Ethosuximid

Wirkstoff
Ethosuximid
Handelsname
Petinimid®, Ethosuximid neuraxpharm
ATC-Code
N03AD01
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Absencen-Epilepsie
    • Oral
      • On-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Kapseln 250 mg
Sirup 50 mg/ml
Lösung zum Einnehmen 50 mg/ml

Anwendungshinweis: 
Sirup und Kapseln sollen während einer Mahlzeit eingenommen werden. Die Lösung soll während oder nach den Mahlzeiten eingenommen werden.

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:
Folgende problematische Hilfsstoffe sind im Sirup enthalten: Methyl-4-Hydroxybenzoat, Saccharose und Sorbitol

Folgende problematische Hilfsstoffe sind in den Kapseln enthalten: Natriumethyl-4-hydroxybenzoat und Natriumpropyl-4-hydroxybenzoat

Folgende problematische Hilfsstoffe sind in der Lösung enthalten: Methyl-4-hydroxybenzoat und Propylenglykol

Die Fachinformationen wurden am 22/06/2021 aufgerufen (https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/).

Pharmakodynamik

Ethosuximid ist ein Antiepileptikum (Antikonvulsivum) und strukturell mit Phenytoin verwandt. Als Wirkmechanismus wird eine Verminderung des Abbaus der GABA und eine Verringerung der spannungsabhängigen Calciumströme über eine Hemmung der Calciumkanäle vom T-Typ im Thalamus angenommen.

Pharmakokinetik

Halbwertzeit bei Kindern: ca. 30 h

Dosierungen

Absencen-Epilepsie
  • Oral
    • 1 Monat bis 3 Jahre
      [2]
      • Initialdosis: 10 mg/kg/Tag in 1 - 2 Dosen.
      • Erhaltungsdosis: 20 - 40 mg/kg/Tag in 1 - 2 Dosen, max: 1.000 mg/Tag.
    • 3 Jahre bis 6 Jahre
      [2]
      • Initialdosis: 250 mg/Tag in 2 Dosen.
      • Erhaltungsdosis: Falls erforderlich, Erhöhung der Tagesdosis um 125 mg alle 4-7 Tage auf 375 - 1.000 mg/Tag in 2 Dosen.
    • ≥ 6 Jahre
      [2]
      • Initialdosis: 500 mg/Tag in 2 Dosen.
      • Erhaltungsdosis: Falls erforderlich, Erhöhung der Tagesdosis um 125 mg alle 4-7 Tage auf 625 - 1.500 mg/Tag in 2 Dosen, max: 2.000 mg/Tag.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

ANTIEPILEPTIKA

Barbiturate und Derivate
N03AA02
Benzodiazepin-Derivate

Clonazepam

Rivotril®
N03AE01
Carboxamid-Derivate

Carbamazepin

Tegretol®, Neurotop®
N03AF01

Oxcarbazepin

Trileptal®
N03AF02

Rufinamid

Inovelon®
N03AF03
Fettsäure-Derivate

Valproinsäure (Natriumvalproat)

Convulex®, Depakine®
N03AG01

Vigabatrin

Sabril®
N03AG04
Andere Antiepileptika

Cannabidiol

Epidyolex®
N03AX24

Gabapentin

Neurontin® , Gabadal® , div. Generika
N03AX12

Lacosamid

Vimpat®
N03AX18

Lamotrigin

Lamictal®, diverse Generika
N03AX09

Levetiracetam

Keppra®, diverse Generika
N03AX14

Pregabalin

Lyrica®, Pregamid®, Lyribastad®, Pregatab®, div. Generika
N03AX16

Topiramat

Topamax®, diverse Generika
N03AX11

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit, gelegentlich Verhaltensauffälligkeiten, psychotische Reaktionen (Rademaker 2007)

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥ 0,1 %):

Gewichtsverlust, Appetitstörungen, Zurückgezogenheit, Ängstlichkeit, Schlafstörungen, schwere Kopfschmerzen, Ataxie, Lethargie, Singultus, Übelkeit, Erbrechen, Leibschmerzen, Diarrhoe, Verstopfung

Folgende ausgewählte UAW wurden zudem selten, sehr selten (< 0,1 %) oder mit unbekannter Häufigkeit beobachtet:

Leukopenie, Thrombozytopenie, Agranulozytose, Eosinophilie, aplastische Anämie, Panzytopenie, Lupus erythematodes, Exantheme, schwere unerwünschte Hautreaktionenen (SCAR), einschließlich des Stevens-Johnson-Syndroms (SJS) und der Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Überempfindlichkeit gegen andere Succinimide

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://aspregister.basg.gv.at/).

Wechselwirkungen

Interaktionspartner Grund Handlungsempfehlung
Isoniazid

Die Plasmakonzentration von Ethosuximid kann ansteigen. Ethosuximidtoxizität möglich -
Phenobarbital Die Plasmakonzentration von Ethosuximid kann verringert sein (erniedrigte T1/2, erhöhte Cl) TDM und ggf. Dosiserhöhung von Ethosuximid
Clozapin Risiko und/oder Schwere von Granulozytopenien/Agranulozytosen erhöht Kombination vermeiden

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Referenzen

  1. Rademaker C.M.A. et al, Geneesmiddelen-Formularium voor Kinderen [Arzneimittelformularium für Kinder], 2007
  2. Apotex Europe BV, SmPC Ethymal (RVG 02984) 18-02-2014, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  3. neuraxpharm Arzneimittel GmbH, SmPC Ethosuximid neuraxpharm Lösung zum Einnehmen 50 mg pro ml (139260), aufgerufen am 22.06.2021, https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/
  4. G.L. Pharma GmbH, SmPC Petinimid-Sirup 50 mg/ml (11.686), aufgerufen am 22.06.2021, https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/
  5. G.L. Pharma GmbH,, SmPC Petinimid-Kapseln 250 mg (12.017), aufgerufen am 22.06.2021 , https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/

Änderungsverzeichnis

  • 24 September 2021 13:35: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung