Letermovir

Wirkstoff
Letermovir
Handelsname
Prevymis®
ATC-Code
J05AX18
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen

Darreichungsformen und Hilfsstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Pharmakodynamik und -kinetik

Zulassung
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Letermovir hemmt den CMV-DNA-Terminase-Komplex, welcher für die Spaltung und Verpackung viraler Nachkommen-DNA erforderlich ist. Letermovir beeinflusst die Bildung von Genomen einheitlicher Länge und beeinträchtigt die Virion-Reifung.

Pharmakokinetik bei Kindern

Die AUC von Letermovir bei pädiatrischen HSCT-Empfängern wurde mithilfe einer populationspharmakokinetischen Analyse unter Verwendung der beobachteten PK Daten aus Studie P030 geschätzt. Die Expositionen für pädiatrische HSCT-Empfänger in allen Körpergewichtsbereichen liegen im Bereich der Expositionen, die bei den HSCT-Referenzexpositionen für Erwachsene erreicht werden (SmPC Prevymis)

Zulassung der Dosierungsempfehlungen in Kindermedika.at

  • Prophylaxe einer Cytomegalievirus (CMV)–Reaktivierung und -Erkrankung bei CMV-seropositiven Empfängern [R+] einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation (hematopoietic stem cell transplant [HSCT])
    • Oral/Intravenös
      • On-label
  • Prophylaxe einer Cytomegalievirus (CMV)-Erkrankung bei CMV-seronegativen Empfängern einer Nierentransplantation von einem CMV-seropositiven Spender [D+/R-]
    • Oral/Intravenös
      • On-label

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Oral/Intravenös,
- zur Prophylaxe einer Cytomegalievirus(CMV)–Reaktivierung und -Erkrankung bei CMV-seropositiven Empfängern [R+] einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation (hematopoietic stem cell transplant [HSCT]) 
- zur Prophylaxe einer CMV-Erkrankung bei CMV-seronegativen Patienten, die eine Nierentransplantation von einem CMV-seropositiven Spender erhalten haben [D+/R-]

Oral,

- HSCT:
≥15 kg bis <30 kg: 240 mg 1x täglich
Dosisanpassung:
- Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir eingeleitet: Dosisreduktion auf 120 mg 1x täglich 
- Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir abgesetzt: Dosiserhöhung auf 240 mg 1x täglich
- Wird Ciclosporin-Dosierung aufgrund von zu hohen Ciclosporin-Spiegeln vorübergehend unterbrochen: keine Dosisanpassung von Letermovir erforderlich.
≥30 kg: 480 mg 1x täglich
Dosisanpassung:
- Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir eingeleitet: Dosisreduktion auf 240 mg 1x täglich
- Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir abgesetzt: Dosiserhöhung auf 480 mg 1x täglich 
- Wird Ciclosporin-Dosierung aufgrund von zu hohen Ciclosporin-Spiegeln vorübergehend unterbrochen, ist keine Dosisanpassung von Letermovir erforderlich.

- Nierentransplantation:
≥ 40 kg: 480 mg 1x täglich
Dosisanpassung:
- Anwendung in Kombination mit Ciclosporin: Dosisreduktion auf 240 mg 1x täglich
- Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir eingeleitet: Dosisreduktion auf 240 mg 1x täglich
- Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir abgesetzt: Dosiserhöhung auf 480 mg 1x täglich
- Wird die Ciclosporin-Dosierung aufgrund von zu hohen Ciclosporin-Spiegeln vorübergehend unterbrochen, ist keine Dosisanpassung von Letermovir erforderlich.

Intravenös,

- HSCT:
< 30 kg:
5 kg bis <7,5 kg:
40 mg/Dosis 1 x täglich
7,5 kg bis <15 kg: 60 mg/Dosis 1 x täglich
15 kg bis <30 kg: 120 mg/Dosis 1 x täglich
<30 kg: Kombination mit Ciclosporin: Keine Dosisanpassung erforderlich
≥ 30 kg: 480 mg 1x täglich
Dosisanpassung:
- In Kombination mit Ciclosporin: Dosisreduktion auf 240 mg 1x täglich
- Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir eingeleitet: Dosisreduktion auf 240 mg 1x täglich
- Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir abgesetzt, Dosiserhöhung auf 480 mg 1x täglich
- Wird  Ciclosporin-Dosierung aufgrund von zu hohen Ciclosporin-Spiegeln vorübergehend
unterbrochen: keine Dosisanpassung erforderlich

- Nierentransplantation:
≥40 kg:
480 mg 1x täglich
Dosisanpassung:
- Wenn Letermovir in Kombination mit Ciclosporin angewendet wird, sollte die Dosis von Letermovir auf 240 mg 1x täglich reduziert werden
- Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir eingeleitet, sollte die nächste Dosis von Letermovir auf 240 mg 1x täglich reduziert werden
- Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir abgesetzt, sollte die nächste Dosis von Letermovir auf 480 mg 1x täglich erhöht werden
- Wird die Ciclosporin-Dosierung aufgrund von zu hohen Ciclosporin-Spiegeln vorübergehend unterbrochen, ist keine Dosisanpassung von Letermovir erforderlich 

(SmPC Prevymis)

Die aktuellen Fachinformationen können unter  https://www.ema.europa.eu abgerufen werden.

Präparate im Handel

Filmtabletten 240 mg, 480 mg
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung 20 mg/mL
Granulat im Beutel 240 mg, 480 mg (in Österreich noch nicht im Handel)

Anwendungshinweis:

Die Tablette sollte im Ganzen geschluckt werden und kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. 

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung: Zur Verabreichung als intravenöse Infusion nach Rekonstitution. Die verdünnte Lösung muss über einen sterilen 0,2 µm oder 0,22 µm Polyethersulfon(PES)-Inline-Filter angewendet werden. (SmPC Prevymis)

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:

Die Tabletten enthalten: Lactose
Das Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält: Hydroxypropylbetadex (Cyclodextrin) (siehe Abschnitt Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bzw. problematische Hilfsstoffe)

Detaillierte Informationen zu einzelnen Präparaten entnehmen Sie bitte den Fachinformationen

 

 

Dosierungen

Prophylaxe einer Cytomegalievirus (CMV)–Reaktivierung und -Erkrankung bei CMV-seropositiven Empfängern [R+] einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation (hematopoietic stem cell transplant [HSCT])
  • Oral
    • 15 bis 30 kg
      [1]
      • 240 mg/Tag in 1 Dosis
      • In Kombination mit Ciclosporin

        • 120 mg/Tag in 1 Dosis
        • Wird die Ciclosporin-Dosierung  vorübergehend unterbrochen, ist keine Dosisanpassung erforderlich
        • Wird Ciclosporin abgesetzt, sollte die nächste Letermovir-Dosis auf 240 mg/Tag in 1 Dosis erhöht werden
    • ≥ 30 kg
      [1]
      • 480 mg/Tag in 1 Dosis
      • In Kombination mit Ciclosporin

        • 240 mg/Tag in 1 Dosis
        • Wird die Ciclosporin-Dosierung  vorübergehend unterbrochen, ist keine Dosisanpassung erforderlich
        • Wird Ciclosporin abgesetzt, sollte die nächste Letermovir-Dosis auf 480 mg/Tag in 1 Dosis erhöht werden
  • Intravenös
    • 5 bis 7,5 kg
      [1]
      • 40 mg/Tag in 1 Dosis
      • In Kombination mit Ciclosporin

        • Keine Dosisanpassung erforderlich
    • 7,5 bis 15 kg
      [1]
      • 60 mg/Tag in 1 Dosis
      • In Kombination mit Ciclosporin

        • Keine Dosisanpassung erforderlich
    • 15 bis 30 kg
      [1]
      • 120 mg/Tag in 1 Dosis
      • In Kombination mit Ciclosporin

        • Keine Dosisanpassung erforderlich
    • ≥ 30 kg
      [1]
      • 480 mg/Tag in 1 Dosis
      • In Kombination mit Ciclosporin

        • 240 mg/Tag in 1 Dosis
        • Wird die Ciclosporin-Dosierung  vorübergehend unterbrochen, ist keine Dosisanpassung erforderlich
        • Wird Ciclosporin abgesetzt, sollte die nächste Letermovir-Dosis auf 480 mg/Tag in 1 Dosis erhöht werden
Prophylaxe einer Cytomegalievirus (CMV)-Erkrankung bei CMV-seronegativen Empfängern einer Nierentransplantation von einem CMV-seropositiven Spender [D+/R-]
  • Oral
    • ≥ 40 kg
      [1]
      • 480 mg/Dosis in 1 Dosis
      • In Kombination mit Ciclosporin

        • 240 mg/Tag in 1 Dosis
        • Wird die Ciclosporin-Dosierung  vorübergehend unterbrochen, ist keine Dosisanpassung erforderlich
        • Wird Ciclosporin abgesetzt, sollte die nächste Letermovir-Dosis auf 480 mg/Tag in 1 Dosis erhöht werden
  • Intravenös
    • ≥ 40 kg
      [1]
      • 480 mg/Dosis in 1 Dosis
      • In Kombination mit Ciclosporin

        • 240 mg/Tag in 1 Dosis
        • Wird die Ciclosporin-Dosierung  vorübergehend unterbrochen, ist keine Dosisanpassung erforderlich
        • Wird Ciclosporin abgesetzt, sollte die nächste Letermovir-Dosis auf 480 mg/Tag in 1 Dosis erhöht werden

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Bei Patient*innen mit leichter, mäßiger oder schwerer Nierenfunktionsstörung wird keine Dosisanpassung von Letermovir empfohlen. Für Patient*innen mit terminaler Niereninsuffizienz (ESRD [end stage renal disease]) mit oder ohne Dialyse ist eine Dosierungsempfehlung nicht möglich. Die Wirksamkeit und Sicherheit bei terminaler Niereninsuffizienz wurden nicht nachgewiesen.

Prevymis Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält Hydroxypropylbetadex. Bei Patient*innen mit mäßiger oder schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 50 ml/min) oder bei kleinen Kindern (unter 2 Jahren), die Prevymis erhalten, könnte eine Kumulation von Hydroxypropylbetadex auftreten. Die Serum-Kreatinin-Spiegel sollten bei diesen Patient*innen engmaschig überwacht werden.

(SmPC Prevymis)

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Die Nebenwirkungen stimmten mit denen überein, die in klinischen Studien mit Letermovir bei Erwachsenen beobachtet wurden. (SmPC Prevymis)

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Häufig (1-10%): Übelkeit, Diarrhö, Erbrechen

Gelegentlich (0,1-1%): Überempfindlichkeit, verminderter Appetit, Veränderung der Geschmackswahrnehmung, Kopfschmerz, Schwindel (Vertigo), abdominaler Schmerz, erhöhte Alaninaminotransferase, erhöhte Aspartataminotransferase, Muskelspasmen, Kreatinin im Blut erhöht, Ermüdung (Fatigue), peripheres Ödem

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Gemeinsame Anwendung mit Pimozid, Mutterkornalkaloiden, Johanniskraut (Hypericum perforatum)
  • In Kombination mit Ciclosporin: gemeinsame Anwendung mit Dabigatran, Atorvastatin, Simvastatin, Rosuvastatin oder Pitavastatin

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Das Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält Hydroxypropylbetadex. Bei Patienten mit mäßiger oder schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 50 ml/min) oder bei kleinen Kindern (unter 2 Jahren), könnte eine Kumulation von Hydroxypropylbetadex auftreten. Die Serum-Kreatinin-Spiegel sollten bei diesen Patienten engmaschig überwacht werden. (SmPC Prevymis)

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://www.ema.europa.eu).

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

DIREKT WIRKENDE ANTIVIRALE MITTEL

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Nukleoside und Nukleotide, exkl. Inhibitoren der Reversen Transkriptase

Aciclovir

Zovirax®
J05AB01

Ganciclovir

Cymevene®
J05AB06

Remdesivir

Veklury®
J05AB16

Valaciclovir

Valtrex®, Viropel®
J05AB11

Valganciclovir

Valcyte®
J05AB14
Proteasehemmer

Atazanavir

Reyataz®
J05AE08

Darunavir

Prezista®
J05AE10

Ritonavir

Norvir®
J05AE03
Nukleosidale und nukleotidale Inhibitoren der Reversen Transkriptase

Abacavir

Ziagen®
J05AF06

Entecavir

Baraclude®
J05AF10

Lamivudin

Epivir®, Zeffix®, Generika
J05AF05
J05AF13
J05AF07

Zidovudin

Retrovir®
J05AF01
Nicht-Nukleosidale Inhibitoren der Reversen Transkriptase

Doravirin

Pifeltro®
J05AG06

Etravirin

Intelence®
J05AG04

Nevirapin

Viramune®, Generika
J05AG01

Rilpivirin

Edurant®, Rekambys®
J05AG05
Neuraminidasehemmer

Oseltamivir

Tamiflu®
J05AH02

Zanamivir

Relenza®
J05AH01
Antivirale Mittel zur Behandlung von HIV Infektionen, Kombinationen
J05AR02
J05AR20
J05AR13
J05AR25
J05AR18
J05AR19
J05AR03
J05AR09
J05AR10
Andere antivirale Mittel

Bulevirtid

Hepcludex®
J05AX28

Dolutegravir

Tivicay®
J05AX12

Raltegravir

Isentress®
J05AX08
Integrase-Inhibitoren

Cabotegravir

Vocabria®
J05AJ04
Antivirale Mittel zur Behandlung von Hepatitis C Infektionen
J05AP57
J05AP51
J05AP55

Referenzen

  1. SmPC Prevymis (EU/1/17/1245/001, 002, 003, 004, 005, 006), Merck Sharp & Dohme B.V, 08/22
  2. Merck Sharp & Dohme B.V., SmPC Prevymis (EU/1/17/1245/001-004) Rev 18, 29-01-2026, www.ema.europa.eu

Änderungsverzeichnis

  • 07 August 2026 14:41: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung