Phenprocoumon

Wirkstoff
Phenprocoumon
Handelsname
Marcoumar®
ATC-Code
B01AA04
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Antikoagulation
    • Oral
      • <14 Jahre: Off-label
      • ≥14 Jahre: On-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Tabletten 3 mg

Die Tabletten sollen unzerkaut (nicht vorher auflösen!) mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden. Bei einer Langzeitbehandlung empfiehlt es sich, die Tagesdosis immer zur gleichen Tageszeit einzunehmen.

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:

Die Tabletten enthalten Lactose.

Die Fachinformationen wurden am 09.07.2021 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Pharmakodynamik

Der Vitamin-K-Antagonist Phenprocoumon wirkt antithrombotisch. Phenprocoumon hemmt die Regeneration von Vitamin K (Vitamin-K-Epoxid-Zyklus) und somit die Bildung aktiver Gerinnungsfaktoren (II, VII, IX und X) und Protein C und S in der Leber. Zusätzlich werden weitere Vitamin-K-abhängige Carboxylierungsreaktionen in anderen Organen gehemmt (z. B. in Niere, Plazenta, Knochen). Phenprocoumon hat keinen Einfluss auf bereits gebildete Gerinnungsfaktoren.

Pharmakokinetik

Keine Information

Dosierungen

Antikoagulation
  • Oral
    • < 1 Jahr
      [1] [2] [3] [4]
      • Tag 1: 0,2 mg/kg/Tag in einer Dosis
        Tag 2: 0,15 mg/kg/Tag in einer Dosis
        Tag 3: 0,1 mg/kg/Tag in einer Dosis
        Danach je nach INR-Wert titrieren.

      • Anwendungshinweis:

        Einnahme 1 x täglich abends, sodass bei einem stark abweichendem INR-Wert die Dosis am Tag der Kontrolle angepasst werden kann.

        • Start an Tag 1 mit Vitamin-K-Antagonisten. Die Heparintherapie kann erst abgesetzt werden, wenn der INR-Wert an zwei aufeinanderfolgenden Tagen im therapeutischen Bereich (2,0-3,0) liegt.
        • Reduktion der Loading Dose bei: Leber- und Nierenerkrankungen, bei Protein C- und S-Mangel und bei bestimmter Co-Medikation.
    • 1 Jahr bis 5 Jahre
      [1] [2] [3]
      • Tag 1: 0,15 mg/kg/Tag in einer Dosis
        Tag 2: 0,1 mg/kg/Tag in einer Dosis
        Tag 3: 0,05 mg/kg/Tag in einer Dosis
        Danach je nach INR-Wert titrieren.

      • Behandlungsdauer:

        Einnahme 1 x täglich abends, sodass bei einem stark abweichendem INR-Wert die Dosis am Tag der Kontrolle angepasst werden kann.

        • Start an Tag 1 mit Vitamin-K-Antagonisten. Die Heparintherapie kann erst abgesetzt werden, wenn der INR-Wert an zwei aufeinanderfolgenden Tagen im therapeutischen Bereich (2,0-3,0) liegt.
        • Reduktion der Loading Dose bei: Leber- und Nierenerkrankungen, bei Protein C- und S-Mangel und bei bestimmter Co-Medikation.
    • ≥ 5 Jahre
      [1] [2] [3]
      • Tag 1: 0,1 mg/kg/Tag in einer Dosis, max. 9 mg
        Tag 2: 0,05 mg/kg/Tag in einer Dosis, max. 6 mg
        Tag 3: 0,025 mg/kg/Tag in einer Dosis, max. 3 mg
        Danach je nach INR-Wert titrieren.

      • Anwendungshinweis:

        Einnahme 1 x täglich abends, sodass bei einem stark abweichenden INR-Wert die Dosis am Tag der Kontrolle angepasst werden kann.

        • Start an Tag 1 mit Vitamin-K-Antagonisten. Die Heparintherapie kann erst abgesetzt werden, wenn der INR-Wert an zwei aufeinanderfolgenden Tagen im therapeutischen Bereich (2,0-3,0) liegt.
        • Reduktion der Loading Dose bei: Leber- und Nierenerkrankungen, bei Protein C- und S-Mangel und bei bestimmter Co-Medikation.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Reduktion der Loading Dose zu erwägen.

ANTITHROMBOTISCHE MITTEL

Heparingruppe

Enoxaparin

Lovenox®, Inhixa®, diverse Generika
B01AB05

Unfraktioniertes Heparin

Heparin Gilvasan®
B01AB01
Thrombozytenaggregationshemmer, exkl. Heparin

Acetylsalicylsäure

Thrombo ASS®, Aspirin Protect®, Herzschutz ASS®, Thrombostad®, ASS Hexal®; Syn: ASS
B01AC06

Epoprostenol

Flolan®, Dynovas®
B01AC09
Direkte Thrombininhibitoren

Dabigatran

Pradaxa®
B01AE07
Direkte Faktor-Xa-Inhibitoren

Rivaroxaban

Xarelto®
B01AF01
Andere antithrombotische Mittel

Defibrotid

Defitelio®
B01AX01

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥0,1 %):

Blutungen, brennende Schmerzen in den Großzehen mit gleichzeitiger Verfärbung der Großzehen (purple toes)

Folgende UAW wurden zudem selten, sehr selten (<0,1 %) oder mit unbekannter Häufigkeit beobachtet:

Hypersensitivität (z.B. Henoch-Schonlein Vasculitis, allergische Dermatitis), haemorhagische Anämie, Hepatitiden, Ikterus, Leberversagen mit erforderlicher Lebertransplantation oder mit Todesfolge,  Leberparenchymschäden, Calciphylaxie, schwere Hautnekrosen manchmal mit Todesfolge (Purpura fulminans) oder der Folge einer dauerhaften Behinderung, nach längerer Anwendung (Monate) kann sich – insbesondere bei dazu disponierten Patienten – eine Osteopenie/Osteoporose entwickeln, gastrointestinale Störungen, wie z.B.: Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Alopezie

Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Erkrankungen, bei denen das Blutungsrisiko den möglichen therapeutischen Benefit überwiegt, z.B. moderate bis schwere hämorrhagische Diathesen, Ulzera im Magen-Darm-Bereich, Endocarditis, nach neurochirurgischen Eingriffen, Arteriosklerose oder fixierte und behandlungsrefraktäre Hypertonie (> 200/105 mmHg), Leberparenchymerkrankungen, schwere Thrombozytopenie
  • Apoplexie, Traumen, Retinopathien mit Blutungsrisiko, Hirnarterienaneurysma, dissezierendes Aortenaneurysma, Perikarditis
  • kavernöse Lungentuberkulose
  • nach urologischen Operationen, solange Makrohämaturie besteht
  • Schwangerschaft; Ausnahme: absolute Indikation zur Antikoagulation bei lebensbedrohlicher Heparin-Unverträglichkeit

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://aspregister.basg.gv.at/).

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

Referenzen

  1. NVK. , Werkboek Kinderhematologie [Arbeitsbuch Kinderhämatologie], http://www.hematologienederland.nl , 30 Sept 2012
  2. Spoor N et al. , Phenprocoumon and acenocoumarol treatment in paediatric patients, Thromb Haemost. , 2012, Dec;108(6), 1238-41
  3. NVK, Diagnostiek en behandeling van veneuze trombo-embolie bij kinderen [Diagnostik und Behandlung von venösen Thromboembolien bei Kindern], www.nvk.nl, Jan 2014
  4. Nederlandse Vereniging voor Kindergeneeskunde, sectie kinderhematologie [Niederländische Gesellschaft für Pädiatrie, Abteilung für Kinderhämatologie ], Richtlijn Diagnostiek en behandeling van veneuze trombo-embolische complicaties bij neonaten en kinderen tot 18 jaar [Leitlinie zur Diagnose und Behandlung venöser thromboembolischer Komplikationen bei Neugeborenen und Kindern bis zum 18. Lebensjahr], https://hematologienederland.nl/kwaliteit/werkboek-kinderhematologie/, 2020, Jan, Rev1
  5. Mylan, SmPC Marcoumar Tabletten (8096), https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/, aufgerufen am 09.07.2021

Änderungsverzeichnis

  • 06 Oktober 2021 09:00: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung