoriasis, schwere atopische Dermatitis
    • Oral, Intravenös
      • Off-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Weichkapseln 10 mg, 25 mg, 50 mg, 100 mg 
Lösung zum Einnehmen 100 mg/ml
Konzentrat zur Infusionsbereitung 50 mg/ml

Allgemein

Es wird empfohlen, Ciclosporin in einem konstanten Schema bezüglich Tageszeit und Verhältnis zu den Mahlzeiten zu verabreichen.

Sandimmun Neoral®, Neoimmun® Lösung zum Einnehmen: in einem Glas (nicht Plastik) mit Fruchtsaft, Limonaden, kaltem Schokoladengetränk oder Milch verdünnen, unmittelbar vor der Einnahme gut verrühren und auf einmal trinken

Sandimmun® Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält Macrogolglycerolricinoleate/ Polyoxyl-35-Rizinusöl, welches Phathalat aus Polyvinylchlorid herauslösen kann. Wenn möglich, sollen Glasbehältnisse für die Infusion verwendet werden.

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:

Weichkapseln: Ethanol, Propylenglykol, Macrogolglycerolhydroxystearat/Polyoxyl-40-hydriertes Rizinusöl, (Sorbitol)
Lösung zum Einnehment: Ethanol, Propylenglykol, Macrogolglycerolhydroxystearat/Polyoxyl-40-hydriertes Rizinusöl
Konzentrat zur Infusionsbereitung: Ethanol, Macrogolglycerolhydroxystearat/Polyoxyl-40-hydriertes Rizinusöl

Die Fachinformationen wurden am 02.08.2021 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Pharmakodynamik

Ciclosporin (= Ciclosporin A) ist ein Immunsuppressivum und Calcineurin-Inhibitor. Es handelt sich um ein cyclisches Polypeptid aus 11 Aminosäuren. Auf zellulärer Ebene hemmt es die Bildung und Freisetzung von Lymphokinen einschließlich Interleukin 2 (T-Zellen-Wachstumsfaktor, TCGF). Ciclosporin blockiert offensichtlich auch die ruhenden Lymphozyten in der G0- oder G1-Phase des Zellzyklus und hemmt die durch Kontakt mit einem Antigen ausgelöste Freisetzung von Lymphokinen durch aktivierte T-Zellen.
Alle vorliegenden Daten lassen vermuten, dass Ciclosporin spezifisch und reversibel auf Lymphozyten wirkt. Im Gegensatz zu Zytostatika unterdrückt es die Hämatopoese nicht und hat keinen Einfluss auf die Funktion von Phagozyten.

Pharmakokinetik

Pharmakokinetische Daten von pädiatrischen Patienten, denen Ciclosporin verabreicht worden ist, sind sehr begrenzt. Im Vergleich zu transplantierten Erwachsenen-Populationen sind die Unterschiede in der Bioverfügbarkeit zwischen Ciclosporin in der Pädiatrie vergleichbar. 

Art der allogenen Transplantation n Alter

Clearance (ml/min/kg)

Assay
Niere 15 3 bis 16 Jahren 10,6 +/- 3,7 Cyclo-Trac spezifischer RIA
Niere 7 2 bis 16 Jahren 9,8-15,5  
Leber 9 0,65 bis 6 Jahren  9,3 +/- 5,4 HPLC

Das Verteilungsvolumen bei Kindern nach Transplantation oder mit nephrotischem Syndrom entspricht etwa dem von Erwachsenen. Kinder weisen im Vergleich zu Erwachsenen eine erhöhte Clearance (etwa doppelt so hoch) auf. 

Dosierungen

Gehe zu:

Prophylaxe Abstoßungsreaktion bei solider Organtransplantation
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [5]
      • Initialdosis: Beginn innerhalb von 12 Stunden vor der Transplantation mit 10 - 15 mg/kg/Tag in 2 Dosen. Für 1-2 Wochen nach Transplantation beibehalten. .
      • Erhaltungsdosis: Dosis schrittweise reduzieren auf  2 - 6 mg/kg/Tag in 2 Dosen. über mindestens 3, jedoch vorzugsweise 6 Monate, bevor die Dosis allmählich auf null reduziert wird, 1 Jahr nach der Transplantation..
  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [6]
      • Initialdosis 3 - 5 mg/kg/Tag in 2 Dosen. Erhaltungsdosis: Per os.
      • Behandlungsdauer: 1-2 Wochen nach der Transplantation
Prophylaxe Abstoßungsreaktion nach Knochenmarktransplantation
  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [6]
      • Initial: 1 Tag vor der Transplantation: 3 - 5 mg/kg/Tag in 2 Dosen. Erhaltungsdosis: Per os.
      • Behandlungsdauer: bis 1-2 Wochen nach der Transplantation
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      • Initialdosis: Beginn am Tag vor der Transplantation 12,5 - 15 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
      • Erhaltungsdosis: 12,5 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
      • Behandlungsdauer: Mindestens für 3 Monate (und vorzugsweise über 6 Monate), bevor die Dosis allmählich auf null reduziert wird, 1 Jahr nach der Transplantation.
Rescue-Therapie bei Colitis ulcerosa zum Aufschub der Kolektomie
  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [3]
      • Initial 2 mg/kg/Tag, Dauerinfusion. Erhaltungsdosis: je nach Blutspiegeln anpassen, Zielwert 150-250 ng/ml.
      • Behandlungsdauer: 7 Tage. Bei klinischer Remission auf orale Verabreichung übergehen
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [3]
      • Nachdem per intravenöser Verabreichung Remission erreicht worden ist: 5 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
Psoriasis, schwer, refraktär
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      • Initialdosis: 3 - 5 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
      • Erhaltungsdosis: < 3 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
      • Behandlung durch oder nach Rücksprache mit pädiatrischen Spezialist*innen (Dermatolog*innen) mit Erfahrung in der Anwendung von Ciclosporin in dieser Indikation.

Schwere atopische Dermatitis
  • Oral
    • 1 Jahr bis 18 Jahre
      [4] [7] [10] [12] [15] [16] [17] [18] [21]
      • Initialdosis: 3 - 5 mg/kg/Tag in 2 Dosen. Über 3-6 Wochen.
      • Erhaltungsdosis: 2 - 5 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
      • Behandlungsdauer: Wenn innerhalb von 4 Wochen bei Gabe der höchsten verträglichen Dosis keine Besserung eintritt, sollte ein Absetzen von Ciclosporin in Betracht gezogen werden. Die Behandlung soll mindestens 3 Monate lang fortgesetzt werden, wenn sich die Therapie als wirksam erwiesen hat. Beim Absetzen der Behandlung soll die Dosis schrittweise reduziert werden.
      • ALTERNATIV: Nach mindestens einem Jahr täglicher Anwendung sollte die Behandlung an zwei aufeinander folgenden Tagen pro Woche, gefolgt von einer 5-tägigen Pause, in Betracht gezogen werden (Garrido Colmenero, Blasco Morente und Tercedor Sanchez 2015).

        Bei Adipositas sind niedrigere Dosen erforderlich, um die gleiche Plasmakonzentration zu erreichen. Eine genaue Überwachung wird empfohlen (Ross et al. 2015).

        Behandlung durch oder nach Rücksprache mit pädiatrischen Spezialist*innen (Dermatolog*innen) mit Erfahrung in der Anwendung von Ciclosporin in dieser Indikation.

Nephrotisches Syndrom
  • Oral
    • ≥ 1 Jahr
      [5]
      • 6 mg/kg/Tag in 2 Dosen.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Die Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte sorgfältig abgewogen werden. Wenn der Nutzen das Risiko der (potenziellen) Nephrotoxizität überwiegt:
Falls möglich, Beginn mit einer niedrigen Dosis (2,5 mg/kg/Tag in 2 Dosen) und Titration bis zur Untergrenze des Zielblutspiegels. Neben Blutspiegel sollte die Nierenfunktion regelmäßig kontrolliert werden.

IMMUNSUPPRESSIVA

Selektive Immunsuppressiva

Mycophenolatmofetil

CellCept®, Myfenax®, diverse Generika
L04AA06
Tumornekrosefaktor alpha(TNF-alpha)-Inhibitoren

Adalimumab

Humira®, Hulio®, Hyrimoz®, Idacio®, Imraldi®, Amgevita®
L04AB04

Etanercept

Enbrel®, Benepali®, Erelzi®
L04AB01

Infliximab

Remicade®, Remsima®, Inflectra®, Zessly®, Flixabi®
L04AB02
Interleukin-Inhibitoren

Anakinra

Kineret®
L04AC03

Canakinumab

Ilaris®
L04AC08

Tocilizumab

RoActemra®
L04AC07
Calcineurin-Inhibitoren

Tacrolimus

Adport®, Advagraf®, Dailiport®, Envarsus®, Modigraf®, Prograf®, Tacforius®, Tacni transplant®
L04AD02
Andere Immunsuppressiva

Azathioprin

Imurek®, Immunoprin®, Azafalk®
L04AX01

Methotrexat

Ebetrexat®, Methofill®, Metoject®, MTX-ratiopharm®, Nordimet®, diverse Generika; weiterer ATC-Code: L01BA01
L04AX03

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Hypertonie, Neurotoxizität (Tremor, Konvulsionen, vorübergehende Anomalien in der weißen Substanz des Kleinhirns), Zahnfleischhyperplasie, Hirsutismus, Hypomagnesiämie. In 5 Fällen wurde über Pseudotumor cerebri berichtet (Somech und Doyle 2007, Costa et al. 2010, Büscher et al. 2004, Bilginer et al. 2010, Dogulu et al. 2004).

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥ 0,1 %):

Tremor, Kopfschmerzen, Hypertonie, Hirsutismus, Nierenfunktionsstörung, Leukopenie, Hyperlipidämie, Hyperglykämie, Anorexie, Hyperurikämie, Hyperkaliämie, Hypomagnesiämie, Konvulsionen, Parästhesie, Flush, Übelkeit, Erbrechen, Bauchbeschwerden/Bauchschmerzen, Diarrhö, Gingivahyperplasie, Magenulcera, anormale Leberfunktion, Akne, Hypertrichose, Myalgie, Muskelkrämpfe, Fieber, Müdigkeit, Thrombozytopenie, Anämie, Enzephalopathie einschließlich posteriores reversibles Enzephalopathiesyndrom (PRES), Zeichen und Symptome wie Konvulsionen, Verwirrtheit, Desorientiertheit, verminderte Reaktivität, Agitiertheit, Schlaflosigkeit, Sehstörungen, kortikale Blindheit, Koma, Parese und zerebelläre Ataxie, allergischer Ausschlag, Ödeme, Gewichtszunahme

Folgende UAW wurden zudem selten, sehr selten (< 0,1 %) oder mit unbekannter Häufigkeit beobachtet:

Hämolytisch-urämisches Syndrom, mikroangiopathische hämolytische Anämie, motorische Polyneuropathie, Pankreatitis, Muskelschwäche, Myopathie, Menstruationsstörungen, Gynäkomastie, Ödem der Sehnervpapille einschließlich Papillenödem, mit möglicher Sehstörung in der Folge einer benignen intrakraniellen Hypertonie, thrombotische Mikroangiopathie, thrombotische thrombozytopenische Purpura, Migräne, Hepatotoxizität und Leberschäden einschließlich Cholestase, Gelbsucht, Hepatitis und Leberversagen, in einigen Fällen mit tödlichem Ausgang, Schmerzen der unteren Extremitäten

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Kombination mit Produkten, die Hypericum perforatum (Johanniskraut) enthalten
  • Kombination mit Arzneimitteln, die Substrate des Multidrug-Efflux-Transporter-P-Glycoproteins oder der Organo-Anion-Transporter-Proteine (OATP) sind und für die erhöhte Plasmakonzentrationen mit schwerwiegenden und/oder lebensbedrohlichen Ereignissen verbunden sind, z.B. Bosentan, Dabigatran-Etexilat und Aliskiren

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

CAVE: Nephrotoxizität, Hypertonie, erhöhte Cholesterin- und Triglyzeridspiegel

Monitoring:

  • Bei Therapiestart: Blutdruck, Kreatinin, ALT, vollständiges Blutbild
  • Erneute Kontrolle: 6 Wochen und 12 Wochen nach Therapiestart und nach jeder Dosiserhöhung (Yee und Orchard 2018)
  • Anschließend bei gleichbleibender Dosis: Alle 12 Wochen erneute Kontrolle (bei unauffälligen Vorbefunden)
  • Folgende Empfehlungen gelten für abweichende Laborwerte:
    • Leberenzyme >2x Normalwert: Dosis reduzieren und alle 4-6 Wochen Kontrolle durchführen.
      Leberenzyme >3x Normalwert: Therapie vorübergehend unterbrechen und beim erneuten Therapiebeginn die niedrigstmögliche sichere Dosis ermitteln.
    • Bei Thrombozyten <100 x 109/L oder Neutrophilen <1,5 x 109/L: Dosis reduzieren und bei Bedarf pädiatrische Rheumatolog*innen / Immunolog*innen konsultieren. Wöchentlich kontrollieren.
  • Impfempfehlungen während der Anwendung von Ciclosporin beachten.
  • Achten Sie auf eine adäquate Kontrazeption/einen Kinderwunsch. Ciclosporin kann bei Bedarf während der Schwangerschaft angewendet werden, es ist jedoch eine zusätzliche Überwachung des Neugeborenen erforderlich.

Bei adipösen Kindern sind niedrigere Dosen erforderlich, um gleiche Plasmakonzentrationen zu erreichen. Eine genaue Überwachung wird empfohlen (Ross et al. 2015).

Therapeutische Blutkonzentration: 0,1-0,3 mg/L (HPLC-Bestimmung) je nach Indikation und Behandlungsstadium.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

  • Ärztliche Überwachung: Ciclosporin darf nur von Ärzten verschrieben werden, die über Erfahrung auf dem Gebiet der immunsuppressiven Therapie verfügen und eine entsprechende Nachkontrolle einschließlich regelmäßiger und vollständiger körperlicher Untersuchungen, Blutdruckmessungen und Kontrollen der Laborsicherheitsparameter gewährleisten können. Transplantationspatienten, die dieses Arzneimittel erhalten, sind in Einrichtungen zu betreuen, die über entsprechende Labors und unterstützende medizinische Ausrüstung verfügen.
  • Lymphome und andere Malignome: Eine Behandlung, bei der mehrere Immunsuppressiva kombiniert werden, sollte mit Vorsicht verwendet werden, da dies zu lymphoproliferativen Erkrankungen und soliden Tumoren führen kann, für die in einigen Fällen ein tödlicher Ausgang berichtet wurde. Patienten (insbesondere jene mit einer Behandlung auf Psoriasis oder atopische Dermatitis) sind darauf hinzuweisen, übermäßige Sonneneinstrahlung ohne entsprechenden Schutz zu vermeiden; diese Patienten sollten auch keine gleichzeitige UVB-Bestrahlung oder PUVA-Photochemotherapie erhalten.
  • Nierentoxizität: Eine Erhöhung von Serumkreatinin und Harnstoff kann eintreten. Diese funktionellen Veränderungen sind dosisabhängig, anfangs reversibel und sprechen üblicherweise auf eine Dosisreduktion an. Im Zuge einer Langzeittherapie kann es bei manchen Patienten zu Strukturveränderungen in den Nieren (z.B. interstitielle Fibrose) kommen, die bei Nierentransplantatpatienten von Änderungen in der Folge einer chronischen Abstoßung unterschieden werden müssen. Daher ist eine regelmäßige Überwachung der Nierenfunktion gemäß den lokalen Richtlinien für die betreffende Indikation erforderlich.
  • Lebertoxiziät: Eine engmaschige Überwachung der Parameter zur Bewertung der Leberfunktion ist erforderlich und im Fall von anormalen Werten muss unter Umständen die Dosis reduziert werden.
  • Überwachung der Ciclosporinspiegel: Wenn Ciclosporin bei Transplantationspatienten angewendet wird, gelten routinemäßige Kontrollen der Blutspiegel von Ciclosporin als wichtige Sicherheitsmaßnahme. Bei Nicht-Transplantationspatienten wird eine gelegentliche Überwachung der Ciclosporin-Blutspiegel empfohlen.
  • Hypertonie: Falls Hypertonie auftritt, ist eine entsprechende antihypertensive Therapie einzuleiten. Es sollte bevorzugt ein Antihypertensivum eingesetzt werden, das die Pharmakokinetik von Ciclosporin nicht beeinträchtigt.
  • Erhöhung der Blutlipide: Es ist ratsam, Messungen der Blutlipidwerte vor Beginn der Therapie und nach dem ersten Behandlungsmonat durchzuführen. Falls erhöhte Lipidwerte festgestellt werden, ist eine fettarme Diät oder bei Bedarf eine entsprechende Dosisreduktion in Erwägung zu ziehen.
  • Hyperkaliämie: Ciclosporin erhöht das Risiko von Hyperkaliämie, insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung. Es ist auch entsprechende Vorsicht geboten, wenn Ciclosporin gemeinsam mit kaliumsparenden Arzneimitteln (z.B. kaliumsparenden Diuretika, ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten) oder kaliumhaltigen Arzneimitteln angewendet wird, sowie auch bei Patienten mit einer kaliumreichen Diät. Unter solchen Umständen ist eine Kontrolle der Kaliumwerte ratsam.
  • Hypomagnesiämie: Ciclosporin verstärkt die Clearance von Magnesium. Dies kann daher zu einer symptomatischen Hypomagnesiämie führen, insbesondere in der Peritransplantationsphase. Eine Kontrolle der Magnesiumkonzentrationen im Serum wird daher in der Peritransplantationsphase empfohlen, vor allem bei Vorliegen neurologischer Symptome/Zeichen. Bei Bedarf kann eine Magnesiumsubstitution in Erwägung gezogen werden.
  • Hyperurikämie: Vorsicht ist bei der Behandlung von Patienten mit Hyperurikämie geboten.
  • Attenuierte Lebendimpfstoffe: Während der Behandlung mit Ciclosporin können Impfungen weniger wirksam sein. Eine Anwendung von attenuierten Lebendimpfstoffen sollte vermieden werden.
  • Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen bei:
    • Indikationen abgesehen von Transplantationen: Bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion (mit Ausnahme von Patienten mit nephrotischem Syndrom mit einem zulässigen Grad der Nierenfunktionseinschränkung), unbehandelter Hypertonie, unbehandelten Infektionen oder jeglicher Form von Malignomen sollte Ciclosporin nicht angewendet werden.
      Vor Einleitung einer Behandlung ist mittels mindestens zwei getrennter Messungen von eGFR eine zuverlässige Beurteilung der Nierenfunktion vorzunehmen. Die Nierenfunktion muss häufig während der Behandlung überprüft werden, um Dosisanpassungen vornehmen zu können.
    • Nephrotischem Syndrom: Patienten mit anormalen Nierenfunktionswerten bei Behandlungsbeginn müssen besonders sorgfältig überwacht werden. Bei Patienten mit steroidabhängiger Minimal-Change-Nephropathie, bei denen Ciclosporin für mehr als 1 Jahr angewendet wurde, sollte eine Nierenbiopsie in Erwägung gezogen werden.
    • Rheumatoider Arthritis: Nach 6 Monaten Therapie ist die Nierenfunktion je nach Stabilität der Krankheit, der Begleitmedikationen und der Begleitkrankheiten alle 4 bis 8 Wochen zu beurteilen. Häufigere Kontrollen sind dann erforderlich, wenn die Dosis von Ciclosporin erhöht wird oder eine Begleittherapie mit einem NSAR begonnen oder in seiner Dosis erhöht wird. Ein Absetzen von Ciclosporin könnte auch erforderlich sein, wenn sich eine während der Therapie entwickelnde Hypertonie nicht entsprechend behandeln lässt. Wie bei anderen langfristigen immunsuppressiven Therapien muss ein erhöhtes Risiko von lymphoproliferativen Erkrankungen berücksichtigt werden. Besondere Vorsicht ist aufgrund einer synergistischen nephrotoxischen Wirkung dann geboten, wenn Ciclosporin in Kombination mit Methotrexat angewendet wird.
    • Psoriasis: Ein Absetzen von Ciclosporin wird empfohlen, wenn sich eine während der Therapie entwickelnde Hypertonie nicht entsprechend behandeln lässt.
    • Atopischer Dermatitis: Ein Absetzen von Ciclosporin wird empfohlen, wenn sich eine während der Therapie entwickelnde Hypertonie nicht entsprechend behandeln lässt. Eine benigne Lymphadenopathie ist häufig mit Erkrankungsschüben von atopischer Dermatitis verbunden und bildet sich ausnahmslos entweder spontan oder mit einer generellen Besserung der Krankheit zurück. Eine unter Behandlung mit Ciclosporin festgestellte Lymphadenopathie sollte regelmäßig überwacht werden.
      Lymphadenopathien, die trotz einer Besserung der Krankheitsaktivität fortbestehen, sollten als Vorsichtsmaßnahme mittels Biopsie untersucht werden, um sicherzustellen, dass kein Lymphom vorliegt.
    • Aktive Infektionen mit Herpes simplex sollten abgeheilt sein, bevor eine Behandlung mit Ciclosporin begonnen wird, sind aber nicht notwendigerweise ein Grund für einen Therapieabbruch, falls sie während der Therapie auftreten, es sei denn es handelt sich um eine schwere Infektion. Hautinfektionen mit Staphylococcus aureus sind keine absolute Kontraindikation für eine Therapie mit Ciclosporin, sollten aber mit einer entsprechenden antibakteriellen Therapie behandelt werden. 

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

Referenzen

  1. Rademaker C.M.A. et al, Geneesmiddelen-Formularium voor Kinderen [Arzneimittelformularium für Kinder], 2007
  2. Heijden, van der AJ et al, Werkboek Kindernefrologie [Arbeitsbuch Kindernephrologie], VU Uitgeverij [VU Verlag], 2002, 1. Auflage
  3. Nederlandse Vereniging voor Kindergeneeskunde [Niederländische Gesellschaft für Kinderheilkunde], CBO Richtlijn Diagnostiek en behandeling van Inflammatoire darmziekten bij Kinderen [CBO-Leitlinie Diagnose und Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen bei Kindern], 2007, 114-115
  4. CBO, Richtlijn Constitutioneel Eczeem [Leitlinie Konstitutionelles Ekzem], www.cbo.nl, März 2015
  5. Teva Nederland BV, SmPC Ciqorin (RVG 111629) 28-03-2018, www.cbg-meb.nl
  6. Novartis Pharma B.V. , SmPC Sandimmune (RVG 09846), www.geneesmiddeleninformatiebank.nl, 27-Feber-2020
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  8. Bilginer, Y., et al, Pseudopapilledema in a pediatric kidney transplant recipient, Pediatr Transplant , 2010, 14(7), E83-5
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  10. Berth-Jones, J., A. et al, Cyclosporine in severe childhood atopic dermatitis: a multicenter study., J Am Acad Dermatol, 1996, 34(6), 1016-21
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  12. Guarneri, B., et al, Cyclosporin A treatment of severe atopic dermatitis in a child., Pediatr Dermatol, 1994, 11(2), 186
  13. Dogulu, C. F., et al , Idiopathic intracranial hypertension in cystinosis., J Pediatr, 2004, 145(5), 673-8
  14. Yee, J., et al, Monitoring recommendations for oral azathioprine, methotrexate and cyclosporin in a paediatric dermatology clinic and literature review, Australas J Dermatol , 2018, 59(1), 31-40
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  23. Novartis Pharma, SmPC Sandimmun Neoral Trinklösung 100 mg pro ml (1-20694), aufgerufen am 02.08.2021, https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/
  24. Novartis Pharma, SmPC Sandimmun Konzentrat zur Infusionsbereitung 50 mg (17.896), aufgerufen am 02.08.2021, https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/
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Änderungsverzeichnis

  • 13 Oktober 2021 12:52: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung