Desloratadin

Wirkstoff
Desloratadin
Handelsname
Aerius®, diverse Generika
ATC-Code
R06AX27
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

Zulassungsstatus bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren:

  • Allergische Rhinitis und chronische Urtikaria
    • Oral
      • <1 Jahr: Off-label
      • ≥1 Jahr: On-label
        • 1-6 Jahre: >1,25 mg/Tag: Off-label
        • 6-12 Jahre: >2,5 mg/Tag: Off-label
        • 12-18 Jahre: >5 mg/Tag: Off-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Darreichungsformen

Filmtabletten 5 mg
Lösung zum Einnehmen 0,5 mg/ml

Allgemein

Desloratadin liegt in den im Handel erhältlichen Präparaten in der Reinform vor. Der Wirkstoffgehalt bezieht sich demnach auf Desloratadin. Die Einnahme der Filmtabletten und der Lösung kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Präparate mit für Kinder potentiell problematischen Hilfsstoffen:

Präparate Arzneiform Stärke Problematische Hilfsstoffe
AERIUS® Lösung zum Einnehmen 0,5 mg/ml Sorbitol, Propylenglykol, Sucralose
AERIUS® Filmtabletten 5 mg Lactose
DASSELTA® Filmtabletten 5 mg Lactose
DESLORATADIN Aristo® Lösung zum Einnehmen 0,5 mg/ml Sorbitol, Propylenglykol, Sucralose
DESLORATADIN Aristo® Filmtabletten 5 mg Lactose

 

Die Fachinformationen wurden 01/2021 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Pharmakodynamik

Desloratadin gehört zur Gruppe der Antihistaminika der 2. Generation und ist ein nicht-sedierender, langwirksamer Histaminantagonist mit einer selektiven, peripheren H1-Rezeptor-antagonistischen Aktivität. Nach oraler Applikation tritt Desloratadin nicht in das zentrale Nervensystem über.

Pharmakokinetik

Es sind keine pharmakokinetischen Daten bei Kindern bekannt.

Dosierungen

Allergische Rhinitis und chronische Urtikaria
  • Oral
    • 6 Monate bis 1 Jahr
      [4] [5]
      • 1 mg/Tag in 1 Dosis
    • 1 Jahr bis 6 Jahre
      [1] [2] [3] [7]
      • 1,25 mg/Tag in 1 Dosis
      • Bei schweren Fällen einer chronischen Urtikaria kann bei Kindern ab 2 Jahren die Dosis bis zur 4-fachen Tagesdosis gesteigert werden. Bei Verwendung hoher Dosierungen bei Urtikaria bei Kindern <20 kg sollten Tabletten oder Schmelztabletten verwendet werden, da mit flüssigen Zubereitungen eine zu hohe Propylenglykol-Belastung einhergeht.

    • 6 Jahre bis 12 Jahre
      [1] [2] [3] [7]
      • 2,5 mg/Tag in 1 Dosis
      • Bei schweren Fällen einer chronischen Urtikaria kann die Dosis bis zur 4-fachen Tagesdosis gesteigert werden.

    • 12 Jahre bis 18 Jahre
      [1] [2] [3] [7]
      • 5 mg/Tag in 1 Dosis
      • Bei schweren Fällen einer chronischen Urtikaria kann die Dosis bis zur 4-fachen Tagesdosis gesteigert werden.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

ANTIHISTAMINIKA ZUR SYSTEMISCHEN ANWENDUNG

Aminoalkylether

Dimenhydrinat

Vertirosan®, Travelgum®, Vertirotravel®
R06AA52

Diphenhydramin

Calmaben®, Dibondrin®, Noctor®
R06AA02
Substituierte Alkylamine

Dimetinden (oral)

Fenistil®
R06AB03
Piperazin-Derivate

Cetirizin

Zyrtec®, diverse Generika
R06AE07

Levocetirizin

Xyzall®, diverse Generika
R06AE09
Andere Antihistaminika zur systemischen Anwendung

Fexofenadin

Allegra®
R06AX26

Loratadin

Clarityn®, diverse Generika
R06AX13

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Bei Kindern unter zwei Jahren häufig verzeichnet: Diarrhoe, Fieber und Schlaflosigkeit. Bei Kindern zwischen 12-18 Jahren waren Kopfschmerzen die am häufigsten verzeichnete Nebenwirkung.

Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit:

  • QT-Verlängerung
  • Arrhythmie
  • Bradykardie
  • anomales Verhalten
  • Aggression

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥ 0,1 %):

Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Mundtrockenheit, Diarrhoe, Ermüdung, Fieber

Folgende ausgewählte UAW wurden zudem selten, sehr selten (< 0,1 %) oder mit unbekannter Häufigkeit beobachtet:

Halluzinationen, Krampfanfälle, QT-Verlängerung, Hepatitis, Überempfindlichkeitsreaktionen (wie Anaphylaxie, Angioödem, Dyspnoe)

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Überempfindlichkeit gegen Loratadin

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Bei Kindern unter zwei Jahren ist eine Rhinitis meist durch eine Infektion bedingt, daher sollten vor Therapiebeginn obere Atemwegsinfektionen oder anatomische Anomalien als Ursache für die Rhinitis ausgeschlossen werden.

Das Risiko für neu auftretende Krampfanfälle ist besonders bei jüngeren Kindern erhöht. Bei Patienten mit Krampfanfällen in der Eigen- oder Familienanamnese sollte Desloratadin mit Vorsicht angewendet werden. Medizinisches Fachpersonal kann in Erwägung ziehen, Desloratadin bei Patienten, die während der Behandlung einen Krampfanfall erleiden, abzusetzen. (SmPC Aerius)

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

  • Desloratadin sollte bei Patienten mit Krampfanfällen in der Eigen- oder Familienanamnese mit Vorsicht angewendet werden.
  • Vorsicht bei schwerer Niereninsuffizienz.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

Referenzen

  1. SP Europe, SPC Aerius (EU/1/00/160/061-069), www.ema.europa.eu, Geraadpleegd 27 mei 2010, http://www.ema.europa.eu/humandocs/PDFs/EPAR/aerius/emea-combined-h313nl.pdf
  2. Nederlandse Vereniging voor Dermatologie en Venereologie [Niederländische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie], Richtlijn Chronische spontane urticaria [Leitlinie Chronisch spontane Urtikaria], www.ndvd.nl , 03-12-2015,
  3. Zuberbier T, et al, The EAACI/GA(2) LEN/EDF/WAO Guideline for the definition, classification, diagnosis, and management of urticaria: the 2013 revision and update, Allergy,, 2014 , Jul;69(7), 868-87
  4. Schering Corporation, Product Label Clarinex (USA)- feb 2008, www.accessdata.fda.gov
  5. Gupta SK, et al, Desloratadine dose selection in children aged 6 months to 2 years: comparison of population pharmacokinetics between children and adults, Br J Clin Pharmacol, 2007, Aug;64(2), 174-84
  6. de Vries, TW. et al, Adverse drug reactions of systemic antihistamines, Arch Dis Child, 2016;, 101, 968–970.
  7. Merck Sharp & Dohme, SmPC Aerius 0,5 mg/ml Lösung zum Einnehmen (EU/1/00/160/061-069), 06/2018

Änderungsverzeichnis

  • 08 Februar 2021 08:30: Neue Monographie "Desloratadin"

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung