Ethosuximid

Wirkstoff
Ethosuximid
Handelsname
Petinimid®, Ethosuximid neuraxpharm
ATC-Code
N03AD01
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

Zulassungsstatus bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren:

  • Absencen-Epilepsie
    • Oral
      • On-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Darreichungsformen und Stärken

Kapseln 250 mg
Sirup 50 mg/ml
Lösung zum Einnehmen 50 mg/ml

Allgemein

Sirup und Kapseln sollen während einer Mahlzeit eingenommen werden. Die Lösung soll während oder nach den Mahlzeiten eingenommen werden.

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:

Folgende problematische Hilfsstoffe sind im Sirup enthalten: Methyl-4-Hydroxybenzoat, Saccharose und Sorbitol

Folgende problematische Hilfsstoffe sind in den Kapseln enthalten: Natriumethyl-4-hydroxybenzoat und Natriumpropyl-4-hydroxybenzoat

Folgende problematische Hilfsstoffe sind in der Lösung enthalten: Methyl-4-hydroxybenzoat und Propylenglykol

Die Fachinformationen wurden am 22/06/2021 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Pharmakodynamik

Ethosuximid ist ein Antiepileptikum (Antikonvulsivum) und strukturell mit Phenytoin verwandt. Als Wirkmechanismus wird eine Verminderung des Abbaus der GABA und eine Verringerung der spannungsabhängigen Calciumströme über eine Hemmung der Calciumkanäle vom T-Typ im Thalamus angenommen.

Pharmakokinetik

Halbwertzeit bei Kindern: ca. 30 h

Dosierungen

Absencen-Epilepsie
  • Oral
    • 1 Monat bis 3 Jahre
      [2]
      • Initialdosis: 10 mg/kg/Tag in 1 - 2 Dosen.
      • Erhaltungsdosis: 20 - 40 mg/kg/Tag in 1 - 2 Dosen, max: 1.000 mg/Tag.
    • 3 Jahre bis 6 Jahre
      [2]
      • Initialdosis: 250 mg/Tag in 2 Dosen.
      • Erhaltungsdosis: Falls erforderlich, Erhöhung der Tagesdosis um 125 mg alle 4-7 Tage auf 375 - 1.000 mg/Tag in 2 Dosen.
    • ≥ 6 Jahre
      [2]
      • Initialdosis: 500 mg/Tag in 2 Dosen.
      • Erhaltungsdosis: Falls erforderlich, Erhöhung der Tagesdosis um 125 mg alle 4-7 Tage auf 625 - 1.500 mg/Tag in 2 Dosen, max: 2.000 mg/Tag.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

ANTIEPILEPTIKA

Barbiturate und Derivate
N03AA02
Carboxamid-Derivate

Carbamazepin

Tegretol®, Neurotop®
N03AF01

Oxcarbazepin

Trileptal®
N03AF02

Rufinamid

Inovelon®
N03AF03
Fettsäure-Derivate

Valproinsäure (Natriumvalproat)

Convulex®, Depakine®
N03AG01

Vigabatrin

Sabril®
N03AG04
Andere Antiepileptika

Lacosamid

Vimpat®
N03AX18

Lamotrigin

Lamictal®, diverse Generika
N03AX09

Levetiracetam

Keppra®, diverse Generika
N03AX14

Topiramat

Topamax®, diverse Generika
N03AX11

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit, gelegentlich Verhaltensauffälligkeiten, psychotische Reaktionen (Rademaker 2007)

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥ 0,1 %):

Gewichtsverlust, Appetitstörungen, Zurückgezogenheit, Ängstlichkeit, Schlafstörungen, schwere Kopfschmerzen, Ataxie, Lethargie, Singultus, Übelkeit, Erbrechen, Leibschmerzen, Diarrhoe, Verstopfung

Folgende ausgewählte UAW wurden zudem selten, sehr selten (< 0,1 %) oder mit unbekannter Häufigkeit beobachtet:

Leukopenie, Thrombozytopenie, Agranulozytose, Eosinophilie, aplastische Anämie, Panzytopenie, Lupus erythematodes, Exantheme, schwere unerwünschte Hautreaktionenen (SCAR), einschließlich des Stevens-Johnson-Syndroms (SJS) und der Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Überempfindlichkeit gegen andere Succinimide

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

  • Beim Auftreten von Dyskinesien ist das Absetzen von Ethosuximid erforderlich; gegebenenfalls ist darüber hinaus die intravenöse Gabe von Diphenhydramin angezeigt.
  • Auf die klinischen Symptome einer Knochenmarkschädigung (Fieber, Angina, Hämorrhagie) ist besonders zu achten. Zur Erfassung möglicher knochenmarkschädigender Wirkungen werden regelmäßige (zunächst monatliche, nach 12 Monaten halbjährliche) Blutbildkontrollen empfohlen. Bei einer Leukozytenzahl kleiner als 3500/mm3 oder einem Anteil der Granulozyten kleiner als 25 % erscheint eine Dosisreduktion oder ein Absetzen der Therapie angezeigt.
  • Die Leberenzyme sind regelmäßig zu überwachen.
  • Besonders bei Patienten mit psychiatrischer Erkrankung in der Anamnese können entsprechende psychische Nebenwirkungen (paranoid-halluzinatorische Symptome, Angstzustände, Agitiertheit) auftreten, so dass Ethosuximid bei dieser Patientengruppe mit besonderer Vorsicht einzusetzen ist.
  • Patienten sollten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden.
  • Schwere Hautreaktionen: Schwerwiegende dermatologische Reaktionen, einschließlich des Stevens-Johnson-Syndroms (SJS) und der Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), wurden bei der Behandlung mit Ethosuximid berichtet. SJS und DRESS können tödlich sein. Das höchste Risiko für diese Reaktionen scheint für die Patienten in der frühen Phase der Therapie zu bestehen, da die Reaktion in der Mehrzahl der Fälle innerhalb des ersten Behandlungsmonats einsetzt. Ethosuximid muss beim ersten Auftreten von Anzeichen und Symptomen schwerer Hautreaktionen, wie Hautausschlag, Schleimhautläsionen oder anderen Anzeichen einer Überempfindlichkeit, abgesetzt werden.
  • Wie bei allen Antikonvulsiva sollen Dosisänderungen nicht abrupt, sondern ein- bzw. ausschleichend erfolgen, ebenso der Zusatz bzw. die Streichung einer weiteren Medikation. Das plötzliche Absetzen einer antikonvulsiven Therapie kann einen Absence-Status (Petit mal) auslösen. Im Allgemeinen ist eine Dosisreduktion mit ggf. anschließendem Absetzen des Arzneimittels frühestens nach zwei- bis dreijähriger Anfallsfreiheit zu erwägen. Das Absetzen erfolgt durch schrittweise Dosisreduktion über 4 bis 8 Wochen. Kinder können der Dosis entwachsen (konstante Dosis bei zunehmendem Körpergewicht), wobei sich der EEG-Befund nicht verschlechtern sollte.

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

Interaktionspartner Grund Handlungsempfehlung
Isoniazid

Die Plasmakonzentration von Ethosuximid kann ansteigen. Ethosuximidtoxizität möglich -
Phenobarbital Die Plasmakonzentration von Ethosuximid kann verringert sein (erniedrigte T1/2, erhöhte Cl) TDM und ggf. Dosiserhöhung von Ethosuximid
Clozapin Risiko und/oder Schwere von Granulozytopenien/Agranulozytosen erhöht Kombination vermeiden

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Referenzen

  1. Rademaker C.M.A. et al, Geneesmiddelen-Formularium voor Kinderen [Arzneimittelformularium für Kinder], 2007
  2. Apotex Europe BV, SmPC Ethymal (RVG 02984) 18-02-2014, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  3. neuraxpharm Arzneimittel GmbH, SmPC Ethosuximid neuraxpharm Lösung zum Einnehmen 50 mg pro ml (139260), aufgerufen am 22.06.2021, https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/
  4. G.L. Pharma GmbH, SmPC Petinimid-Sirup 50 mg/ml (11.686), aufgerufen am 22.06.2021, https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/
  5. G.L. Pharma GmbH,, SmPC Petinimid-Kapseln 250 mg (12.017), aufgerufen am 22.06.2021 , https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/

Änderungsverzeichnis

  • 24 September 2021 13:35: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung