Tacrolimus

Wirkstoff
Tacrolimus
Handelsname
Adport®, Advagraf®, Dailiport®, Envarsus®, Modigraf®, Prograf®, Tacforius®, Tacni transplant®
ATC-Code
L04AD02
Zulassung, Pharmakodynamik und -kinetik
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen
Ähnliche Wirkstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Wechselwirkungen
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Prophylaxe Lebertransplantatabstoßung, Prophylaxe Nierentransplantatabstoßung
    • Oral
      • Normales Präparat (keine modifizierte oder retardierte Wirkstofffreisetzung)
        • <2 Jahre: Off-label
        • ≥2 Jahre: On-label
      • Retardierte Wirkstofffreisetzung
        • Off-label
    • Intravenös
      • <2 Jahre: Off-label
      • ≥2 Jahre: On-label
  • Prophylaxe Herztransplantatabstoßung ohne Verabreichung von Antikörpern
    • Oral
      • Normales Präparat (keine modifizierte oder retardierte Wirkstofffreisetzung)
        • <2 Jahre: Off-label
        • ≥2 Jahre: On-label
    • Intravenös
      • <2 Jahre: Off-label
      • ≥2 Jahre: On-label
  • Prophylaxe Herztransplantatabstoßung mit Verabreichung von Antikörpern
    • Oral
      • Normales Präparat (keine modifizierte oder retardierte Wirkstofffreisetzung)
        • <2 Jahre: Off-label
        • ≥2 Jahre: On-label

Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ oder https://www.ema.europa.eu abgerufen werden.

Verfügbare Darreichungsformen und Stärken

Hartkapseln 0,5 mg, 1 mg, 2 mg, 5 mg
Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen 0,2 mg/Beutel, 1 mg/Beutel
Retardkapseln 0,5 mg, 1 mg, 3 mg, 5 mg
Retardtabletten 0,75 mg, 1 mg, 4 mg
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung 5 mg/ml

Peroralia enthalten Tacrolimus in Form von Tacrolimus-Monohydrat. Die angegebene Stärke bezieht sich auf Tacrolimus.

Anwendungshinweis:
Zur Gewährleistung einer maximalen Resorption soll die Einnahme im Nüchternzustand oder mindestens 1 Stunde vor bzw. 2-3 Stunden nach der Mahlzeit erfolgen.

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:
Folgender problematischer Hilfsstoff ist in den Kapseln, Retardkapseln, Retardtabletten  und im Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen aller Hersteller enthalten: Lactose

Folgender problematischer Hilfsstoff ist in den Retardtabletten aller Hersteller enthalten: Butylhydroxytoluol

Folgende problematische Hilfsstoffe sind in den Kapseln, Retardkapseln und Retardtabletten mancher Hersteller enthalten: Soja, Propylenglykol

Folgender problematische Hilfsstoffe sind in dem Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthalten: Macrogolglycerolricinoleat 60, Ethanol

Pharmakodynamik

Tacrolimus ist ein Calcineurin- Inhibitor. Als hochwirksames Immunsuppressivum hemmt es die Bildung zytotoxischer Lymphozyten, die für die Transplantatabstoßung in erster Linie verantwortlich sind. Tacrolimus unterdrückt die Aktivierung der T-Zellen und die von den T-Helferzellen abhängige Proliferation der B-Zellen, ferner die Bildung von Lymphokinen (wie Interleukin-2, Interleukin-3 und γ-Interferon) sowie die Expression des Interleukin-2-Rezeptors.

Pharmakokinetik

Im Allgemeinen benötigen Kinder eine 1½ - 2 Mal höhere Dosis als Erwachsene, um dieselben Plasmakonzentrationen zu erreichen. Bei erwachsenen Leber-, Nieren- und Herztransplantationspatienten wurden Werte von 4,1 L/h, 6,7 L/h bzw. 3,9 L/h für die Gesamtkörper-Clearance verzeichnet. Bei pädiatrischen Lebertransplantationspatienten liegt die Gesamtkörper-Clearance ca. 2 Mal höher als bei erwachsenen Lebertransplantationspatienten (SmPC).

Dosierungen

Gehe zu:

Prophylaxe Lebertransplantatabstoßung
  • Oral
    • Normales Präparat (keine modifizierte oder retardierte Wirkstofffreisetzung)
      • 1 Monat bis 18 Jahre
        [1] [2] [4] [7]
        • Initialdosis: 0,3 mg/kg/Tag in 2 Dosen. Erhaltungsdosis: Je nach Wirkung und Spiegelbestimmung.
        • Anwendungshinweis:

          Zur Gewährleistung einer maximalen Resorption sind die Zubereitungen im Nüchternzustand oder mindestens 1 Stunde vor bzw. 2 bis 3 Stunden nach der Mahlzeit einzunehmen.

        • Wenn der klinische Zustand des Patienten keine orale Verabreichung zulässt, kann eine initiale intravenöse Therapie (Dauerinfusion) erfolgen.

    • Retardierte Wirkstofffreisetzung
      • 8 Jahre bis 18 Jahre
        [3] [6]
        • Initialdosis (Advagraf): 0,3 mg/kg/Tag in 1 Dosis Erhaltungsdosis (Advagraf):  Je nach Wirkung und Spiegelbestimmung.
        • Für die Umstellung von einem normal freisetzenden auf ein retardiertes Präparat siehe Warnhinweise.

  • Intravenös
Prophylaxe Nierentransplantatabstoßung
  • Oral
    • Normales Präparat (keine modifizierte oder retardierte Wirkstofffreisetzung)
      • 1 Monat bis 18 Jahre
        [1] [2] [4] [7]
        • Initialdosis: 0,3 mg/kg/Tag in 2 Dosen. Erhaltungsdosis: Je nach Wirkung und Spiegelbestimmung.
        • Anwendungshinweis:

          Zur Gewährleistung einer maximalen Resorption sind die Zubereitungen im Nüchternzustand oder mindestens 1 Stunde vor bzw. 2 bis 3 Stunden nach der Mahlzeit einzunehmen.

        • Wenn der klinische Zustand des Patienten keine orale Verabreichung zulässt, kann eine initiale intravenöse Therapie (Dauerinfusion) erfolgen.

    • Retardierte Wirkstofffreisetzung
      • 8 Jahre bis 18 Jahre
        [3] [6]
        • Initialdosis (Advagraf): 0,3 mg/kg/Tag in 1 Dosis Erhaltungsdosis (Advagraf):  Je nach Wirkung und Spiegelbestimmung
          ..
        • Für die Umstellung von einem normal freisetzenden auf ein retardiertes Präparat siehe Warnhinweise.

  • Intravenös
Prophylaxe Herztransplantatabstoßung ohne Verabreichung von Antikörpern
  • Oral
    • Normales Präparat (keine modifizierte oder retardierte Wirkstofffreisetzung)
      • 1 Monat bis 18 Jahre
        [1] [2] [4] [7]
        • 0,3 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
        • Anwendungshinweis:

          Zur Gewährleistung einer maximalen Resorption sind die Zubereitungen im Nüchternzustand oder mindestens 1 Stunde vor bzw. 2 bis 3 Stunden nach der Mahlzeit einzunehmen.

        • Die erste orale Dosis muss 8 bis 12 h nach dem Absetzen der intravenösen Therapie verabreicht werden.

  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [1] [5] [8]
      • 0,03 - 0,05 mg/kg/Tag, Dauerinfusion.
      • Die Patienten müssen so schnell wie klinisch möglich auf die orale Therapie umgestellt werden.

Prophylaxe Herztransplantatabstoßung nach Verabreichung von Antikörpern
  • Oral
    • Normales Präparat (keine modifizierte oder retardierte Wirkstofffreisetzung)
      • 1 Monat bis 18 Jahre
        [1] [2] [4] [7]
        • Initialdosis: 0,1 - 0,3 mg/kg/Tag in 2 Dosen. Erhaltungsdosis: Je nach Wirkung und Spiegelbestimmung.
        • Anwendungshinweis:

          Zur Gewährleistung einer maximalen Resorption sind die Zubereitungen im Nüchternzustand oder mindestens 1 Stunde vor bzw. 2 bis 3 Stunden nach der Mahlzeit einzunehmen.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

IMMUNSUPPRESSIVA

Selektive Immunsuppressiva

Mycophenolatmofetil

CellCept®, Myfenax®, diverse Generika
L04AA06
Tumornekrosefaktor alpha(TNF-alpha)-Inhibitoren

Adalimumab

Humira®, Hulio®, Hyrimoz®, Idacio®, Imraldi®, Amgevita®
L04AB04

Etanercept

Enbrel®, Benepali®, Erelzi®
L04AB01

Infliximab

Remicade®, Remsima®, Inflectra®, Zessly®, Flixabi®
L04AB02
Interleukin-Inhibitoren

Anakinra

Kineret®
L04AC03

Canakinumab

Ilaris®
L04AC08

Tocilizumab

RoActemra®
L04AC07
Calcineurin-Inhibitoren

Ciclosporin

Sandimmun®, Neoimmun®, Vanquoral®
L04AD01
Andere Immunsuppressiva

Azathioprin

Imurek®, Immunoprin®, Azafalk®
L04AX01

Methotrexat

Ebetrexat®, Methofill®, Metoject®, MTX-ratiopharm®, Nordimet®, diverse Generika; weiterer ATC-Code: L01BA01
L04AX03

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Kammer- oder Septumhypertrophie

  • reversibel und hauptsächlich bei Kindern, deren Tacrolimus-Talspiegel weit über den empfohlenen Höchstgrenzen lagen
  • weitere Risikofaktoren: bestehendes Herzleiden, Behandlung mit Corticosteroiden, Bluthochdruck, Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, Infektionen, Flüssigkeitsüberbelastung und Ödem

(SmPC Prograf)

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Folgende UAW wurden sehr häufig, häufig oder gelegentlich beobachtet (≥ 0,1 %):

Anämie, Leukozytopenie, Thrombozytopenie, Leukozytose, abnorme Erythrozytenwerte, Blutgerinnungsstörungen, abnorme Gerinnungs- und Blutungswerte, Panzytopenie, Neutropenie, hyperglykämische Zustände, Diabetes mellitus, Hyperkaliämie, Hypomagnesiämie, Hypophosphatämie, Hypokaliämie, Hypokalziämie, Hyponatriämie, andere Elektrolytstörungen, Flüssigkeitsüberbelastung, Hyperurikämie, verminderter Appetit, metabolische Azidose, Hyperlipidämie, Hypercholesterinämie, Hypertriglyceridämie, Schlaflosigkeit, Angsterscheinungen, Verwirrtheit und Desorientiertheit, Depression, depressive Verstimmung, affektive Störungen und Störungen des Gemütszustandes, Albträume, Halluzinationen, Geisteskrankheiten, psychotische Störung, Tremor, Kopfschmerzen, Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen, Parästhesien und Dysästhesen, periphere Neuropathien, Schwindelgefühl, Schreibstörungen, Störungen des Nervensystems, Koma, Blutungen im Zentralnervensystem und Apoplexie, verschwommenes Sehen, Photophobie, Augenerkrankungen, Katarakt, Tinnitus, ischämische Störungen der Herzkranzgefäße, Tachykardie, Kammerarrhythmien und Herzstillstand, Herzversagen, Kardiomyopathie, Kammerhypertrophie, supraventrikuläre Arrhythmien, Palpitationen, Hypertonie, Blutungen, thromboembolische und ischämische Störungen, periphere Gefäßerkrankungen, hypotensive Gefäßerkrankungen, Infarkt, tiefe Venenthrombose, Dyspnoe, Erkrankungen des Lungenparenchyms, Pleuraerguss, Pharyngitis, Husten, Anschwellung und Entzündung der Nasenschleimhaut, Atemversagen, Erkrankungen der Atemwege, Asthma, Durchfall, Übelkeit, gastrointestinaler Entzündungszustand, Magen-Darm-Geschwür und Perforationen, Blutungen aus dem Magen-Darm-Trakt, Stomatitis und Ulzeration, Aszites, Erbrechen, Schmerzen im Magen-Darm-Bereich und Abdomen, dyspeptische Zeichen und Symptome, Obstipation, Flatulenz, Blähungen und Aufgeblähtheit, Ileus paralyticus, akute und chronische Pankreatitis, gastroösophagealer Reflux, beeinträchtigte Magenentleerung, Cholestase und Ikterus, Leberzellschaden und Hepatitis, Cholangitis, Pruritus, Exanthem, Alopezie, Akne, verstärktes Schwitzen, Dermatitis, Photosensibilität, Gelenkschmerzen, Muskelkrämpfe, Schmerz in den Extremitäten, Rückenschmerzen, Gelenkerkrankungen, Nierenfunktionsstörungen, Nierenversagen, akutes Nierenversagen, Oligurie, Tubulusnekrose, toxische Nephropathie, Veränderungen des Harns, Symptome von Harnblase und Harnröhre, Anurie, hämolytisch-urämisches Syndrom, Dysmenorrhö und Uterusblutungen, asthenische Zustände, fieberhafte Erkrankungen, Ödem, Schmerzen am Verabreichungsort, gestörtes Empfinden der Körpertemperatur, multiples Organversagen, grippeartige Erkrankung, Temperaturunverträglichkeit, Druckgefühl in der Brust, Zittrigkeit, Krankheitsgefühl

Folgende ausgewählte UAW wurden zudem selten, sehr selten (< 0,1 %) oder mit unbekannter Häufigkeit beobachtet:

Agranulozytose, hämolytische Anämie, allergische und anaphylaktische Reaktionen, Blindheit, Neuropathie des Nervus opticus, neurosensorische Taubheit, Perikarderguss, akutes Atemnotsyndrom, Thrombose der Leberarterie, mit Venenverschluss einhergehende Lebererkrankung, Leberversagen, Torsade de Pointes

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Überempfindlichkeit gegen andere Makrolide

Die vollständige Auflistung aller Gegenanzeigen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Die verschiedenen Präparate sind nicht austauschbar. Der Austausch von Präparaten mit und ohne retardierte Wirkstofffreisetzung kann zur Abstoßung des Transplantats oder stärkeren Nebenwirkungen führen.

Bei der Umstellung von einer Dosis von 2×/Tag (Kapseln mit normaler Wirkstofffreisetzung) auf eine Dosis von 1×/Tag (Kapsel/Tablette mit retardierter Wirkstofffreisetzung) müssen die Talspiegel vor und innerhalb von 2 Wochen nach der Umstellung kontrolliert werden (ca. 24 h nach der letzten Dosis, direkt vor der folgenden Dosis). Die Umstellung von Prograf® Kapseln auf Advagraf® sollte im Verhältnis 1:1 (in mg) bezogen auf die gesamte Tagesdosis erfolgen. Die Umstellung von Prograf® Kapseln oder Advagraf® auf Envarsus® sollte im Verhältnis 1 : 0,7 (in mg) bezogen auf die gesamte Tagesdosis erfolgen.

Das Modigraf®-Granulat sollte nicht direkt auf Kapseln/Tabletten mit retardierter Wirkstofffreisetzung umgestellt werden.

Bei der Umstellung von Modigraf®-Granulat auf Prograf®-Kapseln mit normaler Wirkstofffreisetzung ist die Gesamtmenge mg/Tag beizubehalten. Wenn gleiche Dosierungen nicht möglich sind, sollte die Dosis der Prograf®-Kapseln aufgerundet werden und die höhere Dosis am Morgen verabreicht werden. Die AUC liegt beim Granulat durchschnittlich 18% über der AUC bei Einnahme von Kapseln mit normaler Wirkstofffreisetzung. Bei der Umstellung von Kapseln (normale Wirkstofffreisetzung) auf das Granulat ist die Gesamtmenge mg/Tag beizubehalten oder die gesamte tägliche Dosis nach unten hin abzurunden und dabei die höhere Dosis am Morgen zu verabreichen. Die Talspiegel sind vor der Umstellung und innerhalb 1 Woche nach der Umstellung zu bestimmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

  • In der ersten Phase nach der Transplantation sind folgende Parameter routinemäßig zu überwachen: Blutdruck, EKG, neurologischer Status, Sehvermögen, Nüchternwerte des Blutzuckers, Elektrolyte (insbesondere Kalium), Leber- und Nierenfunktion, hämatologische Parameter, Blutgerinnungswerte, Plasmaproteine.
  • Wechselwirkungspotenzial insbesondere mit starken CYP3A4-Inhibitoren (siehe Wechselwirkungen).
  • Erhöhtes Risiko für gastrointestinale Perforationen.
  • Bei Diarrhoe ist die Überwachung der Tacrolimus-Konzentration im Blut besonders sorgfältig durchzuführen, da sie unter solchen Umständen erheblichen Schwankungen unterworfen sein kann.
  • Die Einwirkung von Sonnenlicht oder UV-Licht sollte wegen des möglichen Risikos maligner Hautveränderungen durch geeignete Kleidung oder Verwendung eines hohen Lichtschutzfaktors eingeschränkt sein.
  • Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES):
    • Bei Symptomen wie Kopfschmerzen, verändertem Bewusstseinszustand, Krämpfen und Sehstörungen sollte eine radiologische Untersuchung (z.B. MRI) durchgeführt werden. Bei Feststellung eines PRES ist eine adäquate therapeutische Kontrolle des Blutdrucks und ein sofortiges Absetzen der systemischen Tacrolimus-Behandlung angeraten.
    • Opportunistische Infektionen: es besteht ein erhöhtes Risiko für opportunistische Infektionen (Bakterien, Pilze, Viren und Protozoen).
    • Pure Red Cell Aplasia: es wurde über Fälle von PRCA bei Patienten, die Tacrolimus erhielten, berichtet. Alle Patienten berichteten über Risikofaktoren für eine PRCA wie Parvovirus B19-Infektion sowie Grunderkrankungen oder Begleitmedikationen, die mit einer PRCA assoziiert sind, zu haben.
    • Es liegen Berichte über Patienten vor, die Epstein-Barr-Virus (EBV)- assoziierte lymphoproliferative Erkrankungen entwickelt haben. Auf Tacrolimus umgestellte Patienten sollten nicht gleichzeitig eine Antilymphozyten-Therapie erhalten. Es gibt Berichte über EBV-VCA-negative Kinder unter 2 Jahren, die ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer lymphoproliferativen Erkrankung haben. Aus diesem Grunde sollte bei dieser Patientengruppe vor Beginn der Therapie die EBV-VCA-Serologie untersucht werden. Während der Behandlung empfiehlt sich eine sorgfältige Kontrolle mittels EBV-PCR. Ein positives Ergebnis mit EBV-PCR kann sich über Monate manifestieren und ist per se nicht gleichbedeutend mit einer lymphoproliferativen Erkrankung oder Lymphomen.
       

Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Wechselwirkungen

Interaktionspartner Grund Handlungsempfehlung
CYP3A4-Induktoren Steigerung des Metabolismus, verminderte Wirkung und erhöhtes Risiko für Transplantatabstoßung Kontrolle des Tacrolimusspiegels und ggf. Dosiserhöhung
CYP3A4-Inhibitoren Hemmung des Metabolismus, verstärkte Wirkung und erhöhtes Risiko für Neuro- und Nephrotoxizität Kontrolle des Tacrolimusspiegels und Überwachung der Nierenfunktion
NSAIDs: Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin erhöhtes Risiko für Nephrotoxizität Kontrolle der Nierenfunktion
Nephrotoxische Arzneistoffe: z.B. Ciclosporin, Clofarabin, Amphotericin B, Teicoplanin, Vancomycin, Amikacin, Gentamicin, Neomycin erhöhtes Risiko für Nephrotoxizität gleichzeitige Anwendung vermeiden, Überwachung der Nierenfunktion
Kaliumsparende Diuretika: z.B. Triamteren, Spironolacton erhöhtes Risiko für eine Hyperkaliämie Kontrolle des Kaliumspiegels und ggf. Dosisanpassung
Impfstoffe verminderte Wirksamkeit des Impfstoffs möglich Lebendimpfstoffe sollten vermieden werden, in einigen Fällen können Tot- oder Toxoidimpfstoffe eingesetzt werden
Allergenextrakte verminderte Wirksamkeit der Hyposensibilisierung möglich Solange eine Immunsuppression durch immunsuppressiv wirkende Arzneimittel anhält, soll keine Hyposensibilisierung begonnen werden.
Protonenpumpeninhibitoren:  z.B. Esomeprazol, Omeprazol, Pantoprazol erhöhte Tacrolimuskonzentration, erhöhtes Risiko für Neuro- und Nephrotoxizität Kontrolle des Tacrolimusspiegels und ggf. Dosisreduktion
Cannabidiol, Cannabis sativa erhöhte Tacrolimuskonzentration, erhöhtes Risiko für Neuro- und Nephrotoxizität Kontrolle des Tacrolimusspiegels und ggf. Dosisreduktion
Mifamurtid verminderte Wirksamkeit von Mifamurtid möglich Kombination vermeiden.
Caspofungin erhöhte Tacrolimuskonzentration, erhöhtes Risiko für Neuro- und Nephrotoxizität Kontrolle des Tacrolimusspiegels und ggf. Dosisreduktion
Sevelamer verminderte Tacrolimuskonzentration, erhöhtes Risiko für Transplantatabstoßung Tacrolimus sollte 1 Stunde vor oder mindestens 3 Stunden nach Sevelamer appliziert werden.
Corticoide verminderte Tacrolimuskonzentration, erhöhtes Risiko für Transplantatabstoßung Kontrolle des Tacrolimusspiegels, besonders, wenn Änderungen an einer Corticosteroid-Behandlung vorgenommen werden.

 

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Referenzen

  1. Astellas Pharma BV, SPC Prograft (RVG 18107), www.cbg-meb.nl, Geraadpleegd 09 juli 2010, http://db.cbg-meb.nl/IB-teksten/h18109.pdf
  2. Astellas Pharma Europe B.V., SmPC Modigraf 0,2 / 1 mg Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (EU/1/09/523/001), 05/18
  3. Astellas Pharma Europe B.V., SmPC Advagraf 0,5 / 1 / 3 / 5 mg Hartkapseln, retardiert (EU/1/07/387/001), 05/18
  4. Astellas Pharma Europe B.V., SmPc Prograf 0,5 / 1 / 5 mg Hartkapseln (41954.00.00) , 05/18
  5. Astellas Pharma Europe B.V., SmPC Prograf® 5 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, 05/18
  6. Astellas Pharma BV, SPC Advagraf (EU/1/07/387/007) 13-4-2012 , www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  7. Astellas, SmPC Prograf 0,5/1/5 mg Hartkapseln (1-23376/1-21633/1-21634), https://aspregister.basg.gv.at/, aufgerufen am 17.05.2012
  8. Astellas, SmPC Prograf 5 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (1-21635), https://aspregister.basg.gv.at/, aufgerufen am 17.05.2021
  9. Astellas, SmPC Advagraf 0,5/1/3/5 mg Hartkapseln, retardiert (EU/1/07/387/001-006, 009, 011-023), https://www.ema.europa.eu, aufgerufen am 17.05.2021

Änderungsverzeichnis

  • 13 Oktober 2021 12:48: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung